Wilde Ecken sind keine wilden Müllhalden

Putzaktion des NABU auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz

Am 29. Februar 2020 hatte der NABU Leipzig zur Müllsammlung auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz eingeladen. Es kamen 10 Säcke mit Glasflaschen und Scherben und etwa doppelt so viele Säcke mit anderem Müll zusammen. Darunter waren Fahrradschlösser, ein Regenschirm, eine Stehlampe, dicke Kabel, Schaumgummimatratzen und auch Wahlplakate und wie immer bei solchen Sammelaktionen viele Plastikverpackungen und zerbrochene Gläser und Flaschen. Diesmal kamen sogar Besen zum Einsatz, um die vielen Glasscherben aufzukehren, die im Sommer Brände auslösen können.

 

Ergebnis der zweistündigen Müllsammelaktion auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz. Foto: René Bauer
Ergebnis der zweistündigen Müllsammelaktion auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz. Foto: René Bauer

20 Personen waren zwei Stunden im Einsatz, das reichte nicht, um den ganzen Platz von Unrat zu befreien, aber einen großen Teil. Wenn Nachtigall und Co. aus ihren Winterquartieren zurückkehren, werden sie ihre Reviere weniger vermüllt vorfinden. Damit sie in einigen Jahren überhaupt noch einen Brutplatz finden, wurden bei der Aktion auch noch einmal Unterschriften für die Petition „Bauen und Natur erhalten“ gesammelt, die unter anderem den Schutz des Wilhelm-Leuschner-Platzes zum Inhalt hat. Die Petition läuft noch bis zum 5. März, sie wurde aber schon beim Stadtrat eingereicht.

 

 

Fleißige Lebensraumretter im Einsatz für den Platz der Biologischen Vielfalt. Fotos: Ludo Van den Bogaert 

 

Bei der Aktion wurden auch noch einmal Unterschriften gesammelt für die Petition "Bauen und Natur erhalten". Foto: René Bauer
Bei der Aktion wurden auch noch einmal Unterschriften gesammelt für die Petition "Bauen und Natur erhalten". Foto: René Bauer

Der Wilhelm-Leuschner-Platz ist ein Symbol für den Verlust von Lebensräumen in der Stadt. So wie viele andere Flächen in Leipzig ist auch er von rücksichtsloser Bebauung bedroht. Der Wilhelm-Leuschner-Platz ist ein Platz der Biologischen Vielfalt. Auf der großen verwilderten Stadtbrache leben zum Beispiel 16 Brutvogelarten und damit mehr als in umliegenden Park- und Grünflächen, die teilweise viel zu intensiv gepflegt werden, um als Lebensraum zu dienen. Leider sehen die Baupläne keinen ausreichenden Ausgleich und keinen Erhalt der vorhandenen Natur vor. Deshalb engagiert sich der NABU Leipzig für den Erhalt der Lebensräume in der Stadt und für den Schutz der bedrohten Arten, unter anderem mit der Petition. Andere nutzten den Tag vor der entscheidenden Runde der Oberbürgermeisterwahl noch für Wahlkampf, der NABU warb für den Schutz der Natur. Die Forderungen aus der Petition hatte der NABU Leipzig in den Oberbürgermeisterwahlkampf eingebracht und die Kandidaten um eine Antwort gebeten. Leider hatten nicht alle geantwortet. Es ist zu befürchten, dass Biotop- und Klimaschutz auch in Zukunft nicht ausreichend bei der Stadtentwicklung berücksichtigt werden.

 

 

Der Wilhelm-Leuschner-Platz soll kein Müllplatz sein! Foto: Ludo Van den Bogaert
Der Wilhelm-Leuschner-Platz soll kein Müllplatz sein! Foto: Ludo Van den Bogaert

Mit der Müllsammelaktion wollte der NABU Leipzig auf den bedrohten Lebensraum aufmerksam machen und demonstrieren, dass „wilde Ecken“ in der Stadt keine Müllecken sein müssen. Der NABU bedankt sich herzlich bei allen Lebensraumrettern, die bei der Müllsammlung im Einsatz waren.