Sturm über der Feuchtwiese

Herbstmahd an den Papitzer Lachen

Frisch gemähte Feuchtwiese. Foto: René Sievert
Frisch gemähte Feuchtwiese. Foto: René Sievert

Die Papitzer Lehmlachen sind ein ökologisch wertvolles Feuchtgebiet in der Leipziger Auenlandschaft. Kleine Stillgewässer bieten Lurchen und anderen an Wasser gebundene Organismen einen Lebensraum. Der NABU Leipzig kümmert sich hier seit vielen Jahren um die Biotoppflege. Dazu gehört die ökologisch orientierte Regulierung des Wasserstands, aber auch die Pflege der Wiesenflächen, die Landlebensraum von Amphibien und Heimat von Reptilien, Insekten und Feuchtwiesenpflanzen sind. 

 

Mit einem PKW-Anhänger wurden die Arbeitsgeräte in die Nähe der Einsatzorte gebracht. Fotos: Anne Bartelt 

 

Um die Wiesen zu erhalten und vor Verbuschung zu schützen, müssen sie regelmäßig gemäht werden. Dazu findet im Frühling eine erste Teilmahd statt, im Herbst wird der Rest gemäht. Der NABU Leipzig kümmert sich auf diese Weise um drei kleinere Wiesen direkt zwischen den Lachen. Am 24. und 25. Oktober 2025 fand hier die Spätmahd statt.

 

Im Vergleich zu früheren Jahren ist die Vegetation Dank der Pflege weniger verfilzt und weniger hochgewachsen. Trotzdem ist der Einsatz von Motorsensen nötig um den dichten Bestand zu mähen. Fotos: René Sievert, Anne Bartelt, Beatrice Jeschke

 

Von der Wiese direkt am Dammweg wurde das Schnittgut zu einem PKW-Anhänger gebracht und dann als Tierfutter abtransportiert. Von den anderen Beiden Wiesen ist aufgrund der Unwegsamkeit kein Abtransport möglich. Foto: Beatrice Jeschke
Von der Wiese direkt am Dammweg wurde das Schnittgut zu einem PKW-Anhänger gebracht und dann als Tierfutter abtransportiert. Von den anderen Beiden Wiesen ist aufgrund der Unwegsamkeit kein Abtransport möglich. Foto: Beatrice Jeschke

Am Freitag war das Team der NABU-Naturschutz­station unterstützt von Schülerpraktikant Eugen und zwei ehrenamtlichen Mitstreitern im Biotoppflegeeinsatz. Gemäht wurde die Wiese unmittelbar am sogenannten Dammweg, sowie die Wiese am Ostrand der Lachen. Diese beiden Flächen werden erst seit kurzem direkt vom NABU Leipzig betreut, sind aber inzwischen wieder in einem guten Pflegezustand. Die Mahd ging daher zügig voran. Sie erfolgte mit Motorsensen. Auf der einen Wiese wurde das Schnittgut zum Rand der Fläche gebracht, wo es kompostiert wird. Auf der anderen Fläche blieb es für den nächsten Arbeitstag liegen, der am Sonnabend folgte.

An diesem Tag versammelten sich 18 fleißige Naturschutzmacher, darunter zwei junge aus der NAJU-Kindergruppe „Schleiereulen“. Zwei kümmerten sich um den Abtransport des Schnittguts von der Wiese am Weg, zwei weitere um die Wiese am Ostrand des Gebietes, wo noch ein letzter Teil zu mähen war. Der größte Teil der Truppe hatte vor, die NABU-Wiese südlich von Lache 8 zu mähen. 

Wie immer begann der Arbeitseinsatz mit einem Fußmarsch vom Treffpunkt an der Elsterbrücke zum Einsatzort im Naturschutzgebiet „Luppeaue“. Dort warteten schon die Arbeitsgeräte, die mit einem PKW-Anhänger hingebracht werden konnten. Von dort wurde später dann auch das Schnittgut der einen Wiese ebenfalls mit einem PKW-Anhänger abtransportiert. Das Ausladen nahm eine gewisse Zeit in Anspruch, die der Vereinsvorsitzende René Sievert nutzte, um alle über die am Tag geplanten Arbeiten zu informieren und über die Ziele der Biotoppfleg an den Papitzer Lachen.

 

Das Schnittgut wurde zusammengeharkt und mit Segeltuchplanen zum Rand der Wiesen transportiert. Fotos: René Sievert, Beatrice Jeschke, Anne Bartelt

 

Gemeinsame Mittagspause am Sonnabend. Foto: Anne Bartelt
Gemeinsame Mittagspause am Sonnabend. Foto: Anne Bartelt

Dann verteilten sich die Arbeitsgruppen auf die Flächen. Auf der Wiese südlich von Lache 8 konnten vier Motorsensen eingesetzt werden, weshalb das Mähen zügig voran ging. Alle anderen waren mit Holzrechen und Heugabeln im Einsatz, sammelten das Schnittgut auf und verluden es auf Segeltuchplane. Mit diesen wurde es dann zu Komposthaufen am Rande der Fläche transportiert. 

Gegen Mittag gab es eine gemeinsame Pause. Die beiden Zweierteams hatten ihre Arbeit zu diesem Zeitpunkt geschafft und stießen wieder zum Rest der Truppe. Nach der Pause waren nur noch ein/zwei Stunden nötig, um die Arbeiten zu beenden. Die Geräte wurden wieder verladen und zurückgetragen zum PKW-Anhänger. Der ursprünglich noch am Sonntag geplante Arbeitstag konnte entfallen, für die nächste Saison auf den Feuchtwiesen ist alles bereit.

 

Gemähte Feuchtwiese südlich des Dammwegs. Foto: René Sievert
Gemähte Feuchtwiese südlich des Dammwegs. Foto: René Sievert

Für das Aktionswochenende waren Regen und Sturm vorhergesagt. Der Wind war zwar kräftig, aber nicht gefährlich und geregnet hat es nur vor und nach den eigentlichen Arbeiten. Insofern hatten die Naturschutzmacher Glück mit dem Wetter. Nebenbei waren wie immer interessante Naturbeobachtungen möglich. Bei den Arbeiten wurden mehrere Nester von Zwergmäusen und verlassene Vogelnester gefunden, Eugen konnte einen Molch beobachten. Auch einige späte Libellen waren noch an den Kleingewässern unterwegs.

 

Verdiente Pause auf dem Heuhaufengipfel. Foto: Miriam Kempe
Verdiente Pause auf dem Heuhaufengipfel. Foto: Miriam Kempe

Der NABU Leipzig bedankt sich bei allen, die bei der Biotoppflege im Einsatz waren, darunter Michael Maaß aus Schkeuditz, der mit seinen Fahrzeugen Schnittgut und Arbeitsgeräte transportierte sowie Reinhard Rudolf, der sich wie immer fachkundig um alle Arbeitsgeräte und ihren perfekten Transport kümmerte und auch selbst kräftig mit anpackte. Schülerpraktikant Eugen konnte gleich an seinem ersten Tag für den praktischen Naturschutz an der frischen Luft loslegen, ein toller Auftakt für seine Zeit beim NABU Leipzig. Die beiden „Schleiereulen“ waren eine große Hilfe beim Verladen des Schnittguts und ansonsten auf Entdeckungstour an den Lachen und sie konnten prima „fachsimpeln“ mit den NABU-Aktiven.

Im Winter wird es an einer Lache noch einen Arbeitseinsatz zur Entfernung von Schösslingen geben, bevor sie sich zu Gehölzen entwickeln und das Laichgewässer verschatten. Die nächste Mahd auf den drei Wiesen wird voraussichtlich im Mai stattfinden. Alle sind herzlich zum Mitmachen eingeladen!

 

Videos: Ulrike Weller, Anne Bartelt, Beatrice Jeschke, René Sievert, Sabrina Rötsch Musik: HappyWorldWithMochi: Multi-Tasking Doesn't Work; Noisy Oyster: Storm Rider 2; human gazpacho: A Storm at Camp (Free Music Archive) [CC BY]