Bild der Woche 2021

Die Natur in Leipzig und Umgebung hat viele Fotomotive zu bieten. Wenn Sie mit der Kamera unterwegs sind und Landschaft, Tiere oder Pflanzen ablichten, dann schicken Sie uns doch Ihr schönstes Bild zusammen mit einer kurzen Beschreibung. Vielleicht wird Ihre Aufnahme dann unser „Bild der Woche“.

Sie können uns das Digitalfoto und den Text per E-Mail zukommen lassen und erteilen uns damit die Erlaubnis, das Foto abzudrucken oder im Internet zu veröffentlichen. Bitte beachten Sie dazu unsere Datenschutzerklärung. Das Bild sollte zur Jahreszeit passen und mindestens eine Größe von 800 × 600 Bildpunkten haben.


von Beatrice Jeschke

Kalenderwoche 20/2021
Die etwa 4 bis 7 Millimeter kleine Zebra-Springspinne verdankt ihren Namen ihrer hell-dunkel gestreiften Körperfärbung. Sie hat auch Spinnenseide, baut damit aber keine Netze, sondern nutzt den Faden, um sich selbst abzusichern, bevor sie auf ihre Beute springt, wobei die Sprungdistanz das Zwanzigfache ihrer Körpergröße betragen kann. Sie schleicht sich an ihre Beute an, bevor sie auf sie springt und sie mit einem Giftbiss tötet. Mit ihren riesigen Augen kann sie im Nahbereich hervorragend sehen. Der ursprüngliche Lebensraum sind trockene steinige Habitate, sie fühlt sich auch in der Nähe des Menschen wohl und ist an Mauern und Hauswänden zu finden.


von Richard Hinek
von Richard Hinek


Kalenderwoche 19/2021
Grünspechte markieren ihre Reviere durch charakteristische Rufe, die wie „Glück-Glück-Glück“ klingen. Bereits im Winter kann man sie hören, die Reviere werden aber erst im März oder April festgelegt und dann kommt es auch zur Paarbildung und zum Liebesakt, der hier fotografiert werden konnte. Nach der Paarung werden etwa im April oder bis Mitte Mai die Eier in eine Nisthöhle gelegt und rund zwei Wochen bebrütet. Nach weiteren vier Wochen fliegen dann die Jungvögel aus.


von Uwe Müller
von Uwe Müller


Kalenderwoche 18/2021
Der Eisvogel ist eine der wichtigsten Arten des Europäischen Vogelschutzgebietes „Leipziger Auwald“. Hier findet er noch geeignete Lebensbedingungen, was an vielen anderen Stellen in Europa nicht mehr der Fall ist. Der Vogel benötigt, fischreiche Gewässer, Ansitzmöglichkeiten am Ufer sowie Steilufer, in die er seine Niströhren graben kann. Zudem benötigt er die nötige Ruhe für Jagd und Jungenaufzucht. In der Auenlandschaft von Leipzig und Schkeuditz gibt es mehrere Brutreviere, auch an der Weißen Elster. Mit etwas Glück kann man die Vögel hier beobachten.


von Sabrina Rötsch
von Sabrina Rötsch


Kalenderwoche 17/2021
Sehr viele Bienen-Arten gehören zur Gattung der Sandbienen, allein in Deutschland sind mehr als 100 bekannt. Sie graben Niströhren in den Erdboden, in jeder Röhre wird ein Ei abgelegt, zudem wird Pollen eingelagert, um den Nachwuchs zu versorgen. Sandbienen besuchen verschiedene Pflanzen, sind also weniger spezialisiert als viele andere Wildbienenarten. Sie sind wichtige Bestäuber. Innerhalb der Sandbienen werden mehrere Arten zu den Zwergsandbienen gezählt. Sie sind kaum größer als 5 mm und können nur mit großem Aufwand näher bestimmt werden. Beim fotografierten Tier könnte es sich um Andrena minutula handeln. Diese Zwergsandbiene ist weit verbreitet und eine der häufigsten Sandbienenarten.


von Beatrice Jeschke
von Beatrice Jeschke


Kalenderwoche 16/2021
Bei uns sind Hausrotschwanz und Gartenrotschwanz heimisch. Bei diesen nahe verwandten Arten kann man zumindest die Männchen recht leicht am Aussehen und auch am unterschiedlichen Gesang unterscheiden, auch die Lebensräume sind verschieden. Es gibt allerdings zwischen beiden Arten Kreuzungen, Rückkreuzungen und Mischsänger. Deshalb kommt es gelegentlich vor, dass man einen Rotschwanz nicht eindeutig einer der beiden heimischen Arten zuordnen kann.
Vom Hausrotschwanz gibt es von Westeuropa bis Zentralasien zudem verschiedene Unterarten, die Vertreter der östlichen sehen Gartenrotschwänzen recht ähnlich, etwas weiter westlich sehen sie unserem Hausrotschwanz ähnlich, haben aber einen rötlichen Bauch. Auch dieser in Leipzig fotografierte Hausrotschwanz hat einen rötlichen Bauch. Es ist möglich, dass es sich um eine Farbvariation handelt, die an die östlichen Unterarten erinnert. Gelegentlich werden solche Hausrotschwänze beobachtet. Denkbar ist aber auch, dass es sich um eine Rückkreuzung handelt. Der Vogel wäre dann der Nachkomme eines Hausrotschwanzes und eines Hybridrotschwanzes.


von Beatrice Jeschke
von Beatrice Jeschke


Kalenderwoche 15/2021
Der Moorfrosch gehört zu den Braunfröschen. Die Männchen sind allerdings nicht immer braun, sondern sie zeigen sich zur Laichzeit für wenige Tage himmelblau. Dieses Phänomen kann man auch in Laichgewässern in und um Leipzig beobachten, wenn man den richtigen Zeitpunkt dafür erwischt. Bei diesem Moorfrosch ist die Blaufärbung nur noch wenig ausgeprägt, die Laichsaison für ihn vermutlich gerade beendet. An seinen Lautäußerungen war er aber eindeutig als Moorfrosch erkennbar. Leider gibt es immer weniger Moorfrösche, denn sie verlieren mehr und mehr ihre Laichgewässer, aber auch ihre Landlebensräume, obwohl sie zu den gesetzlich streng geschützten Arten gehören. Ihre Lebensräume sind auch nach EU-Recht geschützt und dürfen nicht zerstört werden.


von Hansjürgen Gerstner
von Hansjürgen Gerstner


Kalenderwoche 14/2021
Stare sind auf den ersten Blick schlichte schwarze Vögel, doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich das schillernde Gefieder. Zudem sind sie hervorragende Gesangskünstler, denn sie können andere Vögel nachahmen. Noch im Winter, sobald die Tage länger werden, bekommen die Stare Frühlingsgefühle und die Männchen beginnen mit dem Gesang, um Weibchen und männliche Konkurrenten zu beeindrucken. Wenn sich ein geeigneter Nistplatz finden lässt, ist bald mit Nachwuchs zu rechnen, und dann fliegen die fleißigen Eltern unermüdlich hin und her, um Nahrung herbeizuschaffen. Leider herrscht vielerorts inzwischen Nahrungsmangel, in Folge von Insektensterben und Flächenversiegelungen. Auch Nistplätze sind rar, weil höhlenreiche Bäume oft der Säge zum Opfer fallen. In unseren Städten suchen sich die Stare häufig Ersatz in Mauernischen und Fassadenlöchern, doch auch die sind immer seltener zu finden und sie werden schnell beseitigt. Wenn es sich um einen Nistplatz handelt, darf man die Löcher aber nicht einfach verschließen.


von Detlef Nowarre
von Detlef Nowarre


Kalenderwoche 13/2021
Winterlinge gehören zu den ersten Nektar- und Pollenlieferanten im Jahr. Die leuchtend gelben Blüten werden eifrig besucht – hier von einer Honigbiene. Die Blüte daneben hat ebenfalls Besuch – von einer Blauen Holzbiene. Sie ist die größte heimische Wildbiene, was man im Vergleich zur Honigbiene gut sehen kann. Winterlinge blühen bereits im Vorfrühling, das kommt der Holzbiene zugute, die ebenfalls schon früh im Jahr unterwegs ist, wenn die Tage warm genug sind. Die Holzbiene ist aus Südeuropa bei uns eingewandert, auch die Winterlinge stammen von dort, sie wurden bei uns als Zierpflanze eingeführt, wachsen aber auch verwildert in der Landschaft.


von Hansjürgen Gerstner
von Hansjürgen Gerstner


Kalenderwoche 12/2021
Nun steht es fest: Das Rotkehlchen ist Vogel des Jahres 2021. Damit hat der kleine Vogel die bundesweite Wahl gewonnen, an der sich jeder beteiligen konnte. Der Sieger wurde aus allen 307 heimischen Vogelarten gewählt. Das Rotkehlchen ist der 50. Vogel des Jahres seit Beginn der Aktion und der erste Jahresvogel, der in einem zweistufigen öffentlichen Verfahren bestimmt wurde. Das Rotkehlchen ist nun ein Jahr lang Botschafter für ein Naturschutzanliegen – „für Gartenvielfalt“, denn das war sein „Wahlkampfslogan“. Auch in der Kleingartenanlage „Alt-Schönefeld“, wo dieses Foto gelang, ist der bekannte Vogel zuhause. „Wilde Ecken“ in den Gärten und Parks braucht das Rotkehlchen für Nestbau und Nahrungssuche. Vom Schutz der Rotkehlchenlebensräume profitieren auch andere Tierarten.


von Reinhard Rudolf
von Reinhard Rudolf


Kalenderwoche 11/2021
Am 20. März ist Welttag des Spatzen, um auf diesen Vogel aufmerksam zu machen, der in unmittelbarer Nachbarschaft des Menschen lebt, aber auch unter dem Menschen zu leiden hat. In Leipzig gehen durch Bauboom und Ignoranz zunehmend Nist-, Ruhe- und Nahrungsstätten der Spatzen verloren. Noch aber kann man sie leicht beobachten, insbesondere wenn sie im Winter das Futterhäuschen besucht. Gerade an solchen Futterplätzen sitzen dann manchmal so wie hier beide heimische Arten direkt nebeneinander – oben ein Haussperling (das Männchen ist an der grauen Kappe erkennbar) und unten ein Feldsperling (an der braunen Kappe erkennbar).


von Néo Koslowski

 

Kalenderwoche 10/2021
Der Schwarzspecht ist der größte heimische Specht. Er ist auch im Leipziger Auwald zuhause, es ist aber nicht leicht, einen zu entdecken. Häufiger noch ist er zu hören. Der Schwarzspecht hat unterschiedliche weit hörbare Rufe. Weit hörbar ist auch das „Trommeln“, das der Specht erzeugt, indem er mit seinem Schnabel in sehr schneller Folge auf Holz einschlägt. Wesentlich gemächlicher benutzt der Specht seinen Schnabel hingegen bei der Nahrungssuche oder wenn er seine Spechthöhle meißelt.


von Néo Koslowski

 

Kalenderwoche 09/2021
Wenn Krähen einen Greifvogel entdecken, dann machen sie lautstark Artgenossen, aber auch andere Tierarten darauf aufmerksam, und teilweise wird der Beutegreifer sogar angegriffen, um ihn zu vertreiben. Besonders ausgeprägt kann man das zur Brutzeit beobachten, aber reflexartig gehen viele Vögel, vor allem Krähen und Möwen, auch außerhalb der Brutzeit auf ihre Gegner los. Man bezeichnet dieses Verhalten als „Hassen“. In solchen Fällen wird der Jäger zum Gejagten. Hier „hassen“ Krähen am Himmel über Leipzig einen Mäusebussard und einen Wanderfalken, der zudem just eine Taube erbeutet hat und sie mit sich trägt. Der Bussard ist der häufigste heimische Greifvogel, einen Wanderfalken zu beobachten ist hingegen eine Seltenheit.


von René Sievert
von René Sievert


Kalenderwoche 08/2021
Kaum ist der Schnee getaut, sorgen Frühblüher für Frühlingsstimmung. In Vorgärten und Parks blühen Schneeglöckchen, Krokusse und Co. und bieten auch blütenbesuchenden Insekten erste Nahrung.


von Hansjürgen Gerstner
von Hansjürgen Gerstner


Kalenderwoche 07/2021
Beerentragende Sträucher, Sämereien an Stauden, Insekten, die sich im Laub verstecken oder zwischen herabgefallenen Zweigen – hier finden Vögel normalerweise im Winter Nahrung. Doch der Mensch beseitigt diese natürlichen Nahrungsquellen aus falsch verstandenem Ordnungssinn oder aus Ignoranz. Wenn auch noch Schnee alles bedeckt, zieht es die Vögel in naturnahe Gärten oder zu den Futterstellen in unseren Ortschaften. Besonders eifrige Futterhausbesucher sind die Spatzen. Gut genährt schützt sie ihr Federkleid auch vor der Kälte, dennoch brauchen sie Unterschlupf, zum Beispiel in Form von Sträuchern oder immergrünen Gehölzen. Dankbar sind die Vögel für das Futter, doch das allein hilft ihnen nicht, wir müssen ihre Lebensräume schützen.


von Hansjürgen Gerstner
von Hansjürgen Gerstner


Kalenderwoche 06/2021
Auch wenn der Winter mit Frost und Schnee noch dominiert, die Tage werden länger, die Sonne lässt den Schnee schmelzen und der Frühling naht. Auch die Pflanzen suchen sich einen Weg zum Licht.


von Hansjürgen Gerstner
von Hansjürgen Gerstner


Kalenderwoche 05/2021
Der Eichelhäher ist als „Waldpolizist“ bekannt, der lautstark rufend andere Tiere alarmiert, zum Beispiel wenn ein Spaziergänger naht. Im Winter ist der neugierige Rabenvogel auch immer wieder Gast an Futterhäuschen und ohnehin ist der Eichelhäher zunehmend in unseren Städten zuhause. Er bewohnt Parkanlagen und Leipziger Hinterhöfe. Auch hier kann er seinen Schnabel nicht halten, sondern bleibt ein aufmerksamer Schreihals.


von Christina Wagner
von Christina Wagner

Kalenderwoche 04/2021
Elbe und Mulde haben sich die Biber schon seit längerer Zeit wieder erobert, seit einigen Jahren gibt es auch mehr und mehr Reviere an der Weißen Elster, sogar im Stadtgebiet von Leipzig, weshalb er 2018 auch zum Leipziger Auwaldtier des Jahres gekürt wurde. Immer wieder entdecken Spaziergänger Fraßspuren des großen Nagetiers – vor allem im Dezember und Januar werden sie alljährlich dem NABU gemeldet.


von Christina Gauglitz
von Christina Gauglitz


Kalenderwoche 03/2021
Wenn man in den Leipziger Parkanlagen etwas genauer hinsieht, kann man meist nach kurzer Zeit einen Kleiber entdecken. Oft klettern die flinken kleinen Vögel an den Baumstämmen und Ästen herum und suchen Nahrung – wie kleine Spechte, weshalb man sie auch Spechtmeise nennt. Als Nistplatz benötigen sie passende Baumhöhlen, in denen sie sich aber nicht nur zur Brutzeit aufhalten, wie dieser Kleiber im Clara-Zetkin-Park beweist, der auch im Winter im Astloch Unterschlupf sucht.


von Martin Grimm
von Martin Grimm


Kalenderwoche 02/2021
Die meisten Fließgewässer in Leipzig sind nicht in einem naturnahen Zustand, sie sind kanalisiert, verlaufen teilweise in Steinbetten, sind nicht in einem ökologisch guten Zustand. Dennoch sind sie Lebensadern in der Landschaft und teilweise auch von Fischen besiedelt. So kann man in einem kleinen Stück Elstermühlgraben regelmäßig mehrere Fischarten beobachten, beispielsweise Karausche, Rotfeder, Schleie und Flussbarsch. Es gibt auch erstaunlich viele Hechte, die recht dicht beieinander stehen.


von Christel Thiele
von Christel Thiele


Kalenderwoche 01/2021
Der Kernbeißer führt im Sommer ein zurückgezogenes Leben in den oberen Baumkronen, im Winter aber kann man ihn bei der Nahrungssuche auch am Boden oder sogar am Futterhäuschen beobachten. Gut erkennbar ist der Fink an seinem kräftigen Schnabel, mit dem er sogar Kirsch- oder Pflaumenkerne knacken kann. Hier sitzt er neben einem Feldsperling in Böhlen.