Bild der Woche 2020

Die Natur in Leipzig und Umgebung hat viele Fotomotive zu bieten. Wenn Sie mit der Kamera unterwegs sind und Landschaft, Tiere oder Pflanzen ablichten, dann schicken Sie uns doch Ihr schönstes Bild zusammen mit einer kurzen Beschreibung. Vielleicht wird Ihre Aufnahme dann unser „Bild der Woche“.

Sie können uns das Digitalfoto und den Text per E-Mail zukommen lassen und erteilen uns damit die Erlaubnis, das Foto abzudrucken oder im Internet zu veröffentlichen. Bitte beachten Sie dazu unsere Datenschutzerklärung. Das Bild sollte zur Jahreszeit passen und mindestens eine Größe von 800 × 600 Bildpunkten haben.


von Ingelore Jacob
von Ingelore Jacob


Kalenderwoche 47/2020
Waldschnepfen leben in feuchten, lichten Laub- und Mischwäldern in einem großen Areal vom Atlantik bis zum Pazifik. Sie sind sehr gut getarnt, nacht- und dämmerungsaktiv – ihr Leben ist so heimlich, dass es keine exakten Bestandszahlen gibt. Der Verlust ihrer Lebensräume dürfte aber einen starken Bestandsrückgang verursachen, auch der Klimawandel mit zunehmender Austrocknung der Wälder wirkt sich negativ aus. Die westlich des Urals lebenden Waldschnepfen überwintern vorwiegend im Mittelmeerraum. Zur Zeit des Zuges von Ende August bis Mitte Dezember rasten Waldschnepfen auch in unserer Region, manchmal, so wie dieser seltene Gast, auch in Gärten. Die meisten Waldschnepfen werden in Leipzig allerdings tot aufgefunden: Zur Zugzeit verunglücken sehr viele dieser Vögel durch Kollision mit Glasfassaden.


von Beatrice Jeschke
von Beatrice Jeschke


Kalenderwoche 46/2020
Die Gelbhalsmaus gehört nicht zu den Wühl-, sondern zu den Echten Mäusen, sie nutzt aber gerne die Erdbauten von Wühlmäusen oder Maulwürfen, man kann ihre Quartiere aber auch in Holzstapeln, Steinhaufen oder Vogelnistkästen finden; im Herbst dringt sie gerne in Wohnhäuser der Menschen ein. Sie ist ein Allesfresser und sie kann sehr gut klettern, sogar bis in die Baumkronen. Sie frisst Samen und Früchte, aber auch Wirbellose, gelegentlich sogar kleine Wirbeltiere und Vogeleier. Das Fell ist oberseits gelbbraun, davon scharf abgegrenzt ist die fast weiße Unterseite, woran man diese Art erkennen kann; der Schwanz ist etwas länger als der Körper. Die Gelbhalsmaus lebt in älteren Wäldern, aber auch in baumreichen Parks und Gärten mit Hecken. Für den Winter legt sie Vorräte mit Eicheln, Haselnüssen oder Bucheckern an.


von René Sievert
von René Sievert


Kalenderwoche 45/2020
Der Feldahorn gehört zur Flora im Auwald, wächst aber auch an vielen anderen Stellen in der Stadt – meist strauchförmig, seltener als Baum. Nicht nur der Wuchs ist kleiner als bei Berg- oder Spitzahorn, auch seine Laubblätter sind verkleinerte Ausgaben des bekannten Ahornblatts, haben aber dennoch die typische Form und im Herbst eine leuchtend gelbe Farbe.


von Beatrice Jeschke
von Beatrice Jeschke


Kalenderwoche 44/2020
Eine Hornisse ruht sich auf einem Blatt aus, genießt die letzten warmen Tage des Jahres. Den Winter werden nur Jungköniginnen überleben, die im kommenden Jahr neue Völker gründen. Die alte Königin und die Arbeiterinnen sterben hingegen vor der kalten Jahreszeit.


von Néo Koslowski
von Néo Koslowski


Kalenderwoche 43/2020
Diese Aaskrähe ist eine Bastardkrähe – so heißen Exemplare, die aus Kreuzung von Nebel- und Rabenkrähe hervorgehen. Das kommt in unserer Region, wo sich die Verbreitungsgebiete von Nebel- und Rabenkrähe berühren, häufig vor, außergewöhnlich macht diese Bastardkrähe ein anderer Umstand: ihr Schnabel. Er ist fast wie bei einem Fichten-Kreuzschnabel deformiert. Mehrfach wurde das Tier in Leipzig beobachtet, vermutlich immer dasselbe Exemplar. Was diese Schnabeldeformation verursacht hat, ist unklar. Solche Fehlstellungen können angeboren sein, werden aber meist durch Verletzungen oder durch Mangelernährung in der Kindheit verursacht. Einige Vögel sind trotzdem überlebensfähig und können sich offenbar auch mit Nahrung versorgen. (Der Fotograf Néo ist 8 Jahre alt.)


von Ludo Van den Bogaert
von Ludo Van den Bogaert


Kalenderwoche 42/2020
Der Eisvogel braucht klare Gewässer zum Jagen, Sitzwarten für die Jagd und steile Ufer zum Brüten. Das alles findet er in der Leipziger Auenlandschaft, weshalb man den schillernden kleinen Vogel hier noch vergleichsweise häufig beobachten kann. Ein EU-Vogelschutzgebiet wurde eingerichtet, um den Bestand des Eisvogels und seinen Lebensraum zu schützen. Man kann ihn daher mit etwas Glück an verschiedenen Gewässern in und um Leipzig beobachten, auch an den Papitzer Lachen ist er zu finden. Der NABU Leipzig kümmert sich um den Erhalt dieser ökologisch wertvollen Stillgewässer.


von René Bauer
von René Bauer


Kalenderwoche 41/2020
Der Mäusebussard gehört zu den häufigsten und bekanntesten Greifvögeln. Man kann ihn das ganze Jahr über beobachten. Auf freien Flächen jagt er Mäuse, aber auch andere kleine Beutetiere.


von René Sievert
von René Sievert


Kalenderwoche 40/2020
Der roten Färbung der Laubblätter im Herbst und seinem harten Holz verdankt der Blutrote Hartriegel seinen Namen, auch Holz und Zweige sind rot. Der Strauch ist an verschiedenen Stellen in und um Leipzig zuhause. Seine schwarzblauen Steinfrüchte sind reich an Vitamin C und bei Vögeln beliebte Nahrung, aber auch der Mensch kann daraus Säfte und Marmelade herstellen.


von Ulrike Böhm
von Ulrike Böhm

Kalenderwoche 39/2020
Graureiher kann man in vielen Lebensräumen bei der Nahrungssuche beobachten – auf Wiesen oder Äckern, meist aber an Ufern von Flüssen, Seen und Teichen, wo er im Flachwasserbereich nach Beute sucht. Graureiher fressen Fischen, Amphibien, Mäuse, Insekten oder auch Regenwürmer. Dank einer Bestandserholung kann man Graureiher längst auch wieder an den Gewässern in und um Leipzig beobachten.


von Christian Pagel
von Christian Pagel


Kalenderwoche 38/2020
In der Region Leipzig wird immer wieder einmal ein Wiedehopf beobachtet, Ansiedlungsversuche sind aber bisher nicht erfolgreich. Bei den meisten Beobachtungen handelt es sich um Durchzügler, in diesem Jahr gab es bereits im Frühjahr besonders viele Meldungen. Nun wurde dieser Wiedehopf in Kleinzschocher beobachtet. Er versucht mitten in der zubetonierten Stadt, Nahrung zu finden – auf Dauer leider nicht erfolgversprechend.


von Néo Koslowski
von Néo Koslowski


Kalenderwoche 37/2020
Ringeltauben sind leicht zu beobachten, zunehmend sind sie auch im Stadtgebiet von Leipzig zuhause. Früher brüteten sie eher an Waldrändern, später in Park-, Garten und Parkbäumen. Do diese in unserer Stadt zunehmend abgeholzt werden, nehmen auch Gebäudebruten bei den Ringeltauben zu. Von den Stadttauben, die unsere Gebäude schon seit langem als Brutplatz nutzen, lassen sich die Ringeltauben leicht unterscheiden. Sie sind größer, hat weiße Flügelbinden und am Hals zwei weiße Flecken, die an einen Halsring erinnern, nach dem der Vogel benannt wurde. (Der Fotograf Néo ist 8 Jahre alt.)


von Beatrice Jeschke
von Beatrice Jeschke


Kalenderwoche 36/2020
Im Gebiet der Papitzer Lachen werden Wiesen vom NABU Leipzig gepflegt, auf denen sich nun an einigen Stellen der Große Wiesenknopf angesiedelt hat, Auwaldpflanze des Jahres 1998 und eine Voraussetzung für die Ansiedlung des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings, der für seine Entwicklung außerdem auf bestimmte Wiesenameisen angewiesen ist. Auf der Suche nach dem Bläuling wurde am Wiesenknopf jedoch ein anderer Falter fotografiert – ein Widderchen. Diese Beobachtung ist kaum weniger erfreulich, denn Widderchen gehören zu den gefährdeten Arten. Sie sind auf nährstoffarme feuchte Wiesen angewiesen, also auf jenen Lebensraum, der an den Papitzer Lachen vom NABU durch Biotoppflege erhalten werden soll.


von Hansjürgen Gerstner
von Hansjürgen Gerstner


Kalenderwoche 35/2020
Das Landkärtchen heißt so, weil die netzartige Zeichnung der Flügelunterseite an eine Straßenkarte erinnern soll. Diese Schmetterlingsart fliegt bei uns in zwei Generationen, eine April bis Juni, ihre Flügeloberseite ist orangebraun, die zweite Generation fliegt etwa im Juli und August und ist auf der Flügeloberseite schwarzbraun gefärbt. Sie leben in feuchten Hochstaudenfluren, wie dieser hier im Abtnaundorfer Park, wo die Raupen vorwiegend an Brennnessel leben und die Falter nektarreiche Blüten finden, die auch andere Futtergäste anlocken.


von Beatrice Jeschke
von Beatrice Jeschke

Kalenderwoche 34/2020
Der Bienenfresser ist unverwechselbar – in unserer Fauna ist er der einzige Vogel mit einem derart bunten Federkleid. Für seine Niströhren benötigt er Steilufer oder Abbruchkanten in warmer sonniger Umgebung. Deshalb sind seine Brutkolonien auch nur in klimatisch geeigneten Regionen Deutschlands zu finden, darunter aber auch in der weiteren Umgebung von Leipzig. Die Art profitiert vom Klimawandel und breitet sich aus. Gefressen werden Fluginsekten, darunter auch Bienen und Wespen.


von Elke Wonitzki
von Elke Wonitzki
von Odette Rose
von Odette Rose

Kalenderwoche 33/2020
Der Schwalbenschwanz ist als Raupe (links) wie auch als Falter (rechts) fast unverwechselbar. Die Raupen leben meist an Doldenblütengewächsen. Die Eier werden aber so vereinzelt abgelegt, dass an jeder Pflanze nur wenige Raupen fressen. Der Falter gehört zu den größten Schmetterlingen in Mitteleuropa, wo sie in zwei Generationen fliegen, die erste etwa von April bis Juni, die zweite etwa Juli bis August. Die Nachkommen der zweiten Generation überwintern als Puppe.


von Néo Koslowski
von Néo Koslowski


Kalenderwoche 32/2020
Der Neuntöter verdankt seinen Namen seiner „Vorratshaltung“, denn er spießt seine Beutetiere – meist Insekten, aber auch andere kleine Tiere – auf Dornen auf, um sie später zu verzehren – es sind aber keineswegs immer neun Opfer. Der Vogel ist auf halboffene Landschaften mit entsprechenden Sträuchern angewiesen. Diese werden zwar seltener, ebenso seine Insektennahrung, in unserer Region kann man den Neuntöter aber häufig noch beobachten, wie zum Beispiel an der Weißen Elster. (Der Fotograf Néo ist 8 Jahre alt.)


von Detlef Nowarre
von Detlef Nowarre


Kalenderwoche 31/2020
Effektiv werden Blattläuse vom Nachwuchs der Marienkäfer vertilgt. Auch diese Larve ist in Aktion, es liegen schon einige ausgesaugte Beutetiere herum.


von Beatrice Jeschke
von Beatrice Jeschke


Kalenderwoche 30/2020
Hier bemühen sich zwei Männchen des Langrüssligen Stockrosen-Spitzmausrüsslers (Rhopalapion longirostre) um ein Weibchen. Das sitzt ganz unten und hat den typischen langen Rüssel. Das Trio wurde auf einer blühenden Malve in der Hans-Kroch-Siedlung gefunden, wo es noch weitere Exemplare gab. Man konnte gut einige Weibchen erkennen, die mit ihrem langen Rüssel einen tiefen Kanal in die Knospen bohrten. Ist der fertig, drehen sie sich um und legen 3 bis 4 Eier hinein. Die Larven nagen Fraßgänge in die Knospen und ernähren sich von Pollen und Pflanzensäften.


von Néo Koslowski
von Néo Koslowski


Kalenderwoche 29/2020
Insekten sind ein wichtiger Teil der Ökosysteme, unter anderem dienen sie anderen Tieren als Nahrung. Das weltweite Insektensterben führt daher zu schwerwiegenden Problemen. Schwärme von Mücken und Fliegen sind inzwischen ein seltener Anblick, entsprechend schlecht ist bei vielen insektenfressenden Vogelarten der Bruterfolg, viele Fledermäuse sind unterernährt. Wichtige Naturschutzanliegen sind daher der Schutz von Insektenlebensräumen und der Verzicht auf Insektengifte auf Äckern, in Wäldern und Gärten. (Der Fotograf Néo ist 8 Jahre alt.)


von Néo Koslowski
von Néo Koslowski


Kalenderwoche 28/2020
Der Buntspecht ist der häufigste heimische Specht, und er gehört zu den bekanntesten Vögeln überhaupt. Flächendeckend ist er in den Wäldern zuhause, aber auch in Parks, vorausgesetzt, es gibt alte Bäume, die es ihm ermöglichen, seine Nisthöhle zu zimmern. Leider werden viele Bäume gefällt, sodass die Tiere Höhlen auch in die Fassadendämmung hämmern, wodurch immer wieder Konflikte entstehen. In den letzten Jahren scheinen sich die Spechte sehr gut zu vermehren, was am Schädlingsbefall der Wälder liegen könnte. (Der Fotograf Néo ist 8 Jahre alt.)


von Heike Braun
von Heike Braun


Kalenderwoche 27/2020
Der Kleespinner (Lasiocampa trifolii) verteilt seine Eier auf Trockenrasenflächen auf denen Gräser und Schmetterlingsblütler wachsen, von denen sich die gelben Raupen ernähren, die aus den Eiern schlüpfen. Sie leben einzelgängerisch uns sind schwer zu beobachten, da sie sich bei Störungen zusammenrollen und zu Boden fallen lassen. Die Raupen haben Brennhaare, weshalb man sie nicht berühren sollte.


von Hansjürgen Gerstner
von Hansjürgen Gerstner


Kalenderwoche 26/2020
Jeder Park ist ein Rückzugsort nicht nur für die Menschen, sondern auch für die Tier- und Pflanzenwelt. Blühende Stauden auf Wiesen und Schmetterlinge, die davon profitieren sind auf den Leipziger Grünflächen aber leider ein seltener Anblick. Meist werden die Flächen radikal abgemäht, wodurch die Biologische Vielfalt verloren geht.


von Elke Herklotz
von Elke Herklotz


Kalenderwoche 25/2020
Die Ameisenjungfer ist ein Insekt, das nachtaktiv ist und in der Gestalt an eine Libelle erinnert. Ihre Eier legen sie im sandigen Boden ab. Hier leben dann die räuberischen Larven, die man als „Ameisenlöwe“ bezeichnet. Diese ernähren sich von Ameisen und anderen kleinen Tieren, die in ihren Fangtrichter stürzen. Aus der Larve entsteht nach etwa 2 Jahren das grazile erwachsene Tier. Die Ameisenjungfern haben sich mit dieser Art der Fortpflanzung eine ökologische Nische erobert, da aber solche Rohböden bzw. Kahlstellen heutzutage aufgrund von Bodenversiegelung und Flächenfraß immer seltener werden, sind diese Arten im Bestand bedroht. Alle Arten der Ameisenjungfern sind deshalb nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt. Die Trichter der Ameisenlöwen zu zerstören ist daher gesetzlich verboten.


von Frieder Lentsch
von Frieder Lentsch

Kalenderwoche 24/2020
Die Braunkohlefolgelandschaft mit ihren besonderen Standortbedingungen ist teilweise ein Orchideenparadies, so auch die Kippe Kulkwitz. Aber durch die voranschreitende Sukzession haben sich für die meisten hier vorkommenden Orchideenarten die Bedingungen inzwischen wieder verschlechtert oder sie sind bereits verschwunden. In Ausbreitung befindet sich hingegen das Purpur-Knabenkraut (Orchis purpurea), eine Art der Waldsäume und lichten Wälder und in unserer Region die häufigste Knabenkrautart. Beim Fotografieren ist äußerste Vorsicht geboten, um verborgene Orchideen anderer Arten nicht zu zertreten. Auch das Ausgraben sollte unterlassen werden, es kann zum Aussterben der Orchideen führen, die in den Gärten der Grabräuber meist auch nicht gedeihen können. Wichtiger wäre, die Standorte auf der Kippe Kulkwitz durch Biotoppflege zu erhalten.


von Evelyn Kirsche
von Evelyn Kirsche


Kalenderwoche 23/2020
Die Brückenspinne baut ein Radnetz, das sich fast immer an Brücken oder anderen Bauwerken in der Nähe von Gewässern befindet, auch an Wohngebäuden. Nachts sitzt sie in der Mitte des Netzes, tagsüber hält sie sich normalerweise in einem Versteck auf, beispielsweise in einer Mauerspalte oder in einem selbstgewebten Gespinst. Sie ist etwas kleiner als die bekannte Gartenkreuzspinne. Zu erkennen ist sie an einer V-förmigen Zeichnung am Vorderende des Hinterleibs, außerdem ist der Rand des Vorderkörpers stets hell behaart und dadurch farblich abgesetzt. Diese Spinnenart ist weit verbreitet und kommt oft in großer Individuenzahl vor.


von Beatrice Jeschke
von Beatrice Jeschke


Kalenderwoche 22/2020
Der Pirol ist in der heimischen Vogelwelt nahezu unverwechselbar. Er ist etwa so groß wie eine Amsel, die Weibchen sind grünlich gefärbt, die Männchen gelb. Besonders charakteristisch ist der laut flötende Gesang, er klingt wie „Lo-ri-o“ oder „Bü-lo“. Er bewohnt vorwiegend die Kronenschicht hoher Bäume in gewässernahen Gehölzen aber auch in großen Park- oder Gartenanlagen. Damit findet er in Leipzig, insbesondere in der Auwaldlandschaft, eigentlich eine Heimat, leidet aber hier und in ganz Europa unter dem zunehmenden Verlust geeigneter Lebensräume, unter Insektensterben und Pestizideinsatz. Auch seine Überwinterungsgebiete in Afrika sind von Lebensraumzerstörung betroffen. Der Zugvogel beginnt seine Reise dorthin bereits Ende Juli, für gewöhnlich kehrt er im Mai wieder in die Brutgebiete zurück. Mit einigem Glück kann man ihn dann auch in Leipzig hören oder sogar einmal sehen.


von Hansjürgen Gerstner
von Hansjürgen Gerstner


Kalenderwoche 21/2020
Wer einen weißen Schmetterling sieht, hält ihn oft für einen „Kohlweißling“. Doch man muss in einem solchen Fall genauer hinsehen, denn es gibt mehrere Arten, die man verwechseln kann. Der bekannteste ist vermutlich der Große Kohl-Weißling, zur Verwandtschaft gehört aber beispielsweise auch dieser Grünader-Weißling. Seine Raupen sind auch nicht am Kohl zu finden, sie ernähren sich von Schaumkraut, Kresse, Senf und anderen möglichen Futterpflanzen. Die Falter kann man etwa von April bis September beobachten, es gibt jährlich zwei bis drei Generationen. Sie leben in eher feuchten und teils schattigen Lebensräumen, wie Fettwiesen und Waldrändern in Flusstälern.


von Konrad Girke
von Konrad Girke

Kalenderwoche 20/2020
Wenn ein Beutegreifer zuschnappt, können Zauneidechsen an einer „Sollbruchstelle“ ein Stück ihres Schwanzes abwerfen. Der Schwanz wächst dann wieder nach. Das kann den Eidechsen das Leben retten. Wenn der Schwanz nicht vollständig abbricht, kann es passieren, dass an der Sollbruchstelle trotzdem ein neuer Schwanz wächst. Solche Eidechsen können dann zwei Schwänze haben. Wenn das mehrfach passiert, kann es sogar mehrschwänzige Exemplare geben. Diese Tiere werden durch den aufgespaltenen Schwanz behindert und dadurch leichter von Fressfeinden erbeutet, oder der Schwanz bricht an einem Hindernis so ab, dass er wieder einfach nachwächst. Diese männliche Zauneidechse sonnte sich gemeinsam mit einem Weibchen (rechts) in einem Leipziger Kleingarten. Mit einer naturnahen Gartengestaltung kann man den Tieren einen geeigneten Lebensraum schaffen und sie wunderbar beobachten.


von Ludo Van den Bogaert
von Ludo Van den Bogaert


Kalenderwoche 19/2020
Vielerorts sind die Storchenester wieder besetzt, auch in und um Leipzig. Die Zugvögel sind zurückgekehrt, finden sich in Paaren zusammen, und dann darf man auf Nachwuchs hoffen. Dieses Paar hat sich in Plaußig niedergelassen. Mitentscheidend für den Bruterfolg ist das Wetter. Ein nasser Sommer kann dazu führen, dass Jungtiere an Unterkühlung sterben. In den Vorjahren war allerdings die Dürre das größere Problem, die für Nahrungsmangel sorgte. Auch die letzten Feuchtgebiete drohen aufgrund des Klimawandels zu vertrocknen, auf ähnliche Probleme treffen die Störche auch in ihren Winterquartieren.


von Nick Rößle
von Nick Rößle


Kalenderwoche 18/2020
Mauereidechsen leben in Fels- und Geröllflächen, als Kulturfolger aber auch in Hohlräumen von Mauern, in Weinbergen, an Bahn- und Straßenböschungen und sogar an Gebäuden in Städten. Sie benötigen Fugen und Spalten und ein Mosaik aus bewachsenen und vegetationsfreien Flächen, wo sie sich sonnen können. Sie können sehr gut klettern und ernähren sich von Insekten. Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt vorwiegend in Südosteuropa, reicht aber bis Frankreich und Nordspanien. In Deutschland besiedeln die Mauereidechsen vor allem klimatisch begünstige Hanglagen in Südwestdeutschland, insbesondere Weinberge. Nördlich der Alpen lebt ein Großteil der Population auf Eisenbahngelände. Die Art ist nach EU-Recht streng zu schützen, dennoch sind ihre Lebensräume bedroht, beispielsweise durch veränderte Nutzung oder durch Baumaßnahmen. Innerhalb und außerhalb des natürlichen Verbreitungsgebietes wurden Mauereidechsen vielerorts angesiedelt, auch in Leipzig sind seit etwa 1917 mehrere Funde bekannt geworden.


von Hansjürgen Gerstner
von Hansjürgen Gerstner


Kalenderwoche 17/2020

Am 25. April ist Tag des Baumes. Es ist ein Anlass auf die Schönheit der Bäume aufmerksam zu machen und für ihren Schutz zu werben. Gerade jetzt, wo das frische Grün austreibt und junge Bäume zum Licht streben, zeigt sich die Energie dieser Lebewesen. Aber in unseren Städten haben sie auch zu leiden, sind oft in schlechtem Zustand und werden viel zu oft rücksichtslos gefällt. Auch darauf macht der NABU Leipzig aufmerksam, nicht nur zum
Tag des Baumes


von Angelika Graupeter
von Angelika Graupeter


Kalenderwoche 16/2020

Zwischen März und Mai ist die komplizierte Larvenentwicklung des Ölkäfers abgeschlossen und die ungewöhnlich aussehenden erwachsenen Tiere tauchen plötzlich auf. Das hat ihnen den Beinamen „Maiwurm“ eingebracht. Der Ölkäfer ernährt sich von Pflanzenteilen, gegen Fressfeinde schützt ihn eine giftige Körperflüssigkeit. Bei Gefahr wird sie an den Beingelenken abgegeben, weshalb die Tiere Ölkäfer heißen. Die Larven leben als Parasiten in den Nestern von Wildbienen, wo sie den Nahrungsvorrat und das Wildbienenei verspeisen. Der Schwarzblaue Ölkäfer ist Insekt des Jahres 2020. Lebensraumverlust und Straßenverkehr gefährden das Überleben dieser Art, und auch die Wirtstiere, die Wildbienen, auf die der Käfer für seine Fortpflanzung angewiesen ist, sind durch Naturzerstörung immer seltener.


von Johannes Schmidt
von Johannes Schmidt


Kalenderwoche 15/2020
Die Kohlmeise sucht für den Nestbau nach Baumaterial. Leider hat sie hier Kunststofffasern erwischt. Daran kann man die Verschmutzung der Landschaften mit Plastik auch im eigenen Garten sehen. Für die Jungvögel ist dieses Baumaterial gefährlich, weil sie sich darin verfangen können.


von Hansjürgen Gerstner
von Hansjürgen Gerstner


Kalenderwoche 14/2020
Tagpfauenaugen gehören zu den bekanntesten Schmetterlingen, und sie sind echte Frühlingsboten, schon im März kann man sie fliegen sehen. Denn sie überwintern nicht als Puppe oder Ei, sondern als erwachsene Falter an frostfreien Stellen.


von Hansjürgen Gerstner
von Hansjürgen Gerstner


Kalenderwoche 13/2020
Viele Leipziger Parkanlagen sind intensiv gepflegt und damit ökologisch wenig wertvoll. Tier- und Pflanzenarten finden kaum eine Rückzugsmöglichkeit, was sehr schade ist, da Parkanlage einen wichtigen Beitrag zum Arten- und Klimaschutz in der Stadt leisten könnten. Dass es auch besser geht, zeigt der Abtnaundorfer Park, der in weiten Teilen der Natur Raum gibt. Ähnlich wie im Leipziger Auwald erblühen hier im Frühling am Boden zahlreiche Pflanzen, bevor das Laub der Bäume austreibt und das Licht wegnimmt.


von Beatrice Jeschke
von Beatrice Jeschke


Kalenderwoche 12/2020
In Leipzig sieht man auf den Straßen ab und an die sogenannten Stadttauben, das sind ausgesetzte und verwilderte Haustauben und ihre Nachkommen. In der Stadt gibt es aber auch Wildtauben, die großen Ringeltauben zum Beispiel, die in vielen Parkanlagen, aber auch in Innenhöfen brüten. Eine kleinere und seltenere Verwandte ist die Türkentaube. Sie ist einheitlich hell gefärbt und hat einen schwarzen, weiß umrahmten Nackenstreifen.


von Kirstin Hesse
von Kirstin Hesse


Kalenderwoche 11/2020
Die Amphibien sind wieder auf Wanderschaft zu ihren Laichgewässern, so auch diese Erdkröte. Leider gibt es immer weniger. Der Hauptgrund sind Lebensraumverluste. Negativ bemerkbar machen sich aber auch die ungünstigen Wetterverhältnisse in den letzten Jahren, insbesondere die Trockenheit. Dadurch sind vielerorts Laichgewässer und Amphibienlebensräume ausgetrocknet.


von Steffen Ettrich
von Steffen Ettrich

Kalenderwoche 10/2020
Eisvögel benötigen steile Ufer, um Brutröhren zu bauen und klares Wasser für die Jagd sowie Sitzwarten, von denen sie das Wasser beobachten und dann zum Beutefang starten. Das alles zusammen gibt es nur noch an wenigen Plätzen. Und selbst dort sieht man die scheuen Tiere meist nur als bunten Pfeil davonfliegen. An der Parthe bei Taucha lauerte dieser Eisvogel auf Beute.


von Beatrice Jeschke
von Beatrice Jeschke

Kalenderwoche 09/2020

Wenn der Frühling beginnt, beginnt die Brutsaison für die Vogelwelt. Zu den ersten, die in Paarungsstimmung kommen, gehören in jedem Jahr die Stare. Sie haben ihr glänzendes Prachtkleid und die Männchen lassen ihre Stimme hören. Man kann die Laute zwar eindeutig einem Star zuordnen, aber sie bauen auch Alltagsgeräusche oder den Gesang anderer Vögel ein. In diesem milden Winter sind die Stare schon recht zeitig als Frühlingsboten im Einsatz.


von Petra Radtke
von Petra Radtke



Kalenderwoche 08/2020
In diesem Jahr hatten die Schneeglöckchen nicht mit Schnee und Eis zu kämpfen, plötzlich waren sie da und schmücken auch die Wiesen am Silbersee in Lößnig.


von Brigitte Rausch
von Brigitte Rausch

Kalenderwoche 07/2020
Meist unbemerkt leben recht viele Wildtiere in unserer Stadt, dazu gehören auch Rehe, die man mit etwas Glück an teilweise unerwarteten Orten sehen kann, wie zum Beispiel am frühen Morgen im eigenen Garten.


von Hansjürgen Gerstner
von Hansjürgen Gerstner


Kalenderwoche 06/2020
Winterwetter bleibt aus, bei milden Temperaturen sind bereits im Februar in der Sonne Schmetterlinge und Honigbienen unterwegs, die ersten Blüten sorgen für bunte Farbtupfer.


von Susanne Lupica
von Susanne Lupica

Kalenderwoche 05/2020

Einstmals fast ausgerottet, hat sich der Biber an Elbe und Mulde wieder erholt und ist seit einigen Jahren auch in Leipzig wieder heimisch. 2018 wurde er als „Auwaldtier des Jahres“ gewürdigt, nach dem Bundesnaturschutzgesetz handelt es sich um eine besonders geschützte Art. Der Biber führt ein eher heimliches Leben, hinterlässt aber unübersehbare „Spuren“ an den Ufergehölzen, so wie hier an der Weißen Elster.


von Petra Radtke

Kalenderwoche 04/2020
Der Gimpel ist ein recht großer Fink, dennoch leben sie zur Brutzeit eher heimlich. Im Winter sind sie leichter zu entdecken, vor allem die Männchen, die durch ihre leuchtend rote Brust auffallen. Die Weibchen sind unscheinbarer gefärbt, und man kann daran beide Geschlechter leicht unterscheiden. Meist sind sie paarweise unterwegs, in der kalten Jahreszeit aber auch in größeren Gruppen anzutreffen.


von Petra Radtke
von Petra Radtke

Kalenderwoche 03/2020
Kohlmeisen kommen meist sehr gut durch den Winter. Sie sind bei der Nahrungssuche sehr anpassungsfähig, insbesondere profitieren sie aber auch von der Vogelfütterung der Menschen.


von Beatrice Jeschke
von Beatrice Jeschke

Kalenderwoche 02/2020
Baumläufer machen ihrem Namen alle Ehre. Sie laufen eifrig an Baumstämmen hoch, wobei sie nach Insekten, Spinnen und ähnlichen Beutetieren suchen, die sich in der Borke versteckt haben. Wenn sie den Baum abgesucht haben, fliegen sie zum nächsten, wobei sie meist unten am Stamm landen und dann wieder nach oben „laufen“. Dort angekommen, fliegen sie erneut zum nächsten Baum und so geht das weiter und weiter – vorausgesetzt, der Vogel findet überhaupt noch geeignete alte Bäume. leider gibt es davon immer weniger in der Stadt. Grund sind rücksichtslose Baumschnitt- und Fällmaßnahmen an Straßenrändern, in Parks und auf Privatgrundstücken.


von Beatrice Jeschke
von Beatrice Jeschke

Kalenderwoche 01/2020

In Leipzig gab es bis vor wenigen Jahren noch Brutkolonien von Saatkrähen. Die Vögel wurden jedoch von Anwohnern vergrämt und hatten auch unter anderen Widrigkeiten zu leiden, weshalb diese Kolonien inzwischen verwaist sind. Dessen ungeachtet kamen Saatkrähen immer wieder im Winter zu tausenden nach Leipzig. Dabei handelt es sich um Wintergäste aus Nordosteuropa. Doch auch diese Schwärme sind immer kleiner geworden. Nun sieht man die schwarz-glänzenden Vögel im Winter zwar noch häufig, aber in viel geringerer Anzahl.