Rund 400 WGT-Teilnehmer kamen zur NABU-Veranstaltung auf den Südfriedhof. Fotos: Lena Husemann, Daniela Dunger
Leipzig war am Pfingstwochenende wieder geprägt von der „schwarzen Szene“. Rund 20.000 Teilnehmer hatten sich in der Stadt zum jährlichen Wave Gotik Treffen versammelt. Im WGT-Rahmenprogramm findet traditionell eine Abendveranstaltung des NABU Leipzig statt. Am Freitag kamen dazu rund 400 WGT-Gäste auf den Südfriedhof. Nach Erfahrungen aus den Vorjahren, hatte der der NABU Leipzig dank Spenden „technisch aufgerüstet“ – eine mobile Verstärkeranlage kam zum Einsatz, mit deren Hilfe die Redebeiträge für so viele Menschen besser hörbar wurden.
Zunächst führte ein Rundgang über das Gelände. Dabei gab es Informationen zum Friedhof, zum NABU-Projekt „Lebendige Friedhöfe“, zum Naturschutz in der Stadt und zur Arbeit des NABU Leipzig. Friedhöfe können auch Orte des Lebens sein, Rückzugsort für die Natur in der Stadt. Auf dem Leipziger Südfriedhof gibt es zahlreiche Wildtiere, Vogelarten, Insekten und unterschiedliche Lebensräume. Der NABU Leipzig fördert die Biologische Vielfalt weiter, zum Beispiel mit den zahlreichen Vogelnistkästen, die der Arbeitskreis Ornithologie Vogelschutz auf dem Areal betreut. Bei dem Rundgang ging es außerdem um die Natur in der Nacht, um Lichtverschmutzung und auch um Fledermäuse. Für einige Fledermausarten bietet der Südfriedhof ideale Bedingungen. Die faszinierenden fliegenden Säugetiere standen dann im zweiten Teil der NABU-Veranstaltung im Mittelpunkt.
Ein Rundgang zur Biologischen Vielfalt in der Stadt führte über den Südfriedhof und endete vor dem Kolumbarium, wo dann der Fledermausabend des NABU Leipzig begann. Fotos: Mira Kircheiß

Hinter dem Kolumbarium waren Informationsstände zu verschiedenen Fledermausthemen aufgebaut. Mit dabei war auch wieder die Ökologische Station Borna-Birkenhain, die bei der Fledermausveranstaltung zum WGT mit dem NABU Leipzig zusammenarbeitet. Mit dem Detektor konnte man Fledermäuse belauschen, an einem anderen Infopunkt war ein Fangnetz aufgebaut. Im Kolumbarium war eine Ausstellung des NABU aufgebaut, mit Informationen zum Fledermausschutz in Sachsen. Von dort aus konnte man auch ein Winterquartier besuchen, dass der NABU vor einigen Jahren für Fledermäuse eingerichtet hat. In ihnen ist es stockdunkel und nur kleine Gruppen können hinein geführt werden. Das zweite Winterquartier war für Besucher tabu, denn dort hatten sich ungeachtet der Jahreszeit acht Fledermäuse einquartiert – Braune Langohren.
Vor dem Kolumbarium gab es außerdem noch einen Infostand des NABU Leipzig und einen Stand zum Thema Fledermauspflege. Hier wurde demonstriert, wie sich Freiwillige um hilfsbedürftige Tiere kümmern. Als besondere Attraktion begrüßte der NABU in diesem Jahr erstmals Gäste aus Niedersachsen: Noctalis aus Bad Segeberg war gekommen und informierte über die „Fledermauswelt“ in der großen Schauhöhle dort. Sie ist eines der größten und bedeutsamsten Winterquartiere für Fledermäuse. Jedes Jahr finden sich hier als 30.000 Fledermäuse aus sieben verschiedenen Arten ein.
Fledermausausstellung des NABU Leipzig im Kolumbarium. Fotos: René Sievert
Zum Umweltbildungsangebot von Noctalis gehören auch VR-Brillen, mit denen sich jeder selbst in eine Fledermaus „verwandeln“ kann. Das Angebot war besonders bei den jungen Gästen des NABU-Abends sehr beliebt, die mit den dicken Brillen vor dem Gesicht „herumflatterten“.
Als es mehr und mehr dunkel wurde, flogen auch vereinzelt Fledermäuse über die Szenerie. Nach Sonnenuntergang wurden mit Hilfe der Detektoren Mücken-, Wasser-, Zwerg- und Breitflügelfledermaus festgestellt.
Zur Erfassung von Fledermausarten kommen Detektoren und Fangnetze zum Einsatz. Auch darüber konnte man sich an zwei Ständen zwischen Kolumbarium und Friedhofsteich informieren. Fotos: René Sievert