„Glasklar für Vogelschutz“?

NABU Leipzig begrüßt Stadtratsbeschluss, hält ihn aber nicht für ausreichend

Der Stadtrat hat am 15.06.2022 einen Antrag „Glasklar für Vogelschutz“ beschlossen. Der NABU Leipzig begrüßt diesen Beschluss und hofft auf eine konsequente und rasche Umsetzung. Der NABU bedauert allerdings, dass mit diesem Beschluss eine zeitnahe Lösung des Problems nicht erreicht werden kann. Der Beschluss beinhaltet nur einen Auftrag an den Oberbürgermeister. Dieser soll sich auf Landesebene dafür einsetzen, den Prüfkatalog bei Erteilung von Baugenehmigungen zum Thema Vogelschlag zu erweitern. Damit geht das Sterben an Leipzigs Glasflächen vorerst unverändert weiter, dabei wäre es ein Leichtes, vogelsicheres Glas zu verwenden bzw. eine solche Verwendung zu verlangen. Leider gibt es dafür offenbar keine verwaltungsrechtliche Möglichkeit, weshalb nun dieser kleinstmögliche Beschluss gefasst wurde, wofür der Stadtrat rund anderthalb Jahre benötigte. Sehr bedenklich findet der NABU Leipzig, dass Oberbürgermeister Burkhard Jung in dieser Stadtratssitzung gegen den Antrag gestimmt hat.

 

Weil dieser junge Buntspecht nach einem Scheibenanflug mit einer Gehirnerschütterung immer wieder auf den Rücken kippt, muss er bei der stündlichen Fütterung beim Fressen festgehalten werden. Das geprellte Auge wird dreimal täglich mit Augentropfen versorgt. Die Wildvogelhilfe des NABU Leipzig lädt den Oberbürgermeister, der im Stadtrat gegen den Antrag „Vogelschutz an Glas“ gestimmt hat, ein, sich die aufwendige Pflege der verletzten Vögel anzuschauen. Video: NABU Leipzig

 

Abgesehen davon reicht der Beschluss des Stadtrates nicht aus, um das Vogelsterben an Glas zu stoppen. Nur wenn der NABU aufwändige Nachweise erbringt und immer wieder nachhakt, wird die zuständige Behörde aktiv. Gegenwärtig dauert es ein Jahr, bis die Stadtverwaltung eine funktionale Nachrüstung an Glasfassaden beauflagt, in dieser Zeit sterben die Vögel unvermindert weiter. Und die beauflagten Nachrüstungen sind für Bauherren um ein Vielfaches teurer als eine frühzeitige Berücksichtigung bereits auf Planungsebene. Deshalb fordert der NABU Leipzig einen 4-Punkte-Plan gegen Vogelschlag, welcher kurzfristig umzusetzende Maßnahmen enthält:

  1. proaktive Information von Bauherren
  2. Sofortprogramm für Wartehäuschen
  3. vorbildhafter Vogelschutz an stadteigenen Gebäuden
  4. Berücksichtigung von Vogelschutz bei Ausschreibungen und Architekturwettbewerben

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Zähl mit beim Insektensommer!

Erste Runde ist beendet

Erdhummel. Foto: NABU/Kathy Büscher
Erdhummel. Foto: NABU/Kathy Büscher

Zweimal im Jahr ruft der NABU zur großen Insektenzählung auf, bei der jeder mitmachen kann. Beobachten und zählen kann man fast überall: Garten, Balkon, Park, Wiese, Wald, Feld, Teich, Bach oder Fluss. Gezählt wird eine Stunde lang, das Beobachtungsgebiet soll einen Umkreis von 10 Metern bilden, aber auch eine Erkundungstour auf kleinstem Raum ist möglich, zum Beispiel beim Blick in die Blumentöpfe auf dem Balkon. Ein warmer, trockener und windstiller Tag ist zum Insektenzählen am besten geeignet. Es gibt zwei Zählphasen: Die erste ist im Frühsommer vom 3. bis 12. Juni, die zweite folgt im Hochsommer vom 5. bis 14. August. Die Beobachtungen kann man dem NABU online melden. Im besonderen Blickpunkt stehen in diesem Jahr beim Insektensommer Acker-, Erd- und Steinhummel, die man gut an Farbe und Zeichnung unterscheiden kann. Weiterlesen

 

Um die Welt der Insekten vorzustellen und gemeinsam die Sechsbeiner zu zählen, bietet der NABU Leipzig zum Insektensommer wieder öffentliche Veranstaltungen an – die ersten fanden am 11. Juni im Clara-Zetkin-Park und am 12. Juni im Deutschen Kleingärtnermuseum statt. Weitere Insektenzählungen gab es unter anderem am Sächsischen Krankenhaus Altscherbitz, am Schloss Schönefeld und auf der Biotoppfläche in der Rietzschkeaue Sellerhausen.  Weiterlesen


Lebendige Natur auf dem Friedhof

NABU-Veranstaltung zum Wave-Gotik-Treffen

Fotos: Daniela Dunger, Sophia Eden

 

Das Wave-Gotik-Treffen in Leipzig konnte pandemiebedingt in den vergangenen zwei Jahren nicht stattfinden. 2022 jedoch versammelte sich am Pfingstwochenende wieder „die schwarze Szene“ in Leipzig – rund 15.000 Teilnehmer besuchten das 29. WGT. Im Rahmenprogramm war auch der NABU Leipzig wieder dabei mit der inzwischen traditionellen Abendführung über den Südfriedhof, die am 3. Juni stattfand. Dabei wurden die Biodiversität auf dem parkartigen Friedhofsgelände, das Projekt „Lebendige Friedhöfe“ sowie die Arbeit des NABU vorgestellt. Nach dem einstündigen Rundgang waren alle zum Fledermausabend eingeladen. Dabei wurden die heimlichen nachtaktiven Tiere ausführlich und hautnah vorgestellt. Rund 200 Teilnehmer des WGT sowie einige andere Naturfreunde kamen zu den NABU-Angeboten auf den Friedhof. Erst weit nach Sonnenuntergang, als es auch kräftig anfing zu regnen, endete der informative und stimmungsvolle Abend. Weiterlesen


Wiesenmahd für den Wiesenknopf

Arbeitseinsatz an den Papitzer Lachen

Foto: René Sievert
Foto: René Sievert

Um sie vor Verbuschung zu schützen, mäht der NABU Leipzig seit vielen Jahren regelmäßig eine Feuchtwiese an den Papitzer Lachen. Seit 2021 findet zusätzlich zur Mahd im Herbst eine Frühmahd vor dem 1. Juni statt. Damit sollen die Bestände des Großen Wiesenknopfs gefördert werden, die essenziell sind für den Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling, dessen Larven auf diese Pflanzen angewiesen sind. Am 28. Mai 2022 haben sich für diesen Arbeitseinsatz elf Naturschutzmacher des NABU Leipzig versammelt. Weiterlesen


Eingemauerte Vögel

Erneuter Rettungseinsatz des NABU Leipzig

Bei Bauarbeiten in der Brutzeit kommt es leider jedes Jahr vor, dass Vögel lebendig eingemauert werden. Es handelt sich um einen Verstoß gegen das Bundesnaturschutz- und gegen das Tierschutzgesetz. Die eingeschlossenen Tiere müssen qualvoll sterben. Der NABU Leipzig war jetzt bei einem weiteren „Einzelfall“ im Einsatz. Die traurige Bilanz: 8 Stare wurden vor Verhungern und Ersticken gerettet, 1 Star ist gestorben, aus 6 Eiern werden keine Jungvögel mehr schlüpfen. Weiterlesen    

Karsten Peterlein vom NABU Leipzig lokalisiert mit einer Endoskopkamera den verschlossenen Nistplatz.
Karsten Peterlein vom NABU Leipzig lokalisiert mit einer Endoskopkamera den verschlossenen Nistplatz.
Vier junge Stare konnten aus einer verschlossenen Bruthöhle lebend geborgen werden. Fotos: NABU Leipzig
Vier junge Stare konnten aus einer verschlossenen Bruthöhle lebend geborgen werden. Fotos: NABU Leipzig

Die wiederkehrenden Gesetzesverstöße sind ein Skandal! Jahr für Jahr macht der NABU Leipzig darauf aufmerksam, doch die Durchsetzung des Gesetzes bleibt weiterhin aus. Es wird der Eigenverantwortung der Bauherren überlassen, Brutplätze den Behörden zu melden und sie zu schützen. Daher fordert der NABU Leipzig, dass vor Bauarbeiten immer der Artenschutz professionell im Rahmen einer Begutachtung geprüft werden muss. Bauherren und Gebäudebesitzer werden aufgefordert, bei Sanierungs- und Abrissvorhaben die artenschutzrechtlichen Bestimmungen einzuhalten und frühzeitig(!) in die Planungen einzubeziehen. Zur Information darüber hat der NABU Leipzig eine „Checkliste“ verfasst, die zum Download zur Verfügung steht.

 

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22. Mai ist Tag der Biologischen Vielfalt

NABU Leipzig protestiert gegen Artenschwund durch Bauboom

Am 22. Mai ist der Internationale Tag der Biologischen Vielfalt. Der NABU Leipzig hat den Tag genutzt, um auf den fortschreitenden Verlust der Biodiversität aufmerksam zu machen. Noch gibt es in der Stadt Orte der Biologischen Vielfalt, doch einer nach dem anderen ist von rücksichtsloser Bebauung bedroht. Seit 2016 hat der NABU Leipzig bereits mehr als 300 Flächen erfasst, auf denen die Stadtnatur dem Bauboom geopfert wurde. Ein weiterer bedrohter Lebensraum befindet sich in Gohlis – hier soll das „Stadtquartier östlich Bremer Straße“ entstehen.

NABU-Mitglieder haben dort bereits 130 Arten nachgewiesen (40 Vogelarten, 23 Tagfalter, 10 Nachtfalter, 8 Käfer, 8 Wildbienenarten u.a.m.). Am 22. Mai 2022, dem Tag der Biologischen Vielfalt hat der NABU Leipzig auf diese Artenvielfalt aufmerksam gemacht und fordert: „Rettet die Bremer Stadtmusikanten“. Gerade jetzt im Mai sind diese „Musikanten“ zu hören – die Vögel, die hier zuhause sind. Das Gelände ist nicht nur der Lebensraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten, sondern dient auch den Anwohner zur Erholung und ist ein Beitrag zum Klimaschutz. Es handelt sich um 14 Hektar artenschutzfachlich wertvoller, strukturreicher Landschaft.

 

Zunächst wurde das artenreiche Gelände bei einer Exkursion vorgestellt, anschließend fand eine Protestkundgebung statt, zu der rund 30 Menschen kamen, auch Anwohner gesellten sich hinzu und kamen mit NABU-Mitgliedern ist Gespräch. Der NABU hofft, dass Anwohner und Politik auf das Problem aufmerksam werden und eine Änderung der Pläne erreicht wird. Weiterlesen  

 

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Hörspaziergang durch die Stadtnatur

Angebot des NABU Leipzig während der Naturschutzwoche
Auftaktveranstaltung am 15. Mai, 14 Uhr

Foto: Simedblack/pixabay.com

Zur Leipziger Naturschutzwoche 2022 bietet der Naturschutzbund NABU Leipzig einen „Hörspaziergang zur Stadtnatur“ an. Er soll interessante Fakten und kritische Blicke auf die Stadtentwicklung und Stadtgestaltung sowie deren Auswirkungen auf unsere heimischen Wildtiere aufzeigen. Denn leider findet aus Sicht des NABU Leipzig die Stadtnatur noch immer viel zu wenig Beachtung. Wer selbst aktiv werden möchte, findet in den jeweiligen Hörbeiträgen konkrete Mitmachangebote. Der Hörspaziergang umfasst 7 Stationen im Innenstadtbereich zwischen dem Bayerischen Bahnhof und dem Johannapark, er dauert etwa eine Stunde. In dieser Zeit erfahren Interessierte beispielsweise etwas zum Verlust von Freiflächen oder zur Situation der Vogelwelt. Die Audiodateien zu den einzelnen Stationen können vorab heruntergeladen werden oder direkt vor Ort abgerufen werden. Während der Leipziger Naturschutzwoche 2022 kann dafür an den einzelnen Stationen ein QR-Code gescannt werden. Die Leipziger Naturschutzwoche 2022 findet statt vom 16. bis zum 22. Mai unter dem Titel „Bürgerbeteiligung und Citizen Science im Naturschutz – Wie Prozesse gemeinsam gestaltet werden können“. Weiterlesen

 

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Stunde der Gartenvögel 2022

Vogelbeobachtungen mit dem NABU Leipzig

Exkursion zur „Stunde der Gartenvögel“ mit dem NABU Leipzig. Foto: NABU Leipzig
Exkursion zur „Stunde der Gartenvögel“ mit dem NABU Leipzig. Foto: NABU Leipzig

Vom 13. bis zum 15. Mai 2022 fand die 18. „Stunde der Gartenvögel“ statt. Der NABU hatte wieder zur deutschlandweiten Vogelzählung aufgerufen. Die Beobachtungen können dem NABU noch bis zum 23. Mai 2022 gemeldet  werden, erst danach erfolgt eine Endauswertung und bis dahin sind alle Auswertungen nur Momentaufnahmen.Die Daten aus ganz Deutschland können von Jahr zu Jahr verglichen werden, das erlaubt Rückschlüsse auf die Entwicklung der Vogelbestände und auf notwendige Schutzmaßnahmen. Weil die „Stunde der Gartenvögel“ bereits seit 2006 stattfindet, können die Ornithologen beim NABU bereits auf einen umfangreichen Datenschatz zurückgreifen.

 

Ein besonderes Augenmerk galt in diesem Jahr den Schwalben. Ihr Bestand hat in den vergangenen Jahrzehnten stark abgenommen. Sie leiden unter Klimawandel, Insektensterben, Flächenversiegelung und Nistplatzmangel. Wichtig ist es Insekten zu fördern und Brutmöglichkeiten an Gebäuden zu schaffen.

 

Nachdem der NABU Leipzig in den vergangenen Jahren aufgrund der Corona-Pandemie keine Exkursionen zur gemeinsamen Vogelbeobachtung anbieten konnte, waren 2022 Vogelfreunde wieder herzlich dazu eingeladen. NABU-Vogelzählungen fanden unter anderem auf einer Brachfläche an der Max-Liebermann-Straße, in der Kleingartenanlage „Schönauer Lachen“ sowie im Park an der Emmauskirche statt. Weiterlesen


Platz für Artenvielfalt

Rietzschke-Aue Sellerhausen mit Unterstützung des NABU als Lebensraum gestaltet

In Leipzig verschwinden viele Grünflächen, Stadtnatur fällt der Flächenversiegelung zum Opfer. Eine erfreuliche Ausnahme ist die sogenannte Rietzschke-Aue Sellerhausen. Nach anderthalb Jahren Bauzeit ist hier auf rund 18.000 Quadratmetern eine neue öffentliche Grünfläche entstanden, die wichtige Funktionen für Stadtklima, Biodiversität und Hochwasserschutz erfüllt. Der NABU Leipzig hat bei der Ausgestaltung beraten und konnte Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität einbringen. Am 12. Mai 2022 wurde das Areal feierlich eröffnet. Weiterlesen

Förderung der Biodiversität in der Rietzschke-Aue Sellerhausen. Fotos: NABU Leipzig


Erste Mitgliederversammlung nach Corona

Tätigkeitsbericht für vier Jahre

Am 7. Mai 2022 hatte der NABU Leipzig zur Mitgliederversammlung eingeladen. Treffpunkt war dieses Mal die „Völkerfreundschaft“ in Grünau. Es war die erste Mitgliederversammlung nach vier Jahren, denn die reguläre Versammlung 2020 musste aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen, und auch 2021 ließ das Infektionsgeschehen noch kein Treffen zu. Entsprechend umfangreich fiel der Tätigkeitsbericht des Vorstands aus. Die umfangreiche Arbeit ist nur aufgrund des enormen Engagements der Mitglieder möglich. Einige der besonders aktiven wurden bei der Mitgliederversammlung mit der NABU-Ehrennadel in Bronze ausgezeichnet.

 

Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden der neue Vorstand gewählt sowie zwei Rechnungsprüfer und die dreizehn Delegierten des NABU Leipzig für die Landesvertreterversammlung des NABU Sachsen, außerdem stand eine Neufassung der Vereinssatzung auf der Tagesordnung. Nach dem Ende der Mitgliederversammlung, waren alle noch zu einer kleinen Exkursion durch Grünau eingeladen. Weiterlesen


Rettungsinsel im Pleißemühlgraben

Fotos: NABU Leipzig

 

Die Fließgewässer in der Leipziger Innenstadt sind naturfern gestaltet, sie fließen mit starker Strömung durch einen Steinkanal mit steilen Wänden und verschwinden streckenweise in Rohren. Für die Küken von Teichrallen, Blässrallen, Stockenten, Mandarinenten und Schellenten ist das lebensgefährlich. Sie werden oftmals von der Strömung abgetrieben, wenn das Gewässer im Untergrund verschwindet, können die Mütter nicht folgen und verlieren die Jungvögel. Jedes Jahr zur Brutzeit wird deshalb der NABU Leipzig zu Rettungseinsätzen gerufen. Im Abschnitt vor dem Bundesverwaltungsgericht hatte der NABU Leipzig bereits 2017 zwei temporäre kleine Rettungsinseln gebaut, die in den letzten Jahren die Küken der Teichrallen nutzten. An der Wundtstraße kam im Jahr 2020 eine Ausstiegshilfe für die Mandarinenten hinzu. Auch im Gewässerabschnitt ab Otto-Schill-Straße sind die Küken in großer Not, denn ab Gottschedstraße verläuft Fluss nach der Offenlegung wieder unterirdisch weiter. In diesem Gewässerabschnitt hatte der NABU 2020 eine erste Insel installiert, jetzt kam eine weitere im Bereich „Alter Amtshof“ hinzu. Weiterlesen


Wettbewerb Naturnaher Kleingarten

Bewerben bis zum 30. April!

Kleingärten leisten einen wichtigen ökologischen Beitrag in der Stadt. Naturnahe Gärten bereichern Flora und Fauna und verbessern das Stadtklima, beispielsweise durch ihre Artenvielfalt, Strukturreichtum, Nutzung von Regenwasser oder Verzicht auf umweltschädigende Stoffe und Materialien.

 

Der Wettbewerb „Naturnaher Kleingarten“ wird 2022 von der Stadt Leipzig zum fünften Mal ausgelobt, die dabei zusammenarbeitet mit dem Kreisverband Leipzig der Kleingärtner Westsachsen und dem Stadtverband Leipzig der Kleingärtner sowie dem Landschaftspflegeverband LeipzigGrün, dem BUND Regionalgruppe Leipzig, dem Ökolöwe Umweltbund Leipzig und dem NABU-Regionalverband Leipzig.

 

Bis zum 30.04.2022 können sich Kleingärtnerinnen und Kleingärtner, deren Parzelle sich im Stadtgebiet Leipzig befindet, für die Teilnahme bewerben – es winkt ein Preisgeld von 150 Euro.

 

Bewerbungsbogen     Weitere Informationen


„Die schönste Baumscheibe Leipzigs“

NABU Leipzig startet Wettbewerb

Lange Zeit war es Praxis in Leipzig, den Bewuchs von Baumscheiben rigoros zu entfernen. Dadurch gehen wertvolle kleine Lebensräume und damit Biodiversität in der Stadt verloren. 2021 hatte der NABU Leipzig deshalb ein Positionspapier zum Thema veröffentlicht, andere Umweltverbände schlossen sich an und der Stadtrat das Thema aufgegriffen. Im Oktober 2021 wurde dann endlich beschlossen, dass Pflanzen auf Baumscheiben bleiben dürfen.

Nun ruft der NABU Leipzig dazu auf, Baumscheiben zu bepflanzen und zu pflegen. Mit seinem eigenen kleinen Biotop kann man dann an einem Wettbewerb teilnehmen, den der NABU Leipzig zum „Tag des Baumes“ am 25. April 2022 initiiert hat. Gesucht wird „Die schönste Baumscheibe Leipzigs“! Weitere Informationen

Um Baumscheiben zu beleben, kann man auch die Saatgutmischung mit heimischen Wildkräutern verwenden, die der NABU Leipzig kostenfrei ausgibt. Zudem bietet die Naturschutzjugend des NABU Leipzig ein Schild an, das man verwenden kann, um eine Baumscheibe in Pflege zu kennzeichnen. Weiterlesen

 

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Insel der Ruhe

NABU bringt sichere Zufluchtmöglichkeit auf den Teich im Eutritzscher Park

Schon bald nutzten die ersten gefiederten Besucher die Insel, sie diente bereits einem Teichhuhn als Brutplatz und Enten nutzen sie als Ruheplatz. Foto: NABU Leipzig
Schon bald nutzten die ersten gefiederten Besucher die Insel, sie diente bereits einem Teichhuhn als Brutplatz und Enten nutzen sie als Ruheplatz. Foto: NABU Leipzig

Aufgrund der intensiven Nutzung der Leipziger Parks, haben Wasservögel wenig Rückzuigsmöglichkeiten und werden bei der Brut immer wieder gestört. Um sie zu unterstützen, entwickelten ehrenamtliche Vogelschützer des NABU Leipzig die Idee einer Rettungsinsel in der Mitte des Teiches. Historische Fotos zeigen, dass im Eutritzscher Park in der Vergangenheit bereits eine solche Insel mit Schutzhaus existierte, sodass sich keine Probleme mit dem Denkmalschutz ergaben. Nach Abstimmung mit dem zuständigen Amt für Stadtgrün und Gewässer und dem Anglerverband als Gewässerpächter ging es an die Arbeit. Der NABU Leipzig hat eine Enteninsel konstruiert und erfolgreich zu Wasser gelassen. Weiterlesen


Jetzt online: Wildbienen in Leipzig

NABU Leipzig untersucht Insektenvielfalt im Botanischen Garten und startet Internetangebot

www.Wildbienen-Leipzig.de heißt die neue Webseite, die der NABU Leipzig pünktlich zum Frühjahr startet, um für Wildbienen zu sensibilisieren. Denn diese Insekten zählen zu den gefährdeten Arten und spielen eine zentrale Rolle für das Funktionieren unserer Ökosysteme. Mit der Webseite wird ein leicht verständlicher Zugang zum Thema bereitgestellt, denn Wildbienen sind Sympathieträger für das Anliegen des Insektenschutzes. Für den Schutz von Insektenlebensräumen und damit für den Biotopschutz insgesamt können Wildbienen als Schirmart dienen: Geht es ihnen gut, profitieren davon auch viele andere Arten. Durch die leicht verständliche und spielerisch zu entdeckende Internetseite mit anschaulichen Bildern soll ein Zugang zu ökologischen Zusammenhängen zwischen Wildbienen und Nahrungspflanzen aufgezeigt werden.

Zugleich veröffentlicht der NABU Leipzig die Broschüre „Artenvielfalt im Botanischen Garten“. Darin sind die Ergebnisse einer Insektenerhebung im Jahr 2021 dokumentiert. Insgesamt wurden 653 verschiedene Insektenindividuen aus 9 Artengruppen gefunden. Inmitten der immer dichter bebauten Stadt ist der Botanische Garten Leipzig also ein Ort der Artenvielfalt. Weiterlesen

 

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Wildbienen in Leipzig. Video: MDR um 4, Sendung vom 31.03.2022


Förderung der Biodiversität

Pflanzaktionen im Johannapark und in Plaußig

Gemeinsame Pflanzaktion im Johannapark. Fotos: Stadtreinigung Leipzig

 

Am 26. März 2022 hat der NABU Leipzig gemeinsam mit der Stadtreinigung sowie dem Amt für Stadtgrün und Gewässer eine Gehölzfläche im Johannapark im Sinne der Biodiversität gestaltet. Die überalterten Gehölze wurden fachgerecht und schonend zurückgeschnitten, um so Platz für ergänzende Pflanzungen mit heimischen Gehölzen zu schaffen und so die Biodiversität zu erhöhen. Gepflanzt wurden über 50 Gehölze, ergänzend wurde in der Gehölzfläche auch Totholz integriert.

Eine zweite Pflanzaktion fand ebenfalls am 26. März 2022 statt. 18 Erwachsene und 12 Kinder trafen sich dafür an der Alten Schäferei in Thekla/Plaußig. Ziel ist es, eine Hecke an einem Feldrain anzulegen. Hier wurden insgesamt 305 Büsche gepflanz. Weiterlesen

Heckenpflanzung im Leipziger Nordosten. Foto: Steffen Wagner
Heckenpflanzung im Leipziger Nordosten. Foto: Steffen Wagner

Biotop- und Klimaschutz

 

Die Klimakrise ist eine Bedrohung für unser aller Überleben. Aus diesem Grunde fand am 25. März 2022 ein globaler Klimastreik statt. Gemeinsam mit Fridays For Future beteiligte sich auch der NABU am weltweiten Klimastreik. 

 

Ende Februar hatte der Weltklimarat IPCC einen weiteren Bericht zur Klimakrise vorgelegt. Dabei lag der Fokus stärker als bisher auf dem Zusammenhang zwischen Klimakrise und Biodiversitätskrise. Im Bericht wird die Bedeutung natürlicher Ökosysteme für die Klimaanpassung betont. In Leipzig sind Folgen des Klimawandels schon jetzt spürbar, Strategien dagegen sucht man aber mit der Lupe. Eine Abkehr von Beton und Asphalt ist zwingend notwendig. Der NABU Leipzig fordert schon lange eine zeitgemäße Stadtplanung mit gezielter Entsiegelung, ökologisch funktionaler Begrünung und dem Erhalt bestehender Lebensräume. Das Zeitfenster zum Handeln schließt sich laut IPCC-Bericht bis 2030 – ein Weiter-so ist daher keine Option! Klimakrise und Artensterben müssen gemeinsam bekämpft werden. Auch deshalb unterstützte der NABU Leipzig den Klimastreik am 25. März 2022. Weiterlesen


Für Bäume in der Bildungslandschaft

Protest gegen Kahlschlag auf dem Schulhof

Protest gegen Kahlschlag auf dem Schulhof. Foto: NABU Leipzig
Protest gegen Kahlschlag auf dem Schulhof. Foto: NABU Leipzig

Am 21. März 2022 kam es zum spontanen Protest von Anwohnern und NABU-Mitgliedern vor der Astrid-Lindgren-Schule in Leipzig-Schönefeld. Nur drei Tage zuvor hatte die Stadtverwaltung in einer Medieninformation mitgeteilt, dass es im Rahmen von Sanierungen des Doppelschulstandortes Volksgartenstraße 16 und Löbauer Straße 46 nötig sei, am 21. März Bäume zu fällen und Gehölze zu roden. Das wäre jedoch mitten in der beginnenden Vogelbrutzeit, kritisiert der NABU Leipzig, denn seit 1. März gilt die Gehölzschutzzeit nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Für die Fällungen sind somit Ausnahmegenehmigungen nötig, aber warum werden überhaupt so viele Bäume gefällt? Kinder brauchen Natur! Unser Klima braucht Bäume!

 

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Rücksichtsloser Kahlschlag

 

Das Amt für Schule hatte das Gesprächs- und Beratungsangebot des NABU Leipzig angenommen. Doch bevor der Termin zustande kam, wurden am 29. März leider einmal mehr Fakten geschaffen. Rücksichtslos wurden mitten in der gesetzlichen Gehölzschutzzeit Bäume gefällt und Sträucher gerodet. Die Vogelbrutsaison hat bereits begonnen, Igel können noch in den Hecken schlafen, durch Baggerschaufeln können sie zerquetscht werden. Die Lebensräume sind mal wieder ersatzlos beseitigt worden – vollkommen unverständlich angesichts von Klimanotstand und Artensterben!

Baumfällungen in der gesetzlichen Gehölzschutzzeit.

Strauchrodungen in der gesetzlichen Gehölzschutzzeit. Videos: NABU Leipzig



Spatzen brauchen Vielfalt!

SPATZiergang zum Weltspatzentag 2022

Zum Spatzenlebensraum gehören Sträucher und Fassadengrün. Fotos: NABU Leipzig

 

Nachdem in den Vorjahren pandemiebedingt die Exkursionen zum Welttag der Spatzen am 20. März ausfallen mussten, konnte 2022 wieder ein SPATZiergang stattfinden. Treffpunkt war Rudolphstraße / Ecke Martin-Luther-Ring in der Leipziger Innenstadt. Von dort aus führte Beatrice Jeschke vom NABU Leipzig die Interessierten zu verschiedenen Nistplätzen und erläuterte Konflikte, die bei Sanierungsarbeiten an Gebäuden entstehen können, die man aber stets zum Wohle der Vögel auch lösen kann. Man konnte Spatzen beobachten, wobei klar wurde: Sie benötigen nicht nur Spalten und Löcher, sondern in der Nähe des Nistplatzes auch Sträucher als Versteck- und Ruheplatz sowie einen attraktiven Lebensraum, der ihnen Nahrung bietet. Auch den Wert von Fassadengrün konnte man an einigen Gebäuden erkennen, die von Efeu berankt sind, der Nahrung und Versteckmöglichkeiten bietet. Solche Efeufassaden sind ökologisch sehr wertvoll, leider werden auch diese Pflanzen häufig unbedacht und rechtswidrig entfernt. Weiterlesen

SPATZiergang 2022. Fotos: NABU Leipzig


#DURCHBLICKFÖRDERN

Mitmachen bei der Umweltbildung

Foto: NABU/Peter Kühn
Foto: NABU/Peter Kühn

Der NABU Leipzig bietet für Menschen unterschiedlichen Alters Umweltbildungsveranstaltungen zu den verschiedensten Themen an – wie zum Beispiel den SPATZiergang zum Weltspatzentag.  Das Interesse von Schulen, Kindergärten, Jugend- und Erwachsenengruppen ist groß – die personelle Kapazität dagegen nicht. Deshalb hat der NABU Leipzig eine ehrenamtliche Arbeitsgruppe „AG Umweltbildung“ gegründet. Interessierte können bei der Umweltbildung unterstützen, Spiele austesten und anderen die Schätze der Natur nahebringen. Es gibt die Möglichkeit sich selbst, je nach Kapazitäten, aktiv einzubringen und eigene Konzepte zu entwickeln. Mitstreiter lernen dabei auch selbst immer weiter hinzu. Weiterlesen


Die Amphibien sind auf Wanderschaft

NABU Leipzig bittet um Rücksichtnahme und sucht Helfer

Vor Beginn der Wanderung wurde der Amphibienzaun in Plaußig aufgebaut. Fotos: Beatrice Jeschke

 

Zu einem Wanderschwerpunkt in Leipzig gehört ein Laichgewässer in der Nähe der A14 in Plaußig-Portitz. Hierher kommen Tiere, die ihre Winterquartiere im Plaußiger Wäldchen haben. Auf dem Weg müssen sie eine gefährliche Anliegerstraße überqueren. Am 13. März 2022 haben ehrenamtliche Amphibienretter des NABU Leipzig hier einen Amphibienschutzzaun aufgebaut. Hier und an zahlreichen weiteren Wanderschwerpunkten in Leipzig werden Amphibienretter des NABU die Tiere einsammeln und sicher über die gefährliche Straße bringen. Wer dabei mitmachen möchte, ist herzlich eingeladen! Weiterlesen


Müllsammelaktion

Frühjahrsputz im Wäldchen an der Kleinmesse

Ergebnis der Müllsammelaktion waren am Ende zwei große Abfallhaufen, die anschließend von der Stadtreinigung abgeholt wurden. Fotos: Beatrice Jeschke

 

Bei Kartierarbeiten im Wäldchen an der Kleinmesse haben NABU-Mitglieder festgestellt, dass hier vergleichsweise viel Müll herumliegt. Deshalb hatte sich der NABU entschlossen, eine Müllsammelaktion zu organisieren. Sie fand am 5. März 2022 statt. 14 Aktive haben mitgemacht, der gesammelte Unrat füllte am Ende 20 Säcke, hinzu kamen 250 Glasflaschen und einige sperrige Gegenstände, wie zum Beispiel alte Fahrradrahmen. Weiterlesen


Kopfweidenschnitt auf den Plaußiger Wiesen

 

Traditionell werden im Februar vom NABU Plaußig-Portitz Kopfweiden geschnitten, um die ökologisch wertvollen Bäume in der Landschaft zu erhalten. Am 19. Februar 2022 war es wieder soweit.

 

Kopfweidenschnitt auf den Plaußiger Wiesen. Durch die Pflege bleiben die ökologisch wertvollen Bäume dauerhaft erhalten. Foto: Steffen Wagner
Kopfweidenschnitt auf den Plaußiger Wiesen. Durch die Pflege bleiben die ökologisch wertvollen Bäume dauerhaft erhalten. Foto: Steffen Wagner

Zwölf Erwachsene und drei  Kinder sind der Einladung gefolgt. Begrüßt wurden sie von Steffen Wagner, der über die ökologische Bedeutung der Kopfweiden informierte, die auf den Plaußiger Wiesen gute Standortbedingungen vorfinden. Kopfweiden bieten Lebensraum und -möglichkeiten für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren. Epiphyten und Baumpilze finden hier ideale Lebensbedingung­en genauso wie höhlenbewohnende Vogelarten und Käfer. Selbst Säugetiere wie Bilche und Mäuse finden hier Quartier, Fledermäuse nutzen die Baumhöhlen als Sommerquartier. Der hohe Anteil an Totholz besonders bei alten Kopfweiden ist ideal für Ameisen und die Höhlen werden von Wespen und Hornissen genutzt. Damit ist eine Kopfweide allein für sich schon ein Biotop und deshalb so schützenswert.

 

Die Weidenruten an diesem Standort erreichen pro Jahr eine Trieblänge von 3 bis 4 Meter, sodass mindestens alle drei Jahre ein Schnitt erfolgen soll.  Geschnitten wurde nur jede zweite Weide, weil die schon sehr früh im Jahr aufblühenden Weidenkätzchen Nahrungsquelle für eine Vielzahl von Insekten sind. So steht dafür auch in diesem Jahr ein Teil der Bäume zur Verfügung. Beim nächsten Schnitt ist dann die andere Hälfte an der Reihe.

 

Das Schnittgut ist heiß begehrt und wurde bis auf die letzte Rute zu Bastelzwecken, Flechtarbeiten oder Bau von Weidenhütten von den Helfern mitgenommen. Nach zwei Stunden war alles geschafft. Es hat Allen Spaß gemacht und von der Pflege der wertvollen Kopfweiden bis zur nachhaltigen Verwertung des Schnittgutes war die Aktion eine „runde Sache“.


Innenstadt bald vogelfrei?

Kampf des NABU gegen Rodungen auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz

Lebensraumvernichtung geht weiter - Eilantrag des NABU Sachsen gegen Baumfällgenehmigung weitgehend erfolglos. Foto: NABU Leipzig
Lebensraumvernichtung geht weiter - Eilantrag des NABU Sachsen gegen Baumfällgenehmigung weitgehend erfolglos. Foto: NABU Leipzig

Mit Beschluss vom 2.02.2022 hat das Verwaltungsgericht Leipzig einen Eilantrag des NABU Sachsen gegen die auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz geplanten Baumfällarbeiten weitgehend abgelehnt.
Dies betrifft jedoch nicht das eigentliche Klageverfahren gegen die Fällgenehmigung, sondern nur den Eilantrag des NABU Sachsen vom 22.12.2021.
In dem noch ausstehenden Hauptverfahren geht es dem NABU vor allem um eine grundsätzliche Klärung der fragwürdigen Genehmigungsverfahren, die den Biotop- und Artenschutz nicht ausreichend oder gar nicht berücksichtigen. Denn der Wilhelm-Leuschner-Platz ist nur ein Beispiel von vielen vergleichbaren Genehmigungsverfahren, für die eine solche Klärung wünschenswert wäre. Diese Aspekte wurden und konnten im Eilverfahren leider nicht ausreichend berücksichtigt werden. Pressemitteilung

 

Jetzt Spenden! Das Spendenformular wird von betterplace.org bereit gestellt.Die Beauftragung eines Rechtsanwalts und mögliche Gerichtsverfahren sind mit erheblichen Kosten verbunden. Der NABU ist für solche Ausgaben auf Spenden angewiesen. Bitte unterstützen Sie den Kampf für den Erhalt der Stadtnatur mit einer Spende – Herzlichen Dank!

 

 

Jenseits der rechtlichen Fragen findet es der NABU allerdings sehr bedauerlich, mit welchem Nachdruck in der Stadt Leipzig die Fällung von Bäumen, die Rodung von Hecken und die Versiegelung von Freiflächen vorangetrieben wird. Diese Flächen verlieren damit nicht nur (ohne den gesetzlich erforderlichen Ausgleich!) ihre Funktion als Lebensräume, sondern auch ihre Rolle für den Klimaschutz und für die Gesundheit der Menschen. Dies widerspricht der Notwendigkeit, auf Klimakrise und Artensterben mit einer zeitgemäßen Stadtplanung zu reagieren. Hier passiert leider genau das Gegenteil! Weiterlesen

 

Baumfällarbeiten auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz gehen weiter

Nachdem der Eilantrag des NABU Sachsen weitgehend erfolglos war, gingen am 11. Februar 2022 die Baumfällungen auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz weiter. Der NABU Leipzig war vor Ort, um zu protestieren und um die Arbeiten zu dokumentieren. Weitere Informationen

 

Unterschriftensammlung für ein Bürgerbegehren

Foto: NABU Leipzig
Foto: NABU Leipzig

Angesichts der Rodungsarbeiten auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz haben sich Anwohner und die Bürgerinitiative Leipziger Stadtnatur an die Öffentlichkeit gewandt. Sie bitten darum, ihr Bürgerbegehren zu unterstützen. Unterschriftenlisten liegen an vielen Stellen in Leipzig aus, beispielsweise in Geschäften und Cafés. Zudem sind die Unterschriftenlisten online abrufbar, man kann sie ausdrucken und selbst Unterschriften sammeln. Ziel sind mindestens 25.000 Unterschriften; 5.000 sind bereits gesammelt. Mit dem Bürgerbegehren soll die massive Bebauung des Wilhelm-Leuschner-Platzes und die Rodung der Gehölze aufgehalten werden. Dieser Platz mitten in Leipzig steht auch stellvertretend für viele andere Baumbestände in der Stadt, die für eine nicht mehr zeitgemäße Stadtentwicklung überplant und gerodet werden. Es geht – auch angesichts des Klimawandels – um die Frage, wie die Menschen in Leipzig künftig leben wollen. Weitere Informationen

 

Mahnwache für die Stadtnatur

Glas und Beton statt Bäume und Sträucher – Mahnwache des NABU Leipzig am 17. Februar 2022. Foto: Karsten Peterlein
Glas und Beton statt Bäume und Sträucher – Mahnwache des NABU Leipzig am 17. Februar 2022. Foto: Karsten Peterlein

Um gegen die Rodungen auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz zu protestieren, auf den Verlust der Stadtnatur an vielen Stellen in Leipzig aufmerksam zu machen und um eine natur- und klimaschutzverträgliche Stadtplanung einzufordern, versammelten sich am 17. Februar 2022 Mitglieder von NABU und NAJU, Anwohner und andere Naturfreunde zur Mahnwache. Symbolträchtig fand sie vor der Glas- und Betonfassade des Bahnhofs Wilhelm-Leuschner-Platz statt. Die Baupläne sehen vor, auch den Rest des Platzes auf ähnliche Art zu gestalten. Bäume, Sträucher, Versickerungsflächen, Lebensräume für Mensch und Natur werden dafür achtlos und ohne den gesetzlich geforderten Ersatz geopfert.

Über den Verlauf der Kundgebung informiert auch die Leipziger Zeitung. mehr

Eine weitere Mahnwache ist am 24. Februar an gleicher Stelle geplant. mehr

 

Redebeiträge bei der Mahnwache des NABU Leipzig am 17. Februar 2022. Video: LZ


Biotopverbundprojekt ermöglicht Umzug von 26 Bäumen

Die jungen Bäume wurden vorsichtig am alten Standort geborgen, zu den neuen Stadtorten transportiert und dort eingepflanzt. Fotos: Steffen Wagner

 

Der Biotopverbund Leipzig Nord hat Ende Januar 2022 den Umzug von 26 Bäumen organisiert. Betroffen waren Spitzahorn, Sommerlinde, Vogelkirsche, Apfel und Kirsche. Vom Gelände des BMW Group Werk Leipzig wurden sie an neue Standorte gebracht und dort wieder eingepflanzt. Weiterlesen


Das Nest im Netz

Webcam schaut den Weißstörchen in Plaußig in die Kinderstube

Mit viel Mühe und unterstützt von der Freiwilligen Feuerwehr Plaußig wurde die Webcam am Storchennest installiert. Fotos: Steffen Ettrich

 

Wenn die Weißstörche in Plaußig im Frühling aus dem Winterquartier heimkehren, landen sie direkt im Internet: Man kann ihnen jetzt mit Hilfe einer Webcam ins Nest schauen. Der Blick von unten hinauf zur hohen Esse war schon immer interessant, nur was drin passierte, blieb bisher unerkannt, bis die Jungvögel über den Nestrand schauten. Jetzt ist das komfortabler und in vielerlei Hinsicht vorteilhaft: Das gesamte Brutgeschehen kann von Beginn an in Echtzeit verfolgt werden. Dafür hat der NABU Leipzig in Kooperation mit Experten und Unterstützern im Januar 2022 mit viel Mühe eine Webcam am Storchennest installiert. Wer Lust und Muße hat, kann sich nun von zu Hause aus über das Internet einklinken und die Plaußiger Störche im Livestream beobachten. Weiterlesen


Grün statt Beton!

NABU Leipzig unterstützt Petition zum Plagwitzer Bahnhof

Der BUND Leipzig hat die Petition „Grün statt Beton am Plagwitzer Bürgerbahnhof“ gestartet, die vom NABU Leipzig und vom Umweltbund Ökolöwe mitgetragen wird. Ziel ist, die Bebauung der Fläche zwischen Ladestraße West und Radweg am Plagwitzer Bürgerbahnhof zu verhindern. Stattdessen soll die Fläche entsiegelt, begrünt und als öffentliche Parkanlage an die vorhandene zentrale Grünachse angegliedert werden. Weiterlesen

ARCHIV 2022