SARS-CoV-2. Illustration: CDC / Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAMS

Infektions-Vorsorge

 

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation bleibt die NABU-Naturschutzstation vorerst für Besucher geschlossen, gegenwärtig sind alle Veranstaltungen und Aktionen abgesagt. In dringenden Fällen erreichen Sie den NABU Leipzig telefonisch unter 0341 6884477 (Anrufbeantworter) oder per E-Mail.

 

Informationen der Stadtverwaltung 



Frühlingsgefühle im Abtnaundorfer Park: Tagpfauenauge.
Foto: Hansjürgen Gerstner

Natur & Co(rona)

 

Um sich und andere zu schützen, müssen weiterhin alle zuhause bleiben und Kontakte zu anderen Menschen unterlassen. Der NABU Leipzig hat seit Beginn der Pandemie einige Tipps und Informationen zu Naturerleben und Naturschutz im Internet zusammengestellt – die Rubrik wird weiter ergänzt. Auf das gemeinsame Naturerleben müssen wir zwar verzichten, aber Freude an der Natur kann durch die Corona-Krise hindurch helfen. mehr 



Gehörnte Mauerbienen bitte melden

NABU Leipzig sammelt Daten für den Insektenschutz

Männchen und Weibchen der Gehörnten Mauerbiene bei der Paarung. Foto: Sabrina Rötsch
Männchen und Weibchen der Gehörnten Mauerbiene bei der Paarung. Foto: Sabrina Rötsch

Zu den früh im Jahr fliegenden Wildbienen gehört die Gehörnte Mauerbiene. Die Weibchen sind rund 1,5 cm groß und erinnern an eine kleine Hummel. Der Körper ist schwarz, der Hinterleib rostrot behaart, am Vorderkopf haben sie zwei kleine „Hörner“, worauf sich der Name dieser Bienenart bezieht. Die Männchen sind etwas kleiner und an ihrer weißen Gesichtsbehaarung zu erkennen. Aufgrund des Lebensraumverlustes sind viele Wildbienenarten gefährdet, die Gehörnte Mauerbiene kann man aber noch relativ leicht beobachten. Daher bittet der NABU Leipzig darum, Beobachtungen der Gehörnten Mauerbiene zu melden, am besten per E-Mail, gerne auch mit einem Foto oder mit einem Video von den interessanten Insekten. Mit der Aktion will der NABU auf die Insekten aufmerksam machen, für die Bedürfnisse der Wildbienen sensibilisieren und Daten für den Insektenschutz sammeln. Weiterlesen

 

Pressemitteilung


Wilhelm-Leuschner-Platz erneut Thema im Stadtrat

Bebauungsplan ignoriert weiterhin Arten- und Klimaschutz

Am 24. März 2021 sollte für den Wilhelm-Leuschner-Platz ein überarbeiteter Entwurf des Bebauungsplans im Stadtrat beschlossen werden. Aus diesem Anlass hat der NABU Leipzig erneut eine Stellungnahme verfasst und an die Ratsfraktionen geschickt, denn bedauerlicherweise entspricht der überarbeitete Entwurf noch immer nicht den Anforderungen an Arten-, Biotop- und Klimaschutz. Das große Innenstadtareal Wilhelm-Leuschner-Platz bietet die Chance, auf innovative Weise zu zeigen, wie eine moderne Stadtentwicklung mit dem Schutz von Biodiversität und Klima in Einklang gebracht werden kann. Der NABU hofft, dass der Stadtrat diese Chance nutzt. Weiterlesen

 

Pressemitteilung     Stellungnahme

 

Entscheidung verschoben

 

Der Stadtrat hat die Entscheidung über die Bebauung des Wilhelm-Leuschner-Platzes bereits mehrfach verschoben, nun ist das Thema am 21. April 2021 wieder auf der Tagesordnung. Der NABU hofft, dass die Stadträte die Möglichkeit nutzen, die Pläne zu verbessern, sodass Klima- und Artenschutz berücksichtigt werden. Bis zum erneuten Abstimmungstermin gehen deshalb auch die Mahnwachen vor dem Bahnhof Wilhelm-Leuschner-Platz weiter – immer donnerstags 16 bis 17 Uhr. Leipziger Natur- und Klimaschutzgruppen appellieren hier Woche für Woche an die Verantwortlichen, ihren Bekenntnissen zu Klimaschutz und Biodiversität auch Taten folgen zu lassen. Weitere Informationen

Ansprache des NABU Leipzig bei der Mahnwache am 1. April 2021. Video: NAJU Leipzig


Viel Abfall und viel Abstand

Müllsammelaktion unter Coronabedingungen

Paradoxe Umweltverschmutzung: Sogar eine Mülltonne war unter dem Müll. Foto: Beatrice Jeschke
Paradoxe Umweltverschmutzung: Sogar eine Mülltonne war unter dem Müll. Foto: Beatrice Jeschke

Müll in der Landschaft ist ein Problem für die Umwelt und eine Gefahr für die Tierwelt. Der NABU appelliert daher an alle, Müll zu nicht illegal in der Natur abzuladen, es stehen Wertstoffhöfe und Müllsammelbehälter zur Verfügung, die man für eine zivilisierte Entsorgung nutzen kann. Das Wichtigste ist zudem Müllvermeidung. Leider folgen viele Zeitgenossen diesem Appell nicht. Gerade in Coronazeiten hat das Müllproblem sogar noch zugenommen. Um auf das Problem aufmerksam zu machen und wenigstens einen Teil des gefährlichen Abfalls wieder aus der Natur zu entfernen, ruft der NABU Leipzig regelmäßig zu Müllsammelaktionen auf. Wegen der Coronabeschränkungen sind gemeinsame, öffentliche Arbeitseinsätze leider nicht möglich, dennoch machen sich NABU-Mitglieder hier und da ans Werk. So hätte der NABU Leipzig am 27. März 2021 zu einer Müllsammlung nach Gohlis eingeladen. Das war aufgrund der Coronasituation zwar nicht möglich, aber Mitglieder von NABU und NAJU waren dennoch einzeln und mit großem Abstand zum Müllsammeln auf dem Areal unterwegs. Weiterlesen


Ungebremste Baumfällungen

Fledermäuse werden obdachlos

Im Abtnaundorfer Park wurden Anfang März ökologisch wertvolle alte Bäume gefällt. Foto: NABU Leipzig
Im Abtnaundorfer Park wurden Anfang März ökologisch wertvolle alte Bäume gefällt. Foto: NABU Leipzig

Vom 1. März bis zum 30. September gilt die gesetzliche Gehölzschutzzeit, dennoch gehen in Leipzig Baumfällungen ungebremst weiter. Viele Bürger sind darüber empört und wenden sich hilfesuchend an den NABU. Bei den Fällarbeiten werden immer wieder Lebensstätten übersehen, Tiere werden verletzt oder getötet. Auf diese Art werden auch Fledermäuse obdachlos. Die Fleder­maushilfe hat seit Wochen alle Hände voll zu tun, noch nie wurden so viele Opfer gleichzeitig betreut. Es ist davon auszugehen, dass die baumbewohnen­den Tiere durch Gehölzarbeiten in ihrem Winter­quartier gestört wurden, oder dass sie es durch die Fällungen verloren haben. Der NABU Leipzig appelliert an die Stadtverwaltung, bei der Erteilung von Fällgenehmigungen alle Belange abzuwägen und dabei Arten- und Klimaschutz zu berücksichtigen. Zu den rücksichtslosen Fällungen gibt es oftmals ökologisch sinnvolle Alternativen. Weiterlesen

 

Pressemitteilung


Kinder fordern Schutz der Natur

Tagtäglich erreichen den NABU Leipzig Meldungen verzweifelter Menschen, die nicht verstehen, warum die Natur vor ihrer Haustür vernichtet wird. Es gibt einen gesellschaftlichen Wunsch nach umweltverträglicher und klimagerechter Stadtentwicklung, es gibt den Wunsch, vorhandene Natur zu erhalten und sie wertzuschätzen, doch dieser Wunsch wird meist nicht erhört, Stadtnatur wird geopfert, Leipzig schrumpft. Dagegen protestieren gemeinsam mit dem NABU oft auch Anwohner, und auch Kinder schicken verzweifelte Post an NABU und Rathaus. Weiterlesen


NABU stoppt Naturfrevel auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz

Baumfällungen und Gehölzrodungen in der Leipziger Innenstadt

Im Eiltempo wurden 500 m² wertvolle Hecken gerodet und 12 Bäume gefällt, bevor der NABU eingreifen konnte. Foto: NABU Leipzig
Im Eiltempo wurden 500 m² wertvolle Hecken gerodet und 12 Bäume gefällt, bevor der NABU eingreifen konnte. Foto: NABU Leipzig

Um Baumfällungen auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz in Leipzig zu stoppen, ist der NABU aktiv geworden und hat einen Anwalt sowie die Polizei eingeschaltet. NABU-Mitglieder waren am 21. Januar 2021 im Einsatz, um zu verhindern, dass gesetzlich geschützte Lebensstätten auf dem Areal zerstört werden. Die Gefahr ist noch nicht gebannt – während der NABU weitere juristische Schritte vorbereitet, prüft die Stadt Leipzig die rechtliche Lage, um die Rodungen fortzusetzen. Um das dem Fällstopp zugrunde liegende Schreiben an die Arbeiter vor Ort zu überreichen, war die Hilfe der Polizei notwendig. Falls für die Arbeiten die erforderlichen Ausnahmege­nehmigungen tatsächlich erteilt wurden, ist die naturschutzfachliche und rechtliche Grundlage dafür fraglich. Zudem versuchte man hier offenbar mit einer „Hauruck-Aktion“ innerhalb weniger Stunden naturzerstörerische Fakten zu schaffen. Ein solches Vorgehen verhöhnt das Engagement des ehrenamtlichen Naturschutzes und die Beteiligungsrechte der Bürger. Weiterlesen

 

Jetzt Spenden! Das Spendenformular wird von betterplace.org bereit gestellt.Die Beauftragung eines Rechtsanwalts und mögliche Gerichtsverfahren sind mit erheblichen Kosten verbunden. Der NABU ist für solche Ausgaben auf Spenden angewiesen. Bitte unterstützen Sie den Kampf für den Erhalt der Stadtnatur mit einer Spende – Herzlichen Dank!

 


Arbeitseinsatz für Biodiversität im Park

Pflanzaktion auf dem Buddeplatz

Gemeinsame Pflanzaktion. Foto: Stadtreinigung Leipzig
Gemeinsame Pflanzaktion. Foto: Stadtreinigung Leipzig

Parkanlagen können wertvolle Rückzugsgebiete für Mensch und Natur in der Stadt sein, sie sind aber meist durch intensive Pflege in einem naturfernen Zustand. Anliegen des NABU Leipzig ist es, durch eine naturnahe Parkgestaltung die ökologische Funktion zu verbessern und mit dem Denkmalschutz in Einklang zu bringen. Dass dies gelingen kann, zeigt eine Initiative im Buddepark in Gohlis-Mitte. Am 16. März 2021 fand hier gemeinsam mit der Stadt­reinigung Leipzig eine Pflanzaktion für mehr Biodiver­sität statt. Auch die Denkmalpflege wurde einbezogen und dadurch war es möglich, einen Kompromiss zwischen Denkmalschutz und Naturschutz zu finden und umzusetzen. Der NABU hofft, dass nach diesem Vorbild weitere Kompromisse in den Leipziger Parkanlagen möglich sein werden. Weiterlesen


Haarige Frühlingsboten

Ein Blick in die Kinderstube der Märzmücken

Märzmücken sind Frühlingsboten. Man kann sie von März bis Mai, vor allem Ende April, beobachten. Am 25. April ist Markustag, deshalb nennt man sie auch Markusfliege. Bei der Paarung tanzen die geselligen Insekten in der Luft und bilden Schwärme. Blut saugen diese Mücken nicht, sie ernähren sich von Pflanzensäften und Nektar und bestäuben dabei Blütenpflanzen. Die Larven leben im Boden und ernähren sich von pflanzlichen Abfällen. Im Herbst gibt es Massenvorkommen der Larven an der Erdoberfläche. Weiterlesen

Larven der Märzmücke. Foto: Sabrina Rötsch
Larven der Märzmücke. Foto: Sabrina Rötsch
Weibliche Märzmücke. Foto: Birgit Emig/naturgucker.de
Weibliche Märzmücke. Foto: Birgit Emig/naturgucker.de


Holzbienen sind Frühaufsteher

Bei der Blauschwarzen Holzbiene überwintern die erwachsenen Männchen und Weibchen, deshalb sind sie bereits früh im Jahr mobil, sobald die Tage warm genug sind. Dann bauen die Weibchen Niströhren und sammeln Pollen für den Nachwuchs. Dafür benötigen sie geeignete Blütenpflanzen und altes Holz. Die fleißigen Insekten achten übrigens auf die Abstands­regeln: Sie leben solitär. Die laut brummenden großen Insekten sorgen für Aufmerksamkeit. Weiterlesen



Weltspatzentag

Der „Allerweltsvogel“ braucht mehr Schutz

Im Waldstraßenviertel steht eine  Containerschule. In den Containern gibt es viele Ritzen und Nischen,  die Haussperlinge als Nistplatz nutzen. Foto: Beatrice Jeschke
Im Waldstraßenviertel steht eine Containerschule. In den Containern gibt es viele Ritzen und Nischen, die Haussperlinge als Nistplatz nutzen. Foto: Beatrice Jeschke

Am 20. März ist Welttag der Spatzen. Er soll darauf aufmerksam machen, dass der einstmals allgegenwärtige Haussperling seltener wird. Auch in Leipzig führt der Bauboom, der auf die Bedürfnisse der Stadtnatur und der Wildtiere in der Stadt zu wenig Rücksicht nimmt, dazu, dass dem Sperling Nistplätze und Nahrung verloren gehen. Betroffen sind davon auch andere gebäudebewohnende Tierarten wie Fledermäuse und Mauersegler.
Mit verschiedenen Aktionen wirbt der NABU Leipzig für den Schutz von Gebäudebrütern und engagiert sich für den Erhalt ihrer Lebensräume und Nistplätze. Wer Spatzennistplätze entdeckt, wird gebeten, sie dem NABU Leipzig zu melden, damit sie besser geschützt werden können. Zudem hat der NABU Leipzig eine Checkliste für den besseren Schutz gebäudebewohnender Tierarten bei Bauarbeiten veröffentlicht.

 

Pressemitteilung     Checkliste

 

Eine gemeinsame Vogelbeobachtung beim SPATZiergang konnte 2021 aufgrund der Coronapandemie nicht stattfinden, eine NABU-Mitarbeiterin war deshalb allein unterwegs und hat Beobachtungen in Bild und Ton festgehalten. Weiterlesen


Das Rotkehlchen ist Vogel des Jahres 2021

Das Rotkehlchen ist der erste öffentlich gewählte „Vogel des Jahres“. Foto: Reimund Francke
Das Rotkehlchen ist der erste öffentlich gewählte „Vogel des Jahres“. Foto: Reimund Francke

Zum 50. Mal wurde in diesem Jahr ein Vogel des Jahres gekürt, zum Jubiläum gab es eine Premiere: Der Vogel des Jahres wurde in einem zweistufigen Verfahren gewählt. Zur Auswahl standen alle heimischen Arten und jeder in Deutschland konnte sich an der Abstimmung beteiligen – rund 450.000 Menschen haben mitgemacht. Nach dem ersten Wahlgang blieben 10 Spitzenkandidaten übrig – gewonnen hat am Ende das Rotkehlchen. Auch in Leipzig ist es an vielen Stellen zuhause und begeistert die Menschen mit seinem feinen Gesang und dem prächtigen Anblick. Leider gehen auch diesem Vogel mehr und mehr Lebensräume verloren und aufgrund des Insektensterbens droht Nahrungsmangel.


Im weiteren Verlauf des Jahres wird der NABU Leipzig weiter über das Rotkehlchen in unserer Stadt informieren, sofern es möglich ist, sind auch Vortrag und Exkursion geplant. Weiterlesen


Leipzig für’s Klima

Forderungspapier Leipziger Klimaschutzgruppen

„Leipzig für's Klima“ ist ein Zusamenschluss von mehr als 20 Leipziger Klimagruppen, darunter der NABU Leipzig. In einem offenen Brief an Oberbürger­meister Burkhard Jung und die Vorsitzenden der Ratsfraktionen fordert das Bündnis deutlich mehr Engagement im Klimaschutz und die Einhaltung des Pariser Abkommens durch die Stadt. Angesichts des bereits im Oktober 2019 ausgerufenen Klimanot­stands steht das bisherige Tempo, in dem die Stadtverwaltung die Ratsbe­schlüsse umsetzt, in keinem angemessenen Verhältnis zur Dringlichkeit des Handelns, das die Klimakrise erfordert, so die Grundaussage des offenen Briefs

Die von der Stadtverwaltung bei der 3. Leipziger Klimakonferenz am 23. November 2020 vorgestellten Ziele und Maßnahmen reichen bei Weitem nicht aus, um auf kommunaler Ebene das Pariser Klimaschutz­abkommen einzuhalten. Dass die Stadt bei der finanziellen und personellen Ausstattung der Bereiche Klimaschutz und Klimaanpassung die richtigen Prioritäten setzt, ist nicht erkennbar. Das Bündnis „Leipzig für's Klima“ fordert daher die Verantwortlichen auf, schneller und mit deutlich mehr Krisenbewusstsein, transparenter und mit mehr Bürgerbeteiligung zu agieren. Mit dem Forderungs­schreiben will das Bündnis auch erreichen, dass der Stadtrat den Klimaschutz bei den bevorstehenden Haushaltsberatungen berücksichtigt. Weiterlesen


Rettungsplan für die Leipziger Aue

Gemeinsames Positionspapier von Umweltverbänden, Behörden und Wissenschaft

Ein Hauptproblem des Auwalds ist die Neue Luppe. Der künstlich angelegte Kanal sorgt für eine Entwässerung der Auenlandschaft. Foto: André Künzelmann/UFZ
Ein Hauptproblem des Auwalds ist die Neue Luppe. Der künstlich angelegte Kanal sorgt für eine Entwässerung der Auenlandschaft. Foto: André Künzelmann/UFZ

Maßgeblich auf Initiative von Prof. Dr. Christian Wirth vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) hat der NABU Sachsen zusammen mit anderen Verbänden sowie Vertretern aus zuständigen Kommunal- und Fachbehörden eine „Vision“ als naturschutzfachliches Leitbild für die Auenentwicklung in und um Leipzig entwickelt. Das Ergebnis ist ein 63-seitiges Diskussionspapier mit dem Titel „Dynamik als Leitprinzip zur Revitalisierung des Leipziger Auensystems“. Sachsens Umweltminister Günther würdigte das Papier als fundierte Grundlage und kündigte weitere Schritte an. In zehn Thesen stellen die Autoren Leitlinien vor, auf deren Grundlage detaillierte Konzepte für die Wiederbelebung der Auen erarbeitet werden können. Denn das Auensystem entlang der Weißen Elster, Pleiße und Luppe ist seit Jahrzehnten von seinem wichtigsten Element abgeschnitten: dem Wasser. Der Wald trocknet buchstäblich aus, verliert seine charakteristischen Baumarten und deren Bewohner. Weiterlesen


Vermeidbares Vogelsterben

Erneut Todesopfer an Wartehäuschen

Das Thema Vogelschlag an Wartehäuschen hat der NABU Leipzig bereits mehrfach bei Stadtverwaltung und Leipziger Verkehrsbetrieben angesprochen. Leicht könnte man das Risiko minimieren, dass Vögel tödlich an den Glasscheiben der Wartehäuschen verunglücken. Leider wurden die frühzeitigen Hinweise des NABU ignoriert. Bis heute sind keine für Vögel sichtbaren Muster an den Scheiben und das Sterben geht weiter.

Immer wieder kollidieren Vögel mit den Glasscheiben der Wartehäuschen, so wie diese drei tödlich verunglückten Amseln. Fotos: NABU Leipzig

 

Betroffen sind immer wieder Amseln. Sie fliegen bei der Nahrungssuche zu den Sträuchern auf der anderen Straßenseite und sehen Glas nicht als Hindernis. Im November 2020 wurden wieder drei tote Amseln gefunden. Der NABU Leipzig hat die Naturschutzbehörde aufgefordert, tätig zu werden und endlich etwas gegen die Todesfallen zu unternehmen.

 

Wer tote Vögel findet, meldet diese bitte mit Angaben zum Fundort, Datum und möglichst mit Foto an Vogelschutz@NABU-Leipzig.de


Foto: scholacantorum/Pixabay

Was macht der NABU Leipzig eigentlich?

 

Im November 2020 sprach die Initiative HYBRID ART LAB für den Oikos-Umweltpodcast „Natur für Städter“ mit René Sievert vom NABU Leipzig über die Arbeit des NABU für Mensch und Natur in Leipzig und Umgebung. Dabei ging es um Biotop-, Arten- und Klimaschutz. Die gemeinnützige Arbeit für diese Lebensgrundlagen des Menschen ist wichtig, aber auch recht mühsam. Jetzt anhören



Arbeitseinsatz am Burgauenbach

Müllsammlung im herbstlichen Auwald

Foto: Detlef Schönfelder
Foto: Detlef Schönfelder

Mehrmals im Jahr kontrolliert die NAJU den Zustand des Burgauenbachs, bei Bedarf werden Verstopfungen an den Durchflussstellen beseitigt, Müll wird vom Ufer eingesammelt, außerdem sind an dem Fließgewässer schöne Naturbeobachtungen möglich. Als letzte Gruppenaktion vor dem neuen „Corona-Lockdown“ versammelten sich neun Freiwillige am 31. Oktober 2020 zum Arbeitseinsatz im Auwald. Mit Keschern, Forken und Harken wurden an den Durchflussstellen Äste geborgen und Laub aus dem Wasser vor den Gittern gefischt, Scherben, Plastiksäcke mit Gartenabfällen und Malerutensilien wurden aufgesammelt. Weiterlesen  


Feuchtwiesenmahd an den Papitzer Lachen

Foto: Ludo Van den Bogaert
Foto: Ludo Van den Bogaert

Um sie vor Verbuschung zu schützen und als Sommerlebensraum für Amphibien, Reptilien und Insekten zu erhalten, wird eine Feuchtwiese des NABU Leipzig an den Papitzer Lachen jedes Jahr gemäht. 2020 fand der Arbeitseinsatz am 17. und 18. Oktober statt. Insgesamt 17 fleißige Naturschutzmacher waren dafür an den beiden Tagen im Einsatz. Das Wetter meinte es gut mit den ehrenamtlichen Helfern, sodass die Arbeit schnell voranging. Nach regnerischen Tagen war aber das Mahdgut feucht und schwerer als in den trockenen Vorjahren. Mitten im Naturschutzgebiet Luppeaue ist der Arbeitseinsatz auch immer ein schönes Naturerlebnis. In diesem Jahr konnten beispielsweise in einer Arbeitspause Kraniche beobachtet werden. Weiterlesen

 

Schutz des Leipziger Auenökosystems

 

Die Papitzer Lachen sind ein besonders wertvoller Teil der Leipziger Auenlandschaft, für die sich der NABU Leipzig aber auch insgesamt auf vielfältige Weise engagiert, um das artenreiches Ökosystem zu erhalten. Es muss jetzt gehandelt werden, um es vor dem Ver­schwinden zu schützen! Naturnahe Hochwasserereig­nisse sind dafür ein entscheidender Faktor, aber der NABU hat Forderungen formuliert, die über das Wasserregime hinausgehen. Denn in einer urbanen Auenlandschaft spielen auch Faktoren wie Infrastruk­tur, Besiedlung, Tourismus und wirtschaftliche Nutzung eine große Rolle. mehr


Stadtrat demonstriert Gleichgültigkeit

Naturschutz-Petition wurde wortlos zu den Akten gelegt

Abbildung: Gerd Altmann/Pixabay/NABU Leipzig
Leipzig schrumpft!

In der Sitzung am 14. Oktober 2020 sollte sich der Leipziger Stadtrat mit der unter anderem vom NABU Leipzig eingebrachten Petition „Bauen und Natur erhalten“ beschäftigen. Unmittelbar nach einer Sitzungspause, als ein Großteil der Stadträte noch vor dem Sitzungssaal beim Imbiss war, wurde der Tagesordnungspunkt abgehandelt. Die wenigen im Sitzungssaal überhaupt anwesenden Stadträte brauchten nur 30 Sekunden, um das Anliegen eines besseren Naturschutzes in der Stadt in den Papierkorb zu werfen. Ohne ein weiteres Wort wurde die Beschlussvorlage der Stadtverwaltung angenommen, die auf die Forderungen der Petition aber gar nicht eingeht. Der Stadtrat hat sich dieser Ignoranz angeschlossen und in einer erschreckenden Art und Weise die Meinung der Bürger und das Engagement der beteiligten Vereine für irrelevant erklärt. Weiterlesen


Schutz der Stadtnatur mangelhaft

NABU Leipzig weist Stellungnahme der Stadtverwaltung zur Petition „Bauen und Natur erhalten!“ zurück

Am 14. Oktober 2020 wird der Stadtrat über die Petition „Bauen und Natur erhalten!", die von mehr als 6.000 Bürgern unterzeichnet wurde, beraten und auf Basis der Beschlussvorlage der Stadtverwaltung darüber entscheiden. Die Gegenüberstellung dieser Beschlussvorlage und der Petition zeigt jedoch, dass die Stadtverwaltung in keiner Weise auf die Forderungen der Petition eingeht. Der NABU Leipzig reagiert darauf mit einer ausführlichen Stellungnahme. Weiterlesen

 

Stellungnahme     Pressemitteilung


Bauarbeiten ohne Rücksicht auf Verluste

Turmfalkennistplätze und Jagdreviere gehen verloren

Dieser Turmfalke wurde nur wenige Wochen alt. Foto: Beatrice Jeschke
Dieser Turmfalke wurde nur wenige Wochen alt. Foto: Beatrice Jeschke

Die Wildvogelhilfe des NABU Leipzig bekommt immer öfter Meldungen, dass junge Falken halb verhungert auf den Straßen und Wegen sitzen. Die Vögel prallen gegen Glasscheiben oder Autos und werden überrollt. Vogeleltern trauen sich im dichten Verkehrsraum nicht zum Boden, somit sind die Jungtiere zum Verhungern verurteilt. Die Situation für Turmfalken verschlechtert sich in Leipzig seit Jahren. Obwohl das Artensterben und der Klimanotstand ein sofortiges Umsteuern erfordern, ist die Stadtplanung von Beton, Grünverlust, Lebensstättenzerstörung  und Flächenversiegelung geprägt. Der fortschreitende Verlust geschützter Lebensstätten und der verschlechterte Erhaltungszustand geschützter Arten ist gesetzeswidrig. Turmfalken sind gesetzlich streng geschützt, wiederkehrend genutzte Lebensstätten sind ebenfalls geschützt.

 

In Leipzig Connewitz ist ein Schulneubau geplant, der den Anflug zu einem etablierten Turmfalkennistplatz verbaut. Dadurch wird ein weiterer Brutplatz der Falken zerstört und Nahrungsflächen werden überbaut, das Bundesnaturschutzgesetz wird irgnoriert. Wohin sollen die Vögel ausweichen, wenn die Schule gebaut wird? Eine Anfrage beim Amt für Umweltschutz blieb unbeantwortet. Der NABU Leipzig fordert, dass Bauprojekte endlich so geplant werden, dass Lebensräume unserer Mitgeschöpfe erhalten oder neu geschaffen werden. Weiterlesen


Gefährliche Angelhaken

Immer wieder Rettungsaktionen für verfangene Vögel

Der Schwan konnte eingefangen und der Angelhaken entfernt werden. Foto: NABU Leipzig
Der Schwan konnte eingefangen und der Angelhaken entfernt werden. Foto: NABU Leipzig

Von Anglern achtlos liegen gelassene oder ins Wasser geworfene Angelschnüre sind eine ernste Gefahr für Wasservögel. Wenn sich Haken und Schnur am Körper verfangen, endet der Überlebenskampf mit Verletzungen, manchmal auch tödlich. Leider werden dem NABU Leipzig immer wieder solche Fälle gemeldet, nicht immer kann die Wildvogelhilfe den Tieren noch helfen. Tiere die nicht rechtzeitig gefangen werden, können sich tödlich verletzen. Der NABU appelliert an Angler, sämtlichen Unrat von Gewässern wieder mitzunehmen und insbesondere keine Haken und Schnüre zurückzulassen! Am 3. April 2020 wurde der NABU zu einem Schwan in Delitzsch gerufen. Bei ihm steckte der Angelhaken tief im Schnabelrand und die Schnur war um die Zunge gewickelt. Die Wildvogelhilfe Leipzig konnte den Haken erfolgreich entfernen. Weiterlesen      Pressemitteilung

 

Zurückgelassene Angelhaken und Schnüre sind lebensgefährlich für Wasservögel, die sich darin verfangen können. Wer solche Hinterlassenschaften findet, sollte versuchen, sie aus dem Geäst zu entfernen und zu entsorgen oder den NABU Leipzig zu benachrichtigen


Leipzig schrumpft

NABU beklagt Lebensraumverlust in der wachsenden Stadt

Leipzig wächst für die Menschen. Demnächst wird die Stadt wohl mehr als 580.000 Einwohner haben, bis 2030 werden gar 720.000 erwartet. An den vielen Baustellen ist gerade zu sehen, wie sich ein solches Wachstum auswirkt. Neue Wohnungen, Einkaufsmärkte und Gewerbegebiete werden gebaut.

 

Aber Leipzig schrumpft für die Wildtiere! Während die Stadt wächst, haben diese Stadtbewohner immer weniger Platz. Viele Brachflächen und Grünanlagen gibt es nicht mehr, Sträucher und Bäume wurden gerodet. Damit einher geht der Verlust von potenziellen Lebensräumen der Tiere. Immer mehr Menschen fällt auf, dass es beispielsweise weniger Sperlinge und Amseln gibt. Igel, Fledermaus, Schmetterling und Nachtigall, die zum lebendigen Stadtbild von Leipzig gehörten, werden immer seltener.

 

Darauf weist der NABU Leipzig hin, der allein im Jahr 2016 einen Flächenverlust von über 50 Hektar erfasst hat. Das sind Flächen, die lange von unseren tierischen Mitbewohnern genutzt wurden und die nun nicht mehr existieren. Eine Karte gibt einen entsprechenden Überblick über diese vom NABU registrierten Flächen – viele weitere sind in dieser Übersicht noch gar nicht enthalten.

 

Der NABU wirbt für einen verantwortungsvollen Umgang mit vorhanden Flächen. Bei Bauplanungen sollte man Lebensräume für tierische Nachbarn von Anfang an berücksichtigen.

 

Pressemitteilung     Weiterlesen

WEITERE THEMEN


Foto: Beatrice Jeschke

Platz der Biologischen Vielfalt in Gefahr

 

Der Wilhelm-Leuschner-Platz hat eine größere Artenvielfalt als umliegende Parkflächen. Mit großer Sorge beobachtet der NABU, dass auch diese Oase dem Bauboom geopfert werden soll. Es deutet nichts darauf hin, dass der Naturschutz bei den Planungen berücksichtigt wird, obwohl der NABU Leipzig dazu frühzeitig Hinweise gegeben hat. mehr

 



Foto: René Sievert
Foto: René Sievert

Defizite beim Schutz häufiger Vogelarten

 

Viele Lebensräume in Leipzig gehen im Zusammenhang mit Baumaßnahmen ersatzlos verloren. Die Folge sind unter anderem Bestandseinbrüche bei Vogelarten, obwohl sie nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützte sind. Der NABU Leipzig hat ein Positionspapier verfasst, in dem am Beispiel der geschützten Lebensstätten des Haussperlings die Rechtslage und die ökologischen Zusammenhänge erläutert werden. mehr


Tiermord in der Stadt

 

Tagtäglich werden in Leipzig bei Bau- oder Gehölzpflegearbeiten Tiere getötet, Nistplätze schwinden, Orte für die Nahrungssuche gehen verloren. In vielen Fällen handelt es sich um Verstöße gegen das Naturschutz­recht, was jedoch oft folgenlos bleibt. Bürger verstehen nicht, warum die Behörden nicht einschreiten. Auch Arbeiten im Auftrag der Stadt selbst sind keineswegs vorbildlich. mehr  



Wohnungsnot durch Bauboom

 

Bei Gebäudesanierungen werden Nistplätze zerstört, der gesetzliche Artenschutz wird aus Unkenntnis oder vorsätzlich missachtet. Das führt zum Verlust von Nistplätzen, in manchen Fällen auch zum Tod von Tieren. Auf Leipziger Baustellen! Der NABU fordert Einhaltung der Artenschutzgesetze! mehr

  



Tipps zum Artenschutz beim Gebäudeneubau

 

Wie man mit geringem Aufwand Vogelnistplätze und Fledermausquartiere in Gebäudeneubauten integrieren kann, zeigt die kleine Broschüre. Sie basiert auf einer Bachelorarbeit an der HTWK. mehr

 

 

 



Tödliche Klebepaste

 

Bundesweit kommt ein silikonartiger Kleber zum Einsatz, um Vögel von Gebäuden zu vertreiben. Diese Abwehrpaste wird als harmlos angepriesen, doch sie hat für Vögel und andere Tiere tödliche Folgen. Die Verwendung ist nach Auffassung des NABU gesetzeswidrig. Der NABU Leipzig fordert deshalb alle auf, dieses Mittel keinesfalls einzusetzen und Einsatzorte des Klebers zu melden. mehr



Foto: Hans-Joachim Kietz

Buntes Grün

 

Der NABU setzt sich für eine naturnahe Pflege von Kleingärten, Parkanlagen und Grünflächen ein, unterstützt Garten- und Grundstücks­besitzer, Inhaber von Firmengeländen oder von Wohnanlagen, Sträucher zu pflanzen oder Blumenwiesen anzulegen und zu erhalten. Machen Sie mit: Schaffen Sie Lebensräume in der Stadt! mehr

 



Natur im Kleingarten

 

Kleingärten sind ein wichtiger Teil der Stadtnatur und können Lebensraum für viele Tiere sein. Tipps und Tricks für naturnahes Gärtnern gibt der NABU in einem Faltblatt, das im NABU-Naturschutzbüro in Gohlis und beim Stadtverband der Kleingärtner in Plagwitz erhältlich ist.

 

 



Foto: Ina Ebert
Foto: Ina Ebert

Kleingarteninitiative „Baum statt Bäumchen“

 

Die leider verbrei­tete Meinung, es dürfen in Kleingärten nur kleine Obst­bäume gepflanzt werden, ist nicht richtig und hat dazu geführt, dass in vielen Gartenanlagen das Leben auf und in Obst­bäumen auf rasantem Rückgang ist. Besser sind Halbstämme, die eine Höhe von etwa 5 Metern erreichen und laut Bundeskleingartengesetzt erlaubt sind. Natürliche Bruthöhlen entstehen erst bei größeren und älteren Bäumen, die zudem mit ihren Blüten zahlreichen Insekten Nektar und Pollen bieten. mehr



Beschwerde gegen das Tourismuskonzept

 

Dass das Wassertouristische Nutzungskonzept in der Region Leipzig (WTNK) ohne Umweltverträglichkeits­prüfung und ohne Beteiligung der Öffentlichkeit realisiert wird, obwohl es erhebliche ökologische Auswirkungen hat, hält der NABU Leipzig für rechtswidrig. mehr

 

 

 



Foto: Doris Wolst/UFZ

Schutz der artenreichen Auenlandschaft

 

Das Auenökosystem ist auf periodische Hochwasserer­eignisse angewie­sen, sie wieder zu ermöglichen, ist deshalb eins der wichtigsten Natur­schutzziele. Neben dieser Auenrevitalisierung gilt es, den Auwald als artenreiche Kulturlandschaft zu erhalten. Ihre große Biodiversi­tät verdankt sie auch einer naturverträg­lichen Forstbewirtschaftung. Der NABU setzt sich dafür ein, dass dabei ökologische Zusam­menhänge und der Artenschutz beachtet werden. mehr