SARS-CoV-2. Illustration: CDC / Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAMS

Infektions-Vorsorge

 

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation bleibt die NABU-Naturschutzstation vorerst für Besucher geschlossen, gegenwärtig sind alle Veranstaltungen und Aktionen abgesagt. In dringenden Fällen erreichen Sie den NABU Leipzig telefonisch unter 0341 6884477 (Anrufbeantworter) oder per E-Mail.

 

Informationen der Stadtverwaltung 



Foto: Beatrice Jeschke
Foto: Beatrice Jeschke

Natur & Co(rona)

 

Um sich und andere zu schützen, müssen in der kalten Jahreszeit nun wieder alle zuhause bleiben und Kontakte zu anderen Menschen unterlassen. Der NABU Leipzig hatte bereits im Frühjahr einige Tipps und Informationen im Internet zusammengestellt – die Rubrik wird nun wieder ergänzt. Auf das gemeinsame Naturerleben müssen wir zwar verzichten, aber Freude an der Natur kann durch die Corona-Krise hindurch helfen. mehr 



Wahl zum Vogel des Jahres 2021

Die Wahl zum „Vogel des Jahres 2021“ geht in die heiße Phase! Bis zum 19. März kann man abstimmen. Zur Wahl stehen die zehn Sieger der Vorwahlphase zwischen Mitte Oktober und Mitte Dezember. Von den zehn Kandidaten, die der NABU Leipzig für die Vorwahl nominiert hatte, haben es vier Vogelarten in diese Endrunde geschafft: Amsel, Blaumeise, Haussperling und Rauchschwalbe. Jede dieser Arten steht für ein Anliegen des Natur- und Vogelschutzes in Leipzig und Umgebung. Weiterlesen


Wir haben es satt!

Aktion für eine naturverträgliche Landwirtschaft

Die jährliche Protestaktion für eine naturverträgliche Landwirtschaft findet am 16. Januar 2021 „coronakonform“ anders statt als sonst. Eine Großdemonstration mit Teilnehmern aus ganz Deutschland ist angesichts der Ansteckungsgefahr unmöglich. Das Bündnis „Wir haben es satt!“ bringt normalerweise Zehntausende zum Auftakt

Bis zum 14.01. Fußabdruck schicken!

der „Grünen Woche“ auf die Straße – dieses Mal soll es nur eine kreative Kundgebung vor dem Bundeskanzleramt geben. Das Bündnis aus 60 Organisationen aus Landwirtschaft und Gesellschaft, darunter der NABU, fordert eine zukunftsfähige Agrarpolitik. Die Protestveranstaltung, die zum Auftakt des Superwahljahres mit sechs Landtags- und der Bundestagswahl stattfindet, steht unter dem Titel „Agrarindustrie abwählen – Agrarwende lostreten!“

 

Alle, die mitmachen möchten, sollen diesmal zuhause bleiben und sich an der „Aktion Fußabdruck“ beteiligen. Hierfür wird der Abdruck des eigenen Fußes oder Schuhs mit einer Forderung versehen und nach Berlin geschickt. Am Kanzleramt werden die Abdrücke dann in Szene gesetzt und es entsteht ein eindrucksvolles Protestbild. Weitere Informationen



Leipzig für’s Klima

Forderungspapier Leipziger Klimaschutzgruppen

„Leipzig für's Klima“ ist ein Zusamenschluss von mehr als 20 Leipziger Klimagruppen, darunter der NABU Leipzig. In einem offenen Brief an Oberbürger­meister Burkhard Jung und die Vorsitzenden der Ratsfraktionen fordert das Bündnis deutlich mehr Engagement im Klimaschutz und die Einhaltung des Pariser Abkommens durch die Stadt. Angesichts des bereits im Oktober 2019 ausgerufenen Klimanot­stands steht das bisherige Tempo, in dem die Stadtverwaltung die Ratsbe­schlüsse umsetzt, in keinem angemessenen Verhältnis zur Dringlichkeit des Handelns, das die Klimakrise erfordert, so die Grundaussage des offenen Briefs

Die von der Stadtverwaltung bei der 3. Leipziger Klimakonferenz am 23. November 2020 vorgestellten Ziele und Maßnahmen reichen bei Weitem nicht aus, um auf kommunaler Ebene das Pariser Klimaschutz­abkommen einzuhalten. Dass die Stadt bei der finanziellen und personellen Ausstattung der Bereiche Klimaschutz und Klimaanpassung die richtigen Prioritäten setzt, ist nicht erkennbar. Das Bündnis „Leipzig für's Klima“ fordert daher die Verantwortlichen auf, schneller und mit deutlich mehr Krisenbewusstsein, transparenter und mit mehr Bürgerbeteiligung zu agieren. Mit dem Forderungs­schreiben will das Bündnis auch erreichen, dass der Stadtrat den Klimaschutz bei den bevorstehenden Haushaltsberatungen berücksichtigt. Weiterlesen


Vogelzählung trotz Corona

Stunde der Wintervögel 2021

Noch bis zum 18. Januar 2021 kann man seine Beobachtungen an den NABU melden

Jedes Jahr im Januar ruft der NABU zur großen winterlichen Vogelzählung auf. Bei dieser „Stunde der Wintervögel“ kann jeder mitmachen, der sich eine Stunde Zeit nimmt. Man beobachtet die Tiere in der unmittelbaren Umgebung, notiert die Anzahl und die Vogelarten und meldet alles dem NABU. Dabei kann man Preise gewinnen, lernt etwas über die heimische Vogelwelt und hilft beim Vogelschutz; denn die zahlreichen Daten aus ganz Deutschland liefern wertvolle Informationen über die Bestandsent­wicklung bei Vogelarten im Siedlungsraum. Gerade diese Arten sind mehr und mehr bedroht – in Leipzig besipielsweise durch rücksichtslose Bauprojekte und den fortschreitenden Verlust der Stadtnatur.

 

2021 fand die Stunde der Wintervögel vom 8. bis zum 10. Januar statt.  Aufgrund der Corona-Pandemie konnte der NABU Leipzig in diesem Jahr leider keine Termine für eine gemeinsame Vogelbeobachtung anbieten, aber die Menschen nutzten offenbar die Gelegenheit, frische Luft zu schnappen, etwas über die heimische Vogelwelt zu lernen und bei ihrem Schutz zu helfen: Deutschlandweit kann der NABU eine Rekordbeteiligung verzeichnen, zugleich aber auch eine sehr niedrige Zahl von Vögeln an den Bebachtungsorten. Mitglieder des NABU Leipzig waren unterwegs, um an den ursprünglich geplanten Veranstaltungsorten die Vögel cornoakonform zu erfassen. Weiterlesen


Bitte kein Silvesterfeuerwerk!

NABU Leipzig bittet um Rücksichtnahme

Wie jedes Jahr ruft der NABU Leipzig auch 2020 wieder dazu auf, kein Silvesterfeuerwerk zu zünden! Aus Gründen des Infektionsschutzes und mit Blick auf belastete Krankenhäuser ist das Feuerwerk in diesem Jahr ohnehin tabu, aber auch im Interesse von Umwelt und Wildtieren sollte man darauf verzichten. Um auf die Probleme hinzuweisen und die Menschen zu informieren, hat der NABU Leipzig auch in diesem Jahr wieder in verschiedenen Parkanlagen Hinweisschilder aufgehängt.

Bei Tieren löst die ungewohnte nächtliche Silvesterknallerei Panik aus. Deshalb bittet der NABU Leipzig darum, Feuerwerk zumindest in allen Schutzgebieten sowie auf Grünflächen und in Gartenanlagen zu unterlassen. Es gibt in der großen Stadt genügend betonierte und asphaltierte, baumfreie Plätze – das letzte bisschen Grün sollte man als Rückzugsgebiet der Tierwelt respektieren und nicht zur Partymeile machen. Außerdem sollten sich alle bemühen, Grünflächen und Gewässer nicht in Abfallplätze zu verwandeln. Diese „Silvestertradition“ hat keine Existenzberechtigung.

 

Wenn überall geböllert wird, können beispielsweise Vögel nur in die Höhe flüchten. Dadurch verlieren sie viel Energie. Sie finden keinen Schlafplatz und fliegen bis zur Erschöpfung umher. Für viele Vögel, aber auch andere Tiere hat der Silvester-„Spaß“ der Menschen schlimme Folgen. Im Rosental sowie im Clara-Zetkin- und im Johannapark gibt es im Winter große Schlafgemeinschaften von Vögeln. Neujahr werden dort leider jedes Jahr tote und verletzte Tiere gefunden – Opfer menschlicher Rücksichtslosigkeit. Verbrennungen, Schockzustände, geschädigte Hörorgane und andere Verletzungen werden bei Tieren nach Silvester festgestellt. Weiterlesen

 

MEDIENECHO

 

Tag 24


Trauer um Ingrid Bässler

Freundin, Ratgeberin und tatkräftige Naturschützerin

Foto: Ludo Van den Bogaert/NABU Leipzig
Foto: Ludo Van den Bogaert/NABU Leipzig

Am 30. November 2020 verstarb plötzlich und für alle unfassbar unsere Mitstreiterin Ingrid Bässler.

 

Sie kämpfte in mehreren Vereinen gegen das Tierleid und die Ausbeutung unserer Mitgeschöpfe. Im NABU engagierte sie sich in verschiedenen Arbeitskreisen. Als herausragend ist ihr Einsatz im Amphibienschutz zu würdigen. Noch im Berufsleben stehend machte sie auf unzählige überfahrene Frösche und Kröten an der Schwimmhalle Schönefeld aufmerksam und rettete während der Laichzeit vielen von ihnen das Leben. Mit ihrem Engagement hat der NABU Leipzig den Amphibienschutz an weiteren Gefahrenschwer­punkten in unserer Stadt intensiviert.

 

Auch im Vogelschutz blieb sie hartnäckig und schrieb an Behörden und Gebäudeeigentümer. Die Entschärfung der tödlichen Glasfassaden in der Max-Liebermann-Straße wäre ohne Ingrid nicht möglich gewesen. Die fast einjährige tägliche Suche nach tödlich verunglückten Vögeln brachte sie an die Grenzen des Ertragbaren, doch sie gab nicht auf. Schließlich konnte die Beklebung der durchsichtigen Vogelfalle erreicht und die Gefahr abgewendet werden. Wir sind froh, dass Ingrid das noch sehen konnte. Sie hatte Freude an der Beobachtung der Vögel und ließ andere im NABU daran teilhaben. Auf dem Gohliser Friedhof und im Eutritzscher Park half sie bei den Nistkastenreinigungen. 

 

Jedes Jahr war sie beim Küstenreinigungstag dabei und immer wieder bei Demonstrationen für den Erhalt der Stadtnatur.  Wir erinnern uns gern an gemeinsame Aktionen und werden ihr Andenken bewahren.

Ingrid Bässler in Aktion: Bei Wiesenmahd, Küstenreinigungstag, Demonstration, Nistkastenkontrolle und Vogelbeobachtung. Fotos: NABU Leipzig


Rettungsplan für die Leipziger Aue

Gemeinsames Positionspapier von Umweltverbänden, Behörden und Wissenschaft

Ein Hauptproblem des Auwalds ist die Neue Luppe. Der künstlich angelegte Kanal sorgt für eine Entwässerung der Auenlandschaft. Foto: André Künzelmann/UFZ
Ein Hauptproblem des Auwalds ist die Neue Luppe. Der künstlich angelegte Kanal sorgt für eine Entwässerung der Auenlandschaft. Foto: André Künzelmann/UFZ

Maßgeblich auf Initiative von Prof. Dr. Christian Wirth vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) hat der NABU Sachsen zusammen mit anderen Verbänden sowie Vertretern aus zuständigen Kommunal- und Fachbehörden eine „Vision“ als naturschutzfachliches Leitbild für die Auenentwicklung in und um Leipzig entwickelt. Das Ergebnis ist ein 63-seitiges Diskussionspapier mit dem Titel „Dynamik als Leitprinzip zur Revitalisierung des Leipziger Auensystems“. Sachsens Umweltminister Günther würdigte das Papier als fundierte Grundlage und kündigte weitere Schritte an. In zehn Thesen stellen die Autoren Leitlinien vor, auf deren Grundlage detaillierte Konzepte für die Wiederbelebung der Auen erarbeitet werden können. Denn das Auensystem entlang der Weißen Elster, Pleiße und Luppe ist seit Jahrzehnten von seinem wichtigsten Element abgeschnitten: dem Wasser. Der Wald trocknet buchstäblich aus, verliert seine charakteristischen Baumarten und deren Bewohner. Weiterlesen


Vermeidbares Vogelsterben

Erneut Todesopfer an Wartehäuschen

Das Thema Vogelschlag an Wartehäuschen hat der NABU Leipzig bereits mehrfach bei Stadtverwaltung und Leipziger Verkehrsbetrieben angesprochen. Leicht könnte man das Risiko minimieren, dass Vögel tödlich an den Glasscheiben der Wartehäuschen verunglücken. Leider wurden die frühzeitigen Hinweise des NABU ignoriert. Bis heute sind keine für Vögel sichtbaren Muster an den Scheiben und das Sterben geht weiter.

Immer wieder kollidieren Vögel mit den Glasscheiben der Wartehäuschen, so wie diese drei tödlich verunglückten Amseln. Fotos: NABU Leipzig

 

Betroffen sind immer wieder Amseln. Sie fliegen bei der Nahrungssuche zu den Sträuchern auf der anderen Straßenseite und sehen Glas nicht als Hindernis. Im November 2020 wurden wieder drei tote Amseln gefunden. Der NABU Leipzig hat die Naturschutzbehörde aufgefordert, tätig zu werden und endlich etwas gegen die Todesfallen zu unternehmen.

 

Wer tote Vögel findet, meldet diese bitte mit Angaben zum Fundort, Datum und möglichst mit Foto an Vogelschutz@NABU-Leipzig.de


Foto: scholacantorum/Pixabay

Was macht der NABU Leipzig eigentlich?

 

Im November 2020 sprach die Initiative HYBRID ART LAB für den Oikos-Umweltpodcast „Natur für Städter“ mit René Sievert vom NABU Leipzig über die Arbeit des NABU für Mensch und Natur in Leipzig und Umgebung. Dabei ging es um Biotop-, Arten- und Klimaschutz. Die gemeinnützige Arbeit für diese Lebensgrundlagen des Menschen ist wichtig, aber auch recht mühsam. Jetzt anhören



Arbeitseinsatz am Burgauenbach

Müllsammlung im herbstlichen Auwald

Foto: Detlef Schönfelder
Foto: Detlef Schönfelder

Mehrmals im Jahr kontrolliert die NAJU den Zustand des Burgauenbachs, bei Bedarf werden Verstopfungen an den Durchflussstellen beseitigt, Müll wird vom Ufer eingesammelt, außerdem sind an dem Fließgewässer schöne Naturbeobachtungen möglich. Als letzte Gruppenaktion vor dem neuen „Corona-Lockdown“ versammelten sich neun Freiwillige am 31. Oktober 2020 zum Arbeitseinsatz im Auwald. Mit Keschern, Forken und Harken wurden an den Durchflussstellen Äste geborgen und Laub aus dem Wasser vor den Gittern gefischt, Scherben, Plastiksäcke mit Gartenabfällen und Malerutensilien wurden aufgesammelt. Weiterlesen  


Feuchtwiesenmahd an den Papitzer Lachen

Foto: Ludo Van den Bogaert
Foto: Ludo Van den Bogaert

Um sie vor Verbuschung zu schützen und als Sommerlebensraum für Amphibien, Reptilien und Insekten zu erhalten, wird eine Feuchtwiese des NABU Leipzig an den Papitzer Lachen jedes Jahr gemäht. 2020 fand der Arbeitseinsatz am 17. und 18. Oktober statt. Insgesamt 17 fleißige Naturschutzmacher waren dafür an den beiden Tagen im Einsatz. Das Wetter meinte es gut mit den ehrenamtlichen Helfern, sodass die Arbeit schnell voranging. Nach regnerischen Tagen war aber das Mahdgut feucht und schwerer als in den trockenen Vorjahren. Mitten im Naturschutzgebiet Luppeaue ist der Arbeitseinsatz auch immer ein schönes Naturerlebnis. In diesem Jahr konnten beispielsweise in einer Arbeitspause Kraniche beobachtet werden. Weiterlesen

 

Schutz des Leipziger Auenökosystems

 

Die Papitzer Lachen sind ein besonders wertvoller Teil der Leipziger Auenlandschaft, für die sich der NABU Leipzig aber auch insgesamt auf vielfältige Weise engagiert, um das artenreiches Ökosystem zu erhalten. Es muss jetzt gehandelt werden, um es vor dem Ver­schwinden zu schützen! Naturnahe Hochwasserereig­nisse sind dafür ein entscheidender Faktor, aber der NABU hat Forderungen formuliert, die über das Wasserregime hinausgehen. Denn in einer urbanen Auenlandschaft spielen auch Faktoren wie Infrastruk­tur, Besiedlung, Tourismus und wirtschaftliche Nutzung eine große Rolle. mehr


Artenschutz und Biotopgestaltung

NABU Leipzig berät zum „Animal Aided Design“

Die Stadtnatur ist gefährdet, Leipzig wächst wie keine andere Stadt in Deutschland. Durch die damit verbundene Bebauung von Grünflächen und Stadtbrachen schwinden die Lebensräume für Tiere. Diese rücksichtslose Art der Stadtentwicklung ignoriert, dass die Stadtnatur mit ihren Ökosystemleistungen in Zeiten von Klimakrise und Artensterben immer wichtiger wird. Mit einer frühzeitigen Beachtung des Artenschutzes und der Berücksichtigung ausgewählter Tierarten bereits in der Planungsphase kann die Biologische Vielfalt im Stadtgebiet erhalten und sogar verbessert werden. Hierzu kann das Konzept Animal Aided Design (AAD) ein wichtiger Baustein sein. Mit diesem Konzept werden Bedürfnisse von Tierarten in die Planung und Gestaltung städtischer Freiräume einbezogen. Der NABU Leipzig bietet seine fachliche Expertise zu Artenschutzmaßnahmen nach den Prinzipien des AAD für Bauherren, Planungsbüros und auch Privatmenschen an. Weiterlesen


Defizite beim Schutz häufiger Vogelarten

Positionspapier des NABU Leipzig

Foto: Beatrice Jeschke
Foto: Beatrice Jeschke

Viele Lebensräume in Leipzig gehen im Zusammenhang mit Baumaßnahmen ersatzlos verloren. Die Folge sind unter anderem Bestandseinbrüche bei Vogelarten, obwohl alle europäischen Vogelarten nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders oder streng geschützte sind. Auch bei einstmals oder gegenwärtig noch häufigen Arten ist der Lebensraumverlust dramatisch, sodass sie schon bald im Bestand gefährdet sein könnten. Um diesen bedenklichen Entwicklungen entgegenzutreten, hat der NABU Leipzig ein Positionspapier verfasst, in dem am Beispiel der geschützten Lebensstätten des Haussperlings die Rechtslage und die ökologischen Zusammenhänge erläutert werden. Ziel ist ein Dialog über die in Leipzig vorliegenden Umsetzungsdefizite des Naturschutzrechts. Aus diesem Grund wurde das Positionspapier vom NABU jetzt an die Naturschutzbehörde übergeben. Weiterlesen


Stadtrat demonstriert Gleichgültigkeit

Naturschutz-Petition wurde wortlos zu den Akten gelegt

Abbildung: Gerd Altmann/Pixabay/NABU Leipzig
Leipzig schrumpft!

In der Sitzung am 14. Oktober 2020 sollte sich der Leipziger Stadtrat mit der unter anderem vom NABU Leipzig eingebrachten Petition „Bauen und Natur erhalten“ beschäftigen. Unmittelbar nach einer Sitzungspause, als ein Großteil der Stadträte noch vor dem Sitzungssaal beim Imbiss war, wurde der Tagesordnungspunkt abgehandelt. Die wenigen im Sitzungssaal überhaupt anwesenden Stadträte brauchten nur 30 Sekunden, um das Anliegen eines besseren Naturschutzes in der Stadt in den Papierkorb zu werfen. Ohne ein weiteres Wort wurde die Beschlussvorlage der Stadtverwaltung angenommen, die auf die Forderungen der Petition aber gar nicht eingeht. Der Stadtrat hat sich dieser Ignoranz angeschlossen und in einer erschreckenden Art und Weise die Meinung der Bürger und das Engagement der beteiligten Vereine für irrelevant erklärt. Weiterlesen


Schutz der Stadtnatur mangelhaft

NABU Leipzig weist Stellungnahme der Stadtverwaltung zur Petition „Bauen und Natur erhalten!“ zurück

Am 14. Oktober 2020 wird der Stadtrat über die Petition „Bauen und Natur erhalten!", die von mehr als 6.000 Bürgern unterzeichnet wurde, beraten und auf Basis der Beschlussvorlage der Stadtverwaltung darüber entscheiden. Die Gegenüberstellung dieser Beschlussvorlage und der Petition zeigt jedoch, dass die Stadtverwaltung in keiner Weise auf die Forderungen der Petition eingeht. Der NABU Leipzig reagiert darauf mit einer ausführlichen Stellungnahme. Weiterlesen

 

Stellungnahme     Pressemitteilung


Für naturverträgliche Stadtplanung

Demonstration vor dem Neuen Rathaus

Artensterben und Klimakrise erfordern ein Umsteuern! Um für einen grünen Leuschnerplatz zu demonstrieren, fand am 7. Oktober 2020 eine Demonstration vor dem Neuen Rathaus statt, an der sich auch der NABU Leipzig beteiligte. Obwohl die Demonstration innerhalb weniger Tage organisiert werden musste und an einem Wochentag um 13 Uhr begann, fanden sich rund 40 Teilnnehmerinnen und Teilnehmer ein.

 

Im Vorfeld der Stadtratssitzung hatten sich rund 200 Bürger an einer Mailaktion des NABU Leipzig beteiligt: Sie hatten den Stadträten E-Mails mit ihren Forderungen nach einer naturverträglichen Stadtplanung geschickt. Einige Fraktionen formulierten daraufhin Stellungnahmen zu den Forderungen des NABU, die nun eine Grundlage für weitere Gespräche bilden können. Mailaktion und Protestdemonstration machen daher Hoffnung und zeigen, dass viele Bürger den weiteren Verlust ihrer Stadtnatur nicht hinnehmen wollen. Weiterlesen


Mehr Biodiversität im Park

Gemeinsamer Arbeitseinsatz von NABU und Stadtreinigung

Gemeinsame Pflanzaktion von Stadtreinigung und NABU auf der Grünanlage Freiligrathplatz. Fotos: Ludo Van den Bogaert

 

Die Parkanlagen in Leipzig sind ein wichtiger Teil der innerstädtischen Lebensräume für die Tier- und Pflanzenwelt, sie dienen der Erholung und auch dem Stadtklima. Wie eine naturnahe Parkanlage aussehen kann, wird jetzt auf der Grünfläche Freiligrathplatz demonstriert. Dieser Park wird von der Stadtreinigung in Zusammenarbeit mit dem NABU umgestaltet, um die Biodiversität zu fördern. Am 10. Oktober 2020 fand ein Arbeitseinsatz statt, an dem auch Anwohner teilnahmen. Mehr als 230 heimische Gehölze wurden im Park gepflanzt, außerdem wurde eine Blumenwiese mit einer regionalen Saatgutmischung als Nahrungsquelle für Insekten eingesät. Weiterlesen


EuroBirdWatch

Zugvogelbeobachtung mit dem NABU Leipzig

Foto: René Bauer
Foto: René Bauer

Am 4. Oktober 2020 hatte der NABU Leipzig zur Zugvogelbeobachtung an den Schönauer Lachen eingeladen. Rund 20 Vogelfreunde kamen und konnten bei schönem Herbstwetter viele Zugvogel­arten beobachten und dazu Interessantes erfahren. Anlass war der „EuroBirdWatch“, denn zum Höhe­punkt des Vogelzugs finden in ganz Europa Veranstal­tungen zur Vogelbeobachtung statt, in Deutschland ruft der NABU jedes Jahr dazu auf. An den Schönauer Lachen gibt es ein Mosaik von Gewässern, Offenland, Gebüsch und Gärten, sodass hier viele Vogelarten Ruheplätze und Nahrungsmöglichkeiten finden. Weiterlesen


Wiesenmahd auf dem NABU-Biotop Plaußig

Arbeitseinsatz auf dem NABU-Biotop Plaußig. Fotos: Ludo Van den Bogaert, Beatrice Jeschke.

 

Um Insektenlebensräume zu schaffen, pflegt der NABU Leipzig mehrere Flächen im Rahmen des sachsenweiten Projekts „Puppenstuben gesucht – Blühende Wiesen für Sachsens Schmetterlinge“. Dazu zählt auch das NABU-Biotop Plaußig. Auf dieser Fläche fand jetzt an zwei Tagen die Herbstmahd statt. Weiterlesen


Gewässerretter in Aktion

Internationaler Küstenreinigungstag

 

Die Menschheit produziert riesige Mengen Kunststoff­müll, ein Großteil davon landet in den Ozeanen und ist hier zu einem gigantischen Umwelt­problem geworden. Um darauf aufmerksam zu machen, findet alljährlich der Internationale Küsten­reinigungstag (ICCD) statt. Weltweit sind Menschen aufgerufen, Unrat an Stränden aber auch an Flussufern einzusammeln. Am 19. September 2020 beteiligte sich auch der NABU Leipzig wieder am ICCD mit einer Müllsammlung am Elster­becken. Weiterlesen

 

31 fleißige Gewässerretter waren beim ICCD 2020 im Müllsammeleinsatz am Elsterbecken. Foto: Ludo Van den Bogaert
31 fleißige Gewässerretter waren beim ICCD 2020 im Müllsammeleinsatz am Elsterbecken. Foto: Ludo Van den Bogaert

Müllsammlung in Stötteritz und am Burgauenbach

Zu wenig Wasser und zu viel Müll – darunter leiden viele Leipziger Stadtgewässer. Um dagegen ein Zeichen zu setzen und einige wertvolle Gewässer von Müll zu befreien, lädt der NABU Leipzig immer wieder zu Mitmachaktionen ein. Am 5. September 2020 wurde auf diese Weise der Teich im Stötteritzer Wäldchen weitgehend von Unrat befreit. Zur gleichen Zeit war die Naturschutzjugend NAJU ebenfalls im Müllsammeleinsatz entlang des Burgauenbachs. Das Gewässer wird von der NAJU regemäßig kontrolliert und im Rahmen einer Gewässerpatenschaft betreut. Weiterlesen

Unter anderem wurden Glasflaschen, Scherben, Zigarettenstummel und rund 100 Plastikstäbchen mühsam eingesammelt. Fotos: NABU Leipzig


Bauarbeiten ohne Rücksicht auf Verluste

Turmfalkennistplätze und Jagdreviere gehen verloren

Dieser Turmfalke wurde nur wenige Wochen alt. Foto: Beatrice Jeschke
Dieser Turmfalke wurde nur wenige Wochen alt. Foto: Beatrice Jeschke

Die Wildvogelhilfe des NABU Leipzig bekommt immer öfter Meldungen, dass junge Falken halb verhungert auf den Straßen und Wegen sitzen. Die Vögel prallen gegen Glasscheiben oder Autos und werden überrollt. Vogeleltern trauen sich im dichten Verkehrsraum nicht zum Boden, somit sind die Jungtiere zum Verhungern verurteilt. Die Situation für Turmfalken verschlechtert sich in Leipzig seit Jahren. Obwohl das Artensterben und der Klimanotstand ein sofortiges Umsteuern erfordern, ist die Stadtplanung von Beton, Grünverlust, Lebensstättenzerstörung  und Flächenversiegelung geprägt. Der fortschreitende Verlust geschützter Lebensstätten und der verschlechterte Erhaltungszustand geschützter Arten ist gesetzeswidrig. Turmfalken sind gesetzlich streng geschützt, wiederkehrend genutzte Lebensstätten sind ebenfalls geschützt.

 

In Leipzig Connewitz ist ein Schulneubau geplant, der den Anflug zu einem etablierten Turmfalkennistplatz verbaut. Dadurch wird ein weiterer Brutplatz der Falken zerstört und Nahrungsflächen werden überbaut, das Bundesnaturschutzgesetz wird irgnoriert. Wohin sollen die Vögel ausweichen, wenn die Schule gebaut wird? Eine Anfrage beim Amt für Umweltschutz blieb unbeantwortet. Der NABU Leipzig fordert, dass Bauprojekte endlich so geplant werden, dass Lebensräume unserer Mitgeschöpfe erhalten oder neu geschaffen werden. Weiterlesen


Gefährliche Angelhaken

Immer wieder Rettungsaktionen für verfangene Vögel

Der Schwan konnte eingefangen und der Angelhaken entfernt werden. Foto: NABU Leipzig
Der Schwan konnte eingefangen und der Angelhaken entfernt werden. Foto: NABU Leipzig

Von Anglern achtlos liegen gelassene oder ins Wasser geworfene Angelschnüre sind eine ernste Gefahr für Wasservögel. Wenn sich Haken und Schnur am Körper verfangen, endet der Überlebenskampf mit Verletzungen, manchmal auch tödlich. Leider werden dem NABU Leipzig immer wieder solche Fälle gemeldet, nicht immer kann die Wildvogelhilfe den Tieren noch helfen. Tiere die nicht rechtzeitig gefangen werden, können sich tödlich verletzen. Der NABU appelliert an Angler, sämtlichen Unrat von Gewässern wieder mitzunehmen und insbesondere keine Haken und Schnüre zurückzulassen! Am 3. April 2020 wurde der NABU zu einem Schwan in Delitzsch gerufen. Bei ihm steckte der Angelhaken tief im Schnabelrand und die Schnur war um die Zunge gewickelt. Die Wildvogelhilfe Leipzig konnte den Haken erfolgreich entfernen. Weiterlesen      Pressemitteilung

 

Zurückgelassene Angelhaken und Schnüre sind lebensgefährlich für Wasservögel, die sich darin verfangen können. Wer solche Hinterlassenschaften findet, sollte versuchen, sie aus dem Geäst zu entfernen und zu entsorgen oder den NABU Leipzig zu benachrichtigen


Leipzig schrumpft

NABU beklagt Lebensraumverlust in der wachsenden Stadt

Leipzig wächst für die Menschen. Demnächst wird die Stadt wohl mehr als 580.000 Einwohner haben, bis 2030 werden gar 720.000 erwartet. An den vielen Baustellen ist gerade zu sehen, wie sich ein solches Wachstum auswirkt. Neue Wohnungen, Einkaufsmärkte und Gewerbegebiete werden gebaut.

 

Aber Leipzig schrumpft für die Wildtiere! Während die Stadt wächst, haben diese Stadtbewohner immer weniger Platz. Viele Brachflächen und Grünanlagen gibt es nicht mehr, Sträucher und Bäume wurden gerodet. Damit einher geht der Verlust von potenziellen Lebensräumen der Tiere. Immer mehr Menschen fällt auf, dass es beispielsweise weniger Sperlinge und Amseln gibt. Igel, Fledermaus, Schmetterling und Nachtigall, die zum lebendigen Stadtbild von Leipzig gehörten, werden immer seltener.

 

Darauf weist der NABU Leipzig hin, der allein im Jahr 2016 einen Flächenverlust von über 50 Hektar erfasst hat. Das sind Flächen, die lange von unseren tierischen Mitbewohnern genutzt wurden und die nun nicht mehr existieren. Eine Karte gibt einen entsprechenden Überblick über diese vom NABU registrierten Flächen – viele weitere sind in dieser Übersicht noch gar nicht enthalten.

 

Der NABU wirbt für einen verantwortungsvollen Umgang mit vorhanden Flächen. Bei Bauplanungen sollte man Lebensräume für tierische Nachbarn von Anfang an berücksichtigen.

 

Pressemitteilung     Weiterlesen

WEITERE THEMEN


Foto: Beatrice Jeschke

Platz der Biologischen Vielfalt in Gefahr

 

Der Wilhelm-Leuschner-Platz hat eine größere Artenvielfalt als umliegende Parkflächen. Mit großer Sorge beobachtet der NABU, dass auch diese Oase dem Bauboom geopfert werden soll. Es deutet nichts darauf hin, dass der Naturschutz bei den Planungen berücksichtigt wird, obwohl der NABU Leipzig dazu frühzeitig Hinweise gegeben hat. mehr

 



Tödliche Klebepaste

 

Bundesweit kommt ein silikonartiger Kleber zum Einsatz, um Vögel von Gebäuden zu vertreiben. Diese Abwehrpaste wird als harmlos angepriesen, doch sie hat für Vögel und andere Tiere tödliche Folgen. Die Verwendung ist nach Auffassung des NABU gesetzeswidrig. Der NABU Leipzig fordert deshalb alle auf, dieses Mittel keinesfalls einzusetzen und Einsatzorte des Klebers zu melden. mehr



Tiermord in der Stadt

 

Tagtäglich werden in Leipzig bei Bau- oder Gehölzpflegearbeiten Tiere getötet, Nistplätze schwinden, Orte für die Nahrungssuche gehen verloren. In vielen Fällen handelt es sich um Verstöße gegen das Naturschutz­recht, was jedoch oft folgenlos bleibt. Bürger verstehen nicht, warum die Behörden nicht einschreiten. Auch Arbeiten im Auftrag der Stadt selbst sind keineswegs vorbildlich. mehr  



Wohnungsnot durch Bauboom

 

Bei Gebäudesanierungen werden Nistplätze zerstört, der gesetzliche Artenschutz wird aus Unkenntnis oder vorsätzlich missachtet. Das führt zum Verlust von Nistplätzen, in manchen Fällen auch zum Tod von Tieren. Auf Leipziger Baustellen! Der NABU fordert Einhaltung der Artenschutzgesetze! mehr

  



Tipps zum Artenschutz beim Gebäudeneubau

 

Wie man mit geringem Aufwand Vogelnistplätze und Fledermausquartiere in Gebäudeneubauten integrieren kann, zeigt die kleine Broschüre. Sie basiert auf einer Bachelorarbeit an der HTWK. mehr

 

 

 



Foto: Hans-Joachim Kietz

Buntes Grün

 

Der NABU setzt sich für eine naturnahe Pflege von Kleingärten, Parkanlagen und Grünflächen ein, unterstützt Garten- und Grundstücks­besitzer, Inhaber von Firmengeländen oder von Wohnanlagen, Sträucher zu pflanzen oder Blumenwiesen anzulegen und zu erhalten. Machen Sie mit: Schaffen Sie Lebensräume in der Stadt! mehr

 



Natur im Kleingarten

 

Kleingärten sind ein wichtiger Teil der Stadtnatur und können Lebensraum für viele Tiere sein. Tipps und Tricks für naturnahes Gärtnern gibt der NABU in einem Faltblatt, das im NABU-Naturschutzbüro in Gohlis und beim Stadtverband der Kleingärtner in Plagwitz erhältlich ist.

 

 



Foto: Ina Ebert
Foto: Ina Ebert

Kleingarteninitiative „Baum statt Bäumchen“

 

Die leider verbrei­tete Meinung, es dürfen in Kleingärten nur kleine Obst­bäume gepflanzt werden, ist nicht richtig und hat dazu geführt, dass in vielen Gartenanlagen das Leben auf und in Obst­bäumen auf rasantem Rückgang ist. Besser sind Halbstämme, die eine Höhe von etwa 5 Metern erreichen und laut Bundeskleingartengesetzt erlaubt sind. Natürliche Bruthöhlen entstehen erst bei größeren und älteren Bäumen, die zudem mit ihren Blüten zahlreichen Insekten Nektar und Pollen bieten. mehr



Beschwerde gegen das Tourismuskonzept

 

Dass das Wassertouristische Nutzungskonzept in der Region Leipzig (WTNK) ohne Umweltverträglichkeits­prüfung und ohne Beteiligung der Öffentlichkeit realisiert wird, obwohl es erhebliche ökologische Auswirkungen hat, hält der NABU Leipzig für rechtswidrig. mehr

 

 

 



Foto: Doris Wolst/UFZ

Schutz der artenreichen Auenlandschaft

 

Das Auenökosystem ist auf periodische Hochwasserer­eignisse angewie­sen, sie wieder zu ermöglichen, ist deshalb eins der wichtigsten Natur­schutzziele. Neben dieser Auenrevitalisierung gilt es, den Auwald als artenreiche Kulturlandschaft zu erhalten. Ihre große Biodiversi­tät verdankt sie auch einer naturverträg­lichen Forstbewirtschaftung. Der NABU setzt sich dafür ein, dass dabei ökologische Zusam­menhänge und der Artenschutz beachtet werden. mehr