Die EU will die Gesetze schwächen, die die natürlichen Lebensgrundlagen schützen. Zentrale Umwelt- und Naturschutzregeln der EU geraten derzeit unter Druck. Unter dem Schlagwort „Entbürokratisierung“ drohen Standards verwässert, Kontrollen für Unternehmen abgeschwächt und Pflichten verschoben zu werden – mit drastischen Folgen für Mensch und Natur. Hände weg vom Naturschutz! Setzen Sie ein Zeichen für Natur- und Artenschutz in Europa: Jetzt Petition unterzeichnen
Am 10. Juni 2026 teilte die Stadtverwaltung der Öffentlichkeit mit, dass ein 5,7 Hektar großes Waldgebiet an der Capastraße an den Fußballverein RB Leipzig verkauft werden soll. Dieser will dort ein Trainingsgelände errichten. Das Waldgebiet ist ein essenzieller Bestandteil des Biotopverbundsystems zwischen nördlichem und südlichem Auwald, ökologisch wertvoller Lebensraum und bedeutsam für das Stadtklima. Zudem ist die Fläche eine Ausgleichsmaßnahme für frühere Bautätigkeiten. Vor diesem Hintergrund sind die Pläne absurd. Nach Auffassung des NABU Leipzig kommt die Stadtverwaltung damit in erster Linie den Wünschen des Fußballbundesligisten nach und vernachlässigt die Interessen der Allgemeinheit. Zudem soll aus nicht nachvollziehbaren Gründen, das bereits vollständig versiegelte Gelände der Kleinmesse Bestandsschutz haben, nicht aber der Wald. Solche Entscheidungen sind angesichts der weltweiten Klima- und Biodiversitätskrise nicht zeitgemäß!
Der NABU Leipzig hatte bereits 2023 auf den ökologischen Wert des Wäldchens hingewiesen und setzt sich außerdem schon seit vielen Jahren
für die Verbesserung des Biotopverbundes ein. Der NABU protestiert gegen die Pläne, den Wald
zu verkaufen und zu roden und dringt darauf, Alternativen zu finden, die den Biotopverbund nicht weiter verschlechtern, sondern ihn verbessern. Der NABU Leipzig schlägt vor, das Wäldchen in die
angrenzenden Schutzgebiete zu integrieren und dauerhaft als Lebensraum zu erhalten. Dafür hat der NABU Leipzig eine Petition gestartet. Weiterlesen
Im Rahmenprogramm des Wave Gotik Treffens findet alljährlich eine Abendveranstaltung des NABU Leipzig statt – 2026 zum 12. Mal. Am Freitag kamen dazu rund 400 WGT-Gäste auf den Südfriedhof. Nach einer Führung zum Thema Naturschutz in der Stadt begann der Fledermausabend. Hier arbeitete der NABU Leipzig wieder zusammen mit der Ökologischen Station Borna-Birkenhain und begrüßte in diesem Jahr auch erstmals einen Kooperationspartner aus Niedersachsen – Noctalis stellte die Fledermauserlebniswelt Bad Segeberg vor. An verschiedenen Aktionsständen zwischen Kolumbarium und Friedhofsteich gab es außerdem Informationen zu Fledermausdetektoren, Fledermausfang mit Netzen, zur Pflege hilfsbedürftiger Fledermäuse und zur Arbeit des NABU Leipzig. Im Kolumbarium war die Fledermausausstellung des NABU aufgebaut und man konnte in kleinen Gruppen ein Winterquartier für Fledermäuse besuchen. In einem zweiten Winterquartier hielten sich an dem Abend Braune Langohren auf, außerdem konnten mit Hilfe der Detektoren Mücken-, Wasser-, Zwerg- und Breitflügelfledermaus auf dem Südfriedhof festgestellt werden. Weiterlesen
Die Natur in der Stadt ist wichtig nicht nur als Lebensraum für die Tier- und Pflanzenwelt, sondern auch für das Stadtklima und die menschliche Gesundheit und Erholung. Dem NABU Leipzig ist es daher seit jeher ein Anliegen, dass Parkanlagen möglichst naturnah gestaltet werden. Bereits mit einfachen Maßnahmen lässt sich die Artenvielfalt wirksam fördern. Um dazu Daten zu sammeln, hat der NABU Leipzig 2025 im Johannapark die Vogelarten erfasst sowie Insektenarten auf den beiden 2021 neu angelegten Wiesenflächen. Insgesamt wurden 27 Vogelarten sowie 82 Insektenarten aus 10 Artengruppen aufgefunden. Die Ergebnisse veröffentlicht der NABU Leipzig zum Tag der Biologischen Vielfalt am 22. Mai 2026 in der Broschüre „Artenvielfalt im Johannapark“. Sie ist im Format DIN A4 als Druckexemplar beim NABU Leipzig erhältlich und steht auch zur Verfügung als Download.
Zugleich fordert der NABU, dass endlich das Parkpflegekonzept der Stadt veröffentlicht wird und zur praktischen Anwendung kommt. Am Beispiel des Johannaparks hatten die Naturschutzverbände NABU, BUND und Ökolöwe gemeinsam mit dem Amt für Stadtgrün und Gewässer seit 2019 dieses Parkpflegekonzept erarbeitet, das auch auf andere Leipziger Grünflächen übertragbar sein soll. Es soll sicherstellen, dass Biodiversität, Natur- und Klimaschutz stärker berücksichtigt werden, ohne den Denkmalschutz oder die Erholungsnutzung der Parks zu vernachlässigen. Bedauerlicherweise ist das Konzept nach vielen Jahren bis heute noch nicht veröffentlicht oder gar umgesetzt. Weiterlesen
An den Papitzer Lachen pflegt der NABU Leipzig seit vielen Jahren Wiesenflächen, die zweimal im Jahr partiell gemäht werden. Sie sind Landlebensraum vieler Tier- und Pflanzenarten, die in dem Feuchtgebiet zuhause sind. Nur durch die Mahd kann man die Flächen vor Verbuschung schützen und die Wiesen langfristig erhalten. Am 16. Mai 2026 versammelten sich 13 Naturschutzmacher*innen. Sie schafften es, an einem Tag alle drei Wiesenflächen zu mähen. Dabei wurden Handsensen verwendet, das Mahdgut anschließend mit Holzrechen zusammengeharkt und zum Rand der Fläche gebracht. Weiterlesen
Videos und Fotos:: Ulrike Weller, Beatrice Jeschke, René Sievert Musik: HoliznaCC0: Spring At Last (Free Music Archive) [CC0]
Vom 8. bis 10. Mai 2026 sind wieder alle Vogelfreunde aufgerufen, eine Stunde lang Vögel zu zählen und dem NABU zu melden.
Von einem ruhigen Platz im Garten, Park, auf dem Balkon oder vom Zimmerfenster aus wird von jeder Vogelart die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig beobachtet werden konnte. Meldeschluss ist der 18. Mai 2026.
Die „Stunde der Gartenvögel“ ist eins der größten Citizen-Science-Projekte Deutschlands und sie findet bereits zum 22. Mal statt. Die gesammelten Beobachtungsdaten helfen beim Vogelschutz.
Jedes Jahr zur „Stunde der Gartenvögel“ lädt der NABU Leipzig zu Veranstaltungen ein, um über die Aktion zu informieren, außerdem wird dabei die heimische Vogelwelt vorgestellt, man kann gemeinsam die Vögel beobachten, und es gibt auch weitere Informationen zur Arbeit des NABU Leipzig. 2026 sind zwei öffentliche Exkursionen geplant: am 9. Mai in der Kleingartenanlage „Fortschritt“ und am 10. Mai im Botanischen Garten. Weiterlesen

Der NABU Leipzig setzt das liebgewonnene Projekt fort, alljährlich im Sommer die Vielfalt der Insekten zu entdecken. In diesem Jahr werden an zwei verschiedenen Orten im Stadtgebiet eine Stunde lang die zu sehenden Insekten erfasst und gezählt. Interessierte mit oder ohne Vorkenntnisse können einfach zu den Veranstaltungen dazukommen, eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig.
Am Dienstag, den 5. Mai findet der Insektensommer im Gemeinschaftsgarten DILL der Organisation DENKMALSOZIAL statt.
Am Samstag, den 6. Juni findet der Insektensommer in den Bunten Gärten, ein Gemeinschaftsgarten im Leipziger Osten, statt.

Am 8. April 2026 hatte der NABU Leipzig tatkräftige Unterstützung bei der Pflanzung von drei Knorpelkirschen auf der Streuobstwiese Virchowstraße. Die neuen hochstämmigen Kirschbäume alter sorgen sorgen für Altersheterogenität auf der Wiese und fördern die Artenvielfalt.
14 junge Menschen Menschen des NABU-Werbeteams, die sonst vor REWE-Märkten um neue Mitglieder werben, gruben mit viel Power die Pflanzlöcher, schlugen die Pflanzpfähle ein und schleppten Wasser heran. SIe waren eine spürbare Unterstützung, hatten Spaß bei der Arbeit und konnten ein Projekt des NABU Leipzig hautnah kennenlernen, um neuen Mitgliedern davon zu berichten. Zum Schluss verewigten sich alle mit Datum und Namen auf den Pflanzpfählen.

Am 7. März 2026 wurde an den Gärnitzer Lachen kräftig angepackt: Rund 20 engagierte Helferinnen und Helfer der Arbeitsgruppe Kiebitzschutz trafen sich, um eine wichtige Schutzmaßnahme für den Kiebitz umzusetzen. Innerhalb weniger Stunden entstand auf einer etwa zwei Hektar großen Brachfläche ein rund 500 Meter langer Schutzzaun für die Nistplätze.
Die Gärnitzer Lachen sind dabei ein besonders wichtiges Brutgebiet. In den vergangenen Jahren konnten hier immer wieder Kiebitze beobachtet werden, die versuchten zu brüten. Leider gingen viele Gelege durch Prädation verloren. Um die Brutchancen der Vögel zu verbessern, wurde hier in diesem Jahr erstmals ein Elektrozaun aufgabaut. Das ist eine gezielte Schutzmaßnahme, die sich an anderen Kiebitzbrutplätzen bereits als erfolgreich erwiesen hat. Weiterlesen
Vogelschlag an Glasflächen ist eine der häufigsten Todesursachen für Vögel in Deutschland. Die Wildvogelhilfe des NABU Leipzig hat sie bei den aufgenommenen Pflegetieren als Unglücksursache Nummer 1 dokumentiert. Um etwas gegen dieses Vogelsterben zu unternehmen, ist es wichtig, das Ausmaß zu dokumentieren, um dann Glasflächen vogelschlagsicher zu gestalten. Alle sind aufgerufen, die nötigen Daten dafür zu sammeln und Vogelschlag zu melden. Der NABU Jena hat dafür ein Online-Meldeportal entwickelt, und führt es jetzt in einem Pilotprojekt gemeinsam mit dem NABU Leipzig ein. Weiterlesen
Pressemitteilung Vogelschlagmelder
Die Umgebung spiegelt sich und täuscht die Vögel. Einzelne Aufkleber sind unwirksam. Fotos: NABU Leipzig
Als Untertützung für ein individuelles Design der Schutzmarkierungen bietet der NABU Leipzig Vorlagen an, damit Fenster ganz nach eignen Wünschen gestaltet werden können – passend zur Jahreszeit oder einfach nach dem persönlichen Geschmack. Weitere Informationen
Bewährt haben sich auch Punktmuster für eine dezente, aber für Vögel sichtbare Markierung auf Glas. Als eine einfache, selbst realisierbare Variante kann man wetterfeste Klebepunkte auf die Scheibe bringen. Um sie optimal zu platzieren, bietet der NABU Leipzig eine Schablone an. Man kann sie beliebig oft ausdrucken, um das Schutzmuster zu gestalten. Weitere Informationen
Videos: Beatrice Jeschke, Anne Bartelt Musik: winter wonderland dream by snoozy beats (Free Music Archive) [CC BY 4.0]
Am 17. Januar 2026 traf sich ein neunköpfiges Team des NABU Leipzig, um den Gehölzaufwuchs in der Papitzer Lache Nummer 12 Ost zu beseitigen. Das ist jedes Jahr im Winter nötig, um eine Verbuschung der Lache zu verhindern. Die wassergefüllten Rillen zwischen den Gehölzen sollen von der Sonne beschienen und erwärmt werden, sodass sie als Amphibienlaichgewässer dienen können. Vor allem die seltenen Rotbauchunken nutzen diese Lache zur Fortpflanzung. Weiterlesen
Die Wildvogelhilfe blickt auf ein aufregendes Jahr zurück. Neben den monatelangen Renovierungsarbeiten in der neuen Wildvogelstation gab es auch einige Rekorde bei der Vogelrettung zu verzeichnen: Den 10.000sten geretteten Vogel, die 100. aufgenommene Vogelart und viele mehr. Weiterlesen

Hinter dem Namen „Parkbogen Ost“ steht die Vision der Stadt Leipzig, ein rund 8 Kilometer langes Band aus Fuß- und Radwegen sowie Aktivflächen um den Leipziger Osten zu spannen und damit mehrere Stadtteile miteinander zu verbinden. Das Herzstück ist der Sellerhäuser Bogen, ein Viadukt mit einer stillgelegten Eisenbahntrasse. Der NABU Leipzig entwickelte ein Konzept zur Belebung der unmittelbaren Umgebung des Bogens. Daraus konnten in diesem Jahr bereits mehrere Umweltbildungsveranstaltungen und Workshops realisiert werden. Das Ziel ist, die Umgebung des Bogens aus Sicht des Naturschutzes aufzuwerten, Lebensräume zu schaffen und die Öffentlichkeit mit einzubeziehen. Die Stadt Leipzig (Amt für Wohnungsbau und Stadterneuerung, Abteilung Stadtteilentwicklung / Stadterneuerung) unterstützt dieses Vorhaben. Weiterlesen
Mit Motorsensen wurden drei Wiesen an den Papitzer Lachen gemäht, anschließend wurde das Schnittgut zusammengeharkt und mit Planen zum Rand der Wiesen transportiert. Fotos: René Sievert, Beatrice Jeschke, Anne Bartelt
Die Papitzer Lehmlachen sind ein ökologisch wertvolles Feuchtgebiet in der Leipziger Auenlandschaft. Die kleinen Stillgewässer sind umgeben von Wiesen, Amphibien finden hier Sommerlebensräume und Laichgewässer. Um die Wiesen zu erhalten und vor Verbuschung zu schützen, müssen sie regelmäßig gemäht werden, dafür fanden Arbeitseinsätze am 24. und 25. Oktober 2025 statt. Weiterlesen
Videos: Ulrike Weller, Anne Bartelt, Beatrice Jeschke, René Sievert, Sabrina Rötsch. Musik: HappyWorldWithMochi: Multi-Tasking Doesn't Work; Noisy Oyster: Storm Rider 2; human gazpacho: A Storm at Camp (Free Music Archive) [CC BY]

Der NABU Leipzig berät Kleingärtenvereine und Grundstückseigentümer*innen bezüglich standortgerechter und biodiversitätsfördernder Freiflächengestaltung und erstellt detaillierte Flächenplanungen inklusive Pflegehinweisen nach dem Konzept mein Biotop. Teilweise in Kooperation mit dem Verein „Leipzig pflanzt“ werden die Planungen in die Tat umgesetzt. In diesem Herbst wurden an sieben verschiedenen Standorten heimische Gehölze gepflanzt und Blühwiesen eingesät. Weiterlesen

Als Botschafter für den Schutz von Insekten dienen oft die Bienen. Sie genießen große Sympathien. In der Öffentlichkeit stehen aber oft leider nicht die gefährdeten Wildbienenarten im Fokus, sondern die Honigbiene, und im Imkern sehen viele Menschen einen Beitrag gegen das Insektensterben. Wichtig ist aber, die Bienenhaltung so zu gestalten, dass die vom Menschen gepflegten Honigbienen nicht zu Nahrungskonkurrenten für bedrohte heimische Insektenarten werden. Der Erhalt der Biologischen Vielfalt ist ein gemeinsames Anliegen von Bienenhaltung und Naturschutz. Um hierbei aus Sicht des Naturschutzes einen Beitrag zur Diskussion zu leisten, veröffentlicht der NABU Leipzig zum Weltbienentag 2025, am 20. Mai, ein Positionspapier zur Einordnung der Honigbienenkonkurrenz als Gefährdungsfaktor für wilde Bestäuber, mit Daten und Analysen, die sich konkret auf die Situation in Leipzig beziehen. Weiterlesen
Pressemitteilung Positionspapier
Immer am dritten Mittwoch im Monat lädt der NABU Leipzig 17 bis 19 Uhr zum offenen Naturschutzabend ins Naturkundemuseum (Lortzingstraße 3) ein. Am 21. Mai 2025 wird auch er sich dem Schutz der Wildbienen widmen und der Frage „Gefährden Honigbienen Wildbienen?“ Sabrina Rötsch, Hautflüglerexpertin des NABU Leipzig, gibt Einblick in die Situation von Wildbienen, stellt Untersuchungen zur Konkurrenz durch Honigbienen vor sowie Empfehlungen für ein Miteinander von Imkerschaft und Naturschutz. Alle Naturfreunde sind herzlich willkommen, die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt ist frei.

Zum Tag des Baumes, am 25. April 2025, veröffentlicht der NABU Leipzig ein Positionspapier zu den Stadtbäumen in Leipzig, das auch an die Stadtratsfraktionen übergeben wurde. Unter der Überschrift „Klimaanpassung und Artenvielfalt zusammen denken“ wirbt der NABU dafür, ver-stärkt heimische Arten zu pflanzen. Der NABU Leipzig kritisiert, dass Pflanzlisten verwendet werden, die vorwiegend auf gebietsfremde, teilweise sogar invasive Arten setzen. Es wäre aber durchaus möglich, klimaangepasste Neupflanzungen vorzunehmen und zugleich auch die Biologische Vielfalt zu fördern, betont der NABU und verweist auf zahlreiche aktuelle Studien zu diesem Thema.
Von 2019 bis 2023 wurden in Leipzig 4.310 neue Straßenbäume gepflanzt, nur rund 10 Prozent davon waren heimische Arten. Die gebietsfremden Baumarten oder Züchtungen sind für die heimische Tierwelt ökologisch weitgehend wertlos, weil sie beispielsweise anders als die heimischen Baumarten als Nahrungsquelle nicht nutzbar sind. Sie sollten daher laut NABU nur in begründeten Ausnahmefällen gepflanzt werden. Zugleich wirbt der NABU Leipzig unter anderem für ausreichend große Baumscheiben, auf denen Wildkräuter wachsen sollen. Weiterlesen
Lebensräume geschützter und bedrohter Arten, darunter Orchideen, Vögel und Insekten, sind durch die geplante Photovoltaikanlage bedroht.
Der Deponieberg Seehausen ist ein trauriges Beispiel für fehlgeleiteten Klimaschutz. Hier soll ausgerechnet ein Naturraum mit Photovoltaik bebaut werden, obwohl in direkter Nachbarschaft gleich drei Gewerbegebiete mitsamt Parkplätzen sowie zahlreichen Freiflächen und eine Autobahn zur Verfügung stehen. Eine über Jahrzehnte zum Erfolg geführte Ausgleichsmaßnahme wird so im Hauruckverfahren zunichte gemacht, um bei der lange verschleppten Energiewende aufzuholen.
Laut Regionalplan sollte hier die Natur Vorrang haben. Doch im Februar 2025 wurde in einem sogenannten Zielabweichungsverfahren genau das Gegenteil genehmigt: die Zerstörung ökologisch wertvoller Biotope für den Bau einer Photovoltaikanlage. Gegen diese Genehmigung hat der NABU Widerspruch eingelegt. Weiterlesen
Der NABU darf gegen die Baumfällungen auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz klagen. Das hat das Sächsische Oberverwaltungsgericht entschieden und dem NABU im Oktober 2024 mitgeteilt. Auch die Berufung des NABU gegen ein Urteil des Leipziger Verwaltungsgerichts wurde zugelassen.

Die Leipziger Richter hatten in den Versäumnissen am Wilhelm-Leuschner-Platz nur einen Einzelfall gesehen. Zudem wurde die Klage des NABU als „unzulässig“ abgewiesen, weil gegen die Entscheidungen der Stadt hier keine Klagebefugnis bestehe. Gegen diese Entscheidung gebe es auch keine Berufungsmöglichkeit, hatte das Gericht entschieden. Beim Oberverwaltungsgericht sahen das die Richter nun anders.
Der Wilhelm-Leuschner-Platz war ein Ort der Biologischen Vielfalt mitten in der Stadt. Dass hier ohne die gesetzlich nötige Prüfung von Artenschutz Bäume und Sträucher gerodet wurden, ist nur ein Beispiel von vielen solchen Bauprojekten. An diesem Beispiel klagte deshalb der NABU 2021 zum Schutz der Stadtnatur. Dass es hier naturschutzrechtliche Versäumnisse gab und dass dies in Leipzig immer wieder passiert, sollte mit der Klage festgestellt und für die Zukunft verhindert werden.
Das Verwaltungsgericht Leipzig wies die Klage des NABU 2023 zurück, der NABU sei nicht klagebefugt und es sei ein Einzelfall, dass ohne Artenschutz gefällt wurde. Deshalb hatte der NABU beim Oberverwaltungsgericht einen Antrag auf Berufungszulassung gestellt.
Das Sächsische Oberverwaltungsgericht teilte nun mit, dass es ernstliche Zweifel an der Richtigkeit des Urteils des Verwaltungsgerichtes Leipzig hat. Der NABU sei klagebefugt und es handle sich angesichts der vom NABU vorgelegten zahlreichen Beweise offenbar auch nicht um einen Einzelfall. Die Berufung wurde zugelassen. Nun hofft der NABU Leipzig, dass sich das Oberverwaltungsgericht endlich auch inhaltlich mit der Klage auseinandersetzt. Weitere Informationen
Der NABU möchte mit der Klage gegen die Baumfällungen auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz erreichen, dass in Zukunft Biotop- und Artenschutz beachtet werden, bevor Lebensstätten gesetzlich geschützter Arten in Leipzig zerstört werden. Der NABU beschreitet aber noch einen zweiten juristischen Weg, denn nach Auffassung des NABU ist auch der Bebauungsplan nicht vereinbar mit den Anforderungen des Naturschutzrechts. Deshalb hat der NABU einen Normenkontrollantrag beim Sächsischen Oberverwaltungsgericht eingereicht. Obwohl auch andere Unzulänglichkeiten erkennbar sind, beschränkt sich der NABU in seiner Argumentation auf die naturschutzrechtlichen und ökologischen Probleme.
Auf diese hatte der NABU Leipzig bereits lange vor diesen rechtlichen Schritten hingewiesen. Unter anderem hatte der NABU Leipzig 2021 den Entwurf des Bebauungsplans kritisiert und hatte dem Stadtrat eine Stellungnahme übermittelt. Nachdem der Stadtrat dessen ungeachtet den B-Plan beschlossen hatte, hatte der NABU Sachsen in einer Stellungnahme auch den beschlossenen B-Plan kritisiert. In dem nachfolgenden Abwägungsprozess wurde ein großer Teil der Kritikpunkte jedoch von den zuständigen Behörden nicht berücksichtigt. Nun möchte der NABU gerichtlich klären lassen, ob es in dem B-Planverfahren Versäumnisse beim Biotop- und Artenschutz gab. Zugleich wurde der Stadtverwaltung eine sogenannte Rüge übermittelt, um ihr die Möglichkeit zu geben, den Bebauungsplan doch noch nachzubessern.
Die Beauftragung eines Rechtsanwalts und Gerichtsverfahren sind mit erheblichen Kosten verbunden. Der NABU ist für solche Ausgaben auf Spenden angewiesen. Bitte
unterstützen Sie den Kampf für den Erhalt der Stadtnatur mit einer Spende – Herzlichen Dank!
Leider führen die juristischen Schritte, die keine aufschiebende Wirkung haben, nicht dazu, dass die Natur auf dem Leuschnerplatz vor weiterer Zerstörung unmittelbar bewahrt wird. Anliegen des NABU ist es, die mutmaßlichen Rechtsverstöße gerichtlich feststellen zu lassen, um sie für die Zukunft bei weiteren Baumaßnahmen in Leipzig zu verhindern.
Seit vielen Jahren betreut der NABU Leipzig das ökologisch wertvolle Gebiet der Papitzer Lachen. Hier konnte der NABU Flächen erwerben und kümmert sich um den Erhalt der Lebensräume, unter anderem auch mit jährlichen Arbeitseinsätzen zur Wiesenmahd oder zur Gehölzentnahme. 2023 wurde vom NABU Leipzig die Artenvielfalt im Gebiet erfasst – Spinnen-, Pflanzen- und Insektenarten wurden untersucht, insgesamt wurden dabei 148 verschiedenen Tierarten festgestellt. Mitarbeiterinnen der NABU-Naturschutzstation „Stadt und Aue Leipzig“ gelang dabei auch ein ganz besonderer Fund: Der Nachweis der Zahntrost-Sägehornbiene (Melitta tricincta). Diese Wildbienenart galt in Sachsen als ausgestorben. Anlässlich des außergewöhnlichen Fundes besuchten am 8. März 2024 der Sächsische Umweltminister Wolfram Günther und der Schkeuditzer Oberbürgermeister Rayk Bergner die Papitzer Lehmlachen und machten sich vor Ort ein Bild von den Erfolgen der jahrzehntelangen Naturschutzarbeit des NABU. Weiterlesen

Am 13. Juli 2022 fand die zweite mobile Mahnwache gegen den Grünflächenschwund in Leipzig statt. Diesmal fanden sich NABU-Mitglieder und Anwohner bei der Brachfläche an der Bremer Straße ein, die von Bebauung bedroht ist. 14 Hektar strukturreicher Lebensraum mit einer außergewöhnlichen Artenvielfalt sollen hier zerstört werden. Auf dem Gelände haben NABU-Mitglieder bis jetzt 130 Arten nachgewiesen. Nach dem Redebeitrag gab es für die Teilnehmer Gelegenheit, die Resolution zum Erhalt der ökologisch wertvollen Fläche zu unterschreiben, die dann abschließend bei einer Exkursion näher vorgestellt wurde. Weiterlesen
Leipzig wächst für die Menschen. Demnächst wird die Stadt wohl mehr als 580.000 Einwohner haben, bis 2030 werden gar 720.000 erwartet. An den vielen Baustellen ist gerade zu sehen, wie sich ein solches Wachstum auswirkt. Neue Wohnungen, Einkaufsmärkte und Gewerbegebiete werden gebaut.
Aber Leipzig schrumpft für die Wildtiere! Während die Stadt wächst, haben diese Stadtbewohner immer weniger Platz. Viele Brachflächen und Grünanlagen gibt es nicht mehr, Sträucher und Bäume wurden gerodet. Damit einher geht der Verlust von potenziellen Lebensräumen der Tiere. Immer mehr Menschen fällt auf, dass es beispielsweise weniger Sperlinge und Amseln gibt. Igel, Fledermaus, Schmetterling und Nachtigall, die zum lebendigen Stadtbild von Leipzig gehörten, werden immer seltener.
Darauf weist der NABU Leipzig hin, der allein im Jahr 2016 einen Flächenverlust von über 50 Hektar erfasst hat. Das sind Flächen, die lange von unseren tierischen Mitbewohnern genutzt wurden und die nun nicht mehr existieren. Eine Karte gibt einen entsprechenden Überblick über diese vom NABU registrierten Flächen – viele weitere sind in dieser Übersicht noch gar nicht enthalten.
Der NABU wirbt für einen verantwortungsvollen Umgang mit vorhanden Flächen. Bei Bauplanungen sollte man Lebensräume für tierische Nachbarn von Anfang an berücksichtigen.
WEITERE THEMEN
Im November 2020 sprach die Initiative HYBRID ART LAB für den Oikos-Umweltpodcast „Natur für Städter“ mit René Sievert vom NABU Leipzig über die Arbeit des NABU für Mensch und Natur in Leipzig und Umgebung. Dabei ging es um Biotop-, Arten- und Klimaschutz. Die gemeinnützige Arbeit für diese Lebensgrundlagen des Menschen ist wichtig, aber auch recht mühsam. Jetzt anhören
Der Wilhelm-Leuschner-Platz hat eine größere Artenvielfalt als umliegende Parkflächen. Mit großer Sorge beobachtet der NABU, dass auch diese Oase dem Bauboom geopfert werden soll. Es deutet nichts darauf hin, dass der Naturschutz bei den Planungen berücksichtigt wird, obwohl der NABU Leipzig dazu frühzeitig Hinweise gegeben hat. mehr

Tagtäglich werden in Leipzig bei Bau- oder Gehölzpflegearbeiten Tiere getötet, Nistplätze schwinden, Orte für die Nahrungssuche gehen verloren. In vielen Fällen handelt es sich um Verstöße gegen das Naturschutzrecht, was jedoch oft folgenlos bleibt. Bürger verstehen nicht, warum die Behörden nicht einschreiten. Auch Arbeiten im Auftrag der Stadt selbst sind keineswegs vorbildlich. mehr
Bei Gebäudesanierungen werden Nistplätze zerstört, der gesetzliche Artenschutz wird aus Unkenntnis oder vorsätzlich missachtet. Das führt zum Verlust von Nistplätzen, in manchen Fällen auch zum Tod von Tieren. Auf Leipziger Baustellen! Der NABU fordert Einhaltung der Artenschutzgesetze! mehr
Wie man mit geringem Aufwand Vogelnistplätze und Fledermausquartiere in Gebäudeneubauten integrieren kann, zeigt die kleine Broschüre. Sie basiert auf einer Bachelorarbeit an der HTWK. mehr
Bundesweit kommt ein silikonartiger Kleber zum Einsatz, um Vögel von Gebäuden zu vertreiben. Diese Abwehrpaste wird als harmlos angepriesen, doch sie hat für Vögel und andere Tiere tödliche Folgen. Die Verwendung ist nach Auffassung des NABU gesetzeswidrig. Der NABU Leipzig fordert deshalb alle auf, dieses Mittel keinesfalls einzusetzen und Einsatzorte des Klebers zu melden. mehr
Von Anglern achtlos liegen gelassene oder ins Wasser geworfene Angelschnüre sind eine ernste Gefahr für Wasservögel. Wenn sie sich am Körper verfangen, endet der Überlebenskampf mit Verletzungen, manchmal auch tödlich. Leider werden dem NABU Leipzig immer wieder solche Fälle gemeldet. Bitte keine Haken und Schnüre am Gewässer zurückzulassen! mehr
Der NABU setzt sich für eine naturnahe Pflege von Kleingärten, Parkanlagen und Grünflächen ein, unterstützt Garten- und Grundstücksbesitzer, Inhaber von Firmengeländen oder von Wohnanlagen, Sträucher zu pflanzen oder Blumenwiesen anzulegen und zu erhalten. Machen Sie mit: Schaffen Sie Lebensräume in der Stadt! mehr

Die Mitmachaktion „mein Biotop“ soll dem Verlust natürlicher Lebensräume etwas entgegensetzen, jeder kann einen praktischen Beitrag für den Erhalt der Biodiversität leisten. Mit dem Projekt soll gezeigt werden, wie bereits mit einfachen Mitteln wichtige Biotope entstehen können. Jeder kann mitmachen und so können sich an vielen Stellen in Leipzig Lebensräume und Biotoptrittsteine entwickeln. mehr

Die leider verbreitete Meinung, es dürfen in Kleingärten nur kleine Obstbäume gepflanzt werden, ist nicht richtig und hat dazu geführt, dass in vielen Gartenanlagen das Leben auf und in Obstbäumen auf rasantem Rückgang ist. Besser sind Halbstämme, die eine Höhe von etwa 5 Metern erreichen und laut Bundeskleingartengesetzt erlaubt sind. Natürliche Bruthöhlen entstehen erst bei größeren und älteren Bäumen, die zudem mit ihren Blüten zahlreichen Insekten Nektar und Pollen bieten. mehr
Fachleute und Vertreter aus Umweltverbänden, Behörden und der Wissenschaft haben ein gemeinsames Positionspapier mit einer Vision für den Schutz des Leipziger Auenökosystems entwickelt. Das Papier betont vor allem die überragende und alle anderen Ziele befördernde Rolle des Wasserdargebots und der Wasserdynamik und es werden Leitlinien vorgestellt, auf deren Grundlage Konzepte für die Wiederbelebung der Auen erarbeitet werden können mehr
Das Auenökosystem ist auf periodische Hochwasserereignisse angewiesen, sie wieder zu ermöglichen, ist deshalb eins der wichtigsten Naturschutzziele. Neben dieser Auenrevitalisierung gilt es, den Auwald als artenreiche Kulturlandschaft zu erhalten. Ihre große Biodiversität verdankt sie auch einer naturverträglichen Forstbewirtschaftung. Der NABU setzt sich dafür ein, dass dabei ökologische Zusammenhänge und der Artenschutz beachtet werden. mehr