Die Stadt der toten Tiere

Tagtäglich werden die Gesetze missachtet

Empörte Bürger wenden sich an den NABU, Behörden bleiben oft tatenlos

Kleiber mit Futter an einer Baumhöhle, in der seine Familie wohnt, bis der Baum gefällt wird. Foto: NABU/Kerstin Kleinke
Kleiber mit Futter an einer Baumhöhle, in der seine Familie wohnt, bis der Baum gefällt wird. Foto: NABU/Kerstin Kleinke

„Wo sind meine Kinder hin, wo ist mein Zuhause geblieben?“ – Vor dieser Frage stehen tagtäglich mehrere Eltern in Leipzig – Vogeleltern. Bei Bauarbeiten werden Nester mit Jungvögeln einfach eingemauert oder in den Bauschutt geworfen, Ritzen und Höhlen werden verschlossen. An anderen Stellen werden Bäume mit Nestern gefällt, Nistkästen einfach geschreddert oder beim Heckenschnitt die Nester mit den Jungen in zwei Teile zersägt. Verzweifelt fliegen die einstigen Bewohner bis zur Entkräftung umher, und das Vogelsterben geht immer weiter. Weitgehend unbemerkt setzt sich das Drama nach Sonnenuntergang fort: Ganze Fledermauskolonien stellen fest, dass der Weg in die Freiheit versperrt ist. Lebendig eingemauert müssen die Tiere qualvoll sterben, während draußen eine schöne neue Fassade strahlt. Und selbst wenn die Tiere solche Massaker überleben, sind hinterher für sie kaum Unterschlupfmöglichkeiten mehr zu finden und auch keine Nahrung. Denn wo vorher Bäume und Sträucher und Wildnis in der Stadt den Tieren ein Überleben sicherten, sind nur noch Beton, Asphalt oder allenfalls Rasen zu finden. 

Lebensraumverlust in der Stadt

 

Bürger werden allein gelassen

Bei Heckenschnitt während der Vogelbrutzeit werden immer wieder Nistplätze zerstört oder sogar Vögel verletzt. Diese junge Mönchsgrasmücke hat das Massaker nicht überlebt, von ihren vier Geschwistern blieben nur zwei unverletzt. Foto: NABU Leipzig
Bei Heckenschnitt während der Vogelbrutzeit werden immer wieder Nistplätze zerstört oder sogar Vögel verletzt. Diese junge Mönchsgrasmücke hat das Massaker nicht überlebt, von ihren vier Geschwistern blieben nur zwei unverletzt. Foto: NABU Leipzig

In Leipzig ist das leider seit Jahren und Jahrzehnten Alltag. Immer mehr Lebensräume gehen verloren und tagtäglich werden die letzten überlebenden Tiere in der Stadt umgebracht und vertrieben. Das ist herzlos, das ist eine ökologische Katastrophe, es ist aber auch rechtswidrig! Leider zeigen sich die Behörden nicht in der Lage, Recht und Gesetz durchzusetzen. „Warum unternehmt ihr nichts gegen die Naturzerstörung und gegen die Gesetzes-Verstöße“, wird der NABU Leipzig immer wieder von empörten Bürgern gefragt. Nahezu täglich werden dem NABU-Büro mehrere Fälle gemeldet. Die NABU-Mitstreiter sind Vereinsmitglieder, die allesamt unentgeltlich in ihrer Freizeit für den Naturschutz arbeiten. Viele Stunden und Fahrkilometer verbringen sie damit, im Vorfeld wertvolle Lebensräume zu erfassen, Zerstörungen zu dokumentieren und die zuständigen Behörden zu informieren, denn nur diese Behörden können mit den Mitteln des Rechtsstaats tätig werden. Doch sie tun es vielfach nicht, trotz der Zuarbeit durch den NABU! Die besorgten Bürger und engagierten ehrenamtlichen Naturschützer werden allein gelassen von Ämtern und oftmals auch von der Polizei. Selbst bei Gefahr im Verzug, wenn das Leben gesetzlich geschützter Tiere bedroht ist oder wenn Bauleute die Anwohner einschüchtern, hat die Polizei andere vermeintlich wichtigere Einsätze. Das Naturschutzrecht wird nicht durchgesetzt. Gesetze zum Schutz von Natur und Umwelt schützen letztlich die Lebensgrundlage der Menschen und sind auch ein Ausdruck unseres zivilisierten Umgangs mit den Mitgeschöpfen. Sie sind aber nichts wert, wenn sie nicht angewendet werden. Bürger fordern das, die Behörden zeigen sich dazu aber häufig nicht in der Lage. Oder weigern sie sich aus wirtschaftspolitischen Gründen? Offensichtlich ist ein anderes Bewusstsein und vielleicht auch mehr Personal notwendig, um den staatlichen Aufgaben des Tier- und Naturschutzes nachkommen zu können! 

 

Der NABU Leipzig berichtet seit Jahren über immer neue Vorfälle von Naturzerstörung und Tiermord. Zahlreiche Beispiele kann man auf den Internetseiten des Naturschutzbundes finden:
Wohnungsnot durch Bauboom
Leipzig schrumpft!
Vogeltod durch Klebepaste

 

In einigen Fällen ist es Unkenntnis der handelnden Personen, in vielen Fällen ist es aber auch ein vorsätzlicher Verstoß gegen Tier- und Naturschutzrecht. Strafen haben die Täter kaum zu befürchten. Wenn sie sich die Mühe machen und ihren Frevel vorher bei den Behörden beantragen, bekommen sie zudem auch in den meisten Fällen vollkommen rechtskonform eine Ausnahmegenehmigung, manchmal sogar nachträglich. So wird Naturfrevel legalisiert oder sogar illegales Handeln, das der NABU oder Anwohner zur Anzeige brachten, noch nachträglich legitimiert. 

 

Gebäudesanierungen finden vielfach statt ohne Ausgleich für die verlorenen Nistplätze und Lebensstätten geschützter Arten. Fotos: NABU Leipzig

 

Die Fugen in Plattenbauten sind hervorragende Nistplätze für Spatzen (gewesen). Fotos: NABU Leipzig

 

Einige Beispiele aus der jüngeren Zeit, die man endlos ergänzen könnte:

 

  • Der NABU bemerkt Sanierungsarbeiten an einer Plattenbauschule in Mockau. Auf Nachfrage stellt sich heraus, dass der Bauherr (die Stadt Leipzig) vorher kein artenschutzfachliches Gutachten in Auftrag gegeben hatte. NABU-Experten finden mit Leichtigkeit Nistplätze von Haussperlingen sowie Fledermausquartiere in dem Gebäudeteil, in dem die Fassadensanierung noch nicht beendet war. Was im übrigen, bereits gedämmten Gebäudeteil inzwischen vernichtet und ermordet wurde, bleibt unklar. In letzter Minute ist es so noch gelungen, zumindest Ersatzniststätten an diesem Gebäude zu schaffen.
  • Der NABU bemerkt, dass zur Abwehr von Vögeln illegal Klebepaste auf Gebäuden ausgebracht wurde. Mehrere Vögel sind bereits verklebt, ein krasser Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Zudem ist das Ausbringen der Klebepaste auch ein Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz. Außerdem sind gesetzlich besonders geschützte Arten akut gefährdet, so sind in Leipzig auch schon Hausrotschwanz, Haussperlinge, Mauersegler, Kohlmeisen und ein Turmfalke Opfer solcher Klebefallen geworden. Aus Sorge vor den juristischen Folgen und Mühen schieben sich die Naturschutz- und die Tierschutzbehörde die Zuständigkeiten gegenseitig zu, greifen nicht ein, und die Vögel leiden weiterhin. NABU-Mitstreiter geben sich Mühe, die verklebten Tiere zu fangen und in wochenlanger Pflege zu reinigen und gesund zu pflegen. Zudem wird der Ort des Geschehens täglich beobachtet, um eingreifen zu können, falls Vögel durch die illegale Tierfalle zu Schaden kommen. 
  • Der NABU hat mehrfach die Behörden informiert, dass auf dem Freigelände am Bayerischen Bahnhof Lebensräume gesetzlich geschützter Tierarten existieren, die bei geplanten Baumaßnahmen so gut wie möglich erhalten werden müssen. Ausgleichsmaßnahmen wären für die Vorhabenträger erforderlich, und einige Bauprojekte könnten nicht ohne weiteres fortgeführt werden. Dennoch gibt es immer wieder Zerstörung von Lebensstätten. So wurden im April Laichgewässer der Wechselkröte sowie Habitate der Zauneidechse einfach weggewalzt. Beide Arten sind gesetzlich streng geschützt und genießen auch den Schutz der EU-Fauna-Flora-Habitatrichtlinie. Die drohende Strafe wird der Bauherr wohl in Kauf nehmen, Kröten und Eidechsen sowie Recht und Gesetz wurden unter Schotter begraben. Bau- und Naturschutzbehörde haben sich offenbar in keiner Weise abgestimmt und die Hinweise der ehrenamtlichen Naturschützer ignoriert.
  • Ermutigt durch Politiker, die von „lärmenden“ Vögeln, von „Kräheninvasion“ oder von einer „Taubenplage“ sprechen, werden einige Zeitgenossen selbst tätig und greifen zur Schusswaffe. Durch Projektile werden die Tiere verletzt, sterben qualvoll oder müssen eingeschläfert werden. Bürger, die solche Todesschützen kennen, müssen selbst Beweise sammeln, bevor Strafverfahren eröffnet werden, viele gehen vergeblich zur Polizei. Dabei liegt hier nicht nur ein Verstoß gegen das Naturschutz- und das Tierschutzgesetz vor, es handelt sich auch um Jagdwilderei und illegalen Schusswaffengebrauch.
  • Direkt vor dem NABU-Büro in Gohlis werden mitten in der Vogelbrutzeit die Bäume beschnitten (und das passiert auch an unzähligen anderen Stellen in der Stadt). Auf das Einschreiten einer Mitarbeiterin wird erklärt, dass die beteiligten Fachleute darauf achten, dass keine gesetzlich geschützten Niststätten zerstört und keine gesetzlich geschützten Tiere verletzt werden. Wenig später wurde ein von „Familie Blaumeise“ bewohnter und vom NABU betreuter Nistkasten von einem Baum abgenommen und zusammen mit den Ästen geschreddert. Grausamer Vogelmord vor den Augen des Naturschutzbundes und denen entsetzter Anwohner. Viele Bürger haben kein Verständnis dafür, dass derartige Arbeiten in der Vogelbrutzeit stattfinden. Zudem können die beteiligten Arbeiter eben nicht sicherstellen, dass keine Nistplätze zerstört werden. Dafür wäre im Vorfeld ein Artenschutz-Fachgutachten notwendig. Es kann nicht von Gartenarbeitern oder von Bauleuten während der Arbeit erstellt werden, dafür müssen Naturschutzexperten im Vorfeld beauftragt und bezahlt werden! Allein die dafür notwendigen Kosten würden vielleicht so manche Naturzerstörung verhindern. Leider sind die Gutachten nicht gesetzlich vorgeschrieben, der Tiermord jedoch ist sehr wohl ein Gesetzesverstoß.
    Und was ist das für ein Signal, wenn ehrenamtlich gebaut und betreute Nistkästen brutal zerschreddert werden? Hier wird bürgerschaftliches Engagement zertrümmert!

 

Naturschutz für eine lebenswerte Stadt

Dieser Nistkasten im Park an der Corinthstraße wurde vom NABU betreut und von Blaumeisen bewohnt. Bei "Baumpflegearbeiten" wurde er illegal abgenommen. Zusammen mit den Ästen wurden der Nistkasten und das Blaumeisennest zerschreddert. Foto: NABU Leipzig
Dieser Nistkasten im Park an der Corinthstraße wurde vom NABU betreut und von Blaumeisen bewohnt. Bei "Baumpflegearbeiten" wurde er illegal abgenommen. Zusammen mit den Ästen wurden der Nistkasten und das Blaumeisennest zerschreddert. Foto: NABU Leipzig

Oft sind es Bürger, die den NABU oder die Behörden auf Naturfrevel und Tiermord hinweisen, in den meisten Fällen jedoch lässt sich die Naturzerstörung nicht verhindern. Entweder ist sie legal oder die Verstöße werden nicht geahndet oder die Täter nehmen die geringen Strafen in Kauf. Angesichts dessen werden Hinweise und Anfragen des NABU oder der Bürger in vielen Fällen von Behörden ignoriert, gar nicht oder erst bei wiederholten Nachfragen beantwortet. Das Vertrauen in staatliches Handeln schwindet. Der Naturschutz ist eine Errungenschaft, die mehr und mehr anderen Interessen geopfert wird. Der NABU Leipzig wird sich bemühen, darauf immer wieder hinzuweisen. Wichtig wäre jedoch, dass Politik und Behörden auf diese Hinweise reagieren und die Entwicklung umkehren. Tier- und Naturschutz sind staatliche Aufgaben, denen man nicht allein durch Lippenbekenntnisse gerecht wird. In der Stadtentwicklungspolitik und darüber hinaus in unserer Wirtschaftsweise müssen Nachhaltigkeit und Schutz der Biodiversität nicht nur versprochen, sondern tatsächlich realisiert werden. Die Stadtpolitik muss die Behörden so aufstellen, dass sie Rechtsverstöße ahnden können. Außerdem muss die Priorität des Naturschutzes bei politischen und behördlichen Abwägungsprozessen unbedingt erhöht werden, damit Leipzig eine lebenswerte Stadt für die Menschen, aber auch für die tierischen Bewohner bleibt. 

 

An dieser Plattenbauschule in Mockau waren die Arbeiten zur Fassadendämmung bereits weit fortgeschritten, niemand hatte das Gebäude auf Nistplätze untersucht. Der NABU Leipzig fand mit wenig Mühe Sperlingsnester und Fledermausquartiere. In Letzter Minute konnte der NABU damit noch dafür sorgen, dass Ersatznisthilfen angebaut werden. Da es sich um ein Gebäude der Stadt Leipzig handelt, sind solche Versäumnisse unverständlich. Fotos: NABU Leipzig

 

Kahlschlag und Beton

Naturschutzgesetze sind keine Handlungsempfehlung, sie sind einzuhalten! Aber ganz unabhängig von Gesetzen sollte doch der Schutz der Stadtnatur und Mitgefühl für die Tierwelt eigentlich jedem ein Anliegen sein. Warum geben Entscheidungsträger meist anderen Interessen den Vorzug? Es ist nicht Anliegen des NABU, mit Paragraphen zu argumentieren und eine Naturschutzpolizei zu fordern. Der Schutz der Natur sollte vielmehr einen höheren Stellenwert bekommen. Gerade staatliche Stellen, also beispielsweise die Stadt Leipzig als Genehmigungsbehörde oder als Bauträger, sollten mit bestem Beispiel vorangehen. Leider wird die städtische Gehölzpflege an Straßenrändern und in Parks nicht naturverträglich, sondern vollkommen rücksichtslos realisiert, Bauprojekte kommunaler Einrichtungen werden ebenso umgesetzt wie alle anderen Betonideen. Eine Vorbildfunktion gibt es hier leider nicht.

Pressemitteilung

 

Dieser Lebensraum von gesetzlich streng geschützten Arten am Bayerischen Bahnhof wurde einfach plattgewalzt und mit Schotter überdeckt. Die Tiere wurden dabei umgebracht. Foto: NABU Leipzig
Dieser Lebensraum von gesetzlich streng geschützten Arten am Bayerischen Bahnhof wurde einfach plattgewalzt und mit Schotter überdeckt. Die Tiere wurden dabei umgebracht. Foto: NABU Leipzig

 

Immer neue "Einzelfälle"

Weitere Hilferufe von Anwohnern erreichten den NABU Leipzig aus dem Waldstraßenviertel. Am 8. Mai wurde berichtet, dass Baumschnittarbeiten in der Feuerbachstraße stattfinden, obwohl in den Bäumen Vögel nisten. Am 18. Mai berichteten Anwohner, dass ein Krähennest bei den Arbeiten freigelegt wurde, das nun ungeschützt der Witterung ausgesetzt und für Beutegreifer leicht zugänglich ist. Zudem wurde berichtet, dass ein Jungvogel tot am Boden lag.

Mitstreiter der Wildvogelhilfe des NABU Leipzig konnten vor Ort feststellen, dass zwei Krähennester freigelegt wurden. In einem fand zu diesem Zeitpunkt eine Brut statt. Das hätten die Arbeiter der Baumpflegefirma feststellen müssen, und die Entfernung der Äste hätte unterbleiben müssen. Es handelt sich um einen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz, denn es ist verboten, besonders geschützte Vogelarten zu stören und ihre Lebensstätten zu zerstören.

In der Feuerbachstraße wurde bei der "Baumpflege" ein Krähennistplatz freigelegt. Die Tiere sind nun Beutegreifern und der Witterung schutzlos ausgesetzt, der Bruterfolg ist gefährdet. Es handelt sich um einen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz. Fotos: NABU Leipzig

 

Der bewusst unter einem Blätterdach geschützt angelegte Nistplatz der Rabenkrähen wurde hier mutwillig zerstört. Die Jungen im Nest haben keine Deckung mehr vor Feinden. Sie und die Altvögel sind Wetterereignissen ausgesetzt, vor allem bei anhaltendem Sonnenschein ist das eine gefährliche Situation. Üblicherweise suchen ab dem 15. Lebenstag der Jungen beide Altvögel Nahrung und füttern. An dem freigelegten Nest kann man hingegen beobachten, dass stets ein Elternvogel bleibt, um die Jungen zu bewachen und nur der andere Vogel Nahrung zum Nest bringen kann. Diese unnatürlich erzwungene Situation kann ein erfolgreiches Aufwachsen der Jungtiere gefährden. Es handelt sich um rücksichtslose Willkür bei der Pflege von Straßenbäumen!

 

Rücksichtslose Katzenhalter

Ein weiteres tödliches Risiko für Wildtiere in der Stadt sind rücksichtslose Haustierbesitzer. Freilaufende Hunde sowie Freigängerkatzen machen Jagd auf kleine Tiere, die dabei oft tödlich verletzt werden.

Leider handelt es sich bei einem großen Teil der Vögel, die zur Wildvogelhilfe des NABU Leipzig gebracht werden um Opfer von Hauskatzen. Deshalb ist es dem NABU ein Anliegen, nicht nur den Lebensraum der Vögel zu schützen, sondern auch Katzenhalter auf dieses Problem aufmerksam zu machen. Katzenhalter haben die Möglichkeit, durch richtiges Verhalten einen praktischen Beitrag zum Artenschutz zu leisten.

Freilaufende Hauskatzen verletzen und töten Wildtiere (z.B. Vögel, Nagetiere, Amphibien, Reptilien), darunter auch gesetzlich geschützte oder vom Aussterben bedrohte Arten. Die Hauskatze ist kein heimischer Beutegreifer und ist auf das Jagen von Wildtieren nicht angewiesen, sie macht zudem heimischen Beutegreifern Konkurrenz, somit können die Hauskatzen nicht nur die Beutetiere, sondern auch andere heimische Arten schädigen. Die Katzen werden gefüttert, sind eigentlich satt, mit der Jagd befriedigen sie nur ihren Spieltrieb. Es wäre aber die Verantwortung des Katzenhalters, sich um die Befriedigung des Spieltriebs zu kümmern. Hingegen ist es keine akzeptable Lösung, die Katze einfach frei laufen zu lassen, was im Übrigen auch mit zahlreichen Gefahren für die Katze verbunden ist. Sie ist das einzige Haustier, mit dem die Halter derart umgehen. Kein anderes Haustier wird einfach in die Natur geschickt.

Diese neun Vögel wurden bei der Wildvogelhilfe Leipzig abgegeben, nachdem die Finder sie den Katzen abgenommen hatten. Foto: NABU Leipzig
Diese neun Vögel wurden bei der Wildvogelhilfe Leipzig abgegeben, nachdem die Finder sie den Katzen abgenommen hatten. Foto: NABU Leipzig

Am ersten Juni-Wochenende 2018 wurden erneut besonders viele Katzenopfer in der Wildvogelhilfe abgegeben. Die Tiere waren tot oder sind ihren schweren Verletzungen erlegen:

1 Mauersegler, 1 Kohlmeise, 1 Buntsprecht, 1 Stieglitz, 1 Feldsperling, 1 Rauchschwalbe, 1 Haussperling, 2 Blaumeisen.

Es ist nicht natürlich! Hauskatzen gehören nicht in die Natur, ihre Halter sind dafür verantwortlich, dass keine Tiere von ihrem Haustier getötet werden. Es handelt sich auch nicht um Einzelfälle, jede Woche werden ähnlich viele Opfer beim NABU gemeldet. Der NABU bittet alle Katzenhalter, über dieses Problem nachzudenken und sensibel darauf zu reagieren.

 

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