Neue Fledermausquartiere in der Luppeaue

Spende von RWE macht „Wohnungsbaumaßnahme“ des NABU Leipzig möglich

Fotos: René Sievert
Fotos: René Sievert

Die Papitzer Lehmlachen sind ein ökologisch besonders wertvoller Teil der Leipziger Auenlandschaft. Die kleinen Gewässer sind vor allem für Amphibien ein optimaler Lebensraum, aber auch für andere Tiere und Pflanzen, die an diese Lebensräume angepasst sind. Ähnlich wertvoll wie die Gewässer selbst sind auch die umliegenden Wiesen- und Waldflächen im Naturschutzgebiet „Luppeaue“. Seit vielen Jahren engagiert sich der NABU Leipzig für Erhalt und Pflege dieses Gebietes, das auch für Fledermäuse ein gutes Jagdrevier ist. Um auch die Wohnungssituation für die nachtaktiven Insektenjäger zu verbessern, hat der NABU Leipzig am 3. März 2016 16 neue Fledermauskästen rund um die Lachen installiert. Eine Spende hat den Kauf dieser künstlichen Fledermaushöhlen möglich gemacht: Der Energieversorger RWE hatte dem NABU Leipzig dafür 500 Euro übergeben. RWE sieht eine besondere Verantwortung von Energieunternehmen für Natur-, Umwelt- und Klimaschutz und unterstützt deshalb Projekte, die langfristig der Umwelt zugutekommen und an denen RWE-Mitarbeiter in ihrer Freizeit beteiligt sind. Dem NABU Leipzig ist es daher möglich, die Wohnungssituation für Fledermäuse im Bereich der Papitzer Lachen mit künstlichen Unterschlupfmöglichkeiten wirksam zu verbessern. Bei dem Arbeitseinsatz waren neun NABU-Mitstreiter im Einsatz, darunter ein Mitarbeiter der MITNETZ STROM, einem Unternehmen der zum Energiekonzern RWE gehörenden enviaM-Gruppe (Mitteldeutsche Energie AG), der seit vielen Jahren aktiv bei Arten- und Biotopschutzprojekten des NABU mitarbeitet.

Transport von Werkzeug und Baumaterial.
Transport von Werkzeug und Baumaterial.
Einsatzbesprechung vor dem Arbeitseinsatz.
Einsatzbesprechung vor dem Arbeitseinsatz.

Aufgehängt wurden verschiedene Typen von Fledermauskästen, um den Tieren ein möglichst abwechslungsreiches Angebot zu machen und den Ansprüchen verschiedener Fledermausarten gerecht zu werden. Verwendet wurden beispielsweise unterschiedliche Holzbetonkästen verschiedener Hersteller sowie vom NABU selbst hergestellte Kästen aus Holz. Besonders beeindruckend und nützlich ist eine große Betonröhre, die sich als Wochenstube für Fledermaus-Mütter und -Kinder eignet. Sie soll vor allem Arten dienen, die dafür hohle Baumstämme nutzen. Deshalb wurde die Röhre so angebracht, dass ein hohler Baumstamm nachempfunden wird. Im Inneren der Betonröhre befinden sich verschiedene Holzteile, die den Tieren zum Festhalten dienen.

Verschiedene Typen von Holzbeton- und Holzkästen, die den Tieren ein möglichst abwechslungsreiches Angebot machen und den Ansprüchen verschiedener Fledermausarten gerecht werden.

 

Die Kästen wurden in verschiedene Himmelsrichtungen angeordnet, was ebenfalls den wechselnden Bedürfnissen verschiedener Fledermäuse entspricht. Bei der Befestigung wurde darauf geachtet, dass die Kästen Wind und Wetter sowie möglichen „Nesträubern“ widerstehen können. Außerdem wurden sie möglichst baumschonend angebracht.

 

Jeder Kasten ist mit GPS-Koordinaten und einer Nummer erfasst, so dass dokumentiert werden kann, wie die unterschiedlichen Quartiere von den Tieren angenommen werden. Entsprechende Beobachtungen sind in Zukunft geplant. Außerdem werden die Kästen vom NABU weiterhin gewartet und im Bedarfsfall repariert, so dass dem langfristigen Wohnvergnügen der Fledermäuse nichts mehr im Wege stehen sollte.

Die Kästen wurden an geeigneten Bäumen stabil und baumschonend befestigt. Sie sollen Wind und Wetter sowie möglichen „Nesträubern“ widerstehen können. Angeordnet wurden sie in verschiedene Himmelsrichtungen, was den wechselnden Bedürfnissen verschiedener Fledermäuse entspricht.

 

Der NABU-Regionalverband Leipzig bedankt sich herzlich bei RWE sowie MITNETZ STROM für die Zusammenarbeit und für die finanzielle Unterstützung der Artenschutzmaßnahme, die im Vorfeld auch mit der Naturschutzbehörde des Kreises Nordsachsen abgestimmt wurde. Ein weiterer Dank gilt allen Spendern, die dem NABU in den vergangenen Jahren den Kauf von Flächen im Naturschutzgebiet „Luppeaue“ ermöglicht haben. So konnten die Fledermausquartiere nun problemlos auf NABU-eigenem Gelände an den Papitzer Lachen aufgehängt werden.

Noch herrscht spätwinterliche Ruhe an den Lachen, aber bald werden hier wieder die Fledermäuse Insekten jagen.
Noch herrscht spätwinterliche Ruhe an den Lachen, aber bald werden hier wieder die Fledermäuse Insekten jagen.
Die Wiesenflächen, Gewässer, Gebüsche und Waldränder sind Lebensraum verschiedener Fledermausarten, die demnächst auch systematisch erfasst werden.
Die Wiesenflächen, Gewässer, Gebüsche und Waldränder sind Lebensraum verschiedener Fledermausarten, die demnächst auch systematisch erfasst werden.

Begehrter Wohnraum

Die meisten der neuen Fledermauskästen werden bereits benutzt

Im August hatte der NABU Leipzig die neuen Fledermausquartiere an den Papitzer Lachen überprüft. Dabei konnten dort leider keine Tiere festgestellt werden, auch Kotspuren waren nicht vorhanden. Es ist aber nicht ungewöhnlich, dass neue Fledermausquartiere erst nach Jahren angenommen werden.

Umso erfreulicher ist nun eine Beobachtung vom 19. November, als die Kästen erneut kontrolliert wurden: Die Mehrzahl wurde genutzt, was an Fledermaus-Kotspuren gut zu erkennen war. In zwei Kästen saßen sogar Fledermäuse - in einem vier und in einem anderen neun. Sie konnten fotografiert werden, wurden ansonsten aber nicht weiter gestört.

Der NABU Leipzig freut sich sehr, dass die durch RWE-Spenden finanzierte Aktion an den Papitzer Lachen sich als so erfolgreich erweist.

Der NABU bittet alle Fledermausfreunde, die Arbeit weiterhin mit Spenden zu unterstützen.

Fotos: NABU Leipzig