Bauernhöfe statt Agrarindustrie

NABU Leipzig war bei der großen Wir-haben-es-satt-Demo in Berlin dabei

Am Sonnabend (16. Januar 2016) haben in Berlin rund 23.000 Menschen demonstriert. Unter dem Motto „Wir haben Agrarindustrie satt! Keine Zukunft ohne Bäuerinnen und Bauern“ zogen sie zum Bundeskanzleramt und forderten von der Bundesregierung die Weichen für eine naturverträgliche, bäuerliche Landwirtschaft zu stellen.

 

Umwelt-, Natur-, Tier- und Verbraucherschützer, Bauern, Imker und auch Lebensmittel-handwerker und Köche beteiligten sich bei eisigen, winterlichen Temperaturen an dem Demonstrationszug, der von 130 Traktoren angeführt wurde. Die Teilnehmer forderten Bauernhöfe, die umwelt- und klimafreundlich wirtschaften, Strukturen im ländlichen Raum erhalten, artgerechte Tierhaltung verwirklichen, gentechnikfrei arbeiten und deren Grundsatz ein fairer Handel ist.

 

Auch Demonstranten aus Sachsen waren angereist, darunter einige Aktive vom NABU-Regionalverband Leipzig. Sie hatten sich am Hauptbahnhof getroffen, um gemeinsam per Bahn nach Berlin zu fahren. 

 

Auch der NABU Leipzig hat in Berlin mitdemonstriert. Fotos: Karsten Peterlein

 

Aufgerufen zur 6. „Wir haben es satt!“-Demonstration anlässlich der Grünen Woche hatte ein breites gesellschaftliches Bündnis von über 100 Organisationen. Dazu zählten auch NABU und NAJU. Der Naturschutzbund wollte damit vor allem aufmerksam machen auf den alarmierenden Schwund von Arten der Agrarlandschaft wie Feldlerche, Kiebitz und Rebhuhn.

 

 „Naturschätze retten statt Landschaften plätten“ 

Die jüngste Demoteilnehmerin aus den Reihen des NABU Leipzig und ihr selbstgestaltetes Plakat. Foto: NABU/Harald Franzen
Die jüngste Demoteilnehmerin aus den Reihen des NABU Leipzig und ihr selbstgestaltetes Plakat. Foto: NABU/Harald Franzen

„Wir müssen endlich weg von Massentierhaltung, Monokulturen und massivem Pestizideinsatz, was mit der gießkannenartigen Förderung der Brüsseler Agrarmilliarden stets aufs Neue zementiert wird. Stattdessen brauchen wir eine Stärkung des Ökolandbaus und Maßnahmen, die den Schutz von Wiesen und Weiden, Böden und Gewässern in der Landwirtschaft ausreichend fördern“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke bei der Auftaktkundgebung der Demonstration am Potsdamer Platz. Das Motto der Demonstration „Bauernhöfe statt Agrarindustrie“ bringe es auf den Punkt: Landwirte, die sich für den Naturschutz engagieren, müssten dafür auch belohnt werden. „Eine artgerechte Tierhaltung, gesundes Essen, das Engagement für saubere Gewässer und gesunde Böden sind ein wichtiger Beitrag zum Erhalt unserer Kulturlandschaft, dem Artenschutz und damit auch zum Gemeinwohl“, betonte Tschimpke.

 

 

Jedes Jahr fließen über 60 Milliarden Euro fast bedingungslos in die europäische Landwirtschaft. Lediglich 18 Milliarden Euro umfasst die so genannte zweite Säule der Agrarpolitik. Mit dem Geld werden verschiedene Maßnahmen zur Entwicklung des ländlichen Raumes sowie Agrarumweltmaßnahmen gefördert. Der NABU fordert die Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik und eine deutliche Stärkung der zweiten Säule, um Maßnahmen zum Erhalt von natürlichen Ressourcen, ländlichen Gemeinschaften sowie der Verbesserung des Tierschutzes zu fördern. ||| 

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Selbstgestaltetes Demoplakat aus Leipzig. Foto: NABU/Harald Franzen
Selbstgestaltetes Demoplakat aus Leipzig. Foto: NABU/Harald Franzen