Hornisse. Foto: David Hablützel/pixabay

Wespen und Hornissen

Für ein friedliches Miteinander

Wespen können lästig werden, viele Menschen haben sogar Angst vor den Insekten, da sie einen Wehrstachel besitzen. Alljährlich zur „Wespenzeit“ im Spätsommer häufen sich die Anfragen beim NABU, wie man diese Tiere loswerden kann. Häufig besteht ein Wunsch nach Umsiedlung, manche Menschen greifen auch vorschnell zum Gift. Dabei ist in den meisten Fällen ein friedliches Miteinander möglich und eine Bekämpfung ist gar nicht nötig. Weitere Informationen

 

Bei Fragen zu Wespen und anderen Hautflüglern auch zu einer möglichen Umsiedlung von Völkern berät der NABU Leipzig gerne. Hautflügler-Beratung

 

Wespen haben einen schlechten Ruf

Es gibt hunderte Wespenarten in Deutschland, darunter solitär lebende, aber auch mehrere staatenbildende Arten, jedoch treten nur zwei Arten als „Plagegeister“ in Erscheinung und das auch nur kurze Zeit im Jahr: die Gewöhnliche Wespe und die Deutsche Wespe. Dennoch werden häufig auch andere Wespenarten bekämpft, obwohl es dafür gar keinen Grund gibt.

 

Deutsche Wespe. Foto: Kerstin Berger/naturgucker.de
Deutsche Wespe. Foto: Kerstin Berger/naturgucker.de
Gewöhnliche Wespe. Foto: Antje Michelt/naturgucker.de
Gewöhnliche Wespe. Foto: Antje Michelt/naturgucker.de

Die Deutsche Wespe kann von der Gewöhnlichen Wespe anhand der Zeichnung auf der Stirnplatte unterschieden werden. Während die Deutsche Wespe dort ein bis drei linienförmig angeordnete, schwarze Punkte oder einen kleinen geraden, oft etwas unterbrochenen schwarzen Strich aufweist, befindet sich auf der Stirnplatte der Gewöhnlichen Wespe ein breiter schwarzer Strich, der sich nach unten hin verdickt. Die gelb-schwarze Hinterleibzeichnung ist hingegen sehr variabel und kein sicheres Bestimmungsmerkmal.

 

Die Staaten der Wespen existieren nur in einer Saison. Nur die Königin überwintert und beginnt im Frühling mit dem Bau eines Nestes. Dafür sucht sie sich einen Hohlraum in der Erde, in einem hohlen Baum oder auch in einem Vogelnistkasten oder im Dachboden. Die Königin legt Eier und muss den Nachwuchs zunächst selbst versorgen. Bald aber entwickelt sich ein Staat, in dem sich tausende Arbeiterinnen um den Nachwuchs kümmern. Sie erbeuten dafür Unmengen Insekten, um damit die Larven zu füttern. Sie sind wichtig für das Ökosystem und für den Menschen nützlich. Im Spätsommer legt die Königin keine Eier mehr und die Arbeiterinnen interessieren sich plötzlich für die Leckereien auf unseren Kaffeetischen, naschen Kuchen, Obst und Süßspeisen. Im Herbst stirbt der Wespenstaat. Nur kurze Zeit können die Wespen lästig werden, doch mit etwas Rücksicht ist ein Miteinander weitgehend unproblematisch.

 

Toleranz und Vorsicht

Eine Gefahr geht von den wehrhaften Tieren normalerweise nicht aus. Bei heftigen Bewegungen oder einem Angriff können sie mit Abwehrstichen regieren, doch solche Konfrontationen kann man vermeiden. Heftige Reaktionen kann man allerdings auslösen, wenn das Nest gefährdet ist. Deshalb sollte man es möglichst in Ruhe lassen. Mit Ruhe und mit Abstand kann man die fleißigen Tiere jedoch gefahrlos beobachten.

 

Wer sich an ein paar Vorsichtsmaßnahmen hält, kann Wespen von Speisen und anderen Leckereien leicht fernhalten. 20 NABU-Tipps zum gedeihlichen Miteinander

 

Meist kann man es vermeiden, ein Wespennest umzusiedeln. Einige Verhaltensregeln sichern den Tieren das Überleben und mit etwas Toleranz kann man das Nest meist problemlos dulden. Sollte es unlösbare Probleme geben, sollte man keinesfalls eigenmächtig handeln. Man könnte sich dadurch selbst in Gefahr bringen, außerdem sind Wespen durch Gesetze geschützte Wildtiere. NABU-Infopapier zu Wespen

 

Friedliche Riesen

Hornisse. Foto: NABU/Peter Brixius
Hornisse. Foto: NABU/Peter Brixius

Ein ganz ähnliches Leben führen die Hornissen, die größten heimischen Wespen. Auch hier überwintert die Königin, gründet einen Staat und die Arbeiterinnen versorgen den Nachwuchs. Anders als die Gewöhnliche Wespe werden Hornissen aber niemals den Kaffeetisch besuchen. Ihre Nester bauen sie in hohlen Bäumen, weil diese selten geworden sind, leben sie aber auch oft in der Nähe der Mensch. Hornissen sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt und dürfen nicht getötet und ihre Nester nicht zerstört werden. Mit einfachen Maßnahmen kann man oft für ein friedliches Miteinander sorgen und das Hornissennest in der Nachbarschaft tolerieren. Bei Problemen berät der NABU Leipzig gerne. Weitere Informationen

 

 

Wespen- und Hornissenberatung

Bei Fragen zu Wespen und anderen Hautflüglern auch zu einer möglichen Umsiedlung von Völkern berät der NABU Leipzig gerne. Eine Umsiedlung ist durchaus möglich, sollte aber immer das letzte Mittel der Wahl sein. Auch eine Umsiedlung von Hummeln oder von Solitärbienen ist möglich.

 

Ihre Anfrage zu Wespen und Hornissen

Ein Foto des Nestes oder des Standortes und der Tiere ist hilfreich, um die Lage einschätzen zu können.

 

Sehen Sie das Nest?

Falls ja, welche Farbe hat das Nest? Ist es eher braun oder eher grau? 

Falls nein, sehen Sie Tiere in einen Hohlraum einfliegen und ist kein Nest sichtbar?

Wo vermuten Sie das Nest – z.B. im Rollladenkasten, im Fensterrahmen des Dachfensters, in Schuppen oder Garage, in der Erde, im Freien in der Hecke, unter dem Giebel des Daches oder unter Fußbodendielen auf der Terrasse?

Sehen Sie viele Tiere in einem Busch ohne Nest 

oder Hornissen am Flieder 

oder Wespen an Mülltonnen?

 

Wie sehen die Tiere aus?

Wenn es Ihnen möglich ist, machen Sie ein Foto von einem Tier, am besten vom Gesicht. Mithilfe der Gesichtszeichnung ist eine Bestimmung möglich. Möglicherweise befinden sich unter dem Nest oder dem Einflughohlraum tote Tiere, welche sich problemlos fotografieren lassen.

Es gibt zahlreiche staatenbildende Wespenarten, welche völlig harmlos sind. Oft kann schon mit einfachen Verhaltensregeln oder kleinen Umbaumaßnahmen ein Zusammenleben ermöglicht werden. Manche Wespenarten haben einen kurzen Entwicklungszyklus, die Nester fallen meist erst Mitte des Jahres durch regen Flugbetrieb auf, sind jedoch schon seit April vor Ort. 

 

Für Rückfragen

Bitte vergessen Sie nicht, Ihre Kontaktdaten zu hinterlassen (Anschrift, Telefon, E-Mail) sowie bei abweichendem Standort des Nestes auch die Anschrift des Neststandorts.

 

Senden Sie die Fotos und die Antworten auf die Fragen per E-Mail an Sabrina Rötsch, Sachverständige für Hautflüglerarten. 

 

Der NABU Leipzig bietet auch eine telefonische Wespen- und Hornissenberatung an: 

01771 897 462

 

 

Umsiedlung von Hornissen

Hornissennest am alten Standort.
Hornissennest am alten Standort.
Entferntes Hornissennest.
Entferntes Hornissennest.
Nest im neuen Hornissenkasten.
Nest im neuen Hornissenkasten.

 

Umsiedlung eines Volkes der Mittleren Wespe

Alter Neststandort an der Nikolaischule.
Alter Neststandort an der Nikolaischule.
Nest am neuen Standort.
Nest am neuen Standort.
4 Wochen später ist zu erkennen, dass das Volk das Nest weiter ausgebaut hat.
4 Wochen später ist zu erkennen, dass das Volk das Nest weiter ausgebaut hat.
Nest am neuen Standort nach weiteren 2 Wochen.
Nest am neuen Standort nach weiteren 2 Wochen.


Hummeln

Fleißige Brummer in Not

Fliegende Hummel. Foto: Josef Pichler/pixabay

Hummeln sind Hautflügler wie Wespen und Hornissen, sie haben für Insekten eine beachtliche Größe, eigentlich sind sie große Wildbienen. Zur Verteidigung können sie stechen, tun das aber äußerst selten, wenn sie zum Beispiel gedrückt oder an den Gliedmaßen festgehalten werden.

In Deutschland gibt es rund 25 Hummelarten, alle sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt, dennoch sind sie in ihrer Existenz gefährdet, vor allem durch den Verlust ihrer Lebensräume, durch intensive Landwirtschaft und durch den Einsatz von Insekten- und Pflanzengiften. Hummeln sind fleißige Blütenbesucher, die auf blütenreiche Wiesen und strukturreiche Landschaft angewiesen sind, stattdessen gibt es jedoch vielerorts versiegelte Flächen und Monokulturen. Hummelarten im Porträt

Der Schutz der Lebensräume, der Verzicht auf Gifte und eine naturverträgliche Landwirtschaft sind notwendig, um den Hummeln das Überleben zu sichern. Blühende Feldraine und Brachen gehören dazu, daneben kann fast jeder einen Beitrag leisten, zum Beispiel auch durch eine hummelfreundliche Gestaltung unserer Ortschaften und Gärten. So kann man seinen Rasen zu einer Blühwiese machen, blühende Sträucher pflanzen oder wilde Ecken in Gärten und Parks zulassen. Damit hilft man neben den Hummeln auch vielen anderen Tierarten und verbessert auch die Lebensqualität der Menschen. Hilfsmaßnahmen für Hummeln
 

Heide-Erdhummel. Foto: Myriam Zilles/pixabay

Hummeln sind soziale Insekten, es gibt eine Königin, Drohnen und Arbeiterinnen, ein Volk existiert aber nur eine Saison vom Frühling bis zum Herbst. Das Nest befindet sich meist in Hohlräumen, wie Mäusenestern, Maulwurfsgängen, Baumhöhlen und Nistkästen. Die Königin legt Eier, die Arbeiterinnen versorgen den Nachwuchs mit Pollen und Nektar und übernehmen auch andere Arbeiten im Nest. Eine Arbeiterin lebt nur wenige Wochen, die Königin etwa ein Jahr. Für die Überwinterung benötigt sie Unterschlupfmöglichkeiten, zum Beispiel in Baumhöhlen.

Das Volk wächst unaufhörlich, im Hochsommer kann es je nach Hummelart aus mehreren Dutzend bis mehreren hundert Tieren bestehen. Dann beginnt die Entwicklung von neuen Königinnen und Drohnen, die Altkönigin beendet die Eiablage und stirbt. Nach dem Schlüpfen bleiben die Jungköniginnen und Drohnen noch einige Tage im Nest, begeben sich dann auf den Hochzeitsflug und kehren nicht wieder in das Nest zurück. Die begatteten Jungköniginnen suchen sich ein Winterversteck, aus denen sie dann im Frühjahr hervorkriechen und einen eigenen Staat gründen. Starthilfe für Ihre Majestät

 

Hummelblüten gesucht

Erdhummel. Foto: Kathy Büscher/pixabay

Anders als Honigbienen legen Hummeln keine Vorräte an, deshalb sind sie vom Frühling bis zum Herbst auf blühende Nahrungspflanzen angewiesen. Typische Hummelblüten haben eine spezielle Form, es handelt sich zum Beispiel um Lippen- oder Rachenblüten mit langen röhrenförmigen Kelchen, wie Taubnessel, Fingerhut, Rittersporn oder Klee. Vielerorts findet sich eine solche Blütenpracht leider nicht in ausreichendem Maße, zudem werden die blühenden Pflanzen oft rücksichtslos abgemäht, sodass die Hummeln auf einen Schlag keine Nahrung mehr haben. Sie müssen dann größere Flugstrecken zurücklegen und verlieren wertvolle Energie. Oftmals finden sie auch in größerer Entfernung keine Nahrung.

Wenn die Tiere für die Nahrungssuche mehr Energie verbrauchen, als sie durch die Nahrung aufnehmen, verhungern sie. Das kommt in unserer ausgeräumten Landschaft leider immer wieder vor, wenn die Nahrungspflanzen in der Umgebung verschwinden oder wenn zu einer bestimmten Jahreszeit gar keine blühenden Pflanzen vorhanden sind. Wenn davon mehrere Hummelstaaten betroffen sind, kann das den Bestand ernsthaft gefährden.

Für Rätselraten sorgt immer wieder das Hummelsterben unter Silberlinden. Im Hochsommer findet man hier eine Vielzahl toter Hummeln, die offenbar verhungert sind. Ursache dafür ist der allgemeine Mangel an blühenden Pflanzen zu einem bestimmten Zeitpunkt im Hochsommer. Gärten und Parks sind so aufgeräumt und blütenarm, dass die Silberlinden zu dieser Zeit im Jahr die letzten großen Nektarquellen sind. Sie können jedoch nicht alle Hummeln ausreichend versorgen, sodass sie unter den Bäumen an Erschöpfung sterben. Dagegen hilft nur der Schutz der natürlichen Lebensräume, in denen die Insekten ausreichend Blütenpflanzen finden. Durch naturnahe Gartengestaltung oder hummelfreundliche Balkonbepflanzung kann man dazu einen Beitrag leisten.

Tipps für einen hummelfreundlichen Garten 


Wildbienen

Unverzichtbar für das Ökosystem

Mehr als 500 Wildbienenarten gibt es in Deutschland. Um sie zu schützen, ist ein Umsteuern in der Agrarpolitik notwendig, denn in der von industrieller Landwirtschaft geprägten Agrarlandschaft gibt es für Wildbienen nicht genug Nahrung und Nistplätze. Ihre Lebensräume werden mehr und mehr vernichtet, womit sich der Mensch selbst schadet, denn die fleißigen Bienen sind für die Bestäubung unzähliger Kultur- und Wildpflanzen unverzichtbar. Obwohl verschiedene Insektengruppen, wie Wespen, Käfer, Fliegen, Hummeln und Honigbienen, daran beteiligt sind, sind es vor allem die Wildbienen, die zur Bestäubung beitragen. Sie sind auch aus anderen Gründen ein wichtiger Teil der Ökosysteme. Bestäubung durch Wildbienen 

 

Leben ohne Hofstaat

Die Gehörnte Mauerbiene bei der Paarung. Das Männchen ist etwas kleiner als das Weibchen. Foto:  Klaus Duehr/naturgucker.de
Die Gehörnte Mauerbiene bei der Paarung. Das Männchen ist etwas kleiner als das Weibchen. Foto: Klaus Duehr/naturgucker.de

Die meisten Bienenarten bilden keinen Staat, sie leben allein. Anders als bei den Honigbienen gibt es keine Königin und keine Arbeiterinnen, sondern nur Männchen und Weibchen, wobei allein die Weibchen für Nestbau und Brutpflege zuständig sind. In der Erde oder in Ritzen, in Holz oder Lehmwänden bauen die Bienen Kammern, in denen Eier abgelegt werden. Um die Jungen mit Nahrung zu versorgen, tragen die Bienenmütter Pollen herbei und lagern ihn als Proviant bei den Eiern. Oft nutzen die Bienen auch menschgemachte Nistplätze, wie Schilfrohr, Bambus oder kahle Stellen im Rasen. An günstigen Stellen erinnern die Nistplätze fast an Bienenstöcke, denn unzählige – manchmal tausende – fleißige Bienen fliegen ein und aus, doch es sind stets Einzelkämpferinnen, die nur eine gute Nachbarschaft pflegen. Wenn alles für den Nachwuchs eingerichtet ist, verschließen die Bienen die Niströhren und sterben schließlich nach nur wenigen Wochen Lebenszeit. Die Brut entwickelt sich ohne weitere Pflege und schlüpft bei den meisten Arten im kommenden Jahr, wobei sich die Larven dann von dem deponierten Pollen ernähren. Solitärbienen

 

Ähnlich leben auch einige Solitärwespen, mit denen man die Solitärbienen verwechseln kann. Diese tragen jedoch keinen Pollen ein, vielmehr deponieren sie Beutetiere für den Nachwuchs – Spinnen, Raupen oder andere Insekten, die durch einen Stich gelähmt wurden.

 

Die Rostrote Mauerbiene ist Insekt des Jahres 2019. Foto: Ursula Goenner/naturgucker.de
Die Rostrote Mauerbiene ist Insekt des Jahres 2019. Foto: Ursula Goenner/naturgucker.de

Auch Wildbienen haben einen Stachel, aber nur wenige Arten wären in der Lage, einen Menschen zu stechen. Da sie keinen Staat verteidigen müssen, so wie die Honigbienen, sind sie auch an ihren Nistplätzen friedlich. Sollte ein Nistplatz zerstört werden, bauen sie lieber ein neues Nest, anstatt sich bei der Verteidigung in Gefahr zu bringen.

 

Die Rostrote Mauerbiene (Osmia bicornis) ist Aufgrund ihres Nistverhaltens häufig in der Nähe menschlicher Behausungen zu finden. Sie nutzt vorhandene Hohlräume in Trockenmauern und Lehmwänden, aber auch in Totholz, lockerem Gestein und zahlreichen anderen Strukturen, um darin ihre Brutnester anzulegen. Gerne nimmt sie auch künstliche Nistgelegenheiten aus Holz, Bambus oder Schilf an. 2019 wurde sie zum „Insekt des Jahres“ gewählt. Damit soll auf das Aussterben der Wildbienen aufmerksam gemacht werden sowie auf die große Bedeutung der Bestäubung als Ökosystemdienstleistung, die für die Nahrungsmittelproduktion äußerst wichtig ist. Weitere Informationen 

 

Fleißige Bienchen

Braunbürstige Hosenbiene (Männchen). Foto: Armin Teichmann/naturgucker.de
Braunbürstige Hosenbiene (Männchen). Foto: Armin Teichmann/naturgucker.de

Beim Sammeln der Pollen für den Nachwuchs leisten die Wildbienen Beeindruckendes. Solitärbienen besuchen pro Tag teils doppelt so viele Blüten wie Honigbienen. Dabei sind sie in der Regel auf einzelne Nahrungspflanzen spezialisiert und leiden schnell darunter, wenn diese abgemäht werden oder wenn Konkurrenten den Nektar dezimieren. Bienen und Blüten

 

Daraus erwächst auch ein weiteres Problem der bedrohten Wildbienen: Die von den Menschen gehegten Honigbienen können gefährliche Konkurrenten werden. Wenn sie in großer Zahl auftreten, machen sie den wildlebenden Insekten die Nahrung streitig. Zudem sind die Honigbienen nicht auf bestimmte Blüten spezialisiert, sie befliegen alles und verdrängen dabei im schlimmsten Fall die hochspezialisierte wilde Verwandtschaft, die nicht auf andere Blüten ausweichen kann. Völker der Honigbienen sollten daher nicht in Naturschutzgebieten eingesetzt werden, sondern vorwiegend an Nutzpflanzen. Wildbienen und Honigbienen 

 

Hilfe für Bienen

Wheattree/pixabay

Um den Wildbienen zu helfen, ist der Schutz insektenfreundlicher Lebensräume das A und O, dazu gehört auch eine naturverträgliche Landwirtschaft. Aber auch Parks und Gärten oder Balkone kann man insektenfreundlich gestalten und so einen Beitrag zum Insektenschutz leisten. Dabei sollte man darauf achten, dass die Insekten möglichst das ganze Jahr über Nahrungs- und Unterschlupfmöglichkeiten vorfinden. Dazu gehören zum Beispiel Frühlingsblüher, die bereits zeitig im Jahr Nahrung liefern. Leicht kann man einen eintönigen Rasen zum Beispiel mit Krokussen insektenfreundlicher gestalten. Ein Staudenbeet kann so angelegt werden, dass zwischen März und Oktober immer etwas blüht. Man sollte unbedingt heimische Samenmischungen verwenden, zudem sollte man darauf achten, dass sie bienenfreundliche Blütenpflanzen enthalten – daneben gibt es andere Pflanzen, die eher Hummeln oder Schmetterlinge anlocken. Verzichten sollte man auf hochgez

üchtete Sorten mit gefüllten Blüten, die den Insekten weder Nektar noch Pollen anbieten, sondern nur hübsch aussehen. Kräuter- und Gemüsepflanzen können auch noch im späten Herbst blühen und so Nahrung liefern. 

 

Man sollte auch nicht alle abgeblühten Stängel zurückschneiden, denn einige Insekten nutzen sie als Nist- oder Schlafplatz. In hohlen Stängeln überwintern auch Larven und schlüpfen im Frühjahr. Zudem können sandige Stellen, die dazu noch in der Sonne liegen, im Garten wertvoll sein, hier sind oft Wildbienen im Boden zu finden. In den insektenfreundlichen Garten gehören außerdem Steinhaufen, Holzstapel und Totholzhaufen, die den Tieren Unterschlupf- und Nistmöglichkeiten bieten. Bienenfreundlicher Garten 

 

Nisthilfen für Bienen und Co.

Die sogenannten Insektenhotels sind sehr beliebt bei naturverbundenen Gartenfreunden, man sollte sich aber bewusst sein, dass man mit diesen Unterschlupfmöglichkeiten nur wenige Arten unterstützen kann, die solche Quartiere besiedeln. Zudem sind die Hotels häufig nicht optimal gestaltet, teilweise sind sie für die Bewohner sogar gefährlich. Deshalb sollte man sich zunächst informieren, mit welchen Maßnahmen man Wildbienen und anderen Insekten tatsächlich helfen kann und wie man es realisiert, ohne den Tieren unbeabsichtigt zu schaden. Förderung von Wildbienen  



Foto: Klaus Duehr/naturgucker.de
Foto: Klaus Duehr/naturgucker.de

Die Blaue Holzbiene 

 

Seit einigen Jahren ist auch die Große Blaue Holzbiene in Deutschland heimisch. Sie ist damit die größte heimische Wildbienenart, oft wird sie mit einer Hummel verwechselt. Gut zu erkennen ist sie jedoch an den blau­schimmernden Flügeln, der Körper ist metallisch-schwarz glänzend. Ihre Niströhren legt sie in abgestorbenen, sonnenbeschienenen Baumstämmen an, die noch nicht zu morsch sind, manchmal auch in Zaunpfählen oder Holzbalken. mehr



Foto: Wolf-Harald Liebig
Foto: Wolf-Harald Liebig

Leipziger Auwaldtier 2019: Die Schmuckbiene

 

Die Schuckbiene ist klein, aber schmuck, zuerst beschrieben wurde diese Art 1775 nach einem Fund in Leipzig. Die Schuckbiene ist ein Brutschma­rotzer; sie legt ihre Eier in die Nester ihrer Wirtsbienen (Sumpfschenkel­biene, seltener auch Waldschenkelbiene). Die erwachsenen Tiere besu­chen unter anderem Blut- und Gilbweiderich, Sumpf-Storchschnabel, Klee und Flockenblume an Ufern, Gräben und Auwaldwiesen. mehr



Braunschwarze Holzameise (Königin)
Foto: Klaus Duehr/naturgucker.de

Ameisen

 

Wie Wespen, Bienen und Hummeln zählen auch Ameisen zu den Hautflüglern, sie sind eng mit den Faltenwespen verwandt. In Europa kommen etwa 200 Ameisenarten vor.  Alle bekannten Ameisenarten sind in Staaten organisiert, die aus einigen Dutzend bis mehreren Millionen Individuen bestehen. Ameisenstaaten haben eine wichtige Rolle im Ökosystem. mehr