Anspruchsvolle Rabenkrähen

Neue Voliere bietet endlich Platz für die großen Singvögel

Am 6. Juni 2021 sind zwei junge Rabenkrähen in die neue 55 Quadratmeter große, 4 Meter hohe Voliere gezogen. Die beiden Ästlinge haben Beinverletzungen und sind als Notfälle in die Wildvogelhilfe Leikpzig gekommen. Anfangs mussten sie mit der Pinzette gefüttert werden. Später haben sie in einer kleinen Voliere mit Naturboden die selbstständige Nahrungssuche gelernt. Jetzt, soweit eigenständig, sind sie mit einer vorjährigen, zahmen Krähe aus einer Handaufzucht, die erhebliche Gefiederschäden hat, in der neuen großen Voliere vergesellschaftet. Nun heißt es intensiv beobachten, wie sich die zahme Krähe in die Sozialstruktur der Artgenossen integriert, während die zwei diesjährigen fliegen lernen und auf ihr Leben in Freiheit vorbereitet werden.

Fotos: NABU Leipzig

 

Junge Krähen werden durch ihr ausgeprägtes Sozialverhalten sehr zutraulich. Deshalb sollten nur wirkliche Notfälle in menschliche Obhut kommen. Zwischen Mai und Juni häufen sich Meldungen scheinbar verwaister Jungkrähen. Tierliebe Menschen greifen oft voreilig ein, nehmen die Vogelkinder mit nach Hause und probieren, diese selbst aufzuziehen, sind damit aber überfordert. Auf Menschen geprägte Rabenkrähen lassen sich nur schwer wieder auswildern. Eine lange Sozialisierung mit Art­genossen ist nötig. Weitere Informationen

 

Die Wildvogelhilfe Leipzig finanziert ihre Arbeit Arbeit zur Tierrettung sowie Futter und Material ausschließlich aus Spenden

 

Bei Spenden bitte Verwendungszweck „Wildvogelhilfe“ angeben!

Wir freuen uns über jede Hilfe! Wer eine Spenden­bescheinigung benötigt, gibt bei einer Spende bitte seine Postadresse an. Herzlichen Dank allen Unterstützern!


Graugans vom Silbersee

Not-Operation nach Hundeangriff

Video: NABU Leipzig

 

Am Leipziger Silbersee wurde eine Graugans von einem Hund angegriffen und schwer am Flügel verletzt. Die Wildvogelhilfe des NABU Leipzig konnte das Tier einfangen. Es zeigte sich, dass der Flügel so schwer verletzt war, dass er amputiert werden muss. Durch die Verletzung hat sich zusätzlich eine Entzündung gebildet, die vorher noch medikamentös behandelt und ausheilen muss.

 

Für alle notwendigen Medikamente und die benötigte Operation bittet der NABU Leipzig dringend um Spenden (Verwendungszweck: „Graugans Silbersee“).

 

Die Gans wurde im Gnadenhof des Notkleintiere e.V. aufgenommen. Dort wird sie nach der Amputation für ihr restliches Leben bleiben und gemeinsam mit Artgenossen hoffentlich noch viele schöne Jahre haben. Der NABU Leipzig bedankt sich herzlich bei Gnadenhof & Wildtierrettung Notkleintiere e.V. für die tolle Zusammenarbeit und die Aufnahme der Gans!

 

Der NABU Leipzig bittet alle Hundehalter, ihre Hunde an Gewässern anzuleinen!

Viele Wasservögel sind zur Brut und Nahrungssuche auf ungestörte Uferbereiche angewiesen.

Tierschutz hört nicht beim eigenen Haustier auf, man muss auch an die Wildtiere denken!


41 Vögel aus 13 Arten

Pflegetiere in der letzten Maiwoche

Pflegetiere Ende Mai: 4 Rotkehlchen, 1 Schwarzspecht, 2 Stieglitze, 16 Haussperlinge, 5 Schwanzmeisen, 4 Stare, 2 Blaumeisen, 1 Kohlmeise, 1 Mönchsgrasmücke, 2 Rabenkrähen, 1 Hausrotschwanz, 1 Buchfink, 1 Turmfalke. Fotos: NABU Leipzig

 

Die Wildvogelhilfe Leipzig arbeitet am Limit und ist aufgrund des hohen Arbeitsaufkommens nicht immer zu erreichen. Der NABU bittet um Verständnis, dass bei rund 100 Anrufen täglich nicht alle beantwortet werden können. Eigentlich können gleichzeitig 30 Vögel in der stationären Pflege betreut werden, denn Kapazität, Arbeitskraft und auch das Budget für Futter sind begrenzt. Dennoch wurden in der letzten Maiwoche 41 Vögel gepflegt und es musste ein Aufnahmestopp verhängt werden, bis alle Pflegetiere wieder ausgewildert sind. Rettungseinsätze finden aber weiterhin statt, soweit es der Zeitaufwand zulässt. Auch Fang und Umsiedlung von Stockenten, die auf Gebäuden brüten, geht weiter.

 

Die Wildvogelhilfe Leipzig finanziert ihre Arbeit Arbeit zur Tierrettung sowie Futter und Material ausschließlich aus Spenden

 

Bei Spenden bitte Verwendungszweck „Wildvogelhilfe“ angeben!

Wir freuen uns über jede Hilfe! Wer eine Spenden­bescheinigung benötigt, gibt bei einer Spende bitte seine Postadresse an. Herzlichen Dank allen Unterstützern!


Schwanenrettung in Jesewitz

Drei Angelhaken hatten sich an dem Tier verfangen

Auf einem Teich in Jesewitz wurde am Pfingstwochenende von Spaziergängern ein Schwan mit auffälliger Beinhaltung beobachtet. Die Wildvogelhilfe des NABU Leipzig wurde gerufen und konnte das Tier einfangen. An Bein und Flügel waren drei Angelhaken, die entfernt werden konnten.

 

Angelschnüre und Köderhaken sind für Wasservögel eine lebensbedrohliche Gefahr, sie schnappen Angelköder, die sich im Schnabel und Hals verfangen können. Von Anglern achtlos liegen gelassene oder abgeschnittene Haken und Schnüre am Gewässerufer führen immer wieder zu verletzten Tieren. Immer wieder muss die Wildvogelhilfe derart verletzten Schwänen helfen. Weitere Informationen

 

Die Wildvogelhilfe Leipzig finanziert ihre Arbeit Arbeit zur Tierrettung sowie Futter und Material ausschließlich aus Spenden

 

Bei Spenden bitte Verwendungszweck „Wildvogelhilfe“ angeben!

Wir freuen uns über jede Hilfe! Wer eine Spenden­bescheinigung benötigt, gibt bei einer Spende bitte seine Postadresse an. Herzlichen Dank allen Unterstützern!


Wildvogelhilfe voll belegt

Eine Woche Aufnahmestopp

Am 13. Mai 2021 werden in der Wildvogelhilfe Leipzig 8 Stare, 9 Haussperlinge, 2 Gartenbaumläufer, 4 Schwanz­meisen, 4 Amseln, 1 Buchfink, 3 Ringeltauben, 1 Blaumeise, 1 Kohlmeise und 3 Igel betreut. Damit ist die

Hungrige Insektenfresser. Video: NABU Leipzig

Kapazität für die stationäre Aufnahme ausgeschöpft, mehr Vögel können nicht gleichzeitig gepfelgt werden. Für eine Woche können keine weiteren Vögel aufgenommen werden, Rettungseinsätze finden aber weiterhin statt, soweit es nach Zeit und Arbeitskapaität möglich ist. Die Fütterung der Vögel nimmt viel Zeit in Anspruch und für das Futter fallen erhebliche Kosten an, die aus Spenden finanziert werden müssen.

 

Teuer ist die Vogelpflege vor allem bei insektenfressen­den Nestlingen. Die Hauptnahrung in der Wildvogelhil­fe sind Heimchen (Grillen). Außerdem gibt es Bienen­maden, Fliegenmaden und wenige Mehlwür­mer.

 

Rechenbeispiel

Ein Star frisst je Fütterung 8 bis 10 Heimchen.

Bei 14 bis 16 Fütterungen täglich frisst ein Star 135 Heimchen täglich.

Die derzeit 8 Stare in der Wildvogelhilfe des NABU Leipzig fressen täglich 1.080 Heimchen.

1 großes Heimchen kostet 3 Cent.

Die wöchentlichen Kosten für 7.560 große Heimchen betragen 226,80 Euro.

Stare in dem Alter wie im Video bleiben durchschnitt­lich 2 bis 3 Wochen in der Wildvogelhilfe Leipzig und kosten damit bei 2 Wochen Pflegedauer 450 Euro und bei 3 Wochen Pflegedauer 680 Euro.


 

Die Wildvogelhilfe Leipzig finanziert ihre Arbeit Arbeit zur Tierrettung sowie Futter und Material ausschließlich aus Spenden

 

Bei Spenden bitte Verwendungszweck „Wildvogelhilfe“ angeben!

Wir freuen uns über jede Hilfe! Wer eine Spenden­bescheinigung benötigt, gibt bei einer Spende bitte seine Postadresse an. Herzlichen Dank allen Unterstützern!


Die Zeit der Nestlinge und Ästlinge

Täglich Meldungen über Vögel in Not

Jedes Jahr zur Brutzeit häufen sich Meldungen über hilflose Jungvögel und andere Tierkinder, die aus dem Nest gefallen sind. Man sollte solche Tiere auf keinen Fall gleich aufnehmen, sondern erst einige Zeit beobachten und sie an Ort und Stelle belassen. Viele der scheinbar hilflosen Vögel sind nicht hilfsbedürftig und sollten in der Natur bei ihren Eltern bleiben. Es gibt aber auch eine Vielzahl echter Notfälle. Um Vogelfinder zu beraten, stehen die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Wildvogelhilfe Leipzig gerne zur Verfügung. Bevor man aus Tierliebe eingreift, sollte man sich informieren

Anfang Mai 2021 wurden in der Wildvogelhilfe des NABU Leipzig 3 Igel und 23 Vögel gepflegt: 7 Haussperlinge, 2 Gartenbaumläufer, 4 Schwanzmeisen, 4 Amseln, 1 Buchfink, 3 Ringeltauben, 1 Eisvogel (kurz nach Ankunft gestorben), 1 Blaumeise, 1 Kohlmeise.


Außerdem kommen täglich Meldungen über Stockentenküken in Not, meist sind sie in Innenhöfen eingesperrt. So oft wie möglich sind NABU-Mitglieder im Einsatz, um die Enten zu retten. Sie versuchen, die Jungen mit der Entenmutter zu fangen und zu einem geeigneten Gewässer zu bringen.

 

Die Wildvogehilfe Leipzig arbeitet ehrenamtlich, Menschen sind hier unentgeltlich in ihrer Freizeit aktiv für die hilfsbedürftigen Tiere. Die Wildvogelhilfe Leipzig ist erreichbar 9 - 12 und 15 - 18 Uhr, außer mittwochs und sonntags. Beim Fund hilfsbedürftiger Vögel oder bei Fragen zum Vogelschutz bitte 0341 927 62 027 anrufen und den Anrufbeantworter nutzen!

 

Die Wildvogelhilfe bittet um Verständnis, dass Vögel nur aufgenommen werden können, solange Unterbringungskapazitäten, Arbeitskraft und Geld für Futter ausreichen. Rettungseinsätze, Futter und Material werden aus Spenden finanziert. Vogelfinder werden gebeten, die Wildvogelhilfe nach Möglichkeit mit einer Spende zu unterstützen.

Wir freuen uns über jede Hilfe! Wer eine Spenden­bescheinigung benötigt, gibt bei einer Spende bitte seine Postadresse an. Herzlichen Dank allen Unterstützern!

 

Vier junge Ringeltauben aus Handaufzucht gewöhnen sich in der Auswilderungsvoliere der Wildvogelhilfe Leipzig an ihren neuen Lebensraum. Wenn sie selbstständig fressen und fliegen können, werden sie freigelassen.


Gläsernes Gefängnis

In einem Glasaufzug hatte sich ein Spatz verirrt. Er flog über die gesamte Höhe auf und nieder. Die Wildvogelhilfe des NABU Leipzig wurde gerufen, um den Spatz zu befreien. Es dauerte 2 Stunden, die Türen zu manipulieren, sodass der Vogel dann eingefangen werden konnte. Der NABU Leipzig bedankt sich bei den aufmerksamen Nachbarn, die den hilfelosen Haussperling entdeckt und bei seiner Rettung mitgeholfen haben.


Stockenten als Gebäudebrüter

Die Entenmutter erkennt die oftmals ungeeigneten Nistplätze nicht als Gefahr für den Nachwuchs. Fotos: NABU Leipzig
Die Entenmutter erkennt die oftmals ungeeigneten Nistplätze nicht als Gefahr für den Nachwuchs. Fotos: NABU Leipzig

Rund 100 Entenmütter, die auf Gebäuden in Leipzig brüten, werden dem NABU jedes Jahr bekannt. Bis April 2021 waren es bereits 13. Die Zerstörung der Natur an den Gewässern lässt kaum Versteckmöglichkeiten und durch Freizeitnutzung und Hunde kommt es immer wieder zu Störungen, aufgrund dessen sind auch viele Bruten nicht erfolgreich, weil „Nesträuber“ leichtes Spiel haben. Weil sie deshalb zu wenig natürliche Nistplätze finden, nutzen die Enten ungeigneten Nistplätze, beispielsweise auf Gebäudedächern oder Balkonen. Sobald die Jungen schlüpfen, stecken die Enten aber in der Klemme. Ohne menschliche Hilfe sind die Entenfamilien meist nicht in der Lage, sicher ein Gewässer zu erreichen. Abgeschlossene Innenhöfe, vielbefahrene Straßen und andere Fallen sind lebensgefährlich für die Tiere.

 

Entenküken sind auf einem Balkon unter den Holzboden geraten. Die Mutter suchte verzweifelt ihre Jungen, die sich nicht selbst befreien konnten. Die Mieterin der Wohnung war einige Tage nicht zu Hause und hat die Enten zu spät bemerkt, vier Küken waren bereits verhungert. Mit Hilfe einer Endoskopkamera kann man zwar in jede Spalte schauen, aber nicht immer kann man alle Bauteile an Gebäuden auseinander nehmen. Die Zeit läuft davon.

Nachdem sie befreit wurden, konnten die Entenküken mit ihrer Mutter zu einem geeigneten Gewässer gebracht werden.


Entenfamilie auf dem Weg in die Freiheit.

 

Für die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Wildvogelhilfe Leipzig ist es oftmals schwierig, rechtzeitig zu den hilfsbedürftigen Enten zu gelangen. Die Jungtiere sind gefangen in Kellerschächten, Regenrinnen mit unbekanntem Ende oder in verschlossenen Räumen, zu denen sich die NABU-Mitglieder nur mit großem Aufwand den Zugang erfragen oder verschaffen können. Die Küken können aber nicht lange ohne Nahrung und Wärmer der Mutter überleben. In den meisten Fällen gelingt es, die Entenfamilien zu fangen und zum Wasser zu bringen, doch es wäre wichtig, Tierleid und die zeitaufwändigen Rettungsmissionen zu vermeiden. Deshalb bittet der NABU Leipzig darum, Blumenkästen, Balkone und Dachterrassen zu kontrollieren, und den NABU zu benachrichtigen, falls dort ein Entennest zu sehen ist. Nur so kann die Wildvogelhilfe frühzeitig beraten und helfen. Weitere Informationen

 

Entenbruten auf Gebäuden in Leipzig bitte per E-Mail melden

 

Der NABU Leipzig versucht, so oft wie möglich zu helfen und berät gerne, damit die Enten sicher zum Wasser kommen.


Hochbetrieb schon früh im Jahr

Mitte Februar hatten Dauerfrost und dicke Schneedecke viele Vögel in Not gebracht und sorgten in der Wildvogelhilfe des NABU Leipzig für Hochbetrieb. Auch danach kamen noch weitere Vögel, die auf Hilfe angewiesen waren, darunter eine Rabenkrähe. Sie hatte eine Kopfverletzung und eine Augenentzündung, die mit täglich zweimal Augentropfen behandelt wird. Ein Star kam mit Flügelverletzung und eine Singdrossel abgemagert in die Wildvogelhilfe. Beide sind bereits Ende März wieder gesund und gut erholt gewesen und wurden wieder freigelassen. Auch eine Elster erholt sich in der Wildvogelhilfe Leipzig. Sie wurde orientierungslos gefundenen, der Tierarzt konnte dafür keine Ursache finden, vermutlich hat sie etwas unverträgliches gefressen.

 

Die Wildvogelhilfe Leipzig finanziert ihre Arbeit zur Rettung von Wildvögeln in Not ausschließlich aus Spenden

 

Bei Spenden bitte Verwendungszweck „Wildvogelhilfe“ angeben!

Wir freuen uns über jede Hilfe! Wer eine Spenden­bescheinigung benötigt, gibt bei einer Spende bitte seine Postadresse an. Herzlichen Dank allen Unterstützern!

 

Mitte April kam ein ungewöhnlicher Gast in die Wildvogelhilfe Leipzig: Der NABU hatte einen Wellensittich eingefangen.  Fotos: NABU Leipzig
Mitte April kam ein ungewöhnlicher Gast in die Wildvogelhilfe Leipzig: Der NABU hatte einen Wellensittich eingefangen. Fotos: NABU Leipzig

Vögel in Winternot

Erhalt von Naturflächen muss oberstes Gebot sein!

Der Februar ist hart für die Vögel in und um Leipzig und sicher auch anderswo. Nach Dauerfrost und dicker, schneebedeckter Landschaft sind unsere Vögel in Not, viele verhungern weil unsere naturfern gestalteten Gärten, Wiesen und Felder nicht genug Nahrung bieten. Das betrifft alle Vogelarten. Kleine Singvögel verlieren bereits nach einem Tag ohne Nahrung so viel Gewicht, wie sie zum Überleben brauchen. Greifvögel finden keine Mäuse, weil diese kältebedingt kaum aktiv sind, zudem unter dem Schnee unsichtbar werden. Enten und Rallen verlassen zugefrorene Teiche und weichen auf offene Fließgewässer aus, wo sie noch Nahrung suchen können, sofern die Strömung nicht zu stark ist.

Im Februar wurden dem NABU Leipzig mehr als 50 tote Vögel gemeldet. Einige kamen noch rechtzeitig in die Wildvogelhilfe und haben überlebt: 3 Turmfalken, 1 Wintergoldhähnchen, 2 Haussperlinge, 1 Grünspecht, 1 Star, 1 Sperber, 1 Stockente, 1 Schleiereule,  2 Amseln, 1 Kohlmeise.


Leider ist es nicht möglich, alle Vögel in der Wildvogelhilfe aufzunehmen, in vielen Fällen ist es auch nicht sinnvoll, Wildtiere der Natur zu entnehmen, beispielsweise, wenn sie altersbedingt ihr natürliches Lebensalter erreicht haben und einem anderen Wildtier als Nahrung dienen können. Der NABU versucht, ratsuchenden Vogelfindern die ökologischen Zusammenhänge zu erklären. Die Wildvogelhilfe Leipzig stellt ihre begrenzten Kapazitäten Vögeln zur Verfügung, welche die besten Genesungschancen haben.

 

Nahrungsmangel

Amsel im Schnee. Foto: Hansjürgen Gerstner
Amsel im Schnee. Foto: Hansjürgen Gerstner

Angesichts des strengen Winterwetters kann man seit einigen tagen beobachten, dass sich selbst scheue Arten dicht bei Häusern aufhalten, um auf schneefreien Flächen noch Fressbares zu suchen. Sie zeigen kaum Scheu vor den Menschen, meistens weil schlicht die Energie zur Flucht fehlt. Deshalb kann in solchen Notzeiten eine Fütterung der Vögel sinnvoll sein. Sie kann aber nicht den Verlust natürlicher Nahrungsflächen ersetzen. Dennoch geht die Zerstörung solcher Flächen in Leipzig ungebremst weiter. Der für Wildtiere zum Überleben wichtige Biotopverbund aus diversen Grünflächen weißt immer größere Lücken auf. Immer mehr Flächen werden versiegelt, ohne für Wildtiere Ersatzflächen zu schaffen. Wanderkorridore mit Rast- und Schlafplätzen, beispielsweise in dichten dornigen Hecken, Bäume und Sträucher mit Samen und Früchten als Winternahrung werden rücksichtslos und ersatzlos abgehackt. Die Vögel sind gezwungen immer weitere Wege zu fliegen um Verstecke und Nahrung zu finden. Im Winter verlieren sie dabei viel Energie, für viele endet die Lebensraumsuche tödlich.

 

Wenn ausreichend Lebensraum zur Verfügung stehen würde, könnten Verluste verhungerter Tiere im Winter durch die Reproduktion in folgenden Jahren ausgeglichen werden. Seit Jahren erleben wir aber ein Artensterben, was beweist, dass die verbliebenen immer knapper werdenden natürliche Lebensräume diese Funktion nicht mehr erfüllen können. Im Bundesnaturschutzgesetz steht, dass es verboten ist europäische Vogelarten während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten erheblich zu stören. Es ist auch verboten, Fortpflanzungs- und Ruhestätten aus der Natur zu entnehmen. Dessen ungeachtet passiert es tagtäglich. Die Einschätzung einiger Naturschutzbehörden und Grünflächenämter, dass man im Winter Bäume und Sträucher generell roden darf, weil es ja außerhalb der Brutzeit stattfindet, widerspricht dem gesetzlichen Lebensstättenschutz. Wenn gerodet wird, müssen zumindest Ersatzlebensräume bereit stehen. Das wird in Leipzig ignoriert, der NABU Leipzig versucht das immer wieder anzuprangern und dagegen vorzugehen. Auch juristische Mittel sind dafür inzwischen nötig.


Tödliche Wartehäuschen

Vögel fliegen gegen die Scheiben

Der NABU Leipzig meldet Vögel, die an den Glasscheiben von Wartehäuschen tödlich verunglücken den zuständigen Stellen der Stadt Leipzig. Immer wieder werden die Naturschutzbehörde, das Verkehrs- und Tiefbauamt und die Leipziger Verlkehrsbetriebe über diese vermeidbaren Todesfälle informiert. Der NABU drängt darauf, dass endlich Gegenmaßnahmen umgesetzt werden, man muss die Scheiben für die Vögel sichtbar machen. Die fortgesetzte Tötung geschützter Tierrarten ist rechtswidrig. Der NABU hatte auf das Problem bereits aufmerksam gemacht, bevor die neuen Wartehäuschen aufgestellt wurden, leider wurden die frühzeitigen Hinweise ignoriert. Weitere Informationen

Die neuen traurigen Todesfälle, die im Januar bekannt wurden, sind 1 Rotkehlchen, 1 Eisvogel und 1 Haussperling. Wer tote Vögel findet, meldet sie bitte dem NABU Leipzig per E-Mail


Ruhiger Jahresbeginn in der Wildvogelhilfe

Die letzten drei Neuzugänge waren ein Kormoran, der beim Flug über eine Brücke mit einem Fahrzeug kollidierte. Er erholte sich einige Tage bei uns und konnte wieder entlassen werden. Eine Kohlmeise flog gegen eine Fensterscheibe eines Wintergartens, sie erholte sich ebenfalls und konnte in Freiheit entlassen werden. Der blinde und vermutlich altersschwache Eichelhäher ist einen Tag nach Ankunft gestorben. Mit nur 128 Gramm war er untergewichtig, zu lange konnte er vermutlich keine Nahrung finden.

MEHR AUS DER WILDVOGELHILFE


 

 

   

2020  ▶