Igelbude bauen – so einfach geht es


Igel sind in Not. In unserer meist aufgeräumten Landschaft finden sie kaum noch geeignete Quartiere, die für Sommer und Winter geeignet sind. Der NABU Leipzig baut an geeigneten Orten Ganzjahresquartiere, wo Igel ein sicheres Zuhause finden, und benötigt dabei Unterstützung: Wer ein eigenes Grundstück hat und Igeln Unterschlupf bieten möchte, kann sich gern beim NABU Leipzig melden: Telefon 0341 6884477 oder per E-Mail.


Um für einen Igel oder eine Igelfamilie ausreichend Schutz, Ruhe und Platz zum Nestbau zu bieten, sollte der Unterschlupf möglichst großzügig gebaut werden. Im Herbst, wo durch Baumpflegemaßnahmen hier und da Äste anfallen, können diese sinnvoll verwendet werden.

 

Die Igelbude sollte, um im Winter unbedingt frostfrei zu sein, mindestens 1 x 1 Meter Grundfläche haben und 80 cm hoch sein, größer ist immer besser. Der Igelbau darf nicht in einer Senke gebaut werden, damit sich bei Regen keine Pfützen bilden. Man kann dicke Äste und Baumstämme mit Durchmesser von etwa 12 cm wie beim Bau einer Blockhütte aufeinander stapeln.

 

Dass sich Igel gern unter Gartenlauben, Holzstapeln und in Hühnerställen oder Scheunen einquartieren zeigt, dass sie gern ein trockenes Dach über sich haben. Deshalb kann man eine große Kunststoffplatte oder ähnliche wasserdichte Dächer in den Igelbau knapp über dem Boden einbauen. Die Platte kann auf Ziegelsteinen oder auf etwa 25 cm hohen Baumstämmen stehen und muss sicher gegen Verrutschen befestigt, am besten festgeschraubt werden. Das Dach sollte mit einem leichten Gefälle montiert werden, damit Regenwasser von der Nestmulde abgeleitet wird.

 

Dann kann Etage für Etage mit Reisig, weiteren Ästen oder dünnen Baumstämmen sowie getrocknetem Laub verfüllt werden. Die Hohlräume zwischen Reisig und Ästen gewährleisten, dass feuchtes Laub nach Regen immer wieder trocknen kann.

 

Bei etwa einem Meter Höhe angekommen, sollte das Igelquartier mit schweren Ästen abgedeckt werden, damit keine ungebetenen Gäste von oben die Isolierung ausräumen. Sobald der erste Frost naht, sollte rund um den Bau und obendrauf noch eine dicke Laubschicht aufgefüllt werden.

 

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Naturnahe Gärten helfen Tieren durch den Winter

Igel sollte man am besten in ihrem Lebensraum belassen, in einer naturnahen Umgebung kommen sie auch im Herbst und im Winter zurecht - es handelt sich um Wildtiere, die nicht in menschlicher Obhut leben sollen. Außerdem stehen sie unter Artenschutz und dürfen nicht eingefangen werden; ausschließlich verletzte oder kranke Igel dürfen zeitweise aufgenommen werden, um sie gesund zu pflegen und alsbald wieder in die Natur zu entlassen.

Gärten sind wichtige Rückzugsorte für die Igel aber auch für viele Arten, die immer weniger Unterschlupf und Überwinterungsmöglichkeiten finden. Weniger aufzuräumen, hilft Igeln, Siebenschläfern, Fledermäusen, Vögeln und Insekten gut über den Winter zu kommen. Wer Vögeln im Winter Futter bieten will, sollte abgeblühte Stauden und andere samentragende Pflanzen wie Sonnenblumen und Karden nicht abschneiden, sondern stehen lassen. Auch Fallobst auf der Wiese und Wildobst an den Sträuchern sollte dort bleiben – so finden gefiederte Gartenbewohner auch bei Minusgraden einen reich gedeckten Tisch vor.

Foto: NABU/Eric Neuling
Foto: NABU/Eric Neuling

Beim Baumschnitt anfallende Äste und Reisig können zu einem Haufen aufgeschichtet oder als Benjeshecke angelegt werden. Eine solche Totholzhecke bietet Schutz und Lebensraum für viele Insekten und andere Kleintiere wie Mäuse. Vögel finden hier auch im Winter so manchen Leckerbissen mit sechs oder acht Beinen.

Um den Sechsbeinern über die kalten Monate zu helfen, sollte ein Laubhaufen im Garten angelegt werden. Im wärmenden Laub sind Marienkäfer und Laufkäfer vor Kälte geschützt. Der Laubhaufen im Garten hilft dabei nicht nur Insekten als Nahrungsquelle über den Winter: Erdkröten und Igel schätzen das Laub als Schutz gegen Kälte.

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Herbstlaub einfach liegen lassen

Foto: Hans Braxmeier / Public Domain

Im Herbst erfreut uns die Natur mit bunten Blättern. Sie sind aber nicht nur schön anzusehen, das fallende Laub ist auch ein wichtiger Teil des natürlichen Nährstoffkreislaufs. Die Laubschicht ist Lebensraum, Winterquartier und Nährstoffspender für den Boden. Auf Beeten sowie unter Sträuchern und Hecken kann es ruhig liegenbleiben. Es besteht kein Grund, es aus Parkanlagen und Gärten restlos zu beseitigen. Dieser falsch verstandene Ordnungssinn ist für Tiere, die in der Laubschicht Nahrung oder Unterschlupf suchen verheerend. Besonders schädlich ist der Einsatz von Laubbläsern und Laubsaugern, die nicht nur das Laub restlos beseitigen, sondern auch alle Lebewesen darin. Hinzu kommt der für Mensch und Tier belastende Lärm, darüber hinaus stoßen die Verbrennungsmotoren der Geräte gesundheitsschädliche Abgase aus.

Der NABU bittet alle, auf Laubbläser und Laubsauger gänzlich zu verzichten! Auf Rasenflächen und Gehwegen kann man Besen und Rechen einsetzen und im Übrigen das Laub einfach liegen lassen.

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Der Igel und sein Lebensraum

 

Die NABU-Broschüre erklärt, wie man zum Schutz dieser Tiere beitragen kann. Sie ist erhältlich im NABU-Naturschutzbüro.


Natur im Kleingarten

 

Kleingärten sind ein wichtiger Teil der Stadtnatur und können Lebensraum für viele Tiere sein. Tipps und Tricks für naturnahes Gärtnern gibt der NABU in einem Faltblatt, das im NABU-Naturschutzbüro in Gohlis und beim Stadtverband der Kleingärtner in Plagwitz erhältlich ist.


Foto: Hans-Joachim Kietz

Buntes Grün

 

Zum Ausgleich für verlorenes Grün, können Blühflächen angelegt und Sträucher gepflanzt werden. Der NABU bietet dabei seine Beratung an. Machen Sie mit: Schaffen Sie Lebensräume in der Stadt!


Bild der Woche

von Detlef Nowarre
von Detlef Nowarre

Für Mensch und Natur

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Foto: NABU/Rolf Jürgens

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Für Biotop- und Artenschutz

Foto: Karsten Peterlein
Lustige Stofftiere, waschbar bis 40°C. Die Einnahmen werden für den Arbeitskreis Vogelschutz verwendet. Jedes Kuscheltier ist ein handgefertigtes Unikat aus Stoffresten und für 3 Euro erhältlich im NABU-Naturschutzbüro.