Schutz der Biologischen Vielfalt

Engagement des NABU für den Leipziger Auwald

Blick aus 35 m Höhe über den Auwald in Richtung Stadtzentrum. Foto: Christa Rasch
Blick aus 35 m Höhe über den Auwald in Richtung Stadtzentrum. Foto: Christa Rasch

Luppe, Parthe, Pleiße und Weiße Elster sowie ihre zahlreichen Verzweigungen und Nebenarme durchziehen die Region Leipzig – es ist eine Fluss- und Auenlandschaft, die nach der letzten Eiszeit entstand. Die Dynamik von Hochwasserereignissen sorgte für eine Vielfalt an Lebensraumtypen und Arten.

Sobald diese Landschaft vom Menschen besiedelt werden konnte, begann er damit, Einfluss zu nehmen auf dieses Ökosystem. Aus frühen Siedlungen entstand vor mehr als 1.000 Jahren die Stadt Leipzig, die größer und größer wurde. Die zunehmende Besiedlung und Nutzung der Aue, Flussregulierungen und nicht zuletzt der Braunkohletagebau haben dazu geführt, dass die ursprüngliche Landschaft drastisch verändert wurden. Heute ist das Leipziger Auenökosystem längst keine urwüchsige Naturlandschaft mehr, aber dennoch einzigartig und ökologisch wertvoll. Die unmittelbare Nähe von Großstadt und Auenlandschaft, die mit Parks und Vororten einander sogar durchdringen, führt zu einem artenreichen Lebensraum, Heimat einer Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten und wertvoll für das Wohlergehen der Menschen.

 

Umweltbildung und Biotopflege

Wiesenpflege an den Papitzer Lachen. Foto: Karsten Peterlein
Wiesenpflege an den Papitzer Lachen. Foto: Karsten Peterlein

Der Auwald ist Leipzigs bedeutendstes Naturerbe, aber auch beliebtes Ausflugsziel und Wirtschaftswald. Einerseits werden Projekte realisiert, die der Auwaldnatur zugutekommen sollen, zugleich drohen diesem artenreichen Ökosystem zahlreiche Gefahren und Interessenskonflikte. Engagiert streiten verschiedene Gruppen für ihre jeweiligen Interessen, vielfach ohne um diese ökologischen Besonderheiten zu wissen. Deshalb ist Umweltbildung und Information über das Auenökosystem ein wichtiges Arbeitsfeld des NABU in Leipzig. Hinzu kommen Projekte zur Arterfassung die zum Teil bereits viele Jahrzehnte Daten aus ehrenamtlicher Feldarbeit liefern und heute durch wissenschaftliche Daten ergänzt werden, die beispielsweise vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) oder von der Universität Leipzig erhoben werden.

Eine weitere Säule des NABU-Engagements in der Leipziger Auenlandschaft ist der Biotopschutz. Zu diesem Zweck hat der NABU bereits in den Neunzigerjahren Flächen erworben, die nun ausschließlich dem Schutz der Natur dienen. Dabei handelt es sich unter anderem um Wiesen, die regelmäßig gemäht werden, zum Teil ausschließlich in Handarbeit mit Sensen und Rechen. Diese Arbeitseinsätze zur Biotoppflege sind stets gut besuchte Mitmachaktionen des NABU Leipzig. Der Erfolg dieser fleißigen Arbeit zeigt sich in der naturschutzfachlich positiven Entwicklung der Vegetation auf diesen Flächen.

Wetrvoller Lebensraum in der Auenlandschaft: die Papitzer Lachen. Foto: René Sievert
Wetrvoller Lebensraum in der Auenlandschaft: die Papitzer Lachen. Foto: René Sievert

Ein weiteres NABU-Arbeitsfeld neben Umweltbildung, Arterfassung und Biotoppflege ist das Engagement für eine Revitalisierung des Auenökosystems in einem größeren Maßstab. So beteiligt sich der NABU Leipzig intensiv an Überlegungen zur Zukunft der Fließgewässer und des Hochwasserschutzes in der Region. Der NABU hat bereits mehrere praktische Projekte realisiert, die einer Wiederherstellung auentypischer Verhältnisse dienen. Dazu zählen beispielsweise die Anlage des Burgauenbachs in den Neunzigerjahren, die fortlaufende ökologische Bewässerung der Papitzer Lehmlachen sowie das Projekt „Lebendige Luppe“, das unter anderem eine Wiederbelebung historischer, heute trockengefallener Fließgewässer in der Aue zum Ziel hat.

Der Burgauenbach wird bis heute vom NABU Leipzig im Rahmen einer „Bachpatenschaft“ betreut: Mitglieder der Naturschutzjugend sind mehrmals im Jahr an der Fließstrecke unterwegs, dokumentieren den Gewässerzustand, die Entwicklung der Natur und sie befreien die Ufer und Durchflussstellen von Müll.

Der Burgauenbach. Foto: Daniela Dunger
Der Burgauenbach. Foto: Daniela Dunger

 

Bewusstseinswandel ist erforderlich

Zum Erhalt der artenreichen Auenlandschaft existieren verschiedene Schutzgebiete, wie das rund 5.900 Hektar große Landschaftsschutzgebiet „Leipziger Auwald“ sowie die Naturschutzgebiete „Burgaue“, „Luppeaue“ und „Elster-Pleiße-Auwald“, um nur einige Beispiele zu nennen. Zugleich handelt es sich um Natura-2000-Gebiete (FFH-Gebiet „Leipziger Auensystem“ und SPA-Gebiet „Leipziger Auwald“), die nach EU-Recht geschützt sind. Leider verhindern diese zahlreichen Schutzgebiete und Schutzkategorien nicht, dass immer wieder der Biotop- und Artenschutz von den Verantwortlichen hintenangestellt wird. Dagegen zu protestieren und vorzugehen gehört auch zur Sisyphusarbeit des NABU Leipzig. Beispielsweise gefährdet die von der Stadtverwaltung angestrebte wassertouristische Erschließung der Leipziger Gewässer den Bruterfolg geschützter Vogelarten. Ein besonders prominentes Beispiel ist der Eisvogel im Floßgraben. Obwohl er Zielart des dort befindlichen Europäischen Vogelschutzgebietes ist und eine Störung seiner Brut auch nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten ist, kommt es alljährlich zu Diskussionen über den Schutz seines Lebensraums und seiner Nistplätze.

Eisvogel. Foto: Karsten Peterlein
Eisvogel. Foto: Karsten Peterlein

Kommerzielle Interessen, Bauprojekte, die Förderung von Freizeitindustrie und Tourismus werden oftmals höher bewertet als der Schutz der artenreichen Natur- und Kulturlandschaft. Aus Sicht des NABU ist das eine kurzsichtige Politik! Besser wäre eine nachhaltige, naturverträgliche Entwicklung der Region. Für Leipzig könnte der Auenschutz eine Erfolgsgeschichte sein, doch dafür wäre ein Bewusstseinswandel notwendig. Ihn herbeizuführen, ist ein wichtiges Anliegen des NABU in Leipzig. Obwohl sich viele Bürger immer wieder für mehr Naturschutz aussprechen, fallen die Entscheidungen der Leipziger Behörden oft anders aus.

 

Praktischer Naturschutz

Eine intakte Aue bietet mit ihren Ökosystemleistungen auch den Menschen großen Nutzen, das grüne Umfeld dient dem Wohlbefinden. Intakt aber ist die Aue leider nicht. Deiche und Flussregulierungen haben sie insbesondere im 20. Jahrhundert trockengelegt. Deshalb befinden sich viele auentypische FFH-Lebensraumtypen, die wie zum Beispiel der Hartholzauwald auf gelegentliche Überschwemmungen angewiesen sind, überwiegend nicht im besten Erhaltungszustand. Es ist daher dringend erforderlich, in den nächsten Jahren und Jahrzehnten eine naturnahe Auendynamik soweit wie möglich wieder herzustellen. Insbesondere eine auentypische Grundwasserschwankung, die Wiederbelebung historischer Fließgewässer, die regelmäßige, kurzzeitige Überschwemmung von Flächen in der Aue und Prozesse der Sedimentumlagerung sind dafür nötig. Die Neue Luppe wurde als Wasserabflusskanal in den Dreißiger- bis Fünfzigerjahren angelegt und entwässert seitdem weite Teile der Nordwestaue. Das muss sobald wie möglich beendet werden, die Wassermenge müsste besser wieder durch die historischen Luppearme fließen, die noch weitgehend vorhanden sind und „im Dornröschenschlaf“ liegen.

Im Rahmen des Projekts "Lebendige Luppe" konnte der NABU das Einlassbauwerk für die Bewässerung der Papitzer Lachen erneuern. Foto: Philipp Steuer
Im Rahmen des Projekts "Lebendige Luppe" konnte der NABU das Einlassbauwerk für die Bewässerung der Papitzer Lachen erneuern. Foto: Philipp Steuer

Während das Zukunftswüsche und berechtigte Forderungen sind, tut der NABU im kleineren Maßstab bereits heute soviel wie möglich für den Erhalt von Auenlebensräumen. Dazu zählen ganz besonders die Papitzer Lachen bei Schkeuditz. Diese Kleingewässer entstanden durch Lehm- und Kiesabbau. Während früher Kleingewässer durch Hochwasserereignisse in der Aue immer wieder neu geschaffen wurden, sind heute die künstlich entstandenen Lachen die letzten Rückzugsgebiete vieler Arten, wie zum Beispiel von Rotbauchunke und Laubfrosch. Ehrenamtliche Naturschützer haben die Lachen vor Zerstörung bewahrt, und in den Siebzigerjahren wurden sie unter Schutz gestellt, seit seiner Gründung engagiert sich der NABU Leipzig für ihren Erhalt. In den Neunzigern wurde vom NABU eine provisorische Bewässerung der Lachen aufgebaut, die wegen der Neuen Luppe von Austrocknung bedroht waren. Im Rahmen des Projekts „Lebendige Luppe“ konnte sie erneuert werden und ermöglicht nun weiterhin die ökologisch orientierte jahreszeitlich wechselnde Bewässerung, die eine natürliche Auendynamik simuliert. Dadurch konnten sich in den vergangenen Jahrzehnten die Populationen von Rotbauchunke und Laubfrosch deutlich erholen, aber auch viele andere auentypische Tier- und Pflanzenarten profitieren von diesem Engagement des NABU.

 

Lobby für die Auwaldnatur

Die Neue Luppe ist ein Kanal, der die Nordwestaue entwässert. Die eingedeichten und begradigten Flüsse versorgen die Aue nicht mehr mit Hochwasser. Foto: Claudia Tavares
Die Neue Luppe ist ein Kanal, der die Nordwestaue entwässert. Die eingedeichten und begradigten Flüsse versorgen die Aue nicht mehr mit Hochwasser. Foto: Claudia Tavares

Flussauen sind gefährdete Lebensräume, obwohl ihr Schutz nicht nur der Natur sondern auch dem Hochwasserschutz dient. Der Handlungsbedarf ist also groß, dennoch sind NABU-Naturschutzprojekte in der Aue nicht unumstritten. Sie sind nur kleine Mosaiksteine, die nicht alle Probleme lösen, lautet ein Vorwurf. Doch die naturschutzfachlichen Erfolge zeigen, dass auch kleine Anstrengungen sich lohnen. Andere kritisieren Wiesen- und Gewässerpflege oder ökologische Waldbewirtschaftung, sie würden lieber der Natur ihren Lauf lassen. Doch ein solches Nichtstun kann nicht zu einer artenreichen Auenlandschaft führen, solange die Hochwasserdynamik fehlt. Deshalb werden die Naturschutzmacher des NABU aktiv und kümmern sich soweit sie es ermöglichen können um die Tier- und Pflanzenwelt der Aue.

Im Projekt „Lebendige Luppe“ konnte der NABU weitere Erfahrungen im Bereich Auenökologie und Öffentlichkeitsarbeit sammeln, mit der Gründung der Landesarbeitsgemeinschaft „Auenentwicklung“ hat der NABU sein Engagement im Auenschutz ebenfalls intensiviert. Das gibt dem NABU Leipzig bei seiner künftigen Arbeit wichtigen Rückhalt, denn angesichts der „wachsenden Stadt“ schrumpft im selben Maße die Natur. Immer neue Konflikte tun sich auf und der NABU Leipzig hat alle Hände voll zu tun, sich für Mensch und Natur in der Aue und in der Stadt zu engagieren. Mitstreiter sind dabei stets herzlich willkommen.

 

NABU-Zentrum für Auenentwicklung

Bei Umweltbildungsveranstaltungen lernen Groß und Klein die Auenökologie kennen. Foto: Mario Vormbaum
Bei Umweltbildungsveranstaltungen lernen Groß und Klein die Auenökologie kennen. Foto: Mario Vormbaum

Um die Aktivitäten zum Auenschutz und zur Auenrenaturierung zu bündeln, hat der NABU in Leipzig im Dezember 2017 das NABU-Zentrum für Auenentwicklung Sachsen eröffnet, das seinen Sitz in der Naturschutzstation des NABU Leipzig hat.

Das Zentrum für Auenentwicklung versteht sich als Informations- und Anlaufstelle für alle Fragen und Anliegen zum Thema Auenschutz und Auenent­wicklung in Sachsen, in erster Linie aber als Projektentwickler und -umsetzer. Interessierte Bürger, Behörden und Institutionen finden hier Ansprechpartner für Fragen, Anliegen und Ideen.

Eine wichtige Aufgabe des neu eröffneten NABU-Auenzentrums ist die Öffentlich­keits- und Pressearbeit. Vordringlich wird sich das NABU-Zentrum für Auenentwicklung aber der Erarbeitung und Umsetzung von eigenen praktischen Projekten zur Auenrenaturierung widmen. Schon seit Jahrzehnten engagiert sich der NABU im Rahmen solcher Projekte für Erhalt und Entwicklung von Auen-Biotopen. Dazu zählen die Arbeiten zum Erhalt der Papitzer Lehmlachen, das Projekt „Lebendige Luppe“ oder das Projekt für die Wiederansiedlung der fast ausgestorbenen Schwarzpappel in den sächsischen Flussauen.

Nicht zuletzt spielt die Umweltbildung eine wichtige Rolle in der Arbeit des NABU-Auenzentrums. Es bietet Lehrern und Schülern, die sich für das Thema Aue und Auwald interessieren, umfangreiches Informationsmaterial, Exkursionsangebote, Kontakt zu Ansprechpartnern und vieles mehr.

Zukünftig sollen weitere praktische Vorhaben hinzukommen; hier gibt es erste Ansätze für die naturnahe Entwicklung von nicht mehr angeschlossenen Altarmen an Weißer Elster oder Mulde.

 

Forstwirtschaft und Naturschutz

Foto: René Sievert
Foto: René Sievert

Der Leipziger Auwald wird forstwirtschaftlich genutzt, wobei gleichzeitig ein ökologisch orientierter Waldumbau realisiert wird, wodurch die Baumartenzusammensetzung so verändert wird, dass sie den natürlichen standorttypischen Verhältnissen nahekommt. Naturfreunde fragen den NABU, warum er sich nicht gegen „Kahlschlag“ und die „Gewinnsucht“ der Forstwirtschaft ausspricht. Es handelt sich jedoch nicht um Kahlschlag und Gewinnsucht, sondern um eine Waldbewirtschaftung, die im Leipziger Auwald auch als Landschaftspflege verstanden werden kann. Daneben macht es der ökologisch orientierte Waldumbau erforderlich, bestimmte Baumarten zu dezimieren und andere zu fördern. Insgesamt wird sich das Waldbild verändern, da ein naturnaher Auwald anders aussieht, als das, was die Menschen als Leipziger Auwald aus DDR-Zeiten kennen.

Das Eschentriebsterben ist am Absterben der Zweige in der Baumkrone zu erkennen. Viele Eschen sind bereits abgestorben. Foto: René Sievert
Das Eschentriebsterben ist am Absterben der Zweige in der Baumkrone zu erkennen. Viele Eschen sind bereits abgestorben. Foto: René Sievert

Hinzu kommt das Eschentriebsterben, das im Rahmen der Verkehrssicherung erforderlich macht, die Eschen insbesondere in vielbesuchten Waldgebieten in kürzerer Zeit zu fällen, als geplant. Anders als in anderen Regionen, die vom Eschentriebsterben betroffen sind, werden in Leipzig dennoch nicht mehr Eschen gefällt, als der Forstwirtschaftsplan ohnehin vorsieht; sie werden nur in einem kürzeren Zeitraum gefällt als ursprünglich geplant.

Aus ökologischer Sicht sind viele Eingriffe langfristig von Vorteil für ein naturnahes Waldbild und kurzfristig ebenfalls oft förderlich für die Biodiversität. Dynamik und (Zer-)störungen fördern die Vielfalt; ein sich selbst überlassener Leipziger Auwald hingegen würde nicht zum „Urwald“, sondern aus verschiedenen Gründen (wie fehlende Hochwasser, zu kleine Fläche, Klimawandel, Überdüngung etc.) zu einem ökologisch weitgehend wertlosen Ahornwald. Das naturschutzfachliche Leitbild orientiert sich nicht an einem Urwald, sondern an der artenreichen Kulturlandschaft vor dem Beginn der Flussregulierung und Industrialisierung, die auch von einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung geprägt war. Gerade Störungen, Lichtungen, Waldränder, Rohböden, Offenland etc. sind ökologisch wertvoll, ein feuchter dunkler Waldbestand, wie er im 20. Jahrhundert den Leipziger Auwald charakterisiert, eher nicht.

Obwohl die Eiche gefördert werden soll, können auch Eichen gefällt werden, zum Beispiel wenn sie zu dicht stehen, um einzelne Starkbäume zu fördern. Zudem werden gefällte Bäume oft für Eichen gehalten, werden jedoch mit anderen Baumarten verwechselt, deren Borke ähnlich aussieht, wie Esche oder Pappel.

 

Artenschutz muss beachtet werden!

Auch wenn der NABU Leipzig grundsätzlich die Forstarbeiten befürworten kann, ist es in vielen Fällen aber leider so, dass dabei der gesetzliche Artenschutz nicht ausreichend beachtet wird. So dürfen durch Forstarbeiten nicht die Lebensstätten oder Lebensgrundlagen besonders geschützter Arten zerstört werden. Der Schutz von Baumhöhlen oder nachgewiesenen Fledermausquartieren, Eulen, Horsten etc. ist erforderlich, leider wird das in einigen oder sogar in vielen Fällen nicht beachtet! Auch am Boden lebende geschützte Arten sind durch Forstarbeiten gefährdet und müssen besser geschützt werden, beispielsweise Amphibien zur Zeit der Amphibien­wanderung im Frühjahr.

Der Mittelspecht gilt als typischer Urwald­bewohner. In Mitteleuropa lebt er oft in Augebieten und in naturbelassenen großen Wäldern. Zur Nahrungssuche benötigt er stark strukturiertes Totholz und Bäume mit grobrissiger Borke, in der er in Ritzen und Spalten Nahrung findet. Das ist vor allem im Winter wichtig, während der Mittelspecht im Sommer die Beute bevorzugt von Blättern und Zweigen ab­sammelt. Seine Bruthöhle zimmert er in leicht morschem Holz, oft an abstehenden Ästen mit dem Einflugloch unten. Anders als der Bunt­specht trommelt der Mittelspecht kaum, um sein Revier zu kennzeichnen, während der Balz lässt er stattdessen ein typisches Quäken hören.

Der Mittelspecht ist ein charakteristischer Bewohner des Leipziger Auwalds. Nach der EU-Vogelschutz­richtlinie muss sein Lebensraum geschützt werden. Foto: NABU/Tom Dove

 

Eschentriebsterben

Bedauerlich ist, dass aufgrund des Eschentriebsterbens in so großem Maße Bäume gefällt werden müssen. Die Förster der Stadt Leipzig beschränken sich dabei auf die besonders schwer geschädigten Bäume und lassen leicht erkrankte stehen. Dennoch gibt es großangelegte Fällungen. Ökologisch bedeuten diese Arbeiten einen schweren Eingriff, da der Lebensraum deutlich verändert wird. Der NABU Leipzig bemüht sich, die Forstverwaltung auf besonders schützenswerte Höhlenbäume hinzuweisen. Die Höhlen werden oftmals gar nicht in den betreffenden Eschen zu finden sein, doch der Verlust der Nachbarbäume könnte sich dennoch negativ bemerkbar machen.

Flächenhafte Baumfällungen sind zunächst ein schwerwiegender Eingriff, ermöglichen aber das Wachstum junger, standorttypischer Bäume. Unterschiedlich alte Bestände führen dann zu größerer Biodiversität im Wald. Foto: René Sievert
Flächenhafte Baumfällungen sind zunächst ein schwerwiegender Eingriff, ermöglichen aber das Wachstum junger, standorttypischer Bäume. Unterschiedlich alte Bestände führen dann zu größerer Biodiversität im Wald. Foto: René Sievert

Leider gibt es praktisch keine Alternative. Das Eschentriebsterben führt ohnehin zum Absterben der Bäume. In den öffentlich stark frequentierten Bereichen ist die Fällung daher nötig, um die Gesundheit oder gar das Leben von Menschen zu schützen, die sonst durch herabstürzende Äste oder umfallende Bäume gefährdet wären.

Im Zuge des ökologisch orientierten Waldumbaus ist im Leipziger Auwald ohnehin die Reduzierung des Eschenbestandes geplant, aber ursprünglich nicht auf diese drastische Weise. Das Eschentriebsterben führt nun leider zum beschleunigten Verlust dieser Baumart. Dabei kommt die vielfältige Leipziger Auenlandschaft noch vergleichsweise glimpflich davon. Zum einen ist es hier anderen Baumarten möglich, die Lücken zu füllen, zum anderen sind hier bisher auch einige Eschen verschont geblieben, was unter anderen, zum Beispiel monotoneren, Standortbedingungen vermutlich nicht der Fall wäre. In anderen Landschaften wird das Eschentriebsterben hingegen zum Verlust großer oder kompletter Waldflächen führen.

Der Stadtforst lässt sich von Forstexperten, Waldökologen und Pilzexperten beraten. Auch der NABU Leipzig ist teilweise beratend eingebunden. Ziel ist es, das Waldökosystem vital zu erhalten und ökologische Schäden zu minimieren, die einerseits durch die Baumkrankheit, andererseits aber auch durch die Fällungen entstehen können. Ganz zu verhindern sind negative Folgen leider nicht. Starke ökologische Veränderungen können aber auch Teil einer dynamischen Waldökologie sein. So ist ein Nachteil für etablierte Arten möglich, gleichzeitig kann aber eine Besiedlung der veränderten, neuen Lebensräume die Biodiversität vergrößern.

Fledermäuse leben häufig unbemerkt in Baumhöhlen, Ritzen und Spalten. Es muss verhindert werden, dass ihre Quartiere bei Forstarbeiten soweit verloren gehen, dass sie keinen Ersatz mehr finden können. Foto: NABU/Dietmar Nill
Fledermäuse leben häufig unbemerkt in Baumhöhlen, Ritzen und Spalten. Es muss verhindert werden, dass ihre Quartiere bei Forstarbeiten soweit verloren gehen, dass sie keinen Ersatz mehr finden können. Foto: NABU/Dietmar Nill

Soweit das in der ehrenamtlichen Freizeitarbeit möglich ist, bemüht sich der NABU Leipzig nach Kräften, die betroffenen Waldteile rechtzeitig zu erfassen und dem Forst wichtige Hinweise zu besonders schützenswerten Bäumen oder Waldteilen zu geben.

Das Eschentriebsterben tritt seit den Neunzigerjahren in Europa auf und wurde vermutlich aus Asien eingeschleppt. Die Krankheit wird von einem Pilz verursacht, der über die Laubblätter in Eschen eindringt. Betroffen sind vor allem jüngere Bestände, aber auch ältere Eschen werden infiziert. Im Verlauf weniger Jahre kommt es von den Trieben (Zweigen) her (daher der Name) zu einem fortschreitenden Absterben des Baumes. Der NABU Leipzig informierte bereits 2014 über das Thema. 

 

Förderung von Auwaldbaumarten

Eine Naturverjüngung der typischen Auwaldbaumarten fndet nicht statt. Im Unterstand findet man vorwiegend Ahorn. Foto: Christa Rasch
Eine Naturverjüngung der typischen Auwaldbaumarten fndet nicht statt. Im Unterstand findet man vorwiegend Ahorn. Foto: Christa Rasch

Wie fast alle mitteleuropäischen Auwälder ist der Leipziger Auwald ein sehr artenreiches, wertvolles Ökosystem. Er ist aber auch ein Produkt jahrtausendelanger intensiver, nachhaltiger menschlicher Nutzung. Typisch sind in der Hartholzaue mosaikartige Strukturen und eine Vielzahl von Baumarten. Das macht eine forstliche Nutzung nicht nur möglich, um die Biodiversität zu erhalten ist sie vielfach sogar notwendig. Daneben ist es erforderlich, wieder eine auentypische Hochwasserdynamik herzustellen, um die Standortbedingungen für die Hartholzaue überhaupt zu erhalten. Unabhängig davon bleibt aber eine gezielte Pflege zum Erhalt der Biologischen Vielfalt notwendig. Ein „Sich-selbst-Überlassen“ - insbesondere bei fehlender natürlicher Auendynamik - würde im Leipziger Auwald zu einem mehr und mehr artenarmen und nicht auentypischen Waldbild führen. Ein Erhalt der ökologisch besonders wertvollen Auwaldbaumarten über Naturverjüngung ist nicht möglich: 90 Prozent der Jungbäume im Leipziger Auwald sind Ahorn, 8 Prozent Gewöhnliche Esche. Auf dieser Basis kann sich die notwendige Baumartenvielfalt ohne menschliche Eingriffe und ohne Hochwasserereignisse nicht einstellen. Stieleichen und andere hartholzauentypische Baumarten müssen deshalb gezielt gefördert und gepflanzt werden.

Bäume im Leipziger Auwald sind standortbedingt relativ kurzlebig, sodass sich die Baumartenzusammensetzung ohne forstliche Pflege rasch negativ entwickeln würde. Stieleichen erreichen ein Höchstalter von durchschnittlich 300 Jahren, Gewöhnliche Eschen von 160 Jahren, Ahorne von 140 Jahren. Überließe man die Bestände völlig sich selbst, würden die Baumarten der Hartholzaue innerhalb der nächsten Jahrzehnte verschwinden.

 

Forstwirtschaft im FFH-Gebiet

In den Fauna-Flora-Habitat-Gebieten (FFH) der EU gelten strenge Vorschriften für alle Eingriffe. Sie dürfen den Erhaltungszustand der FFH-Lebensraumtypen oder geschützter Arten nicht verschlechtern, vielmehr soll alles getan werden, den Erhaltungszustand zu verbessern. Nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz ist die forstliche Nutzung in Natura 2000-Gebieten grundsätzlich zulässig, wenn sie nicht zu einer Verschlechterung führt. Dabei kann sich in der Praxis der Erhaltungszustand einzelner Teilflächen verbessern, aber auch verschlechtern, die Gesamtfläche eines Lebensraumtyps mit einem günstigen Erhaltungszustand sollte aber mittelfristig stabil bleiben oder zunehmen.

In der Schutzgebietsverordnung des FFH-Gebiets "Leipziger Auensystem" heißt es: "zulässig sind die der guten fachlichen Praxis entsprechende land- und fischereiwirtschaftliche Nutzung sowie die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung, soweit hierdurch nicht das Gebiet in seinen für die Erhaltungsziele maßgeblichen Bestandteilen erheblich beeinträchtigt werden kann oder soweit nicht anderweitige Rechtsvorschriften entgegenstehen."

 

Ökologisch orientierter Waldumbau

Durch die Forstwirtschaft wird eine naturnahe und standorttypische Baumarten­zusammen­setzung angestrebt: Stieleiche 40 %, Ulmen 5 %, Winterlinde 10 %, Hainbuche 10 %, Feldahorn 5 %, Bergahorn 5 %, Gewöhnliche Esche 20 %, Wildobst 5 %. Für alle Waldgesellschaften, Untergesellschaften und Varianten im Landschaftsschutzgebiet „Leipziger Auwald“ wird dieses Ziel modifiziert, sodass eine Entwicklung angestrebt wird, die den Bedingungen des jeweiligen Mikrostandortes optimal entspricht. Dieser Waldumbau kann nicht kurzfristig realisiert werden, sondern ist auf Zeiträume vieler Jahrzehnte angelegt. Nur so kann eine naturnahe Altersstruktur der Bestände erreicht werden.

 

Licht für die Eiche

Junge Eiche in einem Femelloch. Foto: René Sievert
Junge Eiche in einem Femelloch. Foto: René Sievert

Die Verjüngung der meisten hartholz­auentypischen Baumarten ist unter dem Schirm der anderen Bäume in der Regel kein großes Problem, die ökologisch wichtige Stieleiche hat jedoch einen höheren Lichtbedarf. Zur Schaffung von Verjüngungsflächen für diese Baumart werden deshalb Freiflächen, sogenannte Femellöcher, geschlagen. Diese müssen einen Mindestdurch­messer von 30 bis 50 Meter haben, um später eine ausreichende Versorgung der Jungbäume mit Licht sichern zu können. Im Zuge der gesamten forstlichen Pflegemaßnahmen werden zudem die ökologisch wertvollen Alteichen bei Notwendigkeit durch Freischlagen von der Konkurrenz im Kronenbereich befreit. Bei dem Anlegen von Femellöchern wird vorrangig in die Baumarten und Altersklassen eingegriffen, bei denen gegenüber den Zielvorstellungen ein Überhang besteht. Aus ökonomischen Gründen werden dabei vorzugsweise ältere Bäume gefällt, außerdem werden vorzugsweise hartholzauenuntypische Baumarten geschlagen.

 

Prozessschutzflächen

Neben Arealen auf denen Pflegemaßnahmen stattfinden, werden Referenzflächen aus der forstlichen Bewirtschaftung herausgenommen (etwa 5 Prozent der Stadtwaldfläche), und es sollen aus ökologischen Gründen bestimmte Flächen mit historischen Waldbewirtschaf­tungsformen gepflegt werden, zum Beispiel als Mittelwald, Niederwald oder Waldweide. Durch die unterschiedlichen Waldnutzungsarten wird eine weitere wichtige Voraussetzung für die hohe Biodiversität geschaffen.

 

Heimat für die Wildkatze

Foto: NABU/Marco Frank
Foto: NABU/Marco Frank

Die Europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris) lebt zurückgezogen und versteckt vor allem in naturnahen Laub- und Mischwäldern. Kaum jemand bekommt sie zu Gesicht. Aber es gibt sie noch, und sie kehrt langsam in die einst verlassenen Wälder Deutschlands zurück – auch in den Leipziger Auwald.

Ihr Verbreitungsgebiet erstreckte sich noch bis ins 20. Jahrhundert hinein über fast ganz Europa. Abschussprämien, gezielte Falschinformationen und Verleumdung führten dazu, dass die scheuen Wildkatzen intensiv bejagt wurden und vor über 100 Jahren in Sachsen verschwanden. Es wird vermutet, dass heute noch ca. 5.000 bis 7.000 der einst weit verbreiteten Tiere in zwei verbliebene Rückzugsräume in Deutschland leben: zum einen das westdeutsche Vorkommen in Eifel, Hunsrück, Pfälzer Wald und Taunus; zum anderen die mitteldeutsche Population, zu der Wildkatzen im Harz, Solling, Kyffhäuser, den übrigen Waldgebieten Nordthüringens, im Hainich und nun wieder in Sachsen gehören.

Mittlerweile gibt es für die Wildkatze allerdings eine viel gravierendere Bedrohung als die Jagd früherer Jahrhunderte: der Verlust und die Zerschneidung der Lebensräume durch die immer intensivere Nutzung der Landschaft durch Verkehr, Siedlungsgebiete und Landwirtschaft. Die Restlebensräume der Wildkatze und anderer Arten liegen isoliert und zerschnitten in der Landschaft. Die Wildkatze steht mit ihren Bedürfnissen wie kaum ein anderes Tier für den naturnahen Wald und eine mit Hecken vernetzte Kulturlandschaft.

Foto: NABU/Kerstin Kleinke
Foto: NABU/Kerstin Kleinke

Dem BUND ist es gelungen, eine kleine Wildkatzenpopulation im Leipziger Auwald sicher nachzuweisen. In Zusammenarbeit mit dem Staatsbetrieb Sachsenforst, dem Stadtforst Leipzig, den Unteren Naturschutzbehörden, der Auwaldstation Leipzig, dem NABU Leipzig, örtlichen Jägern und Freiwilligen wurden die Tiere mit Hilfe von Wildkameras und der sogenannten Lockstockmethode nachgewiesen. Dazu werden raue Holzlatten homogen im Untersuchungsgebiet aufgestellt und während der Ranzzeit der Wildkatzen mit Baldriantinktur besprüht. Kleinkatzen fühlen sich vom Duft des Krautes angezogen, reiben sich an dem Lockstock und hinterlassen Haare. In einem regelmäßigen Turnus wurden insgesamt 125 Haarproben von den Lockstöcken abgesammelt. Die Proben wurden in den Laboren der Senckenberg Gesellschaft, Fachgebiet Naturschutzgenetik, analysiert und ausgewertet. Die Analyse der Haarproben ergab, dass nach über 100 Jahren im Leipziger Auwald nun die erste kleine Wildkatzenpopulation in Sachsen mit mindestens 12 Tieren lebt. Die Wildkatzen im Leipziger Auwald sind genetisch reine Wildkatzen der mitteldeutschen Population und eng mit den Tieren im östlichen Harzer Vorland (Sachsen-Anhalt) verwandt. Die Hybridisierung von Haus- und Wildkatzen sowie eine Einführung durch Menschen kann genetisch ausgeschlossen werden. Die Individuen zeigen nur eine geringe genetische Variabilität, sodass die Wildkatzen vermutlich nur aus einer Region eingewandert sind und am Rande des Verbreitungsgebietes der mitteldeutschen Population leben.

Die Rückkehr der Wildkatze in den Leipziger Auwald ist ein Geschenk für Sachsen. Um den Fortbestand der Population nicht zu gefährden, ist es daher unerlässlich, dass die Menschen den Tieren nicht zu nahe kommen. In jedem Fall aber zeigt der Nachweis der Wildkatzen, dass der Leipziger Auwald ein besonders hochwertiger und schützenswerter Naturlebensraum ist.

 

Paradies für Rotbauchunke und Co.

Eine naturnahe Auenlandschaft ist ein Mosaik von Lebensräumen. Dazu zählen nicht nur Flüsse und bewaldete Bereiche, sondern auch Wiesen, Bäche und Stillgewässer. Dieses Lebensraummosaik entsteht zum großen Teil durch die Hochwasserdynamik, die aber heute durch Flussausbau nicht mehr stattfindet. Ersatz für die fehlenden natürlichen Kleingewässer, können zum Beispiel alte Lehmgruben sein, wie die Papitzer Lachen. Insbesondere Amphibien finden hier einen Lebensraum, den sie in der Umgebung weitgehend vergeblich suchen.

 

Von Austrocknung bedroht

Rotbauchunke. Foto: Almut Martens/naturgucker.de
Rotbauchunke. Foto: Almut Martens/naturgucker.de

In den Siebzigerjahren wurden die Lehmgruben stillgelegt, füllten sich mit Wasser und entwickelten sich zu einem abwechslungsreichen Feuchtgebiet mit vielfältigen Landschaftsstrukturen – ein idealer Lebensraum für Amphibien. Insgesamt 10 Amphibienarten kann man heute im Gebiet der Papitzer Lachen finden. Neben Rotbauchunke, Kammmolch und Moorfrosch kommen Laubfrosch und Knoblauchkröte, Erdkröte, Teichmolch, Grasfrosch sowie Teich- und Seefrosch vor. Dieser Erfolg ist den unablässigen Bemühungen des NABU zu verdanken, der seit Jahrzehnten für die Pflege des Gebietes sorgt und verschiedene Bewässerungsprojekte initiierte. Denn die kanalartige Neue Luppe verursacht eine Entwässerung der Aue. Die Betten des ursprünglich reich verzweigten Flusssystems und auch die Papitzer Lachen fielen deshalb trocken, und die Amphibienpopulation war dramatisch eingebrochen. 1993 gab es nur noch wenige Moorfrösche und Kammmolche, kaum noch eine Rotbauchunke war zu finden. Dem Engagement des NABU ist es zu verdanken, dass die Amphibienlebensräume durch künstliche Bewässerung gerettet wurden.
 

Bewässerungsprojekte und Amphibienmonitoring

Seit 1997 wird den Lachen über einen Wiesengraben Wasser aus der Weißen Elster zugeführt. Eine gedrosselte Wasserzufuhr im Sommer und eine Unterbrechung der Bewässerung im Herbst und Winter simulieren eine Auendynamik. Pünktlich zur beginnenden Amphibienwanderung im zeitigen Frühjahr wird „der Hahn“ wieder aufgedreht.

Seitdem hat sich die Population der Rotbauchunke erholt und nimmt stetig zu. Im Rahmen der naturwissenschaftlichen Begleitforschung im Projekt Lebendige Luppe wird seit 2013 jährlich ein Amphibienmonitoring durchgeführt. So konnte die Ausbreitung der Rotbauch­unke vom westlichen in den östlichen Lachenkomplex sowie südlich in das Große Gehege festgestellt werden. Die Beobachtungen lassen hoffen, sollen aber nicht über die anhaltende Schutzbedürftigkeit der Amphibien hinwegtäuschen. Auch eine saisonal angepasste Bewässerung kann eine natürliche Auendynamik nicht ersetzen, verhindert nicht die natürliche Sukzession. Hier wird noch viel Arbeit im und um das Gebiet der Papitzer Lachen nötig sein.

 

Der Wert unseres Auwaldes

Broschüre über die Leipziger und Schkeuditzer Auenlandschaft

Foto: Maria Vitzthum
Foto: Maria Vitzthum

Die Broschüre "Der Wert unseres Auwalds" erklärt und illustriert 24 Ökosystemleistungen der Leipziger und Schkeuditzer Auenlandschaft. Von der Rohstoffbereitstellung über die Wasserspeicherkapazität bis zur Erholung.

Ökosystemleistungen sind all jene Eigenschaften der Natur, von denen wir Menschen profitieren, die wir bewusst oder unbewusst nutzen. Dazu gehören zum Beispiel, das Holz zum Heizen und Bauen, die schmackhaften und gesundheitsfördernden Früchte und Pflanzen, aber auch die angenehm kühle Waldluft im Sommer und der Sonntagsspaziergang zur Erholung. Alle jene Leistungen, ob praktisch nutzbare Ressource oder persönlich angenehme Erfahrung, geben der Landschaft einen "Wert" – auch wenn man den nicht immer in einem Geldbetrag ausdrücken kann oder möchte.

Erstellt wurde die Broschüre im Rahmen des Projekts Lebendige Luppe. Dieses Revitalisierungsvorhaben dient der Erhaltung wichtiger Leistungen des Ökosystems Aue. Die Broschüre ist ist erhältlich im Kontaktbüro Lebendige Luppe, beim NABU Leipzig oder als Download.

24 Fließgewässer im Portrait

Foto: NABU Sachsen

Leipzig, die Stadt an der Pleiße – oder der Parthe, der Weißen Elster oder gar an der Luppe? Aber an welcher denn: an der Neuen, der Alten, der Kleinen, der Roten? Weit über hundert Fließgewässer sind in Leipzig zu finden. Kaum jemand kennt sie alle – dabei würde es sich lohnen. Jeder Fluss, jeder Bach erzählt eine Geschichte, keiner schlängelt sich in ursprünglicher Form durch die Landschaft, sondern wurde im Laufe der Jahrhunderte durch Nutzung verändert. Manche sind gar völlig verschwunden, andere neu hinzugekommen. In der Broschüre „Leipziger und Schkeuditzer Gewässer - 24 Fließgewässer im Portrait“ gibt das Projekt "Lebendige Luppe" einen Einblick in die Fließgewässer von Leipzig und Schkeuditz. Das Heft ist im Kontaktbüro des Projekts in Leipzig-Gohlis oder beim NABU Leipzig erhältlich, steht aber auch zur Verfügung als Download.

Wissenswertes zum Leipziger Auwald

Bild der Woche

von Detlef Nowarre
von Detlef Nowarre

Für Mensch und Natur

Foto: NABU/Marcus Gloger
Foto: NABU/S. Zibolsky
Foto: NABU/F. Fender

Naturschutz online


Foto: NABU/Rolf Jürgens

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Für Biotop- und Artenschutz

Foto: Karsten Peterlein
Lustige Stofftiere, waschbar bis 40°C. Die Einnahmen werden für den Arbeitskreis Vogelschutz verwendet. Jedes Kuscheltier ist ein handgefertigtes Unikat aus Stoffresten und für 3 Euro erhältlich im NABU-Naturschutzbüro.