Schmetterlinge mit Reiselust

NABU-Vortragsabend über Wanderfalter

Der Distelfalter fliegt, in mehreren Generationen, 15.000 Kilometer im Jahr zwischen Skandinavien und Westafrika. Fotos: NABU/Sophia-Fatima Freuden
Der Distelfalter fliegt, in mehreren Generationen, 15.000 Kilometer im Jahr zwischen Skandinavien und Westafrika. Fotos: NABU/Sophia-Fatima Freuden
Der Admiral ist ein Wanderfalter, der zum Beispiel von Mitteleuropa nach Skandinavien und im Herbst wieder zurück fliegt.
Der Admiral ist ein Wanderfalter, der zum Beispiel von Mitteleuropa nach Skandinavien und im Herbst wieder zurück fliegt.

Wohl jeder kennt Zugvögel, die zum Teil enorme Strecken zurücklegen, um in wärmeren Gefilden zu überwintern. Weniger bekannt ist hingegen das Phänomen der Wanderfalter. Diese Schmetterlinge vollbringen ähnliche Höchstleistungen und überwinden ebenfalls enorme Entfernungen. Und ähnlich wie bei den Zugvögeln, macht sich der Klimawandel auch bei den Wanderfaltern bemerkbar. Er bringt für verschiedene Arten Vor- oder Nachteile mit sich. So kommt es vor, dass einige Arten in jüngster Zeit häufiger bei uns zu beobachten sind, während andere verschwinden. Hinzu kommen vom Menschen verursachte Veränderungen der Umwelt, die zu einem folgenschweren Insektensterben beitragen.

Einzelheiten über die Wanderfalter in der Leipziger Schmetterlingswelt konnte man am 4. April 2018 bei einem NABU-Vortragsabend im Naturkundemuseum Leipzig erfahren. Ronald Schiller, Leipziger Schmetterlingsexperte und Mitarbeiter des Naturkundemuseums, gab zum Thema „Wanderfalter“ Einblick in sein umfangreiches Wissen über die Schmetterlingswelt.

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Schutz von Zauneidechsen im Garten

Dia-Abend im Naturkundemuseum

Weibliche Zauneidechsen sind braun gefärbt, die Männchen haben zur Paarungszeit grüne Körperpartien. Foto: Hansjürgen Gerstner
Weibliche Zauneidechsen sind braun gefärbt, die Männchen haben zur Paarungszeit grüne Körperpartien. Foto: Hansjürgen Gerstner

Die Zauneidechse ist eine heimische Reptilienart, die jahrhundertelang in unmittelbarer Nachbarschaft des Menschen geeignete Lebensräume fand. Sie liebt es warm und abwechslungsreich, besiedelt Flächen mit offenen und dichter bewachsenen Bereichen, in denen es auch Totholz, Stauden und lange Gräser gibt. Dementsprechend findet man sie an Waldrändern, auf Dünen, in Steinbrüchen und Kiesgruben, an Bahndämmen und in Naturgärten.
Da solche naturnahen Lebensräume mehr und mehr verschwinden, gehört die Zauneidechse EU-weit zu den gesetzlich streng geschützten Arten. Gefährdet sind die Lebensräume zum Beispiel durch Flächenversieglung, Bebauung, Beseitigung von Randstreifen und von Brachflächen.
Umso wertvoller sind naturnahe Gärten, die den Tieren sogar in der Stadt Unterschlupf und Nahrung bieten können. Einen solchen Garten hat Roland Zitschke, der seit vielen Jahrzehnten im Leipziger Naturschutz aktiv ist. Und in seinem Garten leben Zauneidechsen, die er jahrelang beobachtet und fotografiert hat. Dabei konnte er aus nächster Nähe das Verhalten studieren, Beutefang oder Paarung beobachten.
Am Mittwoch, 7. März 2018, hat Roland Zitschke im Naturkundemuseum Leipzig über diese Beobachtungen und über sein Leben mit den Eidechsen berichten, verbunden mit Tipps für eine eidechsenfreundliche Gartengestaltung. Illustriert wurde der Vortrag mit klassischen Dias. Anbschließend entwickelten sich Gespräche über Eidechsen und den Verlust ihrer Lebensräume in Leipzig.

Pressemitteilung

Lurch des Jahres 2018

Der Grasfrosch (Rana temporaria)

Foto: Dr. Axel Kwet/DGHT
Foto: Dr. Axel Kwet/DGHT

Der Grasfrosch (Rana temporaria) gehört zu den häufigsten Amphibien Mitteleuropas, dennoch ist er wie alle Amphibien bedroht, weil seine Lebensräume vom Menschen mehr und mehr zerstört werden. In vielen Regionen ist ein Bestandsrückgang zu beobachten. Um darauf aufmerksam zu machen, dass selbst häufige Arten inzwischen bedroht sind, hat die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) den Grasfrosch zum Lurch des Jahres 2018 gekürt. René Sievert vom NABU Leipzig hat den Grasfrosch bei einem Vortragsabend am 7. Februar 2018 im Naturkundemuseum näher vorgestellt. Der Vortrag fand im Rahmen der NABU-Veranstaltungsreihe "Der Natur zuliebe" statt.

Der Grasfrosch ist der größte Vertreter der drei in Deutschland heimischen Braunfrösche (Grasfrosch, Moorfrosch, Springfrosch). Die Kopf-Rumpf-Länge adulter Männchen beträgt 6,5 bis 8,5 Zentimeter, die der Weibchen zwischen 7 und 9 Zentimeter. Die Haut ist bei verschiedenen Tieren recht unterschiedlich gefärbt und gezeichnet. Meist ist die Oberseite braun, rötlich, gelblich, grau oder olivfarben sowie mehr oder weniger kräftig dunkel gefleckt. Außerdem verlaufen auf dem Rücken zwei Drüsenleisten. Der Bauch ist gelblich weiß oder hellbraun bis rötlich gefärbt und hat grau bis rotbraun gefärbte Flecken, besonders an Kehle und Brust.

Die Schnauze ist eher stumpf, das Trommelfell ist nur wenig kleiner als das Auge (d.h. im Durchmesser deutlich größer als beim Moorfrosch) und vergleichsweiseweit vom Auge entfernt (Abstand größer als beim Springfrosch). Die Hinterbeine sind kürzer als beim Moorfrosch und deutlich kürzer als beim Springfrosch, der besonders lange Hinterbeine besitzt.

Der Grasfrosch besiedelt ein riesiges Areal in Europa. Er kommt von Nordspanien, Norditalien und Teilen der südlichen Balkanstaaten über Frankreich und ganz Mitt eleuropa
bis nach Nordskandinavien und Russland vor. Auch die Britischen Inseln sind fast vollständig besiedelt, die Art fehlt aber im gesamten Mittelmeerraum sowie im Donaudelta. Nach Osten erstreckt sich das Verbreitungsgebiet über den Ural hinaus bis in das westsibirische Tiefland.

Weitere Informationen

Wildtier, Haustier, Mensch

NABU-Diskussionsabend im Naturkundemuseum

Daniel Steinke/Public Domain

Wildtiere

sind keine Haustiere

rihaij/Public Domain

Haustiere

sind keine Wildtiere


Viele Menschen haben heute den Kontakt zur Natur verloren. Sie wollen zwar den Wildtieren, die ihnen am Herzen liegen, helfen, doch aus Unkenntnis führt das oft zu Problemen für die Tiere, denen man eigentlich helfen will. Nutrias werden mit Küchenabfällen gefüttert, Vögel mit verschimmeltem Brot, Eichhörnchen mit Keksen, Waschbären mit Wurst – diese Liste könnte man beliebig fortsetzen. Wildtiere werden aus einer menschlichen Perspektive betrachtet, man nimmt an, dass sie ohne menschliche Hilfe nicht überleben können. Was wirklich wichtig ist, wäre der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen. Dafür müssten Menschen aus Tierliebe ihr Leben umweltfreundlich und ihre Umwelt naturfreundlich gestalten. Dazu sind leider viele nicht bereit, stattdessen machen sie Wildtiere mit falschem Futter krank oder bringen mit dem Zufüttern das natürliche Gleichgewicht durcheinander.

Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die sich von der Tierwelt gestört fühlen. Sie beklagen sich über „gefährliche“ Schlangen im Garten, „lärmende“ Frösche, „aggressive“ Vögel, „schädliche“ Insekten und andere Unannehmlichkeiten.

Menschen, die Haustiere haben, sind der Ansicht, eine artgerechte Haltung ihrer Lieblinge ist nur möglich, wenn diese Tiere sich frei und unabhängig in der Natur bewegen und ihren Jagdinstinkten nachgehen können. Sie stören Brutvögel, beißen Kleintiere zu Tode oder verletzen sie. Oft sind unter den Opfern von Hunden und Hauskatzen auch geschützte Tierarten.

Was ist los mit dem Verhältnis der Menschen zur Tierwelt? Wie kann man mehr Verständnis herbeiführen und die heimische Natur schützen?

Um darüber ins Gespräch zu kommen, hatte der NABU Leipzig am 3. Januar 2018 zu einem Diskussionsabend ins Naturkundemuseum Leipzig eingeladen. Etwa 30 Gäste nahmen an dem Abend teil und beteiligten sich mit verschiedenen Wortmeldungen und Fragen am Gespräch.

Bei der Veranstaltung wurden Spenden für die Kastration von Straßenkatzen gesammelt, um die sich der Verein Straßenkatzen-LE in ehrenamtlicher Arbeit kümmert. Ein Betrag von 71,92 Euro kam dafür zusammen. Der NABU Leipzig bedankt sich herzlich bei den Spendern!

Veranstaltungsplakat     Pressemitteilung

 

Der Natur zuliebe

Dieser Gesprächsabend am 3. Januar 2018 war die erste öffentliche Veranstaltung des NABU Leipzig im neuen Jahr. Es werden viele weitere folgen. Das Veranstaltungsprogramm mit rund 100 Veranstaltungen wird wieder an verschiedenen Stellen in der Stadt ausgelegt und ist auch im NABU-Naturschutzbüro in Gohlis erhältlich (Corinthstraße 14). Außerdem sind die Termine online zu finden.

In der traditionsreichen NABU-Veranstaltungsreihe „Der Natur zuliebe“ sind 2018 noch folgende Themen geplant:

Mittwoch, 7. Februar 2018, 19 – 21 Uhr

Stippvisite im NABU-Projekt im Sheka Forest Reserve.

Eine Fotoreise mit Dr. Fabian Haas.

Naturkundemuseum, Lortzingstraße 3.

 

Mittwoch, 7. März 2018, 19 – 21 Uhr

Schutz von Zauneidechsen im Garten.

Ein Vortrag von Roland Zitschke.

Naturkundemuseum, Lortzingstraße 3.

 

Mittwoch, 4. April 2018, 19 – 21 Uhr

Wanderfalter.

Ein Vortrag von Ronald Schiller.

Naturkundemuseum, Lortzingstraße 3.

 

Mittwoch, 2. Mai 2018, 19 – 21 Uhr

Natur ganz nah – die Neue Hardt.

Ein Vortrag von Dr. Rainer Hoyer.

Naturkundemuseum, Lortzingstraße 3.

 

Mittwoch, 6. Juni 2018, 19 – 21 Uhr

Entlang der Parthe.

Ein Vortrag von Bernd Hoffmann.

Naturkundemuseum, Lortzingstraße 3.

 

Mittwoch, 4. Juli 2018, 19 – 21 Uhr

Citizen Science mit Gartenvögeln und Holzbienen

Ergebnisse von Mitmachaktionen des NABU Leipzig.

Naturkundemuseum, Lortzingstraße 3.

 

Mittwoch, 5. September 2018, 19 – 21 Uhr

Von Zwergen und Nymphen – Vielfalt und Lebensraum heimischer Fledermäuse. Vortragsabend zur Internationalen Batnight mit Frank Meisel und Marco Roßner vom Fachbüro „hochfrequent“.

Naturkundemuseum, Lortzingstraße 3.

 

Mittwoch, 3. Oktober 2018, 19 – 21 Uhr

Die Blindschleiche und ihre Lebensräume in der Region Leipzig.

Ein Vortrag von Ralf Mäkert.

Naturkundemuseum, Lortzingstraße 3.

 

Mittwoch, 7. November 2018, 19 – 21 Uhr

Vogel des Jahres.

Der Star ist Vogel des Jahres 2018. Bei dem Vortragsabend berichtet der NABU Leipzig über Aktionen, die zu diesem Anlass stattfanden. Außerdem wird der Vogel des Jahres 2019 vorgestellt.

Naturkundemuseum, Lortzingstraße 3.

 

Mittwoch, 5. Dezember 2018, 19 – 21 Uhr

Der Weißstorch in der Region Leipzig.

Ein Vortrag von Dietmar Heyder und Uwe Seidel (Sachsenstorch.de).

Naturkundemuseum, Lortzingstraße 3.

 

Mittwoch, 2. Januar 2019, 19 – 21 Uhr

Wilde Partys, wilde Tiere, gestresste Anwohner.

Diskussionsabend über Feuerwerk, nächtlichen Lärm und illegale Freiluftfeste.

Naturkundemuseum, Lortzingstraße 3.

 


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von Detlef Nowarre
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Lustige Stofftiere, waschbar bis 40°C. Die Einnahmen werden für den Arbeitskreis Vogelschutz verwendet. Jedes Kuscheltier ist ein handgefertigtes Unikat aus Stoffresten und für 3 Euro erhältlich im NABU-Naturschutzbüro.
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