Schwimmende Insel für Wasservögel

NABU bringt sichere Zufluchtmöglichkeit auf den Teich im Eutritzscher Park

Die Leipziger Parks sind sehr beliebt, sie werden als Picknickplatz, Spielplatz, Angelplatz, Sportstätte und Spazierweg genutzt. Derartiger Nutzungsdruck bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die dort lebenden Tiere. Rücksichtsloses oder unbedachtes Verhalten der Menschen kann Tieren schaden. Laute Musik und offenes Feuer versetzen sie in Panik. Schädliche Entenfütterung verschmutzt die Gewässer und lockt Ratten an.

Oftmals hört die Tierliebe einiger Zeitgenossen beim eigenen Haustier auf. Freilaufende Hunde jagen am Ufer rastende Stockenten, Blässhühner und Co. Das Schilf wird Jahr für Jahr fast vollständig gemäht und bietet kaum noch Zufluchtmöglichkeit. So müssen die Vögel immer wieder auf die Wasseroberfläche fliehen. Kleine Entenküken können noch nicht so lange schwimmen und ertrinken, wenn sie nicht irgendwo sicher an Land gehen können.

 

Mit einem gemeinsamen Arbeitseinsatz wurde die Wasservogelinsel mit Entenhaus auf den Parkteich gebracht. Fotos: NABU Leipzig

 

Kleine Hilfe für Wasservögel

Um die Wasservögel zu unterstützen, entwickelten ehrenamtliche Vogelschützer des NABU Leipzig die Idee einer Rettungsinsel in der Mitte des Teiches. Historische Fotos zeigen, dass im Eutritzscher Park in der Vergangenheit bereits eine solche Insel mit Schutzhaus existierte, sodass sich keine Probleme mit dem Denkmalschutz ergaben. Nach Abstimmung mit dem zuständigen Amt für Stadtgrün und Gewässer und dem Anglerverband als Gewässerpächter ging es an die Arbeit. Reinhard und Karsten von der Wildvogelhilfe des NABU Leipzig tüftelten gemeinsam mit Leipzigs Entenpapa Stephan an der Umsetzung, und nachdem die Stadt Leipzig grünes Licht gab, wurde der Prototyp erfolgreich zu Wasser gelassen.

 

Von zwei Booten gezogen, bewegte sich das Entenhäuschen am 1. April 2022 endlich auf seinen Platz. Im Teich wird es mit vier Ankersteinen an Ort und Stelle gehalten. Das Häuschen bietet Brutplatz und Versteckmöglichkeit, auf der großen Veranda können sich mehrere Wasservögel ausruhen. Damit auch die kleinsten Küken auf die Rettungsinsel gelangen können, ist sie barrierefrei mit Schrägen versehen, sodass keine Stufe zu überwinden ist.

Mit Freude stellten die Vogelschützer fest, dass sich auf der Enteninsel schon ein paar Tage später die ersten gefiederten Besucher einstellten. Mitte April begann im Entenhaus ein Teichhuhn mit der Brut. Im Mai wurde mehrfach beobachtet, dass Entenfamilien mit Küken auf der Insel ruhten. Anfang September bietet die Insel nun mehreren ausgewachsenen Enten einen Ruheplatz. Die Insel erfüllt also ihren Zweck.

 

Der NABU Leipzig hat dem Amt für Stadtgrün und Gewässer auch für andere Teiche angeboten, eine Insel zu bauen und hofft auf ein neues Projekt im nächsten Jahr.

 

Der NABU Leipzig möchte auf Parkteichen und Fließegewässern weitere Enteninseln installieren. Für das Baumatierial bitten wir um Spenden

 

Bitte den Verwendungszweck „Enteninsel“ angeben!

Wir freuen uns über jede Hilfe! Wer eine Spenden­bescheinigung benötigt, gibt bei einer Spende bitte seine Postadresse an. Herzlichen Dank allen Unterstützern!