Bruchlandung in Mölkau

Ästlinge bitte nicht voreilig mitnehmen!

Junge Waldkäuze, aber auch andere Jungvögel, werden gerade öfter am Boden sitzend gefunden. Sie sind meist nicht in Not und werden weiterhin von den Eltern versorgt. Häufig werden solche Jungvögel aber voreilig mit nach Hause genommen. 

 

Auch dieser kleine Waldkauz-Ästling ist beim ersten Ausflug im Gutspark Mölkau auf dem Boden gelandet und saß direkt an einem Spielplatz denkbar ungünstig und unruhig. Doch in diesem Fall lief alles richtig: Die Finder haben Rat gesucht und bei der Polizei angerufen und von dort die Nummer der Wildvogelhilfe Leipzig bekommen. Die NABU-Mitstreiter haben die Situation vor Ort im Umfeld als ungefährlich eingeschätzt, das Käuzchen war unverletzt und gut genährt. Nach kurzer Untersuchung wurde es zum Schutz vor freilaufenden Hunden, Füchsen und Waschbären wieder an einen Baum mit grober Borke gesetzt, wo die jungen Käuze, 


wenn sie gesund sind mit Hilfe ihrer scharfen Krallen und Flügelschlag gut wieder in die sicheren Baumkronen klettern.  

 

Fotos: NABU Leipzig

  

Ästlinge sind Jungvögel, die gerade das Nest verlassen haben, noch nicht richtig fliegen können und außerhalb des Nestes noch einige Zeit von ihren Eltern versorgt werden. Häufig denken hilfsbereite Menschen, dass diese Tiere verwaist sind, nur weil sie am Boden oder in Sträuchern sitzen. Oft werden sie dann aus falsch verstandener Tierliebe ihren Eltern weggenommen.

 

Bitte nehmen Sie Jungvögel nicht mit nach Hause! Beobachten Sie die Situation mit großem Abstand, meist kümmern sich die Vogeleltern um die Jungtiere. Im Zweifelsfall benachrichtigen Sie bitte die Wildvogelhilfe Leipzig: 0341 927 62 027! Wir beraten Sie gerne und kümmern uns um das Tier, wenn es wirklich nötig ist.


Tägliche Rettungseinsätze

Hilfe für Enten in der Stadt

Immer mehr Enten brüten auf Gebäuden, weil ihre natürlichen Lebensräume knapper werden. Die Entenfamilie gerät aber auf dem Weg zu einem Gewässer fast immer in Lebensgefahr oder kann den Brutplatz gar nicht verlassen. Wie jedes Jahr zur Entenbrutzeit, muss die Wildvogelhilfe deshalb wieder täglich für Rettungsaktionen ausrücken. Der NABU Leipzig bittet dafür um Spenden (Verwendungszweck: "Wildvogelhilfe"), um die Fahrtkosten zu bezahlen, denn nur so ist die ehrenamtliche Tierrettung möglich.

Wer ungewöhnliche Brutplätze mit Stockenten entdeckt, kann gerne die Wildvogelhilfe Leipzig informieren: 0341 927 62 027.

 

 

Am 11. April 2019 sind 6 Entenküken in einen Kellerschacht gefallen. Die Mitstreiter der Wildvogelhilfe haben die kleinen in eine Box gesetzt, um die Mutter anzulocken. Beim Fangen und Umsiedeln von Enten ist immer wichtig, die Mutter gemeinsam mit den Küken zu fangen. Die Entenmutter lief aufgeregt um die Box mit den Küken und folgte auch, als ihre Jungen in einen schmale Lücke zwischen zwei Gebäude gestellt wurden. Dort konnte man die Mutter dann mit einem Kescher gut fangen.

 

Wichtig ist, dass man ohne Erfahrung lieber keine eigenen Fangversuche macht. Wenn die Mutter wegfliegt, kann es passieren, dass sie sich nicht mehr einfangen lässt.

 

Kurz nach dem ersten Einsatz ging es gleich zum nächsten: In der Innenstadt brütetet die Ente auf einer efeubegrünten Mauer in einem Hinterhof. Der Hof war rundum geschlossen, sodass die Tiere dort nicht wieder raus kamen. Die Entenmutter wurde dann mit ihren 10 Küken in den Hausflur getrieben, wo man sie gut einfangen konnte. Enten in der Stadt 

 

Schellenten im Großstadtbeton

Am 27. April 2019 wurde die Wildvogelhilfe Leipzig zum zu einer verirrten Schellentenfamilie gerufen. Die Küken waren in einen Schacht gefallen und kamen dort nicht wieder raus. Schellenten brüten eigentlich in Baumhöhlen in Gewässernähe. Weil alte Bäume mit Höhlen in unserer aufgeräumten Landschaft immer seltener zu finden sind, brüten die Enten zum Teil in großer Entfernung zum Wasser. Der lange Weg vom Brutbaum mit den Küken zum Wasser ist eine gefährliche Wanderung durch die dicht bebaute und von Straßenverkehr überfüllte Stadt.

Die Naturschutzmacher des NABU konnten die Mutter mit 10 Küken einfangen und an der Elster wieder frei lassen.

Fotos: NABU Leipzig

 

Die Wildvogelhilfe des NABU Leipzig rückt täglich mehrmals zur Tierrettung aus. Die Einsätze sind ehrenamtlich und kostenfrei. Der NABU bittet die Vogelfinder um kleine Spenden, um wenigstens die Fahrkosten finanzieren zu können. Der NABU bittet um Verständnis, dass die Wildvogelhilfe ohne Bezahlung der Fahrtkosten nicht überall hinfahren kann, die Kapazitäten der ehrenamtlichen Freizeitarbeit sind begrenzt.

Der NABU bittet um Spenden für die Arbeit der Wildvogelhilfe (bitte Verwendungszweck "Wildvogelhilfe" angeben).


Vögel in Not

Viel Arbeit bereits im April

Ungewöhnlich viele junge, noch nackte Haussperlinge sind 2019 seit 16. April hilflos am Boden gefunden worden. Nachdem in einigen Fällen beobachtet wurde, dass "schwarze Vögel" an Nistplätze einflogen und danach die jungen Spatzen am Boden lagen war klar, dass die ersten Mauersegler zurück sind. Mauersegler nutzen die selben Nistplätze wie Haussperlinge und es kommt nicht selten vor, dass sie die von Sperlingen besetzten Nester leerräumen, um sie selbst zu nutzen. So früh kommen immer einzelne Mauersegler zurück aber von Tag zu Tag gab es mehr solche Meldungen. An etwa 30 Stellen wurden zwischen 16. und 21. April Mauersegler in Leipzig beobachtet. Eine so hohe Zahl ist dem NABU Leipzig in keinem anderen Jahr bekannt geworden. Fünf Haussperlinge hat die Wildvogelhilfe aufgenommen, außerdem wurden versorgt: eine Mönchsgrasmücke, die nach Katzenangriff alle Schwanzfedern verloren hat, ein junger Grünfink, der verlassen gefunden wurde, eine Singdrossel, die nach Scheibenanflug schwer verletzt war, sich aber gut erholt hat, eine junge Türkentaube, die vorher bei der Wildvogelhlfe Saalekreis aufgenommen wurde und bis zur Fertigstellung der Volieren dort in Leipzig ausgewildert wird. Wildvogel gefunden – Was tun? 

  

Die Brutsaison hat kaum begonnen, da erreichen die Wildvogelhilfe Leipzig bereits mehr Anfragen zu Fundvögeln als beantwortet werden können. Die Wildvogelhilfe kämpft jeden Tag von früh bis spät für den Schutz der Vögel und nimmt auch so viele hilfebedürftige Vögel auf, wie die Kapazitäten ermöglichen, aber wir können nicht alle nehmen! Der NABU Leipzig bittet um Verständnis.

Wenn keine geeignete Pflegestelle gefunden werden kann, die Tiere bitte draußen lassen. Mit nach Hause nehmen und dort nicht fachgerecht versorgen, ist keine Lösung!


Vogelschlag an Glas

Foto: NABU Leipzig
Foto: NABU Leipzig

Immer wieder kollidieren Vögel mit Glasscheiben, die für sie nicht wahrnehmbar sind. Ein Ergebnis rücksichtsloser Architektur, denn man könnte Glasflächen sicherer gestalten. Viele Opfer dieser Anflugunfälle kommen in die Wildvogelhilfe des NABU Leipzig.

 

Diese Singdrossel hat es am 31. März 2019 heftig erwischt. Sie hat innere Verletzungen und blutet aus dem Schnabel. Das linke Auge ist geschwollen. Gleich nach dem Foto und Gabe von Augentropfen wurde sie ruhig und dunkel untergebracht.

 

Die Kollegen vom BUND geben auf ihrer Projektseite Vogelschlag an Glas viele wichtige Informationen mehr  

 


Ausgeschlafene Igel

Obwohl die Wildvogelhilfe mit der Hilfe für Vögel bereits ausgelastet ist, konnte sie dennoch im Herbst auch einigen Igeln helfen, die den Winter in der Pflegestation verbringen konnten. Sie hatten Glück in einer Notsituation, viele Artgenossen hingegen wurden in ihrem natürlichen Lebensräumen im Winterschlaf getötet. Der NABU Leipzig hat Fotos, die das belegen und hat die Straftaten angezeigt, was die Igel aber leider nicht wieder lebendig macht.

 

Getötete Igel.

 

In einigen Fällen wurden die Tiere sogar vorsätzlich von Menschen getötet, denn es gab bei vielen Baustelllen in Leipzig Hinweise auf die tierischen Mitbewohner. Weil häufig trotzdem ohne Rücksicht auf Natur gebaut wird, sterben immer wieder Tiere in unserer Stadt, indem beispielsweise Igelquartiere mit Baggern einfach platt gewalzt werden. Der NABU bittet daher um Unterstützung für die Petition "Bauen und Natur erhalten"!  Alle Grünflächen müssen vor der Bauplanung auf Lebensstätten unserer Wildtiere untersucht werden, Augleichsflächen müssen geschaffen werden! Petition 

 

Ein Beispiel von vielen: Dieser Igelunterschlupf fiel dem Bagger zum Opfer, die überwinternden Tiere wurden getötet.

 

Die zehn Igel, die den Winter in der Wildvogelhilfe verbrachten, sind Mitte März aus dem Winterschlaf erwacht. Alle sind erfreulicherweise wohlauf.

 

Ein ungewöhnlicher Gast in der Wildvogelhilfe. Foto: NABU Leipzig
Ein ungewöhnlicher Gast in der Wildvogelhilfe. Foto: NABU Leipzig

 

Bei ihrer Ankunft sind sie als Jungtiere mit einem Gewicht von etwa 650 Gramm in den Winterschlaf gegangen, nun wiegen sie zwischen 450 und 520 Gramm, die Igel haben von ihren Fettreserven gezehrt und haben 20 bis 30 Prozent ihres Körpergewichtes verloren. Bis die Igel kräftig genug sind, um selbstständig in den Frühling entlassen zu werden, müssen sie noch bis Mitte April bleiben und stärken sich täglich mit gutem Futter. Der NABU Leipzig bittet dafür um Futterspenden. Bitte bei Verwendungszweck „Wildvogelhilfe“ oder "Igelfutter" angeben. Vielen Dank! Weitere Informationen

 

Täglich stärken sich die Igel mit gutem Futter. Fotos: NABU Leipzig 


Rettungsaktion für einen Höckerschwan

Auf ihrem heimatlichen See lebt "Swanhild" nach der Therapie wieder in Freiheit. Foto: NABU Leipzig
Auf ihrem heimatlichen See lebt "Swanhild" nach der Therapie wieder in Freiheit. Foto: NABU Leipzig

Eigentlich ist die Wildvogelhilfe des NABU Leipzig nur in Leipzig im Einsatz. Doch es gab zahlreiche Hilferufe aus Roitzsch bei Wurzen, und so waren die NABU-Mitstreiter aus Leipzig Anfang März dort, um einen Höckerschwan einzufangen, der dann zur Untersuchung in die Vogelklinik der Universität Leipzig gebracht wurde. Wie sich herausstellte, hatte die Schwanendame Swanhild, wie sie liebevoll von Naturfreunden aus Roitzsch genannt wurde, eine ältere Flügelverletzung, die Klinik entschied sich für eine Amputation, damit sich der Schwan schmerzfrei und ungehindert fortbewegen kann. Neun Tage wurde die Schwanendame in der Leipziger Vogelklinik behandelt, dann wurde Swanhild wieder auf dem Roitzscher Schwanensee freigelassen. Bei einer Nachkontrolle wurde festgestellt, dass sie sich verhält als sei nichts gewesen.

  

Um die Kosten für die aufwändige Rettungsaktion, Klinikaufenthalt und Freilassung bezahlen zu können, hatte der NABU Leipzig via Facebook um Spenden gebeten. Der NABU bedankt sich herzlich bei allen, die dem Aufruf folgten, sodass die Behandlungskosten finanziert werden konnten. Weiterlesen