SARS-CoV-2. Illustration: CDC / Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAMS

Infektions-Vorsorge

 

Als Reaktion auf die Corona-Epidemie hat der NABU Leipzig zunächst bis Ende April sämtliche Veranstaltungen und Zusammenkünfte abgesagt. Das betrifft auch die Mitgliederversammlung. Die NABU-Naturschutz­station ist für Besucher geschlossen. Sie erreichen uns in dringenden Fällen telefonisch 0341 6884477 (Anrufbeantworter) oder per E-Mail

 

Informationen der Stadtverwaltung 



Foto: René Sievert

Natur & Co(rona)

 

Um sich und andere zu schützen, müssen alle in nächster Zeit zuhause bleiben und Kontakte zu anderen Menschen unterlassen. Der NABU hat für diese Zeit einige Tipps für Garten, Haushalt und Naturbeobachtung zusammengestellt. Auf das gemeinsame Naturerleben müssen wir zwar verzichten, aber Freude an der Natur kann durch die Corona-Krise helfen. mehr 



Gefährliche Angelhaken

Immer wieder Rettungsaktionen für verfangene Vögel

Der Schwan konnte eingefangen und der Angelhaken entfernt werden. Foto: NABU Leipzig
Der Schwan konnte eingefangen und der Angelhaken entfernt werden. Foto: NABU Leipzig

Von Anglern achtlos liegen gelassene oder ins Wasser geworfene Angelschnüre sind eine ernste Gefahr für Wasservögel. Wenn sich Haken und Schnur am Körper verfangen, endet der Überlebenskampf mit Verletzungen, manchmal auch tödlich. Leider werden dem NABU Leipzig immer wieder solche Fälle gemeldet, nicht immer kann die Wildvogelhilfe den Tieren noch helfen. Tiere die nicht rechtzeitig gefangen werden, können sich tödlich verletzen. Der NABU appelliert an Angler, sämtlichen Unrat von Gewässern wieder mitzunehmen und insbesondere keine Haken und Schnüre zurückzulassen! Am 3. April 2020 wurde der NABU zu einem Schwan in Delitzsch gerufen. Bei ihm steckte der Angelhaken tief im Schnabelrand und die Schnur war um die Zunge gewickelt. Die Wildvogelhilfe Leipzig konnte den Haken erfolgreich entfernen. Weiterlesen      Pressemitteilung


Amphibienwanderung 2020

NABU Leipzig bedankt sich bei allen Krötenrettern!

Auch dieser kleine Frosch wurde sicher zum Laichgewässer gelotst. Foto: Tina Frank
Auch dieser kleine Frosch wurde sicher zum Laichgewässer gelotst. Foto: Tina Frank

In den vergangenen Jahren hatten die Amphibien keine guten Fortpflanzungsbedingungen, auch 2020 verlief die Wanderung zu den Laichgewässern nicht optimal, immer wieder gab es kühle Phasen, sodass die Wanderung pausieren musste. Unterstützer des NABU Leipzig waren dennoch an allen wichtigen Stellen im Einsatz, verteilt auf das gesamte Stadtgebiet. Sie halfen den Tieren sicher über die Straße, bis die Corona-Pandemie diese Einsätze nahezu unmöglich gemacht hat. Die Wanderung zu den Laichgewässern war jedoch weitgehend abgeschlossen, und weniger Verkehr auf den Straßen bedeutet auch weniger Verkehrsopfer unter den Tieren. Weiterlesen


Das Naturschutzdiplom

NABU Leipzig startet Veranstaltungsreihe für Kinder

Erdkröten auf Wanderschaft am gefährlichen Straßenrand. Foto: Wolf-Rüdiger Große
Erdkröten auf Wanderschaft am gefährlichen Straßenrand. Foto: Wolf-Rüdiger Große

In diesem Jahr geht es für interessierte Kinder regelmäßig auf Entdeckungstour. Zu jahreszeitlich unterschiedlichen Themen vermittelt der NABU Leipzig Interessantes über die Natur in Leipzig und was man für ihren Schutz tun kann. Auf dem Programm stehen Informationen über Fledermäuse, Insekten und Vögel, es geht aber auch um das Leben im Boden oder um die Lebensräume, die leider mehr und mehr verschwinden. Am Ende jeder Veranstaltung gibt es ein „Zertifikat“ für die Teilnehmer und am Ende aller Veranstaltungen das „Naturschutzdiplom“. Die jungen Experten sollen damit direkt an die Arbeit des NABU im Biotop- und Artenschutz herangeführt werden, oder sie werden anschließend selbst in der Naturschutzjugend aktiv. Damit erlebt auch die traditionsreiche NAJU-Kindergruppe „Parthefrösche“ einen Neustart.

Anmelden können sich Kinder ab 8 Jahren, aber auch Eltern und andere Interessenten sind herzlich willkommen. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt und leider vorerst alle Plätze schon vergeben.

Die Veranstaltungsreihe startet am 15. März 2020 mit dem „Krötenführerschein“. Dabei werden auch die Aktivitäten des NABU zum Amphibienschutz vorgestellt, die gegenwärtig in den Startlöchern stehen.

Organisiert wird die Veranstaltungsreihe von Birgit Peil, Umweltpädagogin der NABU-Naturschutzstation Stadt und Aue Leipzig, teilweise in Kooperation mit der Naturschutzstation Parthenaue.  Weitere Informationen


Wildbienen

Tipps zur Förderung der fleißigen Insekten

Hosenbiene. Foto: NABU/Hans-Jürgen Sessner
Hosenbiene. Foto: NABU/Hans-Jürgen Sessner

Mehr als 500 Wildbienenarten gibt es in Deutschland, aber ihre Lebensräume werden mehr und mehr vernichtet, womit sich der Mensch selbst schadet, denn die fleißigen Bienen sind für die Bestäubung unzähliger Kultur- und Wildpflanzen unverzichtbar. Um sie zu schützen, ist an vielen Stellen ein Umsteuern nötig, denn die Bienen finden nicht genug Nahrung und kaum noch geeignete Nistplätze, zudem leiden sie unter Umweltgiften. 

 

Am 4. März 2020 hat der NABU Leipzig darüber informiert, welche Bienenarten bei uns leben und wie man sie schützen und fördern kann. Sabrina Rötsch, Sachverständige für Hautflüglerarten, hat mit ihrem Vortrag Vertreter der Hohlraum-, Markstängel-, Steilwand- und Morscholzbewohner sowie Erdnister und Hummeln vorgestellt, sie hat über die Bedürfnisse dieser Insekten informiert, über Probleme und Hilfsmöglichkeiten. Dabei gab es viele Praxistipps, beispielsweise zur Anlage von Blühflächen, Insektennisthilfen oder zur naturnahen Gartengestaltung. Die Veranstaltung im Naturkundemuseum Leipzig war außerordentlich gut besucht, die Teilnehmer hatten viele Fragen und im Anschluss an den Vortrag gab es noch lange Diskussionen. Weiterlesen 


Wahlplakate und Glasscherben

Müllsammlung auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz

Am 29. Februar 2020 hatte der NABU Leipzig zur Müllsammlung auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz eingeladen. 20 Personen waren zwei Stunden im Einsatz, es kamen 10 Säcke mit Glasflaschen und Scherben und etwa doppelt so viele Säcke mit anderem Müll zusammen. Andere nutzten den Tag vor der entscheidenden Runde der Oberbürgermeisterwahl noch für Wahlkampf, der NABU warb mit der Aktion für den Schutz der Natur und sammelte auch noch einmal Unterschriften für die Petition „Bauen und Natur erhalten“, die unter anderem den Schutz des Wilhelm-Leuschner-Platzes zum Inhalt hat, denn er ist ein Platz der Biologischen Vielfalt. So wie viele andere Flächen in Leipzig ist auch er von rücksichtsloser Bebauung bedroht. Weiterlesen

Ergebnis der zweistündigen Müllsammelaktion auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz. Foto: Ludo Van den Bogaert
Ergebnis der zweistündigen Müllsammelaktion auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz. Foto: Ludo Van den Bogaert

Mitmachen beim Amphibienschutz

NABU hilft wandernden Kröten und Fröschen über die Straße

Amphibienschutzzaun in Plaußig wurde rechtzeitig vor der Laichsaison aufgebaut. Foto: NABU Leipzig
Amphibienschutzzaun in Plaußig wurde rechtzeitig vor der Laichsaison aufgebaut. Foto: NABU Leipzig

Mitte Februar wurden die ersten wandernden Amphibien gemeldet, das ist aufgrund des ausbleibenden Winterwetters deutlich früher als in den Vorjahren. Dennoch sorgen Kältephasen immer wieder für einen Wanderstopp, doch sobald es die Witterung erlaubt, machen sich die Tiere auf den Weg. Der NABU bittet daher Autofahrer, aber auch Fahrradfahrer und Spaziergänger um Rücksicht auf die Tiere, damit sie auf Straßen und Wegen nicht überfahren oder zertreten werden. Um darauf aufmerksam zu machen und die Menschen zu informieren hängt der NABU Leipzig wieder Hinweisschilder an verschiedenen Park- und Waldwegen in der Nähe von Laichgewässern auf. In Plaußig hat der NABU einen Amphibienleitzaun aufgebaut, um die Tiere an einer weniger befahrenen Stelle über die Straße zu leiten. An verschiedenen Wanderschwerpunkten im ganzen Stadtgebiet werden Amphibienretter des NABU Leipzig die Tiere einsammeln und sicher über die gefährliche Straße bringen. Wer dabei mitmachen möchte, ist herzlich eingeladen – jeder kann mitmachen und Amphibienleben retten! Weiterlesen


Fledermausrettung im Auwald

Der Sturm im Februar 2020 hat auch im Leipziger Auwald einige Quartiere seltener Tiere zerstört. In der Nonne sind Bäume umgestürzt, in einem lebten Mückenfledermäuse. Eine aufmerksame Spaziergängerin informierte den NABU Leipzig, nachdem sie einen hohlen Ast auf einem Weg sah, aus dem vier kleine Fledermäuse rausgefallen waren. Ehrenamtliche Fledermausschützer des NABU Leipzig sind zum Unglücksort gefahren und haben nach weiteren Tieren gesucht, es blieb bei den vier Mäuschen. Sie erholen sich von dem Schreck in einer Pflegestation und werden bald wieder frei gelassen. Fledermausschutz

Fotos: NABU Leipzig


Leipzig schrumpft weiter

Lebensraum wird Parkplätzen geopfert

Vorher.
Vorher.
Nachher.
Nachher.

Am 22. Januar 2020 gab es eine Informationsveranstaltung zu Baumaßnahmen in der Bornaischen Straße. Mitstreiter des NABU Leipzig nahmen teil und haben am Tag danach ein Informationsschreiben verfasst. Es sollte den Verantwortlichen Hinweise geben zu den betroffenen Tier- und Pflanzenarten und zu den ökologisch wertvollen Lebensräumen. Und es wurde gefragt: Ist es wirklich verhältnismäßig, in der „Kommune der Biologischen Vielfalt“ vor dem Hintergrund von Verkehrswende, Klimaschutz und Artensterben ein wertvolles Stück Stadtnatur für einige wenige temporäre Parkplätze zu vernichten?
Doch die Hinweise den NABU und anderer Bürger interessierten nicht, Einwendungen wurden gar nicht abgewartet – unverzüglich nach der Informationsveranstaltung fand die Rodung des Geländes statt. Warum wurden die Bürger dann überhaupt gefragt? Wie erfolgt der gesetzlich vorgeschriebene Ausgleich für die Zerstörung geschützter Lebensstätten? Weiterlesen


Stadtnatur erhalten!

Petition eingereicht

Leipziger Naturschutzverbände hatten im März 2019 unter dem Titel „Bauen und Natur erhalten!“ eine Petition gestartet, die auf der Plattform openPetition online gestellt wurde. Da die Petition das notwendige Quorum erreicht hat, wurde sie am 14. Januar 2020 beim Stadtrat eingereicht.

Die Antworten der Volksvertreter werden auf der Plattform openPetition veröffentlicht. Der Petitionsausschuss hat in seiner Sitzung am 24.01.2020 die Initiative der Naturschutzverbände als Petition bestätigt. Nun muss das zuständige Dezernat eine Stellungnahme erarbeiten, daraus entsteht in der Dienstberatung des Oberbürgermeisters eine Verwaltungsmeinung, die dem Petitionsausschuss zugeleitet wird. Mit einer Beschlussempfehlung übergibt der Petitionsausschuss danach die Petition dem Stadtrat zur abschließenden Entscheidung.

 

Der NABU Leipzig hat zudem alle Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters kontaktiert. Ihnen wurde das Ergebnis der Unterschriftensammlung mitgeteilt, und sie wurden um eine Antwort gebeten – für Wähler eine wichtige Entscheidungshilfe.

 


Was antworten die Oberbürgermeister­kandidaten?

Das Stadtgrün wird dem Bauboom rücksichtslos geopfert, Biotop- und Artenschutz werden dabei vielfach missachtet, die Potenziale einer ökologisch orientierten Architektur und einer nachhaltigen Stadtplanung werden nicht genutzt. Zudem werden Bürger mit ihren Protesten gegen diese Zerstörung des Wohnumfeldes oftmals nicht beachtet. Der globale Klimanotstand und das weltweite Artensterben sind zwei der wichtigsten Herausforder­ungen der Menschheit. Das betrifft auch Städte wie Leipzig, in denen die Stadtnatur mehr und mehr verloren geht. Obwohl Schlagworte wie „Baumstarke Stadt“ oder „Kommune der Biologischen Vielfalt“ immer wieder  bemüht werden, sieht die Realität anders aus. Der NABU Leipzig hatte die Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters gebeten, ihren Standpunkt zu den Forderungen der Petition mitzuteilen. Antworten der Kandidaten


Agrarwende anpacken, Klima schützen!

NABU Leipzig bei Großdemonstration für naturverträgliche Landwirtschaft

Foto: Nick Jaussi/wir-haben-es-satt.de
Foto: Nick Jaussi/wir-haben-es-satt.de

Bauernhöfe unterstützen, Artenvielfalt sichern, das Klima retten und 2020 die Agrarwende in der EU anpacken – mit diesen Forderungen haben am 18. Januar 2020 in Berlin rund 27.000 Menschen demonstriert. Unter dem Motto „Wir haben es satt!“ zogen sie zum Auftakt der „Grünen Woche“ durch die Hauptstadt – bereits im 10. Jahr. NABU und NAJU Leipzig waren dabei – die Teilnehmer waren zusammen nach Berlin gereist. Dort sprach unter anderen NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger zu den Demoteilnehmern. Bei der Großdemonstration haben Bauern im Schulterschluss mit vielen gesellschaftlichen Gruppen gegen die fatalen Auswirkungen der industriellen Landwirtschaft protestiert. Gemeinsam zeigt das Bündnis zugleich Wege für eine bäuerliche Landwirtschaft auf, die auf breite Zustimmung in der Bevölkerung trifft und den Bauernhöfen wirtschaftliche Perspektiven bietet. Die Art der Landwirtschaft  ist entscheidend für das Funktionieren der Ökosysteme, die Qualität des Grundwassers und das Klima. Weiterlesen 


Mehr Nachhaltigkeit in Sachsen!

Offener Brief zum Start der neuen Landesregierung

Am 20. Dezember 2019 wurde in Sachsen der Koalitionsvertrag unterzeichnet, Michael Kretschmer wurde als Ministerpräsident im Landtag gewählt und vereidigt, und die neue Staatsregierung hat ihre Arbeit aufgenommen. Die Initiatoren verschiedener sächsischer Petitionen und Bürgerinitiativen nehmen den Start der neuen Staatsregierung zum Anlass, um auf ihre Anliegen und auf die große Unterstützung aufmerksam zu machen und politisches Handeln für mehr Nachhaltigkeit einzufordern. Mit einem Offenen Brief haben sie sich an die Öffentlichkeit, an Landes- und Kommunalpolitiker gewendet. Weiterlesen


Arbeitseinsatz im Mariannenpark

Neue Quartiere für Wildtiere

Fotos: René Bauer

 

Mit der Idee im fortschreitend verdichteten Stadtteil Schönefeld neue Lebensräume entstehen zu lassen, kooperieren seit diesem Jahr NABU und Stadtteilmanagement-Schönefeld. Am 24. Oktober 2019 gab es einen ersten gemeinsamen Arbeitseinsatz, mit Naturfreunden der AG Grün in Schönefeld und dem NABU Leipzig. Im Mariannenpark wurden im Wäldchen neben dem Schloss Schönefeld 12 neue Fledermausquartiere in unterschiedlicher Bauweise an Bäumen montiert. Am 8. Dezember folgte ein zweiter Arbeitseinsatz im Mariannenpark, um noch 20 neue Nistkästen für verschiedene Vogelarten aufzuhängen. Weiterlesen 


Orang-Utans, unsere rothaarigen Verwandten

NABU lädt zum Vortragsabend ein: 4. Dezember, 19 bis 21 Uhr

Die vom Menschen verursachte Naturzerstörung macht leider auch vor unseren Verwandten nicht halt: Die Orang-Utans sind vom Aussterben bedroht, denn sie verlieren ihren Lebensraum, den Regenwald der Inseln Borneo und Sumatra. Schuld ist zum größten Teil unsere  Konsumgesellschaft.

Orang-Utan-Mutter mit Kind. Foto: Sumatran Orangutan Conservation Programme
Orang-Utan-Mutter mit Kind. Foto: Sumatran Orangutan Conservation Programme

Um darauf aufmerksam zu machen, lädt der NABU Leipzig am 4. Dezember 2019, 19 bis 21 Uhr zum Vortragsabend ins Naturkundemuseum Leipzig (Lortzingstraße 3) ein. Julia Cissewski, Vorsitzende des Orang-Utans in Not e.V., wird die faszinierenden Menschenaffen näher vorstellen. Der Vortrag beleuchtet die beeindruckenden kognitiven und sozialen Fähigkeiten der Orang-Utans sowie die Gründe für die Regenwaldabholzung. Außerdem gibt es Anregungen, wie man mit nachhaltigem Handeln im Alltag einen Beitrag zum Regenwaldschutz leisten kann. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt ist frei. Alle Natur- und Regenwaldfreunde sind herzlich dazu eingeladen! Pressemitteilung


#NeustartKlima

Großdemo für wirksamen Klimaschutz

Der NABU beim Demostart auf dem Simsonplatz. Foto: Frank Bartelt
Der NABU beim Demostart auf dem Simsonplatz. Foto: Frank Bartelt

Kurz vor dem Beginn der 25. Weltklimakonferenz in Madrid am 2. Dezember 2019 hatte die Klimaschutzbewegung Fridays for Future am 29. November erneut zum globalen Klimastreik aufgerufen. Deutschlandweit gingen 630.000 Menschen auf die Straßen, in Leipzig waren es bis zu 10.000. Getragen wurden die Demonstrationen von einem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis. Der NABU hat gemeinsam mit anderen Organisationen bei der Demo in Leipzig den Umweltbewegungsblock organisiert. Der NABU fordert, dass in Leipzig der Klima- und Biotopschutz endlich in der Stadtentwicklung oberste Priorität bekommen, der Verlust von Stadtgrün und die Versiegelung immer neuer Flächen muss gestoppt werden. Weiterlesen


Pflanzaktion bei Gottscheina

Foto: Ludo Van den Bogaert
Foto: Ludo Van den Bogaert

Seit inzwischen fünf Jahren findet Anfang November die Pflanzaktion der NABU-Ortsgruppe Plaußig-Portitz statt. Nach Pflanzungen in Hohenheida und Plaußig wurde am 9. November am Feldweg zwischen Gottscheina und der Alten Salzstraße gepflanzt. Alte Apfelsorten wie Goldparmäne und Boskop, hochstämmige Pflaumenbäume, Rotdorn und Eichen kamen in die Erde. Begrünte und wiederbelebte Wegränder bieten vielen bedrohten Tierarten Schutz- und Wanderungsmöglichkeiten, schützen die Felder vor Winderrosion und sichern somit die Bodenqualität. Weiterlesen


Bau einer „Igelbude“

NABU-Workshop im Deutschen Kleingärtnermuseum

Bezugsfertige Igelwohnung. Foto: Babett Hüther
Bezugsfertige Igelwohnung. Foto: Babett Hüther

Am 9. November war der NABU Leipzig zu Gast im Entdeckergarten des Deutschen Kleingärtner­museums und gab Informationen zum Bau einer „Igelbude“ . Ein solcher Tierwohnungsbau ist immer nur eine Notmaßnahme, das wichtigste Anliegen ist der Erhalt der natürlichen Lebensräume, die leider knapp werden. Grund dafür ist Rücksichtslosigkeit, denn oft wären die Lebensraumverluste vermeidbar. Viele Interessierte, kleine und große Naturfreunde, sind gekommen, um gemeinsam ein Igelquartier zu bauen. Dabei hat der NABU über die Lebensweise der Igel informiert und seine Ansprüche an ein Ganzjahres­quartier erläutert. Nun kann ein Igel in die sichere, gut isolierte neue Wohnung einziehen. Weiterlesen


Gemeinsamer Arbeitseinsatz für ein Laichgewässer

Schulteich des Gustav-Hertz-Gymnasiums gerettet

Fotos: NABU Leipzig

 

Im 1997 angelegten Teich im Schulhof des Gustav-Hertz-Gymnasiums in Paunsdorf hatte sich im Laufe der Jahre viel Faulschlamm abgelagert, der Teich drohte umzukippen und zuzuwachsen. Deswegen wandte sich die Schulleitung an den NABU mit der Bitte, das etwa 100 Quadratmeter große Biotop zu retten. Weil sich niemand für die Sanierung verantwortlich fühlte, sollte der Teich zuletzt sogar verfüllt werden. Am Reformationstag trafen sich 20 Schüler, Eltern, Lehrer und NABU-Aktive zur Teichsanierung. Durch die große Anzahl der Helfer und die gute Planung und Vorbereitung der Aktion konnte die Arbeit in 5 Stunden geschafft werden. Der nächste anhaltende Regen wird den Teich wieder füllen. Damit ist ein Amphibienlaichgewässer in Paunsdorf gerettet. Weiterlesen


Klimanotstand

Baumschutz, Artenschutz, Klimaschutz

Foto: Beatrice Jeschke
Foto: Beatrice Jeschke

NABU fordert wirksamen Gehölzschutz

Die Städte werden immer heißer, Dürresommer, Starkregen, Stürme, Bäume vertrocknen, Lebensräume gehen verloren. Wie in vielen deutschen Städten ist auch in Leipzig der Klimawandel unübersehbar. Das hat negative Folgen für die Menschen, aber auch für Tier- und Pflanzenwelt. Ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz wäre der Schutz des Stadtgrüns – Bäume, Sträucher, Wiesen. Leider sieht die Realität anders aus: Bäume werden rücksichtslos gefällt, Sträucher gerodet. Der NABU hat deshalb am 30. Oktober 2019 vom neugewählten Landtag einen wirksamen Gehölzschutz  gefordert. Weiterlesen

 

Foto: Ludo Van den Bogaert
Foto: Ludo Van den Bogaert

NABU demonstriert für Klimaschutz

Bäume sind ein wichtiger Beitrag zum Schutz des Stadtklimas. Biotopschutz ist Klimaschutz, Klimaschutz ist Artenschutz. Deshalb hat sich der NABU Leipzig ebenfalls am 30. Oktober auch an der Demonstration vor dem Neuen Rathaus beteiligt. Drinnen tagte der Stadtrat, draußen demonstrierten Fridays for Future, BUND, Ökolöwe und andere für Klimaschutz. Der Stadtrat soll den Klimanotstand ausrufen, ist die zentrale Forderung. Alle Entschei­dungen sollen künftig auf ihre Klimaverträglichkeit geprüft werden. Der NABU fordert zudem, dass bei allen Entscheidungen auch der Artenschutz beachtet wird.  Nach langer und kontroverser Debatte hat der Stadtrat dann tatsächlich den Klimanotstand ausgerufen. Der NABU hofft, dass es sich dabei nicht nur um ein Lippenbekenntnis handelt. Dem Klimaschutz dient der Erhalt der Stadtnatur und die Schaffung unversiegelter Flächen. Diese Ziele müssen nun verfolgt werden, fordert der NABU Leipzig. Weiterlesen 


Die Turteltaube ist „Vogel des Jahres 2020“

NABU Leipzig lädt zum Vortragsabend ein

Die Turteltaube - Vogel des Jahres 2020. Foto: NABU/Tom Dove
Die Turteltaube - Vogel des Jahres 2020. Foto: NABU/Tom Dove

Mit der Wahl der Turteltaube zum „Vogel des Jahres 2020“ wollen NABU und LBV (Landesbund für Vogelschutz in Bayern) darauf aufmerksam machen, dass diese Vogelart stark gefährdet ist. Sie ist ein Symbol für die Liebe, ihre Lebensbedingungen sind aber wenig romantisch: Seit 1980 sind fast 90 Prozent des Bestandes in Deutschland verschwunden, ganze Landstriche sind „turteltaubenfrei“, denn der Vogel findet kaum noch geeignete Lebensräume. Der NABU setzt sich daher für eine Reform der EU-Agrarpolitik ein. Zudem ist die Turteltaube durch legale und illegale Jagd im Mittelmeerraum bedroht.  Der NABU hat deshalb eine Petition gestartet, um einen Jagdstopp für Turteltauben zu erwirken. Weitere Informationen

 

Am 6. November 2019 wurde der Vogel des Jahres 2020 bei einem Vortragsabend im Naturkundemuseum Leipzig näher vorgestellt. Dabei konnte man die kleinste heimische Taube und ihre heimliche Lebensweise kennenlernen. Obwohl die Turteltaube als Symbol der Liebe gilt, sind ihre Lebensbedingungen wenig romantisch, für die dramatischen Bestandseinbrüche ist insbesondere die intensivierte Landwirtschaft verantwortlich. Darunter haben wie die Turteltaube auch andere Arten der Agrarlandschaft zu leiden, zum Beispiel die Feldlerche, Vogel des Jahres 2019. Auch sie war bei dem Vortragsabend noch einmal Thema, bevor das „Jahr der Feldlerche“ zu Ende geht. Ornithologe Alexander Eilers sprach unter anderem über Schutzmaßnahmen für Feldlerchen, wie das sogenannte Lerchenfenster. Weitere Informationen 

 

Pressemitteilung      Veranstaltungsplakat


„Parkstadt“ Dösen

NABU kritisiert zerstörerische Baupläne

Die Zauneidechse und ihre Lebensräume sind nach EU-Recht streng geschützt. Das wurde bei den Planungen für die Parkstadt Dösen nicht berücksichtigt. Symbolfoto: NABU Leipzig
Die Zauneidechse und ihre Lebensräume sind nach EU-Recht streng geschützt. Das wurde bei den Planungen für die Parkstadt Dösen nicht berücksichtigt. Symbolfoto: NABU Leipzig

Angesichts verdorrender Bäume, austrocknender Gewässer und aufgeheizter Städte müsste Leipzig dringend jedes Stück Grün so gut wie möglich bewahren. Baumfällungen und Flächenversiegelung sind absolut kontraproduktiv. Weiterer Naturfrevel steht jedoch unmittelbar bevor, dazu zählt als besonders negatives Beispiel das geplante Baugebiet „Parkstadt“ Dösen. In einer umfangreichen naturschutzfachlichen Stellungnahme hat sich der NABU zu der Planung geäußert, die unter anderem die Beseitigung von 300 Bäumen vorsieht, die Bebauung eines Teiles einer Streuobstwiese, die Zerstörung artenreicher Wiesen und die Versiegelung wertvoller Böden, die im Moment noch als Klimaregulator und Wasserspeicher dienen. Eigentlich sind Erhalt und Förderung dieser Funktionen auch im Flächennutzungsplan der Stadt für das Areal vorgesehen – dessen ungeachtet sollen diese Ziele nun den Bauplänen geopfert werden. Der NABU hat daher in seiner Stellungnahme die Planungen abgelehnt. Außerdem hat der NABU beobachtet, dass bereits Tatsachen geschaffen werden. Dabei wurden wertvolle Lebensräume der nach EU-Recht streng geschützten Zauneidechse zerstört. Der NABU Leipzig hat diese Ordnungswidrigkeit bei der Naturschutzbehörde angezeigt. Weiterlesen

 

Stellungnahme     Pressemitteilung  


Wassertouristisches Nutzungskonzept

Umweltverbände verlassen den Runden Tisch zum WTNK

Die Umweltverbände NABU Leipzig, BUND Leipzig und Ökolöwe sowie der Bürgerverein Pro Leipzig haben ihren Rücktritt vom sogenannten Runden Tisch zur Fortschreibung des Wassertouristischen Nutzungs­konzepts (WTNK) erklärt. Die Verbände kritisieren, dass Verwaltung und Politik die Gewässer ausschließlich aus dem Blickwinkel betrachten, Boots- und Schiffsverkehr zu verstärken. Weder der Gesamtplan noch Abschnitte oder Einzelprojekte sowie Folgen der Umsetzung stehen wirklich zur Debatte. Da andere Entwicklungslinien gar nicht betrachtet werden, ist konstruktives Arbeiten an gemeinsamen Lösungen unmöglich. Unter diesen Umständen sehen die Verbände es als nicht zielführend an, weiterhin am Runden Tisch teilzunehmen.  Weiterlesen  

 

Rücktrittserklärung der Verbände     Pressemitteilung 


Foto: Karsten Peterlein
Foto: Karsten Peterlein

Leipzigs Artenvielfalt schrumpft

Interview mit der Leipziger Hochschulzeitung "student!"

Am Beispiel der Vogelvielfalt auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz hat der NABU Leipzig die ökologische Bedeutung städtischer Brachflächen dokumentiert. Anlässlich der konkreter werdenden Bebauungspläne hat student!-Autor Benjamin Sasse mit René Sievert vom NABU Leipzig über die Vernachlässigung von Naturschutz und Bürgerbeteiligung gesprochen. Weiterlesen



Leipzig schrumpft

NABU beklagt Lebensraumverlust in der wachsenden Stadt

Leipzig wächst für die Menschen. Demnächst wird die Stadt wohl mehr als 580.000 Einwohner haben, bis 2030 werden gar 720.000 erwartet. An den vielen Baustellen ist gerade zu sehen, wie sich ein solches Wachstum auswirkt. Neue Wohnungen, Einkaufsmärkte und Gewerbegebiete werden gebaut.

 

Aber Leipzig schrumpft für die Wildtiere! Während die Stadt wächst, haben diese Stadtbewohner immer weniger Platz. Viele Brachflächen und Grünanlagen gibt es nicht mehr, Sträucher und Bäume wurden gerodet. Damit einher geht der Verlust von potenziellen Lebensräumen der Tiere. Immer mehr Menschen fällt auf, dass es beispielsweise weniger Sperlinge und Amseln gibt. Igel, Fledermaus, Schmetterling und Nachtigall, die zum lebendigen Stadtbild von Leipzig gehörten, werden immer seltener.

 

Darauf weist der NABU Leipzig hin, der allein im Jahr 2016 einen Flächenverlust von über 50 Hektar erfasst hat. Das sind Flächen, die lange von unseren tierischen Mitbewohnern genutzt wurden und die nun nicht mehr existieren. Eine Karte gibt einen entsprechenden Überblick über diese vom NABU registrierten Flächen – viele weitere sind in dieser Übersicht noch gar nicht enthalten.

 

Der NABU wirbt für einen verantwortungsvollen Umgang mit vorhanden Flächen. Bei Bauplanungen sollte man Lebensräume für tierische Nachbarn von Anfang an berücksichtigen.

 

Pressemitteilung     Weiterlesen

WEITERE THEMEN


Foto: Beatrice Jeschke

Platz der Biologischen Vielfalt in Gefahr

 

Der Wilhelm-Leuschner-Platz hat eine größere Artenvielfalt als umliegende Parkflächen. Mit großer Sorge beobachtet der NABU, dass auch diese Oase dem Bauboom geopfert werden soll. Es deutet nichts darauf hin, dass der Naturschutz bei den Planungen berücksichtigt wird, obwohl der NABU Leipzig dazu frühzeitig Hinweise gegeben hat. mehr

 



Tödliche Klebepaste

 

Bundesweit kommt ein silikonartiger Kleber zum Einsatz, um Vögel von Gebäuden zu vertreiben. Diese Abwehrpaste wird als harmlos angepriesen, doch sie hat für Vögel und andere Tiere tödliche Folgen. Die Verwendung ist nach Auffassung des NABU gesetzeswidrig. Der NABU Leipzig fordert deshalb alle auf, dieses Mittel keinesfalls einzusetzen und Einsatzorte des Klebers zu melden. mehr



Tiermord in der Stadt

 

Tagtäglich werden in Leipzig bei Bau- oder Gehölzpflegearbeiten Tiere getötet, Nistplätze schwinden, Orte für die Nahrungssuche gehen verloren. In vielen Fällen handelt es sich um Verstöße gegen das Naturschutz­recht, was jedoch oft folgenlos bleibt. Bürger verstehen nicht, warum die Behörden nicht einschreiten. Auch Arbeiten im Auftrag der Stadt selbst sind keineswegs vorbildlich. mehr  



Wohnungsnot durch Bauboom

 

Bei Gebäudesanierungen werden Nistplätze zerstört, der gesetzliche Artenschutz wird aus Unkenntnis oder vorsätzlich missachtet. Das führt zum Verlust von Nistplätzen, in manchen Fällen auch zum Tod von Tieren. Auf Leipziger Baustellen! Der NABU fordert Einhaltung der Artenschutzgesetze! mehr

  



Tipps zum Artenschutz beim Gebäudeneubau

 

Wie man mit geringem Aufwand Vogelnistplätze und Fledermausquartiere in Gebäudeneubauten integrieren kann, zeigt die kleine Broschüre. Sie basiert auf einer Bachelorarbeit an der HTWK. mehr

 

 

 



Foto: Hans-Joachim Kietz

Buntes Grün

 

Der NABU setzt sich für eine naturnahe Pflege von Kleingärten, Parkanlagen und Grünflächen ein, unterstützt Garten- und Grundstücks­besitzer, Inhaber von Firmengeländen oder von Wohnanlagen, Sträucher zu pflanzen oder Blumenwiesen anzulegen und zu erhalten. Machen Sie mit: Schaffen Sie Lebensräume in der Stadt! mehr

 



Natur im Kleingarten

 

Kleingärten sind ein wichtiger Teil der Stadtnatur und können Lebensraum für viele Tiere sein. Tipps und Tricks für naturnahes Gärtnern gibt der NABU in einem Faltblatt, das im NABU-Naturschutzbüro in Gohlis und beim Stadtverband der Kleingärtner in Plagwitz erhältlich ist.

 

 



Foto: Ina Ebert
Foto: Ina Ebert

Kleingarteninitiative „Baum statt Bäumchen“

Die leider verbrei­tete Meinung, es dürfen in Kleingärten nur kleine Obst­bäume gepflanzt werden, ist nicht richtig und hat dazu geführt, dass in vielen Gartenanlagen das Leben auf und in Obst­bäumen auf rasantem Rückgang ist. Besser sind Halbstämme, die eine Höhe von etwa 5 Metern erreichen und laut Bundeskleingartengesetzt erlaubt sind. Natürliche Bruthöhlen entstehen erst bei größeren und älteren Bäumen, die zudem mit ihren Blüten zahlreichen Insekten Nektar und Pollen bieten. mehr



Beschwerde gegen das Tourismuskonzept

 

Dass das Wassertouristische Nutzungskonzept in der Region Leipzig (WTNK) ohne Umweltverträglichkeits­prüfung und ohne Beteiligung der Öffentlichkeit realisiert wird, obwohl es erhebliche ökologische Auswirkungen hat, hält der NABU Leipzig für rechtswidrig. mehr

 

 

 



Foto: Doris Wolst/UFZ

Schutz der artenreichen Auenlandschaft

Das Auenökosystem ist auf periodische Hochwasserer­eignisse angewie­sen, sie wieder zu ermöglichen, ist deshalb eins der wichtigsten Natur­schutzziele. Neben dieser Auenrevitalisierung gilt es, den Auwald als artenreiche Kulturlandschaft zu erhalten. Ihre große Biodiversi­tät verdankt sie auch einer naturverträg­lichen Forstbewirtschaftung. Der NABU setzt sich dafür ein, dass dabei ökologische Zusam­menhänge und der Artenschutz beachtet werden. mehr