„Glasklar für Vogelschutz“?

NABU Leipzig begrüßt Stadtratsbeschluss, hält ihn aber nicht für ausreichend

Der Stadtrat hat am 15.06.2022 einen Antrag „Glasklar für Vogelschutz“ beschlossen. Der NABU Leipzig begrüßt diesen Beschluss und hofft auf eine konsequente und rasche Umsetzung. Der NABU bedauert allerdings, dass mit diesem Beschluss eine zeitnahe Lösung des Problems nicht erreicht werden kann. Der Beschluss beinhaltet nur einen Auftrag an den Oberbürgermeister. Dieser soll sich auf Landesebene dafür einsetzen, den Prüfkatalog bei Erteilung von Baugenehmigungen zum Thema Vogelschlag zu erweitern. Damit geht das Sterben an Leipzigs Glasflächen vorerst unverändert weiter, dabei wäre es ein Leichtes, vogelsicheres Glas zu verwenden bzw. eine solche Verwendung zu verlangen. Leider gibt es dafür offenbar keine verwaltungsrechtliche Möglichkeit, weshalb nun dieser kleinstmögliche Beschluss gefasst wurde, wofür der Stadtrat rund anderthalb Jahre benötigte. Sehr bedenklich findet der NABU Leipzig, dass Oberbürgermeister Burkhard Jung in dieser Stadtratssitzung gegen den Antrag gestimmt hat.

 

Weil dieser junge Buntspecht nach einem Scheibenanflug mit einer Gehirnerschütterung immer wieder auf den Rücken kippt, muss er bei der stündlichen Fütterung beim Fressen festgehalten werden. Das geprellte Auge wird dreimal täglich mit Augentropfen versorgt. Die Wildvogelhilfe des NABU Leipzig lädt den Oberbürgermeister, der im Stadtrat gegen den Antrag „Vogelschutz an Glas“ gestimmt hat, ein, sich die aufwendige Pflege der verletzten Vögel anzuschauen. Video: NABU Leipzig

 

Abgesehen davon reicht der Beschluss des Stadtrates nicht aus, um das Vogelsterben an Glas zu stoppen. Nur wenn der NABU aufwändige Nachweise erbringt und immer wieder nachhakt, wird die zuständige Behörde aktiv. Gegenwärtig dauert es ein Jahr, bis die Stadtverwaltung eine funktionale Nachrüstung an Glasfassaden beauflagt, in dieser Zeit sterben die Vögel unvermindert weiter. Und die beauflagten Nachrüstungen sind für Bauherren um ein Vielfaches teurer als eine frühzeitige Berücksichtigung bereits auf Planungsebene. Deshalb fordert der NABU Leipzig einen 4-Punkte-Plan gegen Vogelschlag, welcher kurzfristig umzusetzende Maßnahmen enthält:

  1. proaktive Information von Bauherren
  2. Sofortprogramm für Wartehäuschen
  3. vorbildhafter Vogelschutz an stadteigenen Gebäuden
  4. Berücksichtigung von Vogelschutz bei Ausschreibungen und Architekturwettbewerben

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Stunde der Gartenvögel 2022

Vogelbeobachtungen mit dem NABU Leipzig

Exkursion zur „Stunde der Gartenvögel“ mit dem NABU Leipzig. Foto: NABU Leipzig
Exkursion zur „Stunde der Gartenvögel“ mit dem NABU Leipzig. Foto: NABU Leipzig

Vom 13. bis zum 15. Mai 2022 fand die 18. „Stunde der Gartenvögel“ statt. Der NABU hatte wieder zur deutschlandweiten Vogelzählung aufgerufen. Die Beobachtungen können dem NABU noch bis zum 23. Mai 2022 gemeldet  werden, erst danach erfolgt eine Endauswertung und bis dahin sind alle Auswertungen nur Momentaufnahmen.Die Daten aus ganz Deutschland können von Jahr zu Jahr verglichen werden, das erlaubt Rückschlüsse auf die Entwicklung der Vogelbestände und auf notwendige Schutzmaßnahmen. Weil die „Stunde der Gartenvögel“ bereits seit 2006 stattfindet, können die Ornithologen beim NABU bereits auf einen umfangreichen Datenschatz zurückgreifen.

 

Ein besonderes Augenmerk galt in diesem Jahr den Schwalben. Ihr Bestand hat in den vergangenen Jahrzehnten stark abgenommen. Sie leiden unter Klimawandel, Insektensterben, Flächenversiegelung und Nistplatzmangel. Wichtig ist es Insekten zu fördern und Brutmöglichkeiten an Gebäuden zu schaffen.

 

Nachdem der NABU Leipzig in den vergangenen Jahren aufgrund der Corona-Pandemie keine Exkursionen zur gemeinsamen Vogelbeobachtung anbieten konnte, waren 2022 Vogelfreunde wieder herzlich dazu eingeladen. NABU-Vogelzählungen fanden unter anderem auf einer Brachfläche an der Max-Liebermann-Straße, in der Kleingartenanlage „Schönauer Lachen“ sowie im Park an der Emmauskirche statt. Weiterlesen


Rettungsinsel im Pleißemühlgraben

Fotos: NABU Leipzig

 

Die Fließgewässer in der Leipziger Innenstadt sind naturfern gestaltet, sie fließen mit starker Strömung durch einen Steinkanal mit steilen Wänden und verschwinden streckenweise in Rohren. Für die Küken von Teichrallen, Blässrallen, Stockenten, Mandarinenten und Schellenten ist das lebensgefährlich. Sie werden oftmals von der Strömung abgetrieben, wenn das Gewässer im Untergrund verschwindet, können die Mütter nicht folgen und verlieren die Jungvögel. Jedes Jahr zur Brutzeit wird deshalb der NABU Leipzig zu Rettungseinsätzen gerufen. Im Abschnitt vor dem Bundesverwaltungsgericht hatte der NABU Leipzig bereits 2017 zwei temporäre kleine Rettungsinseln gebaut, die in den letzten Jahren die Küken der Teichrallen nutzten. An der Wundtstraße kam im Jahr 2020 eine Ausstiegshilfe für die Mandarinenten hinzu. Auch im Gewässerabschnitt ab Otto-Schill-Straße sind die Küken in großer Not, denn ab Gottschedstraße verläuft Fluss nach der Offenlegung wieder unterirdisch weiter. In diesem Gewässerabschnitt hatte der NABU 2020 eine erste Insel installiert, jetzt kam eine weitere im Bereich „Alter Amtshof“ hinzu. Weiterlesen


Spatzen brauchen Vielfalt!

SPATZiergang am Weltspatzentag 2022

Zum Spatzenlebensraum gehören Sträucher und Fassadengrün. Fotos: NABU Leipzig

 

Nachdem in den Vorjahren pandemiebedingt die Exkursionen zum Welttag der Spatzen am 20. März ausfallen mussten, konnte 2022 wieder ein SPATZiergang stattfinden. Treffpunkt war Rudolphstraße / Ecke Martin-Luther-Ring in der Leipziger Innenstadt. Von dort aus führte Beatrice Jeschke vom NABU Leipzig die Interessierten zu verschiedenen Nistplätzen und erläuterte Konflikte, die bei Sanierungsarbeiten an Gebäuden entstehen können, die man aber stets zum Wohle der Vögel auch lösen kann. Man konnte Spatzen beobachten, wobei klar wurde: Sie benötigen nicht nur Spalten und Löcher, sondern in der Nähe des Nistplatzes auch Sträucher als Versteck- und Ruheplatz sowie einen attraktiven Lebensraum, der ihnen Nahrung bietet. Auch den Wert von Fassadengrün konnte man an einigen Gebäuden erkennen, die von Efeu berankt sind, der Nahrung und Versteckmöglichkeiten bietet. Solche Efeufassaden sind ökologisch sehr wertvoll, leider werden auch diese Pflanzen häufig unbedacht und rechtswidrig entfernt. Weiterlesen

SPATZiergang 2022. Fotos: NABU Leipzig

 

Erfolg für den Artenschutz

An einem Gebäudeneubau in Brandis war die Beratung durch den NABU Leipzig ein voller Erfolg. In den 8 in die Fassadendämmung eingebauten Nistkästen sind Haussperlinge eingezogen. Foto: NABU Leipzig
An einem Gebäudeneubau in Brandis war die Beratung durch den NABU Leipzig ein voller Erfolg. In den 8 in die Fassadendämmung eingebauten Nistkästen sind Haussperlinge eingezogen. Foto: NABU Leipzig

NABU dokumentiert das Aussterben der Amsel

Der 3. März ist der Internationale Tag des Artenschutzes

Als eine der bekanntesten „Allerweltsarten“ wird die Amsel zunehmend zum Sorgenvogel. Durch schrumpfende Lebensräume werden Amseln in Leipzig seltener. Durch Heckenrodung und Versiegelung gehen Brutgebüsche und Nahrungsflächen verloren. In der Innenstadt sind dem NABU Leipzig 58 Amselreviere bekannt, die ersatzlos verloren gingen. Die Amsel verschwindet mehr und mehr, jetzt sind Schutzmaßnahmen gefragt, um eine Bestandserholung zu fördern. Falls es rund um Neubauten überhaupt ein wenig Grünfläche gibt, sind sie meisten als tierfreie Gestaltung einzustufen. Wie man es besser machen kann, wie man die Biodiversität im Wohnumfeld fördern kann, zeigt der NABU Leipzig mit dem Projekt mein-Biotop.de. Der NABU Leipzig berät, um für Insekten, Amphibien, Vögel, Igel und Co. Lebensraum zu schaffen. Kontakt



Sehnsucht nach Natur

Bewohner eines Hauses in der Leipziger „Parkstadt Portitz“ wünschen sich offenbar die Vogelwelt vors Fenster. Aber das Vogelfutterhaus in der Mitte des Bildes reicht leider nicht – Vögel brauchen einen geeigneten Lebensraum. Hier aber ist die Umgebung für Vögel lebensfeindlich. Foto: NABU Leipzig

Warum diese Neubausiedlung im Nordosten Leipzigs „Parkstadt“ heißt, ist nicht nachvollziehbar – nichts hier oder in der Nähe ähnelt einem Park. Der NABU Leipzig klärt immer wieder auf, wie wichtig Lebensräume für die Tierwelt sind. Ein Futterhaus reicht nicht aus als Lebensgrundlage für Vögel, Vogelfütterung kann maximal eine Ergänzung sein. Der NABU berät gern, wie man sich Natur vor die Haustür holt. Um Vögel und andere heimische Tierarten wirksam in die Siedlung zu locken, startet der NABU dort eine Informations- und Beratungskampagne zumProjekt mein-biotop.de.

 



Vogelnistkästen und Fledermausquartiere

 

Im Herbst und Winter ist der Arbeitskreis Vogelschutz des NABU Leipzig im Einsatz, um die Nistkästen zu reinigen, zu kontrollieren und wenn nötig zu reparieren. In Leipziger Parks und Friedhöfen betreut der NABU Leipzig über 800 Nistkästen und Fledermauskästen. Bei der Wartung der Kästen kann man anhand von Spuren und Nestern feststellen, welche Vogelarten in den Kästen gebrütet haben. Wer bei der Pflege der Nisthilfen oder bei der Brutzeitbeobachtung mithelfen möchte, meldet sich bitte per E-Mail 

 

Fotos: NABU Leipzig

 

Einige der 20 vom NABU betreuten Nistkästen im Zweinaundorfer Gutspark waren teilweise defekt oder reparaturbedürftig. Neben neuen selbst gebauten Kästen wurden auch einige haltbarere Holzbetonkästen aufgehängt. Vier neue Fledermausquartiere ergänzen den Bestand.

 

Nistkastenaktion im Zweinaundorfer Gutspark. Fotos: NABU Leipzig

 

Der NABU Leipzig dankt allen Spendern, die diese Nisthilfen finanziert haben und bittet um weitere finanzielle Unterstützung!

Für 25 Euro kann ein neuer Nistkasten aufgehängt werden. Jede Spende hilft! Bei einer Spende bitte Verwendungszweck „Nistkasten“ angeben.

 

Weitere Termine

 

Neben der alljährlichen Nistkastenreinigung wurden am 19. Februar 2022 im Wildpark 8 neue Holzbetonkästen für Vögel und Fledermäuse aufgehängt und defekte Kästen ausgetauscht. Fotos: NABU Leipzig


NABU Leipzig sucht Vogelbeobachter

Gebäudebrüterprojekt rettet Nistplätze – 965 Beobachtungsorte sind bereits erfasst

Foto: Beatrice Jeschke
Foto: Beatrice Jeschke

In Leipzig wird gebaut – oft ohne Rücksicht auf die heimische Tierwelt. Viele Sanierungsmaßnahmen werden den Behörden nicht bekannt, weshalb der gesetzliche Schutz für die betroffenen Lebensstätten oft nicht durchgesetzt wird. Um dem wenigstens ein Stück weit vorzubeugen, erfasst der NABU Leipzig jedes Jahr Vogel-Nistplätze an Gebäuden. Die Daten werden regelmäßig an die Naturschutzbehörde und das Amt für Bauordnung und Denkmalpflege geschickt. Bei Baumaßnahmen sollen die zuständigen Behörden ein Artenschutzgutachten beauftragen und bei Verlust der Nistplätze den Anbau von Ersatznistkästen fordern. Zum Ende des Jahres 2021 hat sich die Zahl der ehrenamtlich erfassten Beobachtungsorte auf 965 erhöht. Das ist ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz in der Stadt; beispielsweise konnte Leipzigs größte Mauerseglerkolonie aufgrund der NABU-Initiative gerettet werden. In einigen Stadtteilen gibt es vergleichsweise wenige nachgewiesene Nistplätze. Daher startet der NABU Leipzig einen Aufruf: Von Ende März bis Ende Juni sollen Vogelfreunde die Gebäude im eigenen Stadtteil beobachten, ob Vögel in Nischen an der Fassade, unter Fensterbrettern, hinter Dachrinnen oder irgendwo am Dach einfliegen und vielleicht auch Nistmaterial eintragen. Die Beobachtungen kann man dann per E-Mail an den NABU melden. Weiterlesen

 

Pressemitteilung


Hilfe für die letzten Kiebitze der Region

NABU Leipzig bittet um Spenden zum Schutz von Nistplätzen

In den letzten 40 Jahren ist der Kiebitz-Bestand in Sachsen um 95% eingebrochen. Foto: Beatrice Jeschke
In den letzten 40 Jahren ist der Kiebitz-Bestand in Sachsen um 95% eingebrochen. Foto: Beatrice Jeschke
Mit Hilfe von Spenden konnten vier Nestschutzkörbe gebaut und vom Hersteller in Rheinland-Pfalz abgeholt werden. Foto: NABU Leipzig
Mit Hilfe von Spenden konnten vier Nestschutzkörbe gebaut und vom Hersteller in Rheinland-Pfalz abgeholt werden. Foto: NABU Leipzig

In den letzten 40 Jahren ist der Bestand des Kiebitzes in Sachsen um 95 Prozent eingebrochen. Kiebitze gehören damit laut Roter Liste Sachsen zu einer vom Aussterben bedrohten Vogelart. Kiebitze leiden unter den Bedingungen der industriellen Landwirtschaft. In Folge von Lebensraumverlust weicht der einstige Wiesenbrüter immer häufiger auf Ackerland aus, wo die Gelege aber häufig Beutegreifern zum Opfer fallen. Um das Prädationsrisiko für Gelege zu minimieren, möchte der NABU Leipzig vier Nistplätze mit Nestschutzkörben vor Füchsen, Krähen und anderen Fressfeinden schützen. In anderen Bodenbrüterprojekten haben sich solche Körbe bereits bewährt. Ein Schutzkorb kostet 175 Euro, vier dieser Nestschutzkörbe kosten 700 Euro. Für den Kauf hat der NABU Leipzig im Dezember 2021 um Spenden gebeten, und die Aktion war erfolgreich! Vier Kiebitz-Nestschutzkörbe zum Schutz vor Prädatoren konnten aus Rheinland-Pfalz abgeholt werden. Dort werden solche Körbe von einer Metallbaufirma hergestellt. Dankeschön an alle Spender! Weitere Informationen


Vogel des Jahres 2022

Der Wiedehopf hat die Wahl gewonnen

Der Vogel des Jahres 2022 ist der zweite, der bei einer öffentlichen Wahl bestimmt wurde. Gewonnen hat der Wiedehopf (Upupa epops). Er benötigt halboffene bis offene insektenreiche Landschaften, und Insekten gibt es nur ohne Pestizideinsatz, deshalb war sein Wahlslogan „Gift ist keine Lösung“. Der NABU Leipzig wird im Verlauf des Jahres mit verschiedenen Aktionen über den Vogel des Jahres informieren und sein Wahlkampfmotto aufgreifen, um auch in Leipzig mehr Giftverzicht und mehr Insektenschutz zu erreichen.

 

Der Wiedehopf ist Vogel des Jahres 2022. Foto: M Schäf
Der Wiedehopf ist Vogel des Jahres 2022. Foto: M Schäf

Mit seinem orangeroten Gefieder und seiner markanten Federhaube ist der Wiedehopf einer der auffälligsten heimischen Vögel, dennoch werden die wenigsten diesen Vogel jemals selbst in der Natur gesehen haben, denn er kommt nur in wenigen Regionen Deutschlands vor. In der Region Leipzig wird immer wieder einmal ein Wiedehopf beobachtet, Ansiedlungsversuche sind aber bisher nicht erfolgreich. Bei den meisten Beobachtungen handelt es sich um Durchzügler.  Es gibt Hinweise, dass der Wiedehopf in der Region Leipzig früher einmal zuhause war, heute ist er in Sachsen fast nur noch im Nordosten nachgewiesen, wo es nur bis zu 100 Brutpaare gibt.

 

Der Wiedehopf liebt warme, offene Lebensräume in denen er Höhlen oder Halbhöhlen zum Brüten findet sowie Großinsekten, von denen er sich ernährt. Da er am Boden jagt, darf die Bodenvegetation nicht zu dicht sein. Aufgrund von Flächenversiegelungen und intensiver Landwirtschaft fehlen ihm geignete Nahrungshabitate, aber auch Nistmöglichkeiten. Eigentlich nistet der Wiedehopf vorwiegend in alten Baumhöhlen, da diese heute weitgehend fehlen, nimmt er aber auch gerne Nisthilfen an. Offene, strukturreiche Landschaft hingegen ist rar. Zudem macht sich das Insektensterben negativ bemerkbar – wie auch vielen anderen Tieren fehlt dem Wiedehopf dadurch die Nahrungsgrundlage. Weiterlesen


Teilerfolg für den Vogelschutz

Gläserne Fahrstuhlschächte wurden umgestaltet

Foto: NABU Leipzig
Foto: NABU Leipzig

In Paunsdorf wurden Fahrstuhlscheiben wirksam gegen Vogelschlag beklebt, nachdem der NABU Leipzig 16 Monate lang für diese Lösung eingetreten ist. In dieser Zeit mussten leider 18 tote Vögel dokumentiert werden. Die tatsächliche Zahl der Toten und Verletzten ist sicher noch größer, denn nicht alle werden aufgefunden.

 

Leider ist das Erreichte auch in diesem Fall nur ein Teilerfolg, denn es wurden nur jene Glasschächte vogelsicher umgestaltet, an denen die Todesopfer dokumentiert wurden. Die übrigen Schächte sind nach wie vor potenzielle Todesfallen für die Vögel. Der ehrenamtliche Kampf für die Vogelwelt muss darum weitergehen, der NABU wird die Situation weiter beobachten. Zudem sind diese Glasflächen nur ein weiterer Einzelfall. Mit Beharrlichkeit und großem Zeitaufwand waren hier NABU-Mitglieder im Einsatz, an vielen anderen Glasflächen ist die Lage ähnlich dramatisch, doch dort sterben die Tiere oft unbemerkt. Darum bittet der NABU um Unterstützung: Wer helfen möchte oder Kollisionsopfer findet, kann sich per E-Mail melden.

 

Vögel können verglaste Flächen nicht als Hindernis wahrnehmen, die Kollision endet meist tödlich für die Tiere. Durch vogelsicher gestaltetes Glas kann man das leicht vermeiden, leider wird das bei Baumaßnahmen fast nie berücksichtigt, obwohl es gesetzlich verboten ist, geschützte Tiere zu töten oder zu verletzen. Weitere Informationen


Nistkastenreinigung im Winterhalbjahr

Freiwillige Helfer im Einsatz für die Vogelwelt

Nistkastenwartung im Stötteritzer Wäldchen und im Urbanen  Wald Grünau. Fotos: Beatrice Jeschke, Tony Kremser, Anja Szilard

 

Zwischen Oktober und Februar organisiert der NABU Leipzig Arbeitseinsätze zur Reparatur und Reinigung von Vogelnistkästen. Für die Teilnehmer gibt es interessante Informationen, unter anderem kann man anhand von Spuren und Nestern feststellen, welche Vögel gebrütet haben. Mithelfende und Gäste sind herzlich willkommen! Mitmachen beim Vogelschutz

 

Rund 800 Nisthilfen kontrolliert der NABU Leipzig in Parkanlagen und auf Friedhöfen, beispielsweise auf dem Südfriedhof, auf dem rund 60 Nisthilfen betreut werden. 2021 fand hier am 13. November ein Arbeitseinsatz statt, an dem sich sieben ehrenamtlich Aktive beteiligten. Bei prächtigem Herbstwetter dauerte die Aktion drei Stunden. Anhand der Nester konnte man feststellen, dass in den meisten Kästen Meisen gebrütet hatten, aber auch zwei Kleiber- und zwei Gartenrotschwanznester wurden erfasst. Anders als im vergangenen Jahr wurden kaum tote Nestlinge entdeckt. Das könnte darauf hindeuten, dass die Nahrungsgrundlagen in diesem Jahr besser waren, weil es weniger trocken war.

 

Beim Arbeitseinsatz konnte man auch die Vogelwelt auf dem Südfriedhof beobachten. Beispielsweise waren Wintergoldhähnchen zu hören.

Arbeitseinsatz zur Nistkastenreinigung und -reparatur auf dem Südfriedhof. Fotos: Beatrice Jeschke


Meisennest.
Meisennest.
Sperlingsnest. Fotos: Beatrice Jeschke
Sperlingsnest. Fotos: Beatrice Jeschke


EuroBirdWatch 2021

Zugvogelbeobachtung am Kiessandtagebau Rehbach

Fotos: René Sievert, Christina Gauglitz

 

Jedes Jahr zum Höhepunkt des Vogelzugs finden in ganz Europa Veranstaltungen zur Vogelbeobachtung statt, in Deutschland ruft der NABU jedes Jahr dazu auf. Auch 2021 hat sich der NABU Leipzig wieder am „EuroBirdWatch“ beteiligt. Vogelfreunde waren eingeladen zur Vogelbeobachtung am Kiessandtagebau Rehbach. Hier konnten vor allem verschiedene Wasservögel ausgiebig beobachtet werden, darunter mehrere Gänsearten. Weiterlesen


„mein Biotop“

NABU Leipzig startet Mitmachprojekt gegen Lebensraumverlust

Ein Nistkasten allein rettet noch nicht die Vogelwelt – Lebensräume sind erforderlich. „mein Biotop“ möchte Lebensräume schaffen und jeder kann mitmachen! Auf den beiden Pilotflächen in Leipziger Kleingartenanlagen wurden solche Staren-Nistkästen aufgehängt. In beiden gab es jeweils zwei erfolgreiche Starenbruten. Foto: NABU Leipzig

„mein Biotop“ heißt eine neue Initiative, die der NABU Leipzig gestartet hat. Mit dem Projekt soll gezeigt werden, wie bereits mit einfachen Mitteln in Kleingärten, Hinterhöfen und auf Balkonen wichtige Biotope entstehen können. Jeder kann mitmachen und so können sich an vielen Stellen in Leipzig Lebensräume und ein Biotopverbund entwickeln. Dies schützt Pflanzen und Tiere und macht Natur für die Menschen erlebbar. „mein Biotop“ soll dem Verlust natürlicher Lebensräume etwas entgegensetzen, jeder kann einen praktischen Beitrag für den Erhalt der Biodiversität leisten.

Sachsenlotto ist Partner dieses Projekts und unterstützt den NABU Leipzig. Am 14. Juli 2021 fand der feierliche Projektstart statt. Mit dabei waren unter anderen Sachsens Umweltminister Wolfram Günther sowie Peter Wasem, Leiter des Amtes für Umweltschutz, und Rüdiger Dittmar, Leiter des Amtes für Stadtgrün und Gewässer. Weiterlesen



Hungersnot

Junge Turmfalken leiden unter Lebensraumzerstörung in Leipzig

Rettungseinsatz an der Thomaskirche: NABU Leipzig füttert jungen Turmfalken mit Mäusen. Anschließend wurde der Jungvogel auf einen ungenutzten Balkon der Kirche gesetzt, wo er – ohne Störung durch Passanten – wieder von seinen Eltern versorgt werden konnte. Fotos: NABU Leipzig

 

Zunehmend erreichen den NABU Leipzig Anrufe zu jungen Turmfalken, die im Stadtgebiet hilfebedürftig am Boden sitzen. Diese Jungvögel sind dem Hungertod nah, denn in Leipzig fehlen immer öfter geeignete Lebensräume für die Falken. Jahr für Jahr gehen Nahrungsflächen verloren, die dichter werdende Bebauung verursacht Unfälle: Die Vögel prallen gegen Glasscheiben oder Autos. In Einzelfällen kann die Wildvogelhilfe zufüttern oder Pflegevögel stationär aufnehmen, doch das wichtigste Anliegen muss der Schutz der Lebensräume sein. Der NABU Leipzig fordert die Stadtverwaltung auf, den Schutz der streng geschützten Turmfalken zu gewährleisten und ihre Nahrungsflächen zu erhalten! Weiterlesen


Leimringe sind gefährlich für Vögel

In einer Leipziger Kleingartenanlage wurden an einem Leimring zwei Blaumeisen und eine Kohlmeise verklebt gefunden und in die Wildvogelhilfe des NABU Leipzig gebracht. Leider kommt das immer wieder vor, denn solche

Verklebte Meisen am Leimring. Fotos: NABU Leipzig
Verklebte Meisen am Leimring. Fotos: NABU Leipzig

und ähnliche Leimfallen sind gefährlich für Vögel und andere Tiere, wie beispielsweise Fledermäuse. Dennoch werden Leimringe in Bau- und Gartenmärk­ten als umweltfreundliche Methode zur Schädlingsbe­kämpfung an Obstbäumen verkauft. Wenn diese Art der „Schädlingsbekämpfung“ unvermeidlich ist, können die Klebefallen aber mit einer Drahtman­schette ummantelt werden, damit sich Vögel nicht an dem harzartigen Kleber verfangen. Weiterlesen

Leimring mit schützender Drahtmanschette.
Leimring mit schützender Drahtmanschette.


Bauprojekt bedroht Lebensräume

NABU Leipzig kartiert die Vogelwelt der Kiebitzmark

Die Kiebitzmark ist ein Areal am Leipziger Stadtrand. Hier befinden sich wertvolle Offenlebensräume, beispielsweise von Braunkehlchen und Feldlerche, doch sie sind durch Neubauvorhaben bedroht. Von März bis Juni wird hier der Arbeitskreis Ornithologie und Vogelschutz deshalb die Brutvögel kartieren und die Ergebnisse an die Naturschutzbehörde melden. Der NABU Leipzig fordert den Schutz der Vögel und der Lebensräume. Bei der ersten Begehung am 28. März 2021 wurden 15 Vogelarten beobachtet, darunter drei Feldlerchen.

Foto: NABU Leipzig
Foto: NABU Leipzig


Gärten für Gartenvögel

Fotos: NABU Leipzig

 

In Lindenau entsteht auf einer Gemeinschaftsfläche im Kleingartenverein Phönix  1894 e.V. ein Vogelgarten. Naturfreunde des Vereins pflanzen mit Unterstützung des NABU Leipzig heimische Stauden und Sträucher, säen eine insektenfreundliche Blumenwiese und bieten verschiedene Nisthilfen an. Neu dazu gekommen sind 2 Sperlingskolonie-Kästen. In einem Nachbargarten brüten bereits die Spatzen unterm Dach.


Brutplätze gerettet

Bei der Sanierung eines ehemaligen Kindergartens in Leipzig-Lössnig hat der NABU Leipzig erreicht, dass die Tiere ihre Wohnungen nicht verlieren. NABU-Mitglieder haben dort einen Haussperling in einem Spalt einfliegen sehen.  Aufgrund der Plattenbauweise sind Nischen in der Gebäudefassade ein beliebter Unterschlupf und Brutstätte zugleich für Haussperlinge und Fledermäuse. Der NABU hat die Naturschutzbehörde informiert und um ein Artenschutzgutachten gebeten, bei dem alle Nischen auf Lebensstätten untersucht werden müssen. Dabei wurden noch weitere Nistplätze entdeckt, die ersetzt werden müssen. Weil die Fassade gedämmt wurde, konten sie nicht erhalten werden. Nach erfolgter Sanierung wurden nun 4 Haussperling-Koloniekästen, 1 Hausrotschwanz und 5 Fledermauskästen angebaut.

Im Zuge von Bau- und Sanierungsarbeiten verlieren immer mehr Stadttiere ihr zu Hause. Diese Gebäudesanierung ist ein weiteres Beispiel, wie das Zusammenleben mit unseren heimischen Wildtieren gelingen kann.
Weitere Informationen

VOGELSCHUTZ