Vogeltod an Glasscheiben

Verunglückte Vögel bitte melden: Telefon 0341 927 62 027

Besonders zur Zugzeit finden Vogelschützer des NABU Leipzig immer wieder verletzte oder tote Vögel, die durch den Aufprall gegen Fensterscheiben ums Leben kamen. Auch wenn eifrig geforscht wird, ist es noch nicht gelungen Glasscheiben so herzustellen, dass sie von den Vögeln immer erkannt und umflogen werden können. Deshalb sollte auf die Bauweise mit großen Glasflächen verzichtet werden. Große Fensterflächen täuschen den anfliegenden Vögeln durch den Spiegeleffekt vor, dass sich hinter dem Glas ausreichend Platz zum Weiterfliegen oder ein Baum zum Landen findet.  

 

Fotos: NABU Leipzig

 

Bedrucktes Glas soll Anflugunfälle verhindern

Immer wieder werden bei modernen Gebäuden große Glasflächen zur tödlichen Falle für Vögel, die Glasscheiben nicht als Hindernis erkennen. Beim Umbau des Gymnasiums in der Gorkistraße hat man zwei Schulgebäude mit einer Flußgängerbrücke verbunden. Der NABU hat den Architekten zu bedenken gegeben, wie gefährlich die großen Glasflächen für die Vögel in der Umgebung sein werden. In der Wildvogelhilfe des NABU Leipzig werden jedes Jahr viele verletzte Vögel nach einem Scheibenanflug abgegeben. Nach Beratungen mit dem NABU Leipzig hat man bei dem Bauprojekt schließlich bedrucktes Glas verwendet. Das Muster hilft den Vögeln, die gefährlichen Glasflächen als Hindernis zu erkennen. Dadurch sollen Anflugunfälle vermieden werden.

Der NABU bedankt sich bei der Stadtverwaltung Leipzig und bei der Bauleitung für die Umsetzung im Sinne des Vogelschutzes.

 

Fotos: Karsten Peterlein


Schwerverletzte Vögel

Waldschnepfe und Sperber sind mit Glasflächen kollidiert

Fotos: NABU Leipzig

 

Kollisionen mit Glasscheiben sind im Winter die häufigsten Ursachen für Vögel, die dem NABU verletzt gemeldet werden. Im Januar 2020 waren es unter anderem eine Waldschnepfe und ein Sperber. Die Schnepfe hat den heftigen Anflug gegen eine Glasscheibe überlebt. Zu sehen ist eine schwere Augenverletzung (beide Augen im Vergleich) die in der Wildvogelhilfe des NABU Leipzig mehrfach täglich mit Augentropfen behandelt wird. Dem Sperber ist das Gleiche widerfahren, danach wurde er von einer Katze geschnappt, was einem gesunden Greifvogel kaum passiert wäre.


Kollision mit Glas

Jede Woche ein verunglückter Sperber

Der Sperber war zum Auskurieren des Traumas in einem geschlossenen Raum, nur zum Flugcheck kam er kurz in die Voliere, danach wurde er in die Freiheit entlassen. Foto: NABU Leipzig
Der Sperber war zum Auskurieren des Traumas in einem geschlossenen Raum, nur zum Flugcheck kam er kurz in die Voliere, danach wurde er in die Freiheit entlassen. Foto: NABU Leipzig

Außerhalb der Brutzeit gibt es in der Wildvogelstation des NABU Leipzig weniger Pflegegäste, aber auch in der kalten Jahreszeit kommt es immer wieder zu Notfällen, und hilfsbedürftige Vögel müssen gepflegt werden, bis sie wieder in die Freiheit entlassen werden können. Im November 2919 kam auch ein Sperber in die Wildvogelhilfe. Bei ihm wurde ein Anflugtrauma festgestellt. Es kommt leider im Winter häufiger vor, dass diese geschickten Jäger in unseren Städten verunglücken. Sie kommen mit der „modernen“ Bauweise nicht zurecht, die leider auf die Bedürfnisse der Wildtiere meist keinerlei Rücksicht nimmt. Auf der Jagd nach Kleinvögeln fliegen Sperber häufig gegen Glas, das sie als Hindernis nicht erkennen. Im Winter wird dem NABU Leipzig nahezu jede Woche ein verunfallter Sperber gemeldet. Weitere Informationen 

 

Für die ehrenamtliche Arbeit der Wildvogelhilfe bittet der NABU Leipzig um Spenden (bitte Verwendungszweck "Wildvogelhilfe" angeben), nur so können die Kosten für die Pflege der Tiere finanziert werden. Der NABU Leipzig bedankt sich bei allen, die bereits gespendet haben – jeder Betrag hilft!


Leipzig bekommt neue Wartehäuschen

NABU fordert vogelschutzgerechte Gestaltung

Zwei tödlich verunglückte Amseln an einer Bushaltestelle. Foto: NABU Leipzig
Zwei tödlich verunglückte Amseln an einer Bushaltestelle. Foto: NABU Leipzig

Der NABU Leipzig hat bereits mehrfach die Verantwortlichen darauf aufmerksam gemacht, dass immer wieder an den Glasscheiben von Haltestellen Vögel tödlich verunglücken, die das Hindernis nicht wahrnehmen können. Nun werden ab Juli 2019 in Leipzig 900 Wartehäuschen ausgetauscht. Der NABU möchte die Gelegenheit nutzen, um auf das drängende Problem erneut aufmerksam zu machen. Auch 2019 mussten bereits wieder Todesopfer beklagt werden, es sind keine Einzelfälle! Mit einem aufgedruckten Muster auf den Scheiben könnte leicht Abhilfe geschaffen werden. Da jetzt sowieso eine Neumöblierung ansteht, wäre ein guter Zeitpunkt dafür. Der NABU Leipzig hat das in Schreiben an die Leipziger Verkehrsbetriebe und an die Stadtverwaltung dargelegt und hofft, dass die Chance genutzt wird. So würden neben dem umweltfreundlichen Nahverkehr auch Aspekte des Natur- und Artenschutzes berücksichtigt und Leipzig könnte ein Vorbild geben für Tierschutz und Biodiversität in der Stadt.

Pressemitteilung     Weiterlesen


Tückische Glasflächen

"Moderne" Architektur fordert wieder viele Todesopfer

7 Wintergoldhähnchen, 3 Waldschnepfen und 8 Schwanzmeisen sind im November 2016 auf ihrem Zug quer durch Leipzig an Glasflächen Opfer moderner Bauweise geworden. Sicher gibt es noch viele weitere, die nicht bekannt werden.

 

Die Glasfläche vor einem begrünten Innenhof kostet viele Vögel das Leben. Fotos: NABU Leipzig
Die Glasfläche vor einem begrünten Innenhof kostet viele Vögel das Leben. Fotos: NABU Leipzig

An einem Bürogebäude in der Prager Straße ist ein begrünter Innenhof komplett verglast. Die Vögel werden durch die Bäume im Hof zum Landen und zur Nahrungsuche angelockt, sehen die Scheiben aber nicht als Hindernis. 5 der 8 Schwanzmeisen sind nach dem Anflug gestorben; 3 konnten gerettet werden.

 

Der NABU Leipzig wird versuchen mit dem Gebäudeeigentümer Möglichkeiten zu besprechen, wie die Scheiben für Vögel sichtbar gemacht werden können. Hoffentlich zeigt man sich einsichtig!


Kernbeißer gegen Glasscheibe geflogen

Foto: NABU Leipzig
Foto: NABU Leipzig

Dieser Kernbeißer, der am 27. April 2016 in Leipzig-Plaußig gegen eine Scheibe geflogen ist, hatte zum Glück nur ein leichtes Schädeltrauma und konnte bereits nach einem Tag wieder in die Freiheit entlassen werden. Architekten und Investoren müssten bei Bauplanung berücksichtigen, dass große Glasflächen für Vögel zur Todesfalle werden, und andere Lösungen suchen. Informationen dazu gibt es auch auf der Internetseite www.vogelglas.info


Tödliches Futterhaus

Diese Futterstelle an einem Leipziger Krankenhaus ist von Vogelfreunden sicher ein gut gemeintes Hilfsangebot für die Vögel im Winter. Leider verfehlt es die Funktion als Vogelschutzprojekt. So wie man hier die Spiegelung in der Fensterscheibe sieht, sehen es auch die Vögel. Beim vermeintlichen Flug durch den spiegelnden Lebensraum oder dem Anflug auf einen Baum prallen die Vögel gegen die Scheibe. Solche Kollisionen sind oft so heftig, dass die Vögel an den Verletzungen sterben. Dieser Sperber hatte nach einem Anflug mehrere Brüche und musste leider erlöst werden. Der NABU Leipzig hat den Betreiber des Krankenhauses über diese Gefahr für Vögel informiert.

Tödlich verletzter Sperber. Fotos: NABU Leipzig
Tödlich verletzter Sperber. Fotos: NABU Leipzig
Das ungünstig platzierte Futterhäuschen wird durch die Spiegelungen der Fensterscheibe zur Todesfalle.
Das ungünstig platzierte Futterhäuschen wird durch die Spiegelungen der Fensterscheibe zur Todesfalle.


Wieder zwei tote Vögel nach Scheibenanflug

Ein Stieglitz und eine Waldschnepfe sind bei der Kollision tödlich verunglückt. Zumindest konnte der NABU die Leitung der Kreativschule in Heiterblick überzeugen, die Glasflächen für die Vögel sichtbar zu dekorieren. Waldschnepfen ziehen sehr tief über die Stadt und sind die häufigsten Unfallopfer an Gebäuden.

 

Fotos: NABU Leipzig

 

Unglücksvogel Nummer 444 im Jahr 2015

Diese Waldschnepfe verunglückte am Uniriesen und hat den Aufprall zum Glück überlebt. Die meisten Waldschnepfen sterben leider nach Kollisionen mit Gebäuden. Danke an die Finderin für die schnelle Bergung!

Foto: NABU Leipzig
Foto: NABU Leipzig


Kollisionsgefahr

Ein Grünspecht wurde nach einem Scheibenanflug von der Wildvogelhilfe des NABU Leipzig gesund gepflegt. Er hat sich sehr gut erholt und konnte am 29. Oktober 2014 wieder freigelassen werden. Er wurde ganz in der Nähe des Fundortes auf einer umzäunten Weidefläche wieder ausgewildert. Nach nur 5 Minuten auf einer Pappel ist er auf die Wiese geflogen und hat im Boden eifrig nach Insekten gestochert.

 

Fotos: NABU Leipzig

 

Weniger Glück hatte dagegen eine Waldschnepfe: Sie starb nach einem Aufprall am Glastower der Sparkasse Leipzig. Die gegenwärtige Bauweise, insbesondere mit großen Glasflächen und Beleuchtungseffekten, kostet viele Vögel das Leben - ein trauriges, einmal mehr von menschlicher Rücksichtslosigkeit verursachtes Tierleid.