Amphibienwanderung 2019

NABU bittet um Rücksicht auf die wandernden Tiere

Foto: NABU Leipzig
Foto: NABU Leipzig

So recht wollte der Winter in diesem Jahr nicht Einzug halten, angesichts der milden Temperaturen sind die Amphibien in Paarungsstimmung. Ein wenig Regen sorgte dafür, dass sich die ersten Tiere schon Anfang März auf den Weg zu den Laichgewässern gemacht haben: An verschiedenen Wanderschwerpunkten hat der NABU Leipzig am 3. März neun Erdkröten und einen Grasfrosch als Vorboten der Laichwanderung registriert.

 

Leider endet der Weg zu den Laichgewässern für die Amphibien oft schon an der nächsten Straße, denn der Verkehr ist für die Tiere ein tödliches Risiko. Deshalb bittet der NABU auch in diesem Jahr wieder alle Autofahrer, auf die Tiere Rücksicht zu nehmen. Auf entsprechenden Strecken sollte man nur Schritttempo fahren. An einigen besonderen Wanderschwerpunkten wurden auf Initiative des NABU Leipzig Verkehrsschilder aufgestellt. Beobachtungen zeigen allerdings, dass die Autofahrer diese Schilder ignorieren.

 

Gefährlich für die wandernden Amphibien sind aber auch Fahrradfahrer und Fußgänger. Um sie auf dieses Problem hinzuweisen, wird der NABU Leipzig an verschiedenen Wald- und Parkwegen wieder Hinweisschilder aufhängen. 

 

Krötenretter gesucht

An besonders gefährlichen Stellen werden an den kommenden Tagen wieder Naturschutzmacher des NABU Leipzig als Krötenretter im Einsatz sein. Die wandernden Amphibien werden vor den gefährlichen Straßen eingesammelt und im Eimer sicher über die Fahrbahn gebracht.
Für solche Hilfseinsätze suchen die Amphibienretter des NABU Unterstützer. Wer sich abends dafür ein paar Stunden Zeit nehmen kann, ist herzlich dazu eingeladen. Helfer melden sich am besten per E-Mail oder telefonisch unter 0341 6884477.
Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Wetterangepasste, warme Kleidung ist ratsam; wer hat, kann eine Taschen- oder Stirnlampe oder auch einen sauberen Eimer mitbringen. Von den anwesenden NABU-Mitstreitern gibt es die notwendigen Fachinformationen für die Helfer oder auch Interessantes über die Lebensweise der Amphibien.

 

Pressemitteilung     Weitere Informationen

 

Der Arbeitskreis Amphibienschutz trifft sich am 20. März 2019 ab 17 Uhr zum Naturschutzabend für weitere Absprachen. Es ist aber davon auszugehen, dass Hilfseinsätze bereits vorher stattfinden. Helfer, die sich gemeldet haben, werden deshalb kurzfristig benachrichtigt. 

 

Leider muss der NABU Leipzig feststellen, dass es von Jahr zu Jahr weniger Amphibien gibt. Sie leiden weltweit unter der vom Menschen verursachten Naturzerstörung. Auch in Leipzig gibt es zahlreiche Beispiele für den Verlust von Laichgewässern, Sommerlebensräumen oder Winterquartieren. In vielen Fällen sind diese Lebensräume gesetzlich geschützt, was jedoch allenthalben ignoriert wird.


Treffen der sächsischen Feldherpetologen und Ichthyofaunisten

20. Fachtagung findet am 9. März in Leipzig statt

Der Bergmolch, Lurch des Jahres 2019. Foto: Frank Beisheim/naturgucker.de
Der Bergmolch, Lurch des Jahres 2019. Foto: Frank Beisheim/naturgucker.de

Am 9. März 2019 findet in Leipzig die 20. Landesfachtagung der sächsischen Feldherpetologen und Ichthyofaunisten statt. Schwerpunkte der Tagung sind Artenschutz, Landschaftspflege und Naturschutz. Dabei soll auch an die Geschichte der Herpetologie in Sachsen erinnert werden, aber auch moderne Aspekte der Herpetologie stehen auf dem Programm. Am Nachmittag wird es neue Einblicke in praktische Schutzmaßnahmen für Arten und Lebensräume Sachsens geben. Dazu passend wird der neue Arbeitsatlas zur Kartierung der Lurche und Kriechtiere Sachsens angeboten. Der Landesfachausschuss will damit Impulse für weitere Aktualisierungen des Tierartenkatasters setzen. Zum Abschluss des Treffens bietet der NABU Leipzig eine Exkursion in den Abtnaundorfer Park an.

 

Anmeldung zur Tagung     Tagungsprogramm


Foto: NAJU Leipzig
Foto: NAJU Leipzig

Amphibien­wanderung 2018

Hin und Her von Frost und Frühling

 

Wegen der Wetterkapriolen mussten die Amphibien lange warten, doch dann gab es bei milden Temperaturen und RegenMassenwanderungen zu den Laichgewässern. Leider gab es an einigen Straßen auch Todesopfer unter den Amphibien. Eine große Zahl konnten die Naturtäter des NABU aber sicher über die Straße bringen. Weiterlesen


Lurch des Jahres 2018

Der Grasfrosch (Rana temporaria)

Foto: Dr. Axel Kwet/DGHT
Foto: Dr. Axel Kwet/DGHT

Der Grasfrosch (Rana temporaria) gehört zu den häufigsten Amphibien Mitteleuropas, dennoch ist er wie alle Amphibien bedroht, weil seine Lebensräume vom Menschen mehr und mehr zerstört werden. In vielen Regionen ist ein Bestandsrückgang zu beobachten. Um darauf aufmerksam zu machen, dass selbst häufige Arten inzwischen bedroht sind, hat die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) den Grasfrosch zum Lurch des Jahres 2018 gekürt. René Sievert vom NABU Leipzig hat den Grasfrosch bei einem Vortragsabend am 7. Februar 2018 im Naturkundemuseum näher vorgestellt. Der Vortrag fand im Rahmen der NABU-Veranstaltungsreihe "Der Natur zuliebe" statt.

 

Der Grasfrosch ist der größte Vertreter der drei in Deutschland heimischen Braunfrösche (Grasfrosch, Moorfrosch, Springfrosch). Die Kopf-Rumpf-Länge adulter Männchen beträgt 6,5 bis 8,5 Zentimeter, die der Weibchen zwischen 7 und 9 Zentimeter. Die Haut ist bei verschiedenen Tieren recht unterschiedlich gefärbt und gezeichnet. Meist ist die Oberseite braun, rötlich, gelblich, grau oder olivfarben sowie mehr oder weniger kräftig dunkel gefleckt. Außerdem verlaufen auf dem Rücken zwei Drüsenleisten. Der Bauch ist gelblich weiß oder hellbraun bis rötlich gefärbt und hat grau bis rotbraun gefärbte Flecken, besonders an Kehle und Brust.

 

Die Schnauze ist eher stumpf, das Trommelfell ist nur wenig kleiner als das Auge (d.h. im Durchmesser deutlich größer als beim Moorfrosch) und vergleichsweiseweit vom Auge entfernt (Abstand größer als beim Springfrosch). Die Hinterbeine sind kürzer als beim Moorfrosch und deutlich kürzer als beim Springfrosch, der besonders lange Hinterbeine besitzt.

 

Der Grasfrosch besiedelt ein riesiges Areal in Europa. Er kommt von Nordspanien, Norditalien und Teilen der südlichen Balkanstaaten über Frankreich und ganz Mitteleuropabis nach Nordskandinavien und Russland vor. Auch die Britischen Inseln sind fast vollständig besiedelt, die Art fehlt aber im gesamten Mittelmeerraum sowie im Donaudelta. Nach Osten erstreckt sich das Verbreitungsgebiet über den Ural hinaus bis in das westsibirische Tiefland. Weitere Informationen


Amphibienwanderung 2017

NABU im Einsatz für die wandernden Tiere

Foto: Karsten Peterlein
Foto: Karsten Peterlein

Bereits Anfang März hatten sich schon einige ungeduldige Kröten und Frösche auf den Weg zum Laichgewässer gemacht, bald folgten ihnen andere. Um sie sicher über gefährliche Straßen zu bringen war auch 2017 der NABU Leipzig wieder mit vielen fleißigen Helfern im Einsatz und hat an Autofahrer appelliert, auf die wandernden Tiere Rücksicht zu nehmen und langsam zu fahren.

 

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19. Landesfachtagung der sächsischen Feldherpetologen und Ichthyofaunisten

Expertentreffen in Leipzig

Die 19. Landesfachtagung der sächsischen Feldherpetologen und Ichthyofaunisten fand 2017 in Leipzig statt. Das Programm bot ein breites Themen­spektrum zur heimischen Herpeto- und Fischfauna und gab unter anderem Einblicke in praktische Schutzmaßnahmen für Arten und Lebensräume sowie in die Verarbeitung und Umsetzung dieser Daten im praktischen Naturschutz.

Im Anschluss an die Tagung gab es eine klene Exkursion mit dem NABU Leipzig. Der Arbeitskreis Amphibienschutz informierte dabei über seine NMatirschutzarbeit in Leipzig-Heiterblick. Die Exkursionsteilnehmer konnten bei einigen Aktionen auch selbst mit anpacken, beispielsweise Müllsammeln oder bei der Reparatur einer Amphibielleitanlage helfen. Karsten Peterlein und René Sievert erläuterten vor Ort die Aktivitäten des NABU Leipzig für den Schutz der Amphibien. Weitere Informationen


Dr. Wolf-Rüdiger Große (Vorsitzender des LFA Feldherpetologie und Ichthyofaunistik), Dr. Maria Vlaic (Projekt "Lebendige Luppe") und René Sievert (NABU Leipzig) (v.r.n.l.) informierten über den Amphibienlebensraum "Papitzer Lachen". Foto: Ina Ebert

René Sievert (2.v.r.) und Karsten Peterlein (3.v.r.) führten eine kleine Exkursion durch die Amphibienlebensräume am Grünen Bogen Paunsdorf und informierten über die Arbeit des NABU Leipzig. Foto: Georg Brendler



Keine Frösche mehr?

Vortragsabend über das weltweite Amphibiensterben

Ein Grasfrosch - erfreulicherweise noch gesund. Foto: Karsten Peterlein
Ein Grasfrosch - erfreulicherweise noch gesund. Foto: Karsten Peterlein

Frösche, Kröten, Unken, Molche, Salamander – unzählige Arten tummeln sich vom tropischen Regenwald bis zum Dorfteich in Sachsen. Doch alle stehen vor dem Aus. Wissenschaftler beobachten ein weltweites Amphibiensterben. Und das kann verheerende Folgen haben. Hier droht nicht nur ein Verlust für die Biodiversität, vielmehr sind die Amphibien auch wichtiger Teil der Ökosysteme, beispielsweise als Teil der Nahrungskette. Und sie sind ein Bioindikator: Ihr Verschwinden ist ein Alarmzeichen für den Zustand der Natur insgesamt.

Eine weitere, neue Bedrohung ist der Chytridpilz. Eine Infektion mit diesem Hautpilz führt bei Amphibien zum Tod. Diese Krankheit breitet sich weltweit aus und wurde auch in Deutschland bereits nachgewiesen.

Dr. Dirk Schmeller beim NABU-Vortragsabend im Naturkundemuseum. Fotos: Ludo Van den Bogaert

 

Am 1. Februar 2017 hat der Amphibienexperten Dr. Dirk Schmeller mit dem Vortrag „Der weltweite Amphibienrückgang – Ursachen und Risiken“ die Probleme vorgestellt. Dazu eingeladen hatte der NABU Leipzig ins Naturkundemuseum. Zahlreiche Natur- und Amphinbienfreunde waren gekommen, so dass kaum ein Sitzplatz frei blieb. Mit dem Experten entwickelte sich nach dem Vortrag eine informative Diskussion über die Gefahren und mögliche Hilfsmaßnahmen. Vor allem appellierte Dr. Schmeller an alle, die an Amphibiengewässern oder mit Amphibien im Feld arbeiten, strikt auf Hygiene zu achten. Das gilt auch bei Hilfseinsätzen zur Zeit der Amphibienwanderung im Frühjahr. In einem Hygieneprotokoll sind die nötigen Maßhnahmen zusammengefasst, mit denen eine weitere Ausbreitung des Chytridpilzes eingedämmt werden kann. "Es sollten sich alle daran halten, die Zeit dafür muss man sich bei der Feldarbeit unbedingt nehmen", mahnte Dr. Schmeller.


Amphibien im Winter

Amphibiengewässer im Winter. Foto: René Sievert
Amphibiengewässer im Winter. Foto: René Sievert

Erdlöcher, Wurzelspalten, Verstecke unter Holz- und Laubhaufen, aber auch Lücken in altem Mauerwerk - viele Verstecke eignen sich als Winterquartier für Amphibien. Meist suchen sie sich einen frostfreien Unterschlupf an Land, es gibt aber auch einige Arten, bei denen alle oder zumindest einige Tiere direkt im Wasser überwintern.

 

Im Winter wird der Stoffwechsel der Tiere verlangsamt, sie machen Winterruhe.

 

 

Um den Amphibien zu helfen, ist in erster Linie der Schutz der Laichgewässer wichtig, aber man darf auch die Sommerlebensräume an Land nicht vergessen und eben auch nicht die Winterquartiere. Der Schutz von Feuchtgebieten, Kleingewässern und Auen sowie eine naturverträgliche Land- und Forstwirtschaft sind dafür die wichtigsten Grundlagen. Mit geeigneten Winterquartieren kann man auch im eigenen Garten den Tieren ganz praktisch helfen. Weiterlesen

AMPHIBIENSCHUTZ