Vogeltod an Glasscheiben

Verunglückte Vögel bitte melden: Telefon 0341 927 62 027

Besonders zur Zugzeit finden Vogelschützer des NABU Leipzig immer wieder verletzte oder tote Vögel, die durch den Aufprall gegen Fensterscheiben ums Leben kamen. Auch wenn eifrig geforscht wird, ist es noch nicht gelungen Glasscheiben so herzustellen, dass sie von den Vögeln immer erkannt und umflogen werden können. Deshalb sollte auf die Bauweise mit großen Glasflächen verzichtet werden. Große Fensterflächen täuschen den anfliegenden Vögeln durch den Spiegeleffekt vor, dass sich hinter dem Glas ausreichend Platz zum Weiterfliegen oder ein Baum zum Landen findet.  

 

Fotos: NABU Leipzig

 

Bedrucktes Glas soll Anflugunfälle verhindern

Immer wieder werden bei modernen Gebäuden große Glasflächen zur tödlichen Falle für Vögel, die Glasscheiben nicht als Hindernis erkennen. Beim Umbau des Gymnasiums in der Gorkistraße hat man zwei Schulgebäude mit einer Flußgängerbrücke verbunden. Der NABU hat den Architekten zu bedenken gegeben, wie gefährlich die großen Glasflächen für die Vögel in der Umgebung sein werden. In der Wildvogelhilfe des NABU Leipzig werden jedes Jahr viele verletzte Vögel nach einem Scheibenanflug abgegeben. Nach Beratungen mit dem NABU Leipzig hat man bei dem Bauprojekt schließlich bedrucktes Glas verwendet. Das Muster hilft den Vögeln, die gefährlichen Glasflächen als Hindernis zu erkennen. Dadurch sollen Anflugunfälle vermieden werden.

Der NABU bedankt sich bei der Stadtverwaltung Leipzig und bei der Bauleitung für die Umsetzung im Sinne des Vogelschutzes.

 

Fotos: Karsten Peterlein


„Glasklar für Vogelschutz“?

NABU Leipzig begrüßt Stadtratsbeschluss, hält ihn aber nicht für ausreichend

Der Stadtrat hat am 15.06.2022 einen Antrag „Glasklar für Vogelschutz“ beschlossen. Der NABU Leipzig begrüßt diesen Beschluss und hofft auf eine konsequente und rasche Umsetzung. Der NABU bedauert allerdings, dass mit diesem Beschluss eine zeitnahe Lösung des Problems nicht erreicht werden kann. Der Beschluss beinhaltet nur einen Auftrag an den Oberbürgermeister. Dieser soll sich auf Landesebene dafür einsetzen, den Prüfkatalog bei Erteilung von Baugenehmigungen zum Thema Vogelschlag zu erweitern. Damit geht das Sterben an Leipzigs Glasflächen vorerst unverändert weiter, dabei wäre es ein Leichtes, vogelsicheres Glas zu verwenden bzw. eine solche Verwendung zu verlangen. Leider gibt es dafür offenbar keine verwaltungsrechtliche Möglichkeit, weshalb nun dieser kleinstmögliche Beschluss gefasst wurde, wofür der Stadtrat rund anderthalb Jahre benötigte. Sehr bedenklich findet der NABU Leipzig, dass Oberbürgermeister Burkhard Jung in dieser Stadtratssitzung gegen den Antrag gestimmt hat.

 

Weil dieser junge Buntspecht nach einem Scheibenanflug mit einer Gehirnerschütterung immer wieder auf den Rücken kippt, muss er bei der stündlichen Fütterung beim Fressen festgehalten werden. Das geprellte Auge wird dreimal täglich mit Augentropfen versorgt. Die Wildvogelhilfe des NABU Leipzig lädt den Oberbürgermeister, der im Stadtrat gegen den Antrag „Vogelschutz an Glas“ gestimmt hat, ein, sich die aufwendige Pflege der verletzten Vögel anzuschauen. Video: NABU Leipzig

 

Abgesehen davon reicht der Beschluss des Stadtrates nicht aus, um das Vogelsterben an Glas zu stoppen. Nur wenn der NABU aufwändige Nachweise erbringt und immer wieder nachhakt, wird die zuständige Behörde aktiv. Gegenwärtig dauert es ein Jahr, bis die Stadtverwaltung eine funktionale Nachrüstung an Glasfassaden beauflagt, in dieser Zeit sterben die Vögel unvermindert weiter. Und die beauflagten Nachrüstungen sind für Bauherren um ein Vielfaches teurer als eine frühzeitige Berücksichtigung bereits auf Planungsebene. Deshalb fordert der NABU Leipzig einen 4-Punkte-Plan gegen Vogelschlag, welcher kurzfristig umzusetzende Maßnahmen enthält:

  1. proaktive Information von Bauherren
  2. Sofortprogramm für Wartehäuschen
  3. vorbildhafter Vogelschutz an stadteigenen Gebäuden
  4. Berücksichtigung von Vogelschutz bei Ausschreibungen und Architekturwettbewerben

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Die Wildvogelretter des NABU Leipzig hatten gehofft und sein geschwollenes Auge mit Tropfen versorgt, doch dieser Eisvogel hat den Aufprall gegen eine Glasscheibe leider nicht überlebt. Häufig kommt es beim Scheibenanflug mit hoher Geschwindigkeit zu inneren Verletzungen, was tödlich endet. Vogelschlag an Glas ist die häufigste Fundursache in Not geratener Vögel in Leipzig. Foto: NABU Leipzig


Trauriger Fund einer toten Waldschnepfe

Diese Waldschnepfe ist mit einer Scheibe kollidiert und gestorben. Das passiert leider immer wieder, weil Glasscheiben nicht gegen Vogelschlag gesichert sind. Der NABU Leipzig bietet Gebäudebesitzern dazu Beratung an.  Waldschnepfen werden zur Zeit es Vogelzuges besonders häufig Opfer der Glasarchitektur. 


Sperber fliegt gegen Glasscheibe

Augenverletzung durch Kollision

Glasscheiben sind Vogelfallen, darin spiegelt sich der Lebensraum der Vögel. Im Winter sind Sperber häufiger bei der Jagd im Siedlungsraum unterwegs, dabei wird die „moderne“ Glasbauweise den Vögeln oftmals zum Verhängnis. Solche Kollisionen sind oft so heftig, dass sich die Vögel schwer verletzen oder sterben.

Dieser Sperber wollte einen Baum ansteuern, der sich im Glas spiegelt. Er hat durch den Aufprall eine Augenverletzung und wurde in der Wildvogelhilfe Leipzig gepflegt. Foto: NABU Leipzig
Dieser Sperber wollte einen Baum ansteuern, der sich im Glas spiegelt. Er hat durch den Aufprall eine Augenverletzung und wurde in der Wildvogelhilfe Leipzig gepflegt. Foto: NABU Leipzig

Nachdem die Augenverletzung geheilt war, wurde der Sperber wieder freigelassen. Video: NABU Leipzig



Teilerfolg für den Vogelschutz

Gläserne Fahrstuhlschächte wurden umgestaltet

Fotos: NABU Leipzig
Fotos: NABU Leipzig

Verglaste Fahrstuhlschächte an Gebäuden in Paunsdorft wurden für zahlreiche Vögel zur Todesfall. Sie können die spiegelden, transparenten Flächen nicht als Hindernis wahrnehmen, die Kollision endet meist tödlich für die Tiere. Durch vogelsicher gestaltetes Glas kann man das leicht vermeiden, leider wird das bei Baumaßnahmen fast nie berücksichtigt, obwohl es gesetzlich verboten ist, geschützte Tiere zu töten oder zu verletzen.

 

Bereits vor über einem Jahr hatte der NABU Leipzig die Gebäudeeigentümer und die Naturschutzbehörde auf das Problem aufmerksam gemacht – nun endlich wurde die tödliche Vogelfalle entschärft. Die vogelsichere Gestaltung des Glases sieht sogar besser aus, als vorher – warum muss es erst Vogelleid geben?

 

16 Monate lang musste der NABU darum kämpfen und musste in dieser Zeit leider 18 Todesopfer dokumentieren. Die tatsächliche Zahl der Toten und Verletzten ist sicher größer, denn nicht alle werden aufgefunden. Schnelles Handeln, rücksichtsvolle Bauarbeiten und konsequentes Eingreifen von Behörden würde derartiges Leid verhindern – doch die Verantwortlichen kommen diesen Verpflichtungen nicht nach, sondern reagieren erst auf mühsames und andauerndes Drängen von Naturschützern, die solange dem gesetzeswidrigen Sterben der Tiere zusehen müssen. Der NABU Leipzig bedankt sich bei den Mitarbeitern der Naturschutzbehörde, die bei einem Vorort-Termin das Anliegen des Vogelschutzes unterstützt haben.

 

Leider ist das Erreichte auch in diesem Fall nur ein Teilerfolg, denn es wurden nur jene Glasschächte vogelsicher umgestaltet, an denen die Todesopfer dokumentiert wurden. Die übrigen Schächte sind nach wie vor potenzielle Todesfallen für die Vögel. Der ehrenamtliche Kampf für die Vogelwelt muss darum weitergehen, der NABU wird die Situation weiter beobachten. Zudem sind diese Glasflächen nur ein weiterer Einzelfall. Mit Beharrlichkeit und großem Zeitaufwand waren hier NABU-Mitglieder im Einsatz, an vielen anderen Glasflächen ist die Lage ähnlich dramatisch, doch dort sterben die Tiere oft unbemerkt. Darum bittet der NABU um Unterstützung: Wer helfen möchte oder Kollisionsopfer findet, kann sich per E-Mail melden.


Gefährliche Glasflächen

Fast täglich werden Opfer gemeldet

Schilfrohrsänger, Wintergoldhähnchen und Waldschnepfe wurden nach Kollision mit Glasflächen in der Wildvogelhilfe des NABU Leipzig gepflegt. Fotos: NABU Leipzig

 

Glasscheiben sind für Vögel Todesfallen. Nahezu täglich werden der Wildvogelhilfe Leipzig Anflugopfer gemeldet. Für die Tiere sind die spiegelden, transparenten Flächen nicht als Hindernis wahrnehmen, die Kollision endet meist tödlich, einige Überlebende werden in der Pflegestation des NABU Leipzig gesundgepflegt. Durch vogelsicher gestaltetes Glas kann man solche Kollisionen vermeiden, leider wird das von Gebäudeeigentümern fast nie berücksichtigt. Auf dem Herbstzug sind Waldschnepfen und Wintergoldhähnchen die häufigsten Fundvögel, die unsere Stadt voller Gefahren durchfliegen und dabei häufig gegen Glasscheiben prallen. Wintergoldhähnchen mit nur 5 Gramm überleben das häufiger als die schweren Waldschnepfen, die mit 300 Gramm Anflugmasse oft an inneren Verletzungen sterben.


Vermeidbares Vogelsterben

Erneut Todesopfer an Wartehäuschen

Das Thema Vogelschlag an Wartehäuschen hat der NABU Leipzig bereits mehrfach bei Stadtverwaltung und Leipziger Verkehrsbetrieben angesprochen. Leicht könnte man das Risiko minimieren, dass Vögel tödlich an den Glasscheiben der Wartehäuschen verunglücken. Leider wurden die frühzeitigen Hinweise des NABU ignoriert. Bis heute sind keine für Vögel sichtbaren Muster an den Scheiben und das Sterben geht weiter.

Immer wieder kollidieren Vögel mit den Glasscheiben der Wartehäuschen, so wie diese drei tödlich verunglückten Amseln. Fotos: NABU Leipzig

 

Betroffen sind immer wieder Amseln. Sie fliegen bei der Nahrungssuche zu den Sträuchern auf der anderen Straßenseite und sehen Glas nicht als Hindernis. Im November 2020 wurden wieder drei tote Amseln gefunden. Der NABU Leipzig hat die Naturschutzbehörde aufgefordert, tätig zu werden und endlich etwas gegen die Todesfallen zu unternehmen.

 

Wer tote Vögel findet, meldet diese bitte mit Angaben zum Fundort, Datum und möglichst mit Foto an Vogelschutz@NABU-Leipzig.de


Mahnwache gegen eine tödliche Glaswand

Mahnwache des NABU Leipzig vor der tödlichen Glaswand. Foto: NABU Leipzig
Mahnwache des NABU Leipzig vor der tödlichen Glaswand. Foto: NABU Leipzig

Am 8. Juni 2020 trafen sich rund ein Dutzend Menschen in der Max-Liebermann-Straße zu einer Mahnwache an einem neu gebauten Gebäudekomplex. Die Häuser sind mit gläsernen Schallschutzwänden verbunden, vor denen sich die Protestierer postierten. Vogelschützer vom NABU unterstützt von der Naturschutzjugend NAJU wollten auf die Todesfalle aufmerksam machen, vor der sie sich aufgestellt hatten. Sie trugen Plakate und an die glänzenden Scheiben hatten sie Folien geklebt mit den Worten: „An diesen Scheiben sterben täglich Vögel“. Allein schon durch Zufallsfunde hat der NABU hier in den letzten Monaten 23 tote Vögel eingesammelt. Die Tiere können die Glaswand nicht wahrnehmen und kollidieren im Flug mit den Scheiben, was meist tödlich endet. Schon vor dem Baubeginn hatte der NABU Leipzig auf die Todesfalle hingewiesen. Weil das ignoriert wurde, hat der NABU auch die Naturschutzbehörde informiert, doch bisher geht das Sterben weiter. Die Mahnwache war eine Aufforderung an alle Verantwortlichen, endlich die Vögel zu schützen und das Naturschutzgesetz einzuhalten! Der NABU Leipzig hat bereits rechtliche Schritte angekündigt.

 

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Schwerverletzte Vögel

Waldschnepfe und Sperber sind mit Glasflächen kollidiert

Fotos: NABU Leipzig

 

Kollisionen mit Glasscheiben sind im Winter die häufigsten Ursachen für Vögel, die dem NABU verletzt gemeldet werden. Im Januar 2020 waren es unter anderem eine Waldschnepfe und ein Sperber. Die Schnepfe hat den heftigen Anflug gegen eine Glasscheibe überlebt. Zu sehen ist eine schwere Augenverletzung (beide Augen im Vergleich) die in der Wildvogelhilfe des NABU Leipzig mehrfach täglich mit Augentropfen behandelt wird. Dem Sperber ist das Gleiche widerfahren, danach wurde er von einer Katze geschnappt, was einem gesunden Greifvogel kaum passiert wäre.


Kollision mit Glas

Jede Woche ein verunglückter Sperber

Der Sperber war zum Auskurieren des Traumas in einem geschlossenen Raum, nur zum Flugcheck kam er kurz in die Voliere, danach wurde er in die Freiheit entlassen. Foto: NABU Leipzig
Der Sperber war zum Auskurieren des Traumas in einem geschlossenen Raum, nur zum Flugcheck kam er kurz in die Voliere, danach wurde er in die Freiheit entlassen. Foto: NABU Leipzig

Außerhalb der Brutzeit gibt es in der Wildvogelstation des NABU Leipzig weniger Pflegegäste, aber auch in der kalten Jahreszeit kommt es immer wieder zu Notfällen, und hilfsbedürftige Vögel müssen gepflegt werden, bis sie wieder in die Freiheit entlassen werden können. Im November 2919 kam auch ein Sperber in die Wildvogelhilfe. Bei ihm wurde ein Anflugtrauma festgestellt. Es kommt leider im Winter häufiger vor, dass diese geschickten Jäger in unseren Städten verunglücken. Sie kommen mit der „modernen“ Bauweise nicht zurecht, die leider auf die Bedürfnisse der Wildtiere meist keinerlei Rücksicht nimmt. Auf der Jagd nach Kleinvögeln fliegen Sperber häufig gegen Glas, das sie als Hindernis nicht erkennen. Im Winter wird dem NABU Leipzig nahezu jede Woche ein verunfallter Sperber gemeldet. Weitere Informationen 

 

Für die ehrenamtliche Arbeit der Wildvogelhilfe bittet der NABU Leipzig um Spenden (bitte Verwendungszweck "Wildvogelhilfe" angeben), nur so können die Kosten für die Pflege der Tiere finanziert werden. Der NABU Leipzig bedankt sich bei allen, die bereits gespendet haben – jeder Betrag hilft!


Leipzig bekommt neue Wartehäuschen

NABU fordert vogelschutzgerechte Gestaltung

Zwei tödlich verunglückte Amseln an einer Bushaltestelle. Foto: NABU Leipzig
Zwei tödlich verunglückte Amseln an einer Bushaltestelle. Foto: NABU Leipzig

Der NABU Leipzig hat bereits mehrfach die Verantwortlichen darauf aufmerksam gemacht, dass immer wieder an den Glasscheiben von Haltestellen Vögel tödlich verunglücken, die das Hindernis nicht wahrnehmen können. Nun werden ab Juli 2019 in Leipzig 900 Wartehäuschen ausgetauscht. Der NABU möchte die Gelegenheit nutzen, um auf das drängende Problem erneut aufmerksam zu machen. Auch 2019 mussten bereits wieder Todesopfer beklagt werden, es sind keine Einzelfälle! Mit einem aufgedruckten Muster auf den Scheiben könnte leicht Abhilfe geschaffen werden. Da jetzt sowieso eine Neumöblierung ansteht, wäre ein guter Zeitpunkt dafür. Der NABU Leipzig hat das in Schreiben an die Leipziger Verkehrsbetriebe und an die Stadtverwaltung dargelegt und hofft, dass die Chance genutzt wird. So würden neben dem umweltfreundlichen Nahverkehr auch Aspekte des Natur- und Artenschutzes berücksichtigt und Leipzig könnte ein Vorbild geben für Tierschutz und Biodiversität in der Stadt.

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Tückische Glasflächen

"Moderne" Architektur fordert wieder viele Todesopfer

7 Wintergoldhähnchen, 3 Waldschnepfen und 8 Schwanzmeisen sind im November 2016 auf ihrem Zug quer durch Leipzig an Glasflächen Opfer moderner Bauweise geworden. Sicher gibt es noch viele weitere, die nicht bekannt werden.

 

Die Glasfläche vor einem begrünten Innenhof kostet viele Vögel das Leben. Fotos: NABU Leipzig
Die Glasfläche vor einem begrünten Innenhof kostet viele Vögel das Leben. Fotos: NABU Leipzig

An einem Bürogebäude in der Prager Straße ist ein begrünter Innenhof komplett verglast. Die Vögel werden durch die Bäume im Hof zum Landen und zur Nahrungsuche angelockt, sehen die Scheiben aber nicht als Hindernis. 5 der 8 Schwanzmeisen sind nach dem Anflug gestorben; 3 konnten gerettet werden.

 

Der NABU Leipzig wird versuchen mit dem Gebäudeeigentümer Möglichkeiten zu besprechen, wie die Scheiben für Vögel sichtbar gemacht werden können. Hoffentlich zeigt man sich einsichtig!


Kernbeißer gegen Glasscheibe geflogen

Foto: NABU Leipzig
Foto: NABU Leipzig

Dieser Kernbeißer, der am 27. April 2016 in Leipzig-Plaußig gegen eine Scheibe geflogen ist, hatte zum Glück nur ein leichtes Schädeltrauma und konnte bereits nach einem Tag wieder in die Freiheit entlassen werden. Architekten und Investoren müssten bei Bauplanung berücksichtigen, dass große Glasflächen für Vögel zur Todesfalle werden, und andere Lösungen suchen. Informationen dazu gibt es auch auf der Internetseite www.vogelglas.info


Tödliches Futterhaus

Diese Futterstelle an einem Leipziger Krankenhaus ist von Vogelfreunden sicher ein gut gemeintes Hilfsangebot für die Vögel im Winter. Leider verfehlt es die Funktion als Vogelschutzprojekt. So wie man hier die Spiegelung in der Fensterscheibe sieht, sehen es auch die Vögel. Beim vermeintlichen Flug durch den spiegelnden Lebensraum oder dem Anflug auf einen Baum prallen die Vögel gegen die Scheibe. Solche Kollisionen sind oft so heftig, dass die Vögel an den Verletzungen sterben. Dieser Sperber hatte nach einem Anflug mehrere Brüche und musste leider erlöst werden. Der NABU Leipzig hat den Betreiber des Krankenhauses über diese Gefahr für Vögel informiert.

Tödlich verletzter Sperber. Fotos: NABU Leipzig
Tödlich verletzter Sperber. Fotos: NABU Leipzig
Das ungünstig platzierte Futterhäuschen wird durch die Spiegelungen der Fensterscheibe zur Todesfalle.
Das ungünstig platzierte Futterhäuschen wird durch die Spiegelungen der Fensterscheibe zur Todesfalle.


Wieder zwei tote Vögel nach Scheibenanflug

Ein Stieglitz und eine Waldschnepfe sind bei der Kollision tödlich verunglückt. Zumindest konnte der NABU die Leitung der Kreativschule in Heiterblick überzeugen, die Glasflächen für die Vögel sichtbar zu dekorieren. Waldschnepfen ziehen sehr tief über die Stadt und sind die häufigsten Unfallopfer an Gebäuden.

 

Fotos: NABU Leipzig

 

Unglücksvogel Nummer 444 im Jahr 2015

Diese Waldschnepfe verunglückte am Uniriesen und hat den Aufprall zum Glück überlebt. Die meisten Waldschnepfen sterben leider nach Kollisionen mit Gebäuden. Danke an die Finderin für die schnelle Bergung!

Foto: NABU Leipzig
Foto: NABU Leipzig


Kollisionsgefahr

Ein Grünspecht wurde nach einem Scheibenanflug von der Wildvogelhilfe des NABU Leipzig gesund gepflegt. Er hat sich sehr gut erholt und konnte am 29. Oktober 2014 wieder freigelassen werden. Er wurde ganz in der Nähe des Fundortes auf einer umzäunten Weidefläche wieder ausgewildert. Nach nur 5 Minuten auf einer Pappel ist er auf die Wiese geflogen und hat im Boden eifrig nach Insekten gestochert.

 

Fotos: NABU Leipzig

 

Weniger Glück hatte dagegen eine Waldschnepfe: Sie starb nach einem Aufprall am Glastower der Sparkasse Leipzig. Die gegenwärtige Bauweise, insbesondere mit großen Glasflächen und Beleuchtungseffekten, kostet viele Vögel das Leben - ein trauriges, einmal mehr von menschlicher Rücksichtslosigkeit verursachtes Tierleid.